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Papst Franziskus (rechts) trifft sich mit dem Leiter der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, in Havanna am 12. Februar.

GABRIEL BOUYS/AFP/Getty Images

Warum ist der Papst pro Putin?

09.03.2016  •  Aus diePosaune.de
Könnte die katholische Kirche ein Abkommen zwischen Russland und Europa vermitteln?
 

Am 12. Februar fand ein Treffen zwischen Papst Franziskus und Patriarch Kyrill, dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, statt. Dies war das erste Treffen der Oberhäupter beider Kirchen seit der großen Kirchenspaltung vor 1.000 Jahren.

Bei diesem Treffen geht es um viel mehr als die Einheitsbemühungen zweier Kirchenführer. Die russisch-orthodoxe Kirche ist ein wichtiges Instrument für die russische Regierung . Kyrill ist angeblich ein ehemaliger KGB-Agent .

Kyrill, schreibt Stratfor, „ist eng verbunden mit dem russischen Bundessicherheitsdienst (FSB), und er denkt geopolitisch. Der Kreml nutzt zwischenzeitlich die politische Natur der Kirche, um seinen Einfluss zu Hause auszubauen und im Ausland Einfluss zu gewinnen.“

Das Treffen des Patriarchen mit dem Papst geschah somit, weil die russische Regierung es so wollte. Aber warum?

Die Ukraine-Krise gibt einen Anhaltspunkt.

Im Jahr 2013, als die Krise in der Ukraine gerade aufkam, schrieb die Los Angeles Times: „Während prowestliche und prorussische Ukrainer um die zukünftige Ausrichtung ihres Landes kämpfen, gibt es eine weltweit anerkannte Person, die europäisch gesinnten Ukrainern ein wichtiges symbolisches Geschenk bieten könnte: Papst Franziskus.“ Der Mentor des Papstes war ukrainischer Katholik gewesen, weshalb viele erwarteten, der Papst würde deren Seite einnehmen.

Das geschah aber nicht. Mehr als 15 Prozent der Ukrainer gehören zu den Kirchen in voller Gemeinschaft mit Rom. Fast alle davon sind prowestliche Kirchen. Doch der Vatikan weigert sich beständig, für sie Stellung zu beziehen. Viele Kommentatoren haben ihre Überraschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Position des Vatikans zur Ukraine Russlands Position derart ähnelt.

Hat Putin den Papst davon überzeugt, sich aus dem Ukraine-Konflikt herauszuhalten? Er achtet auf jeden Fall die Macht des Vatikans. „Der Kreml sieht den Vatikan als eine mehrdimensionale Macht – größer, in gewisser Weise, als das, was für Russland ‚der Westen‘ ist“, schrieb Anna Nemtsova diesen Monat in der Daily Beast. „Das ist ein Grund dafür, warum Putin sich in den letzten Jahren zweimal mit Papst Franziskus traf, um zu besprechen, wie wichtig eine Veränderung des politischen Klimas sei.“

Der erste dieser Besuche fand Ende 2013 statt. Die Ukraine war auf Kurs, sich in eine prowestliche und proeuropäische Richtung zu bewegen. Das kam im November abrupt zum Stillstand. Am 21. November 2013 setzte der damalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch die Vorbereitungen für ein Abkommen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union aus. Am 29. November unterließ es Janukowitsch auf dramatische Weise, die Vereinbarung im Rahmen eines wichtigen EU-Gipfels zu unterzeichnen.

Währenddessen fand das erste Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Papst Franziskus statt. Am 25. November besuchte Putin den Vatikan im Rahmen einer Privataudienz.

Die Ereignisse im November 2013 lösten schließlich die Ukraine-Krise aus. Der Aufschrei des Papstes, den die Los Angeles Times erwartete, kam nie. Dennoch erhob sich das ukrainische Volk und stürzte seinen prorussischen Präsidenten.

Russland reagierte mit der Invasion der Ukraine. Doch der Vatikan sagte dazu so gut wie nichts.

Der Papst schwieg, als Katholiken behaupteten, russische Sicherheitsdienste schafften sie aus der Krim heraus .

Die örtlichen Katholiken verhielten sich ganz anders. Religiöse Anführer in der Ukraine, die in Gemeinschaft stehen mit Rom, sind ausgesprochene Kritiker Russlands. Doch der Papst wies sie an, sich ruhig zu verhalten.

Im Februar 2015 verurteilte der Papst den „Brudermord 1 1“ in der Ukraine. Diese Ausdrucksweise ähnelte stark der der russischen Regierung – die den Konflikt beständig als „Bürgerkrieg“ bezeichnete.

Erzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, Großerzbischof von Kiew-Halytsch und Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, widersprach ihm schnell. „Wir müssen sagen, dass wir nicht einen Bürgerkrieg in der Ukraine erleben“, sagte er Journalisten. „Wir erleben die Aggression eines fremden Landes gegen die ukrainischen Bürger und den ukrainischen Staat.“

Im Verlauf des Monats waren bereits Reisen der ukrainischen Bischöfe nach Rom geplant, um den Papst zu treffen. Über das bevorstehende Treffen befragt, antwortete Schewtschuk: „Unsere Aufgabe besteht darin , die Wahrheit zu vermitteln, nicht jedoch darin, eine Meinungsänderung zu erzwingen.“

Doch der Papst wies die ukrainischen Bischöfe an, sich aus der Politik herauszuhalten . Laut dem vom Vatikan veröffentlichten Text ließ er die Bischöfe im Rahmen einer privaten Zusammenkunft wissen, dass „jüngste Ereignisse, die euer Land geprägt haben, [noch] im kollektiven Gedächtnis [...] vorhanden sind. Dies sind Fragen, die teils eine politische Grundlage haben und auf die ihr keine direkte Antwort zu geben berufen seid.“

Unterdessen blieb der Papst beharrlich bei seiner Haltung. Im Verlauf des Jahres sagte Schewtschuk: „Ich hätte eine deutlich stärkere Beteiligung des Vatikans erwartet – die Zeit für vorsichtige Diplomatie ist zu Ende.“

Ebenfalls im Februar 2015 dankte Patriarch Kyrill öffentlich dem Vatikan für seine Haltung in der Ukraine-Krise . Die örtliche katholische Führung habe „extrem politisierte Erklärungen abgegeben, die nicht hilfreich gewesen sind, den Konflikt zu beenden2 2“, sagte Kyrill. „Ich möchte mit Genugtuung zur Kenntnis geben, dass der Heilige Stuhl selbst beständig eine ausgewogene Haltung gegenüber der Situation in der Ukraine eingenommen hat und jede Parteinahme vermieden hat, und zudem Friedensgespräche und ein Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen gefordert hat“, fügte er hinzu.

Der Nuntius des Vatikans in der Ukraine – im Wesentlichen ein päpstlicher Botschafter –, Erzbischof Thomas Gullickson, twitterte Links zu Artikeln, die sehr kritisch gegenüber dem Papst waren , darunter zu einem mit dem Titel „Der Papst liegt ganz und gar falsch“.

Diese Tweets befassten sich nicht direkt mit der Situation in der Ukraine, aber er war auch im Blick auf dieses Thema freimütig gewesen. Er verglich die Verfolgung der Katholiken auf der Krim und im Donbass mit der Verfolgung ukrainischer Katholiken unter Josef Stalin. Diese Verfolgung, sagte er, wurde „mit der Komplizenschaft der orthodoxen Brüder und dem Segen Moskaus“ durchgeführt.

„Die Berichte, die der Nuntius nach Rom sendet, sind detailliert und besorgniserregend“, schrieb Sandro Magister für das italienische L'Espresso-Magazin. „Und die ukrainischen Katholiken sind wütend, weil sie sehen, wie nichts davon in den Worten von Papst Franziskus auftaucht. Es ist ihre Überzeugung, dass in der römischen Kurie sowie in der Ukraine die prorussische Partei freie Hand hat und den Papst beeinflusst.“

Der Vatikan ignorierte Gullicksons Berichte bis September 2015, als er den lästigen Nuntius in die Schweiz verlegte. Foreign Policy bemerkte, dass der Umzug „angeblich [stattfand], weil Moskau beklagt hatte, dass er [Gullickson] gegen Russland voreingenommen sei“. Die katholische Kirche führte in der Vergangenheit Kriege, um zu verhindern, dass nationale Führer der Kirche vorschrieben, wo sie ihre Bischöfe zu stationieren habe. Sollten diese Behauptungen wahr sein, gab der Vatikan dieses Mal sanftmütig klein bei.

Die ukrainischen Katholiken waren von dem Treffen letzte Woche mit dem russischen Patriarchen äußerst enttäuscht . Während Schewtschuk vorsichtig genug war, den Papst nicht direkt zu kritisieren, verurteilte er dennoch die gemeinsame Erklärung der beiden Kirchenführer.

„Es ist schwer, sich ein schwächeres Team vorzustellen als das, das diesen Text verfasste“, sagte er. Das Dokument nimmt einmal mehr die russische Haltung ein und spricht davon, dass es sich um einen Bürgerkrieg und keine russische Invasion handle. Schewtschuk fuhr fort zu sagen:

Zweifellos sorgte dieser Text für tiefe Enttäuschung bei vielen Gläubigen unserer Kirche und bei den gewissenhaften Bürgern der Ukraine. Heute haben sich viele an mich gewendet wegen dieses Dokumentes und sie sagten, dass sie sich von dem Vatikan verraten fühlten, enttäuscht von diesem Dokument, das nur die halbe Wahrheit erwähnt, und es sogar als indirekte Unterstützung der russischen Aggression gegen die Ukraine durch den Apostolischen Stuhl sehen. Ich kann diese Gefühle auf jeden Fall verstehen.

Die Haltung der Kirche zur Ukraine ist Teil eines deutlichen Trends. „Franziskus war immer bestrebt, alles ihm Mögliche zu tun, um das Patriarchat von Moskau und die imperiale Politik Wladimir Putins nicht zu stören, auch auf die Gefahr hin, die Bischöfe, den Klerus und die Gläubigen der katholischen Kirche in der Region tief zu enttäuschen“, schrieb Magister.

„Eine Beziehung, die Franziskus geduldig kultiviert hat, ist die mit Putin“, schrieb Foreign Policy. Warum sich so verrenken für Putin? Das Trumpet-Magazin spekuliert schon seit Längerem, dass Deutschland und Russland im Zuge ihrer zunehmenden Stärke zu einer Einigung kommen würden. Der verstorbene Ron Fraser sprach davon vor einigen Jahren klar und deutlich:

Unsicher im Blick auf die USA als Garant europäischer Sicherheit erlebt die EU eine grundlegende Veränderung in der Denkweise seiner leitenden Bürokraten und Politiker. Immer häufiger hört man Rufe nach der Konsolidierung einer pan‑europäischen Streitmacht zur Verteidigung der Interessen der EU. Deutschland führt diesen Ruf zu den Waffen an; daher auch der aktuelle Konflikt zwischen EU-Präsidentin Merkel und dem russischen Präsidenten Putin.

Beide wissen, dass die Situation hier von historischem Ausmaß ist. Jeder weiß von der Geschichte Deutschlands und Russlands, in der dasselbe Spiel gespielt wurde, und davon, welch großen Verlust an Menschenleben militärische Auseinandersetzungen zwischen den beiden zur Folge haben. Keiner der beiden möchte den anderen gegenwärtig so weit verärgern. Jeder sucht eine befriedigende politische Lösung für seine eigenen Sicherheitsinteressen, sodass beide damit fortfahren können, ihr jeweiliges Imperium unangefochten zu konsolidieren, dort wo ihre Reichsgrenzen aufeinandertreffen.

Mehrfach seit der Niederlage Napoleons, die die fünfte Inkarnation des Heiligen Römischen Reiches beendet hatte, sicherte Deutschland, bevor es im Westen in den Krieg zog, zunächst seine Ostgrenze durch Verträge mit Russland.

Verträge zwischen Deutschland und Russland, 1881-1939

• Dreikaiserbund, 1881, erneuert 1884

• Rückversicherungsvertrag, 1887

• Friedensvertrag von Brest-Litowsk, 1918

• Vertrag von Rapallo, 1922

• Berliner Vertrag, 1926

• Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt (auch als Hitler-Stalin-Pakt oder Molotow-Ribbentrop-Pakt bekannt), August 1939.

• deutsch-sowjetischer Grenz- und Freundschaftsvertrag, September 1939

Weder Russland noch die deutsch-dominierte Europäische Union können noch länger das Fehlen klarer Machtverhältnisse auf dem Kontinent tolerieren.

Es gibt bereits Anzeichen dafür, dass Deutschland und Russland zu einer gewissen Vereinbarung gelangt sind – zumindest informell. Deutschland blockiert beispielsweise konsequent den NATO-Beitritt Georgiens und der Ukraine. Und während Deutschland enge Beziehungen zu einigen ukrainischen politischen Bewegungen pflegt, ließ es mehrfach die Möglichkeit verstreichen, Russland auf einfache Weise in der Ukraine Ärger zu bereiten. Stattdessen scheint Deutschland einen Balanceakt gegenüber Russland zu versuchen – Russland genug Widerstand leisten, um Polen, das Baltikum und andere Staaten, die Russland auf seiner Seite fürchten, zu halten, ohne Russland zur gleichen Zeit in rückhaltlose Opposition zu drängen.

Könnte der Vatikan eine Rolle beim Schmieden eines Abkommens zwischen Russland und Europa spielen? Die Art und Weise, wie sie sich im Blick auf die Ukraine verhalten, lässt es so erscheinen.

„Für Putin hätte das Treffen [zwischen dem Papst und dem Patriarchen] zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können“, schrieb Nina Khrushcheva auf Project Syndicate . „Fallende Ölpreise, der dramatische Wertverlust des Rubels, laufende Sanktionen und die zunehmend blutigen Bilder aus Syrien – er braucht dringend gute Nachrichten. Und was könnte ein schöneres Foto bieten, als den Stellvertreter Christi Seite an Seite mit seinem engen geistigen und politischen Verbündeten stehen zu sehen?“ Die Hilfe des Vatikans im Blick auf eine Einigung mit Europa hätte auch nicht zu einem besseren Zeitpunkt kommen können.

Nemtsova schrieb, dass „der russische Präsident Wladimir Putin das Moskauer Patriarchat gebeten hatte, eine diplomatische Rolle zu spielen und dabei zu helfen, Franziskus davon zu überzeugen – dessen gute Dienste viel dazu beigetragen hatten, die Jahrzehnte der Feindschaft zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten enden zu lassen –, den Weg ebnen zu helfen für ein besseres Verhältnis zwischen Washington und Moskau.“

„Nach einer Quelle aus der Nähe des Kremls, die privat mit der Daily Beast gesprochen hatte, sollte die Botschaft sein, dass Russland gutherzig sei, dass Russland alle Christen weltweit am Herzen lägen , und dass der Westen vorsichtig sein sollte, nicht eine Verbreiterung des Kriegs zu provozieren“, fuhr sie fort. „Der Beamte behauptete, der Patriarch könne sich womöglich auch über ‚unverantwortliche amerikanische Politiker‘ beschweren, zu denen Assistant Secretary of State Victoria Nuland gehört, die verantwortlich zeichnet für die US-Politik gegenüber der Ukraine.“

Hier könnte es sicherlich Raum für eine Einigung geben. Der Papst lehnt Amerikas Wirtschaftssystem ab. Als er Amerika im vergangenen Jahr besuchte, hatte er viel Kritik übrig für die Vereinigten Staaten. Als er Kuba besuchte, hatte er fast nichts Schlechtes über das autokratische Regime der Castro-Brüder zu sagen. Die ablehnende Haltung des Papstes Amerika gegenüber könnte seine offensichtliche Unterstützung für Putin in großen Teilen erklären.

Natürlich sind auch andere potenzielle Interessen im Spiel. Die katholische Kirche sucht die Wiedervereinigung mit all ihren Ablegern . Die russisch-orthodoxe Kirche ist jedoch so stark in den russischen Staat integriert, dass diese Bestrebungen hieran scheitern könnten. Aber wäre die katholische Kirche bereit, Zugeständnisse an Russland zu machen, um im Gegenzug eine größere Rolle in der russischen Kirche zu spielen?

So sehen es viele in der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche: Die russisch‑orthodoxe Kirche wendet sich gegen die Existenz einer separaten orthodoxen Kirche in voller Gemeinschaft mit Rom in dem, was sie als ihr Gebiet betrachtet. Anhänger der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche befürchten, dass der Vatikan sie für eine Einigung mit Russlands Orthodoxie geopfert haben mag.

Eine große Rolle bei diesem Besuch spielt auch das erste Treffen der orthodoxen Patriarchen in 1.000 Jahren, das im Juni stattfindet. Patriarch Bartholomaios der griechisch-orthodoxen Kirche wird im Allgemeinen als Oberhaupt der orthodoxen Kirche betrachtet, zumindest als „Erster unter Gleichen“. Aber die russisch-orthodoxe Kirche akzeptiert dies nicht. Ein Großteil des Ansehens Bartholomaios‘ kommt daher, dass die katholische Kirche ihn als den führenden orthodoxen Patriarchen behandelt. Durch den direkten Umgang mit Rom versucht Kyrill, sein Ansehen vor der Sitzung zu steigern. Die russisch-orthodoxe Kirche ist die mit Abstand größte aller orthodoxen Gruppen, was seinem Anspruch auf Vorrang Gewicht verleiht. Zur gleichen Zeit sendet der Vatikan möglicherweise eine Nachricht an Bartholomaios: Tu mehr dafür, deine Kirche wieder nach Rom zu bringen. Wenn nicht, gibt es andere Patriarchen, mit denen wir zusammenarbeiten können.

Hier steht potenziell eine Menge auf dem Spiel. Der Vatikan hält sich so nah an Putin, dass es unmöglich ist, dies nicht zu sehen. Es könnte natürlich einfach sein, dass der Papst sich gegen die Macht positioniert, die den „Mist des Teufels“ verbreitet – wie der Papst ungezügelten Kapitalismus nennt.

Sollte jedoch der Vatikan an einer Art Abkommen zwischen Russland und Deutschland beteiligt sein, wäre das äußerst beunruhigend. Im Jahr 2008, nachdem Russland in Georgien einmarschiert war, schrieb Trumpet-Magazin-Chefredakteur Gerald Flurry : „Russland und Deutschland fürchten einander. [...] [B]licken Sie in die Geschichte. Jedes Mal, wenn der Wettkampf zwischen Russland und Deutschland zunimmt, wird eine Vereinbarung getroffen – kurz bevor sie in den Krieg ziehen! [...]“

„Dass es ein Abkommen zwischen diesen beiden Nationen gibt, ist kein Zeichen des Friedens. Wie der Molotow-Ribbentrop-Pakt und viele andere vor ihm ist es ein Zeichen des genauen Gegenteils. Beide Länder wollen ihre gemeinsame Grenze sichern – um ihre imperialistischen Ziele andernorts verfolgen zu können! Dies ist eine Vorstufe des Krieges!“

Der Papst scheint Russland erlaubt zu haben, in der Ukraine zu tun, was es beliebt, ohne mit Widerstand rechnen zu müssen. Wenn er Deutschland und das übrige Europa davon überzeugen kann, dies ebenfalls zu tun – und bisher haben sie nur sehr wenig Widerstand geleistet –, wie viel mehr wird Putin noch tun? Und was wird die Gegenleistung sein? Was wird Russland Europa durchgehen lassen?

Deshalb ist das Schweigen des Papstes bezüglich der Ukraine-Krise derart besorgniserregend. Mehr zu der Frage, wohin die Ambitionen Deutschlands und Russlands die Welt bringen werden, lesen Sie in Flurrys Artikel „“ (zurzeit nur auf Englisch erhältlich).