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Wie die sieben Geheimnisse offenbart wurden (Vierter Teil)

Fortgesetzt von Wie die sieben Geheimnisse offenbart wurden (Dritter Teil)

Forschungen: Bibel und Darwin

Nicht in der Schöpfungsgeschichte begann ich meine Recherchen, sondern in den Werken Darwins, Lyells, Haeckels, Huxleys, Spencers, Vogts, Chamberlins, Mores bis hin zu frühen Werken Lamarcks und seiner Theorie vom „Gebrauch und Nichtgebrauch“, die Darwins Hypothese vom „Überleben der Tüchtigsten“ voranging.

Auf den ersten Blick schienen diese Schriften überzeugend. (Woran soll es auch sonst liegen, dass sie sich so allgemein im höheren Bildungswesen durchgesetzt haben?) Ich begriff, wie die Evolutionstheorie es vermocht hatte, die Akademien im Sturm zu erobern.

Evolution, das ist der Versuch der Freidenker bzw. Atheisten, das Vorhandensein einer Schöpfung ohne die Präexistenz eines intelligenten Schöpfers zu erklären.

In diesem frühen Stadium meiner Forschungen wurde mein Glaube an die Existenz Gottes stark erschüttert. Ich merkte, wie unfundiert er war: eine pure Annahme, fußend auf Gehörtem und Anerzogenem. Eine Zeitlang schwamm mir der Kopf. War alles, was ich geglaubt hatte, nur Mythos und Irrlehre? Nun war ich entschlossen, die Wahrheit zu ergründen! Mein Verstand reinigte sich von den bisher unbesehen für wahr gehaltenen Ideen und Glaubenssätzen.

Von allen Evolutionsautoren wies allein Dr. P. E. More auf viele Widersprüche in der Theorie hin. Doch auch er hielt sie, im großen und ganzen, für richtig.

Nun musste ich aber zunächst einmal die Existenz Gottes beweisen oder widerlegen. Dies war kein leichtes, oberflächliches Recherchieren. Ich arbeitete daran, als hinge mein Leben davon ab – und es hing auch tatsächlich davon ab, ebenso wie meine Ehe. Auch Bücher, die den gegenteiligen Standpunkt vertraten, zog ich zu Rate.

Gesagt sei hier nur: Ich fand unwiderleglichen Beweis für die Existenz Gottes – und die Unhaltbarkeit der Evolutionstheorie. Ungeachtet der Phalanx von Gebildeten (oder Verbildeten), die anders darüber denken. Die Genugtuung wurde mir zuteil, dass eine Frau mit Doktorgrad, eine Anhängerin der Evolution, die jahrelang an der Universität von Chicago und der Columbia-Universität gearbeitet hatte, mir gegenüber zugeben musste, dass ich den Stamm des Evolutionsbaumes zu Fall gebracht hatte. Doch sie war, wie Dr. More, derart von der Theorie durchtränkt, dass sie weiterhin an etwas glauben musste, dessen Widerlegung sie mit eigenen Augen gesehen und zugegeben hatte.

Ferner konnte ich, schadenfroh, meine Schwägerin dazu bringen, dass sie den Vorwurf der „Unwissenheit“ zurücknehmen musste, den sie gegen mich erhoben hatte. All dies war von meiner Seite aus reine Eitelkeit, eine Eigenschaft, die ich noch nicht ausgerottet hatte.

Ich hatte die Realität des großen majestätischen Gottes nachgewiesen! Doch da nagte noch die Herausforderung meiner Frau an mir. Bei meinen Evolutions-Recherchen hatte ich mich schon mit der Schöpfungsgeschichte beschäftigt.

Ich wusste, dass alle Weltreligionen ihre eigenen heiligen Schriften hatten. Nach dem gelungenen Gottesbeweis hatte ich nun erwartet, längere Zeit vergleichende Religionswissenschaft treiben zu müssen, um festzustellen, welche heiligen Schriften sich als echt erwiesen. Aus welcher davon – wenn überhaupt – sprach Gott zur Menschheit?

Da ich ohnehin der Sabbatfrage nachgehen wollte und schon angefangen hatte, mich mit der biblischen Genesis zu befassen, entschloss ich mich, meine Recherchen in der Bibel fortzusetzen.

Lehre auf Lehre

Schon bald nach Beginn fiel mir die Stelle aus dem Römerbrief auf: „… der Sünde Sold ist Tod“ (6, 23). Ich stutzte: „Sold“, das ist Entgelt für etwas, das man getan hat. Die Stelle stand in krassem Gegensatz zu dem, was man mir, als ich klein war, in der Sonntagsschule beigebracht hatte.

„Wie soll das möglich sein?“ rief ich. „In der Kirche hat man mich gelehrt, der Sünde Sold sei ewiges Leben in einer ewig brennenden Hölle.“

Der zweite Teil des besagten Bibelverses versetzte mir einen weiteren Schock: „Gottes Gabe aber ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“

„Aber“, fragte ich ernüchtert, „ich dachte, das ewige Leben hätte ich schon! Ich sei bzw. hätte eine unsterbliche Seele. Warum muss einem das ewige Leben denn erst gegeben oder geschenkt werden?“

Mit Hilfe einer Bibelkonkordanz ging ich dem Begriff Seele nach. Ich fand zwei Stellen, in denen steht, dass Seelen sterben können (Hesekiel 18, 4 u. 20).

Und ich erinnerte mich, dass ich in 1. Mose 2 gelesen hatte, dass Gott zu den ersten beiden Menschen, die Seelen waren, gesprochen hatte: Von „dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.“

In 1. Mose 2, 7 las ich, wie Gott den Menschen aus irdischer Materie machte und ihm den Odem des Lebens einhauchte, worauf der Mensch (Staub – Materie) „eine lebendige Seele“ wurde. Daraus geht klar hervor, dass die so genannte Seele physisch ist – aus Materie gemacht, organisches, physisches Leben. Seele, so stellte ich fest, ist aus dem Hebräischen näpäsch übersetzt, und in 1. Mose 1 werden auch Vögel, Fische und Landtiere – alle drei – als näpäsch bezeichnet, wie Mose inspiriert war zu schreiben.

Als nächstes stieß ich auf das Jesuswort: „Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn“ (Johannes 3, 13). Der Himmel-und-Hölle-Lehre ging ich weiter nach. Ich sah das Wort des inspirierten Petrus am Tage, da er den Heiligen Geist empfing: „Denn David ist nicht gen Himmel gefahren“ (Apostelgeschichte 2, 34).

Zu diesen intensiven Recherchen in der Bibel zog ich alle Hilfsmittel heran – Konkordanzen, griechische und hebräische Wörterbücher, Kommentare, Bibellexika und religiöse Enzyklopädien. Letztere drei, fand ich, waren das Werk gelehrter, aber weltlicher Menschen. In historischen und sonstigen rein sachlichen Fragen waren sie von Nutzen, halfen aber kaum zum geistlichen Verständnis der Offenbarung Gottes.

Bei strittigen Stellen schlug ich, mit Hilfe der Wörterbücher, im hebräischen Alten Testament und griechischen Neuen Testament nach. An Übersetzungen zog ich alles heran, was es damals gab – besonders Moffatt, Ferrar Fenton, Smith-Goodspeed, American Revised und das Williams New Testament.

Meine Erfahrung absolut einzigartig

Meine Recherchen unterschieden sich radikal von den Studien, wie sie Theologiestudenten treiben. Die Lehren, die sie aufnehmen, sind immer konfessionell gebunden. Außerdem gleicht ihr Studium mehr einem Gedächtnistraining. Vom Kind und auch vom erwachsenen Studenten wird erwartet, dass er alles „schluckt“ und auswendig lernt, was gelehrt wird.

So wurde einer meiner Enkel in der Grundschule einmal gefragt: „Wer hat Amerika entdeckt?“

„Die Indianer“, antwortete er prompt. Die Lehrerin staunte.

„Aber Larry, weißt du denn nicht, dass Kolumbus Amerika entdeckt hat?“

„Nein, Ma’am, die Indianer waren schon eher hier als Kolumbus und haben ihn begrüßt, als er kam.“

Der Junge erhielt eine schlechte Note für seine gute Antwort und die Ermahnung, fortan die Lehrbuchmeinung zu vertreten, der Entdecker Amerikas heiße Kolumbus!

Schüler und Studenten werden danach bewertet, wie gut sie auswendig lernen und daran glauben, was im Lehrbuch, im Klassenzimmer, im Hörsaal gesagt wird.

In der Vorausnummer der Zeitschrift The Plain Truth, die ich 1927 zusammenstellte – sieben Jahre vor dem tatsächlichen Erscheinen dieser Zeitschrift – befand sich ein Bild, das ich von einem Zeichner hatte machen lassen: Man sah ein Klassenzimmer mit Kindern, die einen Trichter im Kopf hatten, durch den der Lehrer ihnen Propaganda eintrichterte.

Im Methodistenseminar empfängt der Student methodistisch gebundene Lehren, im katholischen Seminar katholische, im presbyterianischen Seminar presbyterianische. In Deutschland lernt der Geschichtsstudent eine andere Version der beiden Weltkriege kennen als zum Beispiel ein Student in den USA.

Ich aber war berufen vom lebendigen Gott. Ich suchte genau das Gegenteil dessen zu beweisen, was ich klar und deutlich in der Bibel geschrieben sah! Christus lehrte mich Dinge, die ich nicht glauben wollte, die aber, wie er mir zeigte, wahr waren.

Jesus Christus ist das personifizierte Wort Gottes. In eigener Person lehrte er die zwölf Apostel, lehrte er den Apostel Paulus. Die Bibel ist dasselbe Wort Gottes, nur in gedruckter Form. So war es derselbe Jesus, der vom Jahre 27 an die Apostel lehrte, der 1900 Jahre später, von 1927 an, auch mich lehrte.

Und hinzufügen möchte ich hier: Mein Forschen in Gottes Offenbarung der Wahrheit hat seither nie aufgehört. Durch mich gründete Christus später drei allgemeinbildende Colleges – zwei in Amerika, eines in England. Durch ständiges Studieren, Lehren und Zusammenarbeiten mit geistlich gesinnten Lehrkräften in den Theologiekursen bin ich geistig aufgeschlossen geblieben. Und die Erkenntnis der offenbarten Wahrheit Gottes ist gewachsen.

Damals, bei meinem intensiven sechsmonatigen Forschen, musste ich zunächst vieles verlernen – musste feststellen, dass viele Kirchenlehren ganz und gar unbiblisch waren! 

Fortgesetzt in Wie die sieben Geheimnisse offenbart wurden (Fünfte Teil)

De Moa