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Was wird Putin in sechs weiteren Jahren an der Macht tun?

02.05.2018  •  Aus diePosaune.de
Die internationale Bühne ist bereit für einen starken Mann, der Russland auf einem immer aggressiveren Kurs führt.
 

Niemand war überrascht, als Wladimir Putin sich eine weitere Amtszeit als Russlands Präsident sicherte. Die endgültige Auszählung der Stimmen ergab, dass er alle seine Rivalen mit 77 Prozent der Stimmen um Längen schlug. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass Putin die Wahlen bis zu einem gewissen Grad manipulierte. Schließlich sind wir in Russland, wo der Diktator, selbst wenn ihm der Sieg sicher ist, hinter den Kulissen noch ein paar Hebel betätigt, und sei es auch nur um der politischen Tradition willen. Aber die Experten sind sich sicher, dass Putin auch ohne Manipulationen leicht 60 Prozent der Stimmen bekommen hätte, was ihn meilenweit vor dem nächsten Bewerber platziert, der mit 12 Prozent den zweiten Platz belegte.

Entscheidend ist, dass der 65 Jahre alte Putin weitere sechs Jahre an der Spitze des größten Landes und der zweitgrößten Militärmacht der Welt stehen wird. Und ein Großteil der 144 Millionen Einwohner des Landes unterstützt seine permanente Herrschaft in Russland.

Putins Einfluss ist so umfassend, dass sich viele Russen einen Kreml ohne ihn als die höchste Autorität schwerlich vorstellen können. Wjacheslaw Wolodin, der Sprecher des russischen Parlaments, fasste die allgemeine Stimmung 2014 mit diesen Worten zusammen: „Wo Putin ist, da ist Russland. Wenn Putin nicht mehr da ist, ist auch Russland nicht mehr da.“

Wenn wir verstehen wollen, was Putins nächste Amtszeit Russland und der Welt bringen wird, müssen wir zunächst die ersten 18 Jahre seiner Führerschaft untersuchen.

Die „größte Katastrophe“ rückgängig machen

Putin kam acht Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 an die Macht. Dieser Zusammenbruch machte eine Entwicklung rückgängig, die schon seit dem 17. Jahrhundert im Gange war, als das russische Reich entstand: Die systematische Integration und Zentralisierung von Osteuropa, Zentralasien, Sibirien und dem Kaukasus. Das Zentrum des Imperiums war Moskau. Sein Ziel war, die europäischen Mächte herauszufordern.

Wladimir Putin wünscht sich, die Sowjetunion wäre niemals zusammengebrochen. Er wünscht sich, sie würde noch existieren. Und er arbeitet daran, die russische Macht wieder auf den Stand der Sowjetunion zu bringen.

Obgleich wirtschaftlich schwach hatte Russland militärisch genug Macht, um dazu beizutragen, sowohl Napoleon Bonaparte als auch Hitler zu besiegen. Russland, das dominante Mitglied der Sowjetunion, behauptete sein Territorium während des kalten Krieges immerhin vier Jahrzehnte lang gegen die mächtigen Vereinigten Staaten.

Als die Sowjetunion zusammenbrach, freute sich der Westen und nannte es einen Sieg der Freiheit, einen Triumpf der Demokratie und einen Beweis für die Überlegenheit des Kapitalismus gegenüber dem Sozialismus. Die meisten ehemaligen Sowjetrepubliken waren dankbar für ihre neue Unabhängigkeit und begannen, wieder freiere Gesellschaften aufzubauen.

Aber Putin betrachtet das nicht als ein positives Ereignis, weil es Moskaus Macht in der Welt doch erheblich schwächte. 2005 sagte er: „Der Untergang der Sowjetunion war die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts.“

Wladimir Putin wünscht sich, die Sowjetunion wäre niemals zusammengebrochen. Er wünscht sich, sie würde noch existieren. Und er arbeitet daran, die russische Macht wieder auf den Stand der Sowjetunion zu bringen.

Herzen und Köpfe für sich gewinnen

Als Putin Präsident wurde, befand sich Russland in einer chaotischen Situation. Es war sowohl von innen als auch von außen bedroht. Aber Putin konsolidierte das Land mit harter Hand – sowohl gesellschaftlich als auch politisch, militärisch und wirtschaftlich.

Während der ersten acht Jahre, die Putin im Kreml regierte, registrierte die russische Industrie laut dem Atlas für Geschäftsleute und politische Entscheidungsträger einen Zuwachs von 76 Prozent und die Investitionen stiegen um 125 Prozent. Das Realeinkommen der russischen Bürger nahm um mehr als 100 Prozent zu. Das Durchschnittsgehalt stieg auf das Achtfache: Von 80 US$ im Monat auf 640 $. Die Mittelklasse nahm von 8 Millionen auf über 55 Millionen zu und der Anteil der Russen, die unterhalb der Armutsgrenze lebten, fiel von 30 auf nur noch 14 Prozent. Unter Putin nannten viele Russen zum ersten Mal in ihrem Leben ein Auto ihr Eigen und konnten Urlaub im Ausland machen.

Die russischen Erdölexporte nahmen in diesen Jahren kontinuierlich zu und 2009 übertraf Russland sogar Saudi Arabien und wurde zum weltgrößten Energieexporteur.

Es blieben Lücken im russischen Energienetz, im Gesundheitswesen, in der Infrastruktur und bei den Industriestandorten. Aber der wirtschaftliche Fortschritt war enorm und die Russen scharten sich um Putin, dem „Retter“ des Landes, seinem „weißen Reiter“.

In letzter Zeit hat der Rubel durch den sinkenden Ölpreis und die Sanktionen des Westens stark an Wert verloren und der Lebensstandard ist etwas gesunken. Doch weil Putin früher schon Millionen Russen aus der Armut befreite und Moskaus internationale Bedeutung wiederherstellte, halten ihm die Russen die Treue.

Anstatt in ihm die Ursache ihrer gegenwärtigen Probleme zu sehen, betrachten sie ihn auch weiterhin als die Lösung.

Das Gesetz umgehen

Am Ende seiner zweiten Amtszeit als Präsident 2008 stand er vor einem Problem: In der russischen Verfassung stand: Eine Person darf die Position des Präsidenten nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende Amtsperioden ausüben. Also trat Putin als Präsident zurück – aber nur nach den Buchstaben des Gesetzes, nicht aber, weil er wollte.

Er trat zurück, wurde Ministerpräsident und übergab die Präsidentschaft seinem loyalen Schützling Dmitri Medwedew. Aber während Medwedews Amtszeit blieb Putin immer federführend. Er blieb auch weiterhin Russlands Anführer; in allem außer seinem offiziellen Titel, wobei ihm Medwedew eigentlich nur als Marionette diente.

Nur drei Monate nach der Farce der Machtübergabe demonstrierte Putin seinem Volk und der Welt, dass er gewillt war, die Geographie der Sowjetunion notfalls auch mit Gewalt wiederherzustellen.

Das Reich ausweiten

Im August 2008 marschierten russische Streitkräfte in die ehemalige Sowjetrepublik Georgien ein und überwanden mühelos jeden Widerstand. Moskau übernahm die Kontrolle über 20 Prozent des Territoriums Georgiens und hat sie bis heute behalten.

Das war ein entscheidendes geopolitisches Ereignis, das die Welt erschüttert hat.

Chefredakteur Gerald Flurry schrieb in der Oktobernummer 2008 der Posaune: „Russlands Angriff auf Georgien letzten August markiert den Beginn einer neuen Ära in der Geschichte. Das war der erste militärische Schlag einer neu erstehenden asiatischen Supermacht – und es wird nicht der letzte gewesen sein!“

Die Menschen hören dem Präsidentschaftskandidaten Wladimir Putin auf einer Wahlversammlung zu und ein Konzert zum vierten Jahrestag der Angliederung der Krim auf dem Manezhnaja Platz in Moskau am 18. März 2018. MLADEN ANTONOV/AFP/Getty Images

Herr Flurry nannte ausdrücklich weitere ehemalige Sowjetrepubliken, die die nächsten Angriffsziele sein könnten: „Wird es zu eine Krise in der Ukraine kommen? Diese Region ist die Kornkammer Russlands und es wird sicher bereit sein, auch deswegen einen Krieg zu führen.“

Es zeigte sich bald, dass diese Vorhersage richtig war. 2012 wurde Putin wieder Präsident mit einer inzwischen verlängerten, sechsjährigen Amtszeit. Seine Herrschaft über Russland war wieder offiziell. Und im März 2014 drangen russische Truppen klammheimlich in die Krimhalbinsel der Ukraine ein und gliederten sie wieder Mütterchen Russland an. Putin hatte im wahrsten Sinne des Wortes Europas Grenzen neu gezogen – nun schon zwei Mal. Herr Flurry schrieb: „Die Tatsache, dass ein Mann – ein einzelner Mann – für diese gewaltige geopolitische Veränderung verantwortlich ist, hat eine tiefe Bedeutung.“

Während der ersten acht Jahre, die Putin im Kreml regierte, registrierte die russische Industrie einen Zuwachs von 76 Prozent und die Investitionen stiegen um 125 Prozent. Das Realeinkommen der russischen Bürger nahm um mehr als 100 Prozent zu.

Die Krim wird in Russland als der größte Sieg des Landes seit Jahrzehnten und als Richtigstellung eines historischen Unrechts angesehen. Zur Bekräftigung dieser Aussage wurde die Präsidentschaftswahl absichtlich am vierten Jahrestag der Übernahme der Ostukraine veranstaltet.

„Als [Putin] uns die Ukraine zurückgab, wurde er für mich zu einem Helden“, sagte Olga Matjunina, eine 65 Jahre alte pensionierte Wirtschaftswissenschaftlerin, die für Putin stimmte.

Seit der Einnahme der Krim hat Putin die Ostukraine destabilisiert, indem er russische Truppen entsandte, um pro-russische Rebellen in einem langwierigen Konflikt zu unterstützen, der bisher bereits 10.000 Menschenleben gekostet hat. Er hat gewaltsam verhindert, dass Georgien, die Ukraine und andere ehemalige Sowjetrepubliken ihre Beziehungen mit Europa stärkten.

Putin hat die USA aus seinem Hinterhof vertrieben, indem er Druck auf Kirgistan ausübte, damit es Amerika seine Streitkräfte von dem Luftwaffenstützpunkt Manas abziehen ließ – dem letzten Militärstützpunkt, den die Vereinigten Staaten in Zentralasien noch hatten.

Unterdessen ist Russland auch außerhalb der ehemaligen Sowjetunion aktiv geworden – es hat dem mörderischen Regime des syrischen Präsidenten Assad und dem nordkoreanischen Tyrannen Kim Jong-un geholfen, an der Macht zu bleiben. Putin war auch dem Iran behilflich, auch weiterhin betrügerisch nach Atomwaffen zu streben.

Keiner dieser Schachzüge wäre ohne eine beeindruckende Militärmacht möglich gewesen – und Wladimir Putin wird sie auch einsetzen.

Aufbau einer tödlichen Militärmacht

Die veralteten Streitkräfte, die Putin von Boris Jelzin erbte, konnten ihren Zweck kaum noch erfüllen. Eine der höchsten Prioritäten Putins war, sie in eine moderne und tödlichere Streitmacht zu verwandeln. Moskau gibt nun einen größeren Teil seines Bruttoinlandproduktes für seine Streitkräfte aus als die Vereinigten Staaten.

Diese Investition hat inzwischen eine enorme Dividende erbracht.

„Das russische Militär ist jetzt besser ausgerüstet und besser in der Lage, moderne Kampfeinsätze durchzuführen als je zuvor seit dem Fall der Sowjetunion, wovon westliche Analysten völlig überrascht wurden“, schrieb Mitchell Yates 2016 im Strategist.

Man darf dabei nicht vergessen, dass Russland immer noch ein riesiges Atomwaffenarsenal besitzt, das zahlenmäßig sogar noch größer ist als das der Vereinigten Staaten. Russland hat öffentlich erklärt, Atomwaffen seien auch weiterhin sehr wichtig für seine Verteidigungsstrategie und dass es unter bestimmten Umständen einen atomaren Präventivschlag starten könnte, um seine Interessen zu wahren.

In seiner Rede zur Lage der Nation, die er Anfang März hielt, überraschte Putin sein Volk, als er ein Sortiment neuer hochentwickelter, auch atomar einsetzbarer Waffen präsentierte. In dieser Rede, die auch eine inoffizielle Wahlkampfrede war, sandte Putin eine klare Botschaft an sein Volk: Wählt Putin und ihr werdet mithelfen, das russische Militär wieder groß zu machen.

Die Wahl am 18. März zeigte, dass diese Botschaft bei einem Großteil der Wähler angekommen war.

Aber für die Russen, die seine diktatorische Vision nicht teilen, hatte er eine andere Botschaft.

Interne Feinde ausgeschaltet

All die Jahre, die er daran arbeitete, Russlands Macht in der Welt wiederherzustellen, hat Putin auch skrupellos jeden Widerstand seiner russischen Mitbürger unterdrückt.

Er hat Russlands Demokratie lahmgelegt, sein Parlament entkräftet und die Kontrolle über Russlands profitabelste Unternehmen übernommen. Putins interne Kriege haben in der islamischen Region Tschetschenien mehr als 150.000 russischen Staatsbürger das Leben gekostet.

Mit Methoden im Stil des KGBs hat er alle Formen des unabhängigen Journalismus zerschlagen und zum Schweigen gebracht – Russlands Medien hat er in seine persönliche Propagandamaschine verwandelt.

Es gibt Beweise dafür, dass er mehr als 130 Journalisten in Russland und auch zahlreiche Dissidenten ermorden ließ – Russen, die in anderen Ländern wie zum Beispiel in Großbritannien im Exil lebten.

Eine Liste der Menschenrechtsorganisation Memorial zeigt, dass gegenwärtig 142 Menschen wegen ihrer politischen und religiösen Überzeugungen in russischen Gefängnissen gefangen gehalten werden. Quartz schrieb: „Darin besteht in Putins Russland die zaristische und sowjetische Tradition weiter: Politische Dissidenten werden immer noch wie zu Zeiten Stalins in Arbeitslager nach Sibirien geschickt.“

In der russischen Verfassung steht immer noch, dass der Präsident nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten regieren darf, was bedeutet, dass Putin eigentlich verpflichtet wäre, 2024 abzutreten. Aber mit einem so festen Zugriff auf die Hebel der Macht könnte er leicht die Verfassung ändern, eine weitere Darbietung des „Medwedew-Pendelverkehrs“ inszenieren oder irgendeine andere Methode verwenden, um am Ende seiner gegenwärtigen Legislaturperiode weiter an der Macht festzuhalten.

Viele Analysten sind sich sicher, dass er schon einen Weg finden wird. „Ich bin davon überzeugt, dass Wladimir Wladimirowitsch [Putin] die Macht auch 2024 nicht abgeben wird“, sagte Alexei Wenediktow, der Herausgeber von Ekho Moskwi, im November. „Das bedeutet, es wird nötig sein, die Machtkonstellation zu ändern und die Macht einer anderen Institution als dem Präsidenten zu übertragen.“


Der chinesische Präsident Xi Jinping begleitet seinen russischen Kollegen Putin während einer Willkommenszeremonie in Peking.
(LINTAO ZHANG/Getty Images)

Der russische Zyklus: Wohin jetzt?

Die russische Geschichte zeigt, dass das Land nach einem vier-Phasen-Zyklus funktioniert. Zuerst kommt eine Katastrophe, gewöhnlich eine ausländische Invasion oder eine schlechte Planung von Seiten der Regierung. Zweitens ersteht aus den Ruinen ein idealistischer „weißer Reiter“, der ein Zeitalter einläutet, nach dem sich die Russen so verzweifelt sehen: Eine Ära der nationale Stabilität. Drittens, nachdem der weiße Reiter der politischen Frustration erlegen ist, übergibt er die Führung einem dunklen Reiter, der wiederum auf interne Kontrolle und externe Aggression erpicht ist, so wie Ivan der Schreckliche und Josef Stalin. Am Ende unterdrückt der dunkle Reiter jede interne Opposition und weitet Russlands kaum zu sichernde Grenzen solange aus, bis das überstrapazierte Reich stagniert und verfällt. Dann beginnt der Zyklus von neuem.

An welcher Stelle dieses Zyklus befindet sich Russland jetzt?

In den 1990er Jahren erlitt Russland die große nationale Katastrophe nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Dann tauchte Putin als der heroische weiße Reiter auf, um den sterbenden russischen Bären wieder auferstehen zu lassen. Aber die sich verändernde politische Landschaft Russlands deutet darauf hin, dass die Phase des weißen Reiters jetzt vorüber ist.

„Russlands gegenwärtige Periode des weißen Reiters geht zu Ende“, schrieb Stratfor 2007, als Putin die Einsetzung Medwedews als seine Marionette vorbereitete. „Putins Bemühungen, Russland zu stabilisieren, hatten Erfolg, aber seine Träume, Russland zu verwestlichen, sind ausgeträumt. Finsternis tritt nun ein.“

Stratfor spekulierte dann, dass Putin ja vielleicht selbst zum dunklen Reiter werden könnte: „In besonders düsteren Zeiten in Russlands Vergangenheit (und das heißt schon was!) hat der weiße Reiter selbst seinen Idealismus verloren und ist zum dunklen Reiter geworden.“

2007 waren das ernüchternde Worte und sie sind es jetzt noch mehr, denn Putin hat alle Befürchtungen bestätigt, ein Diktator zu sein, der alles tut, um an der Macht zu bleiben.

Inzwischen ist klar geworden, dass Putin sein weißes Gewand gegen ein schwarzes getauscht hat und dass Russland sich wieder einmal in einer Phase des schwarzen Reiters befindet.

Die Geschichte beweist, dass der schwarze Reiter, wenn er erst mal Russlands Herrscher geworden ist, alle Register zieht, um die nationale Sicherheit zu garantieren: Er beseitigt alle internen Herausforderer; unterwirft das gesamte wirtschaftliche Leben der Kontrolle Moskaus, steckt alle Ressourcen ins Militär, das dann an den Grenzen zu anderen Ländern Druck ausübt.

Bisher weist die Geschichte von Putins Herrschaft darauf hin, dass er Russland in seiner neuen Amtszeit in eine noch gefährlichere und aggressivere Richtung als bisher führen wird. Und wenn man die Geschichte auch noch mit der Prophetie der Bibel vergleicht, werden diese Hinweise zur Gewissheit.

Eine Armee von 200 Millionen Mann

Die Bibel warnt die Menschen in der Endzeit vor einer zu erwartenden großen Macht, die im Osten entstehen wird. Die Heilige Schrift nennt diese Macht „die Könige des Ostens“ (Offenbarung 16, 12). In Offenbarung 9, 16 hat der Apostel Paulus eine erstaunliche Prophezeiung über diesen Machtblock im Osten aufgeschrieben: „Und die Zahl des reitenden Heeres war zwanzigtausendmal zehntausend; ich hörte ihre Zahl.“ (Lutherbibel, Ausgabe 2017.)

Dieser asiatische Militärblock wird über eine Armee von 200 Millionen Mann verfügen!

Eine Bibelstelle im Buch Hesekiel sagt uns auch konkret, welche Länder Soldaten zu dieser Riesenarmee beitragen werden und zeigt, dass sie von einem Land – und von nur einem Mann – angeführt wird.

Die Bibel berichtet ausführlich über diese größte Armee, die je aufgestellt wurde: Bibelstellen wie Daniel 11, 44 und 12, 1 sowie Matthäus 24, 21-22 lassen klar erkennen, dass diese Streitmacht eine der Hauptrollen in einem nuklearen dritten Weltkrieg spielen wird.

Im Buch Hesekiel wird auch konkret beschrieben, welche Länder Soldaten zu dieser Riesenarmee beitragen werden und es wird berichtet, dass sie von einem Land – und von nur einem Mann – angeführt wird.

Der „Fürst von Russland“

„Du Menschenkind, richte dein Angesicht auf Gog, der im Lande Magog ist und der Fürst von Rosch, Meschech und Tubal, und weissage gegen ihn.“ (Hesekiel 38, 2, Lutherbibel, Ausgabe 1984.)

Bibelforscher sind sich im Allgemeinen einig, dass „Gog“ sich auf Russland bezieht und „das Land Magog“ die riesigen Gebiete des heutigen Chinas einschließt.

Meschech bezieht sich auf eine Gruppe von Leuten, die im Laufe der Geschichte in verschiedenen Varianten auftaucht: Musku, Muski und Mushki. Diese beziehen sich alle auf die moderne russische Schreibweise von Moskau: MocĸBa.

Tubal bezieht sich auf eine andere Region Russlands. Östlich des russischen Ural-Gebirges liegt die Stadt Tobolsk – ein Name abgeleitet von dem antiken Namen Tubal. Tobolsk war früher der Hauptsitz der russischen Regierung über Sibirien und es war praktisch die Hauptstadt der russischen Gebiete in Asien.

Noch eine weitere Bezeichnung für ganz Russland findet sich etwas verborgen an dieser Textstelle der Bibel. Die Übersetzung des hebräischen Wortes rosh an dieser Stelle ist umstritten. Die englische King James Version der Bibel übersetzt es als Adjektiv. Dann bedeutet es der Oberste oder der Erste. Aber in der korrekten Übersetzung ist es kein Adjektiv, sondern ein Name: Rosh.

Das ist in der Lutherbibel korrekt übersetzt. Es muss also heißen: „Der Fürst von Rosh, Meschech und Tubal.“

Rosh war ein alter Name des Volkes, das als Rus bekannt wurde – Russland. Daher wird die Identität dieses „Fürsten“ von Russland, Moskau und Tobolsk nun langsam klar: Die Liste aller drei Namen untermauert, dass es sich um jemanden handeln muss, der über all die verschiedenen Völker in ganz Russland herrscht – vom Westen bis in den Osten.

Die Erwähnung von Magog zeigt außerdem, dass die Führerschaft dieses Mannes sich über Russlands Grenzen hinaus bis nach China erstreckt. Die Verse 5 und 6 erwähnen antike Namen von Ländern wie Indien, Japan sowie Nord- und Südkorea und sagen, dass diese Länder mit ihrer militärischen Macht und ihren Soldaten diesen von Moskau angeführten Block unterstützen werden. Russland ist bereits dabei, eine mächtige Allianz mit China aufzubauen und legt so das Fundament für enge Beziehungen mit vielen anderen dieser Länder.

Wenn man diese Bibelstellen mit den gegenwärtigen Ereignissen in Moskau vergleicht, wird die Identität des „Fürsten von Russland“ klar. In der Septemberausgabe 2014 der Posaune schrieb Herr Flurry: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Wladimir Putin diese 200 Millionen Mann-Armee anführen wird. Sehen Sie nur, welche Macht er jetzt schon hat! Können Sie sich irgendeinen anderen russischen Politiker vorstellen, der so mächtig werden könnte und willens ist, Russland in die Krise aller Krisen zu führen? Ich sehe sonst niemanden, der das tun könnte. … Ich glaube, dass für einen Konkurrenten auch gar nicht genug Zeit bliebe, um aufzusteigen und ihn herauszufordern. Fast 80 Prozent seiner Leute unterstützen jetzt Putins Führerschaft.“

„Eines ist absolut sicher: Die Wiederherstellung von Russlands Macht durch Wladimir Putin – dem Fürsten von Russland – wurde prophezeit!“

Putin hat den Verdacht bestätigt, dass er ein Diktator ist, darauf versessen, um jeden Preis an der Macht zu bleiben.

Europas Reaktion

Putin beginnt nun schon seine vierte Amtszeit mit erstaunlicher politischer, wirtschaftlicher und militärischer Macht – und bewiesenermaßen entschlossen, diese auch zu nutzen. Viele Europäer – besonders im östlichen Teil des Kontinents – sind in großer Sorge wegen Putins zunehmender Aggressivität.

Kurz nachdem Russland 2014 die Krim-Halbinsel annektierte, erklärte Herr Flurry die Bedeutung dieses Vorgehens in Bezug auf die Prophetie der Bibel:

„Wir haben nun seit etwa 70 Jahren prophezeit, dass Osteuropa ein wichtiger Teil einer neu geschaffenen europäischen Supermacht werden wird – einer Wiederauferstehung des Heiligen Römischen Reichs. Diese Prophezeiung hat direkt mit der Krise auf der Krim zu tun! Die Angst, die man in Europa wegen der Ereignisse auf der Krim beobachtet, wird dazu führen, dass sich plötzlich und auf dramatische Weise zehn Anführer zusammenschließen – und zwar in genauer Übereinstimmung mit der biblischen Beschreibung dieses europäischen Imperiums! … Europas neuerliche Angst vor Russland wird eine große Rolle bei der Beschleunigung der Erfüllung dieser Prophezeiung spielen!“ (Posaune, Mai-Juni 2014).

Die Europäer haben nicht vergessen, was Putin Georgien und der Ukraine angetan hat. Sie beobachten Russlands provokante Einmischung im Nahen Osten und seine kriegslüsternen Drohungen mit Atomwaffen. Viele Europäer haben genug Angst, um mehr auf die Vereinigung Europas zu drängen. Innerhalb eines politisch, wirtschaftlich und militärisch vereinigten europäischen Blocks werden die Europäer sich besser gegen die zunehmende russische Bedrohung behaupten können.

Anzeichen für große Hoffnung

In seiner Broschüre Der prophezeite „Fürst von Russland“ untersucht Herr Flurry gründlich die Rolle, die Putin in der Endzeitprophetie der Bibel spielt. Er schreibt, die Tatsache, dass dieser „Fürst von Russland“ auf der Weltbühne erschienen ist, beweist, dass das hoffnungsvollste Ereignis der Menschheitsgeschichte jetzt vor der Tür steht. „Wladimir Putin ist ein Zeichen, buchstäblich ein Zeichen dafür, dass Jesus Christus sehr bald zurückzukehren wird!“, schreibt er. „Das ist eine der am meisten inspirierenden Botschaften in der Bibel.“

„Was wir in Russland beobachten, führt letztendlich zu dem Übergang von der Herrschaft des Menschen über den Menschen zur Herrschaft Gottes über den Menschen! Und das hat schon fast angefangen! Es wird nur noch ein paar Jahre dauern. … Russlands Wiederaufleben, worüber wir so oft in den Schlagzeilen lesen – zeigt, dass die Endzeitprophezeiungen sich bald erfüllen werden!“

Kurzfristig ist die Tatsache, dass Putin sich weitere sechs Jahre die Führung des wieder auflebenden Russlands gesichert hat, ein Vorbote einer fürchterlichen weltweiten Katastrophe. Aber diese Entwicklung ist eng verbunden mit der besten nur vorstellbaren Nachricht. Jesus Christus wird auf die Erde zurückkehren und die Menschen in Russland und auf der ganzen Welt in ein Zeitalter des Friedens führen! 

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