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Davide Cantelli/Unsplash

Wer und was ist Gott? (Dritter Teil)

Geheimnis de Zeitalter - Kapitel Eins

Fortgesetzt von Wer und was ist Gott? (Zweiter Teil)

DGott in der Vorgeschichte

Nun ganz zurück in vorgeschichtliche Zeit, ganz an den Anfang.

Gefragt, wo die zeitlich erste Nennung Gottes in der Bibel zu finden sei, würden Sie wahrscheinlich sagen: „Nun, im ersten Vers der Bibel, in erster Mose 1, 1 natürlich.“ Richtig?

Falsch!

Was die zeitliche Einordnung anbelangt, so findet sich die am weitesten in die Vergangenheit zurückreichende Offenbarung dessen, wer und was Gott ist, im Neuen Testament: Johannes 1, 1.

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen“ (Johannes 1, 1‑4).

Für „das Wort“ steht griechisch logos, das heißt „Sprecher“, „Wort“, „offenbarender Gedanke“. Es wird hier als Name für eine Person gebraucht. Aber wer oder was ist dieser Logos? Vers 14 erklärt es:

„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, (und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater,) voller Gnade und Wahrheit.“

Als er als Jesus Christus geboren wurde, war er Fleisch und Blut, materiell, konnte gesehen und berührt und gefühlt werden. Aber was war er? Als Gott – als Logos? Dies wird in
Johannes 4, 24 beantwortet: „Gott ist Geist“. Und Geist ist unsichtbar. Seine Form und Gestalt als Mensch Jesus kennen wir. Aber welche Form und Gestalt hatte er als Wort? Das wollen wir später erklären.

Zunächst halten wir fest: Das Wort ist eine Person, die Fleisch wurde – gezeugt von Gott, der durch diese spätere Zeugung zum Vater des Wortes wurde. Damals allerdings, zur in Johannes 1, 1 angesprochenen prähistorischen Zeit, war das Wort (noch) nicht der Sohn Gottes. Es entledigte sich seiner Herrlichkeit als Geist-Gottheit, um als ein Mensch gezeugt zu werden. Zum Sohn Gottes wurde es dadurch, dass es von Gott gezeugt und von der Jungfrau Maria geboren wurde.

Offenbart finden wir mithin am Anfang zwei Personen. Die eine: Gott. Und mit Gott in jener vorgeschichtlichen Zeit war eine Person, die ebenfalls Gott war – eine Person, die später als Jesus Christus gezeugt und geboren wurde. Beide Personen waren geistbeschaffen; Geist ist dem menschlichen Auge unsichtbar, es sei denn, er manifestiert sich auf übernatürliche Weise. Zu der im ersten Vers angesprochenen Zeit war Jesus noch nicht der Sohn Gottes, und Gott war noch nicht sein Vater.

Wer war Melchisedek?

Über den Beginn seiner Existenz finden wir eine weitergehende Beschreibung im siebten Kapitel des Hebräerbriefes. Da ist von Melchisedek die Rede, dem König von Jerusalem in den Tagen Abrahams, gleichzeitig auch Priester Gottes, des Allerhöchsten. Dieser Melchisedek hatte seit Ewigkeit gelebt – „ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum [ohne Abstammung] und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit“ (Hebräer 7, 3).

Da Melchisedek „dem Sohn Gottes gleicht“ und auf ewig Hoherpriester bleibt und da Jesus Christus jetzt Hoherpriester ist, sind Melchisedek und Jesus ein und dieselbe Person.

Mithin war also Christus „ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum [zu Abrahams Zeit] und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens“. Mit ihm, mit dem Wort, existierte die andere Person, Gott, seit Ewigkeit. Jesus als „das Wort“ war ein unsterbliches, bereits seit Ewigkeit existierendes Wesen – ohne Anfang der Tage; es hat nie eine Zeit gegeben, in der er noch nicht existierte. Damals „glich“ er dem Sohn Gottes – war es aber noch nicht. Er war selbst auch Gott und war mit Gott.

Diese Stellen zeigen, dass am Anfang – ehe irgendetwas geschaffen worden war – das Wort bei Gott war und gleichzeitig auch selbst Gott war. Wie lässt sich das vorstellen?

Zur Veranschaulichung: Ein Mann namens Schmidt kann bei Schmidt sein (seinem Vater), und doch ist er gleichzeitig selbst auch Schmidt, denn er trägt seines Vaters Namen. Als separate Person ist er bei Schmidt (seinem Vater) und auch gleichzeitig selbst Schmidt.

Nur in einem Punkt trifft der Vergleich nicht zu, nämlich darin, dass das Wort zur Zeit von Johannes 1, 1 noch nicht der Sohn Gottes war. Aber es war bei Gott und war auch selbst Gott.

Vater und Sohn waren sie noch nicht – aber sie waren das Reich Gottes.

Derzeit besteht diese Familie aus Gott dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus und vielen gezeugten Menschen, die bereits jetzt gezeugte Söhne und Töchter Gottes sind (Römer 8, 14 u. 16; 1. Johannes 3, 2) und die Kirche Gottes bilden.

Dieser Familienaspekt – die Gottfamilie – ist hochwichtig, und wir kommen später noch ausführlich darauf zurück.

Aber jetzt, wo sind wir nun eigentlich?

Um noch einmal zusammenzufassen: Lange bevor irgendetwas existierte, gab es zwei allerhöchste unsterbliche Wesen, die schon seit Ewigkeit existieren. Dieses „seit Ewigkeit“ kann man sich nicht recht vorstellen, aber ebensowenig kann man sich elektrischen Strom konkret vorstellen, und doch weiß man, dass es ihn gibt und dass er eine Realität ist! 

Fortgesetzt in Wer und was ist Gott? (Vierter Teil)

De Moa