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Warum der Sittenverfall von Bedeutung ist

16.06.2017  •  Aus diePosaune.de
 

Das Verwerfen eines heiligen Moralkodexes, der das Handeln der Menschen bestimmt, hat viel gravierendere Folgen, als die meisten Leute denken.

Warum scheitern Nationen? Die größten Reiche der Vergangenheit sind allesamt zusammengebrochen. Warum? Ist denn jede Zivilisation zum Untergang und Verfall bestimmt? Oder hat so ein verhängnisvolles Desaster eine konkrete Ursache?

Historiker führen den Zusammenbruch der verschiedenen Zivilisationen zurück auf Krankheiten, Klimawandel, Demographie, politische Korruption, Masseneinwanderung, wirtschaftliche Stagnation, unterlegene Technologie und/oder eine ausländische Invasion. Aber sind Waffen, angewandte Wissenschaften und Arbeitsplätze der richtige Weg, eine Zivilisation unbesiegbar zu machen? Heute meinen das offensichtlich viele Leute.

Könnte Amerika stürzen? Könnte Großbritannien stürzen? Sind denn unsere Gesellschaften nicht zu modern, zu erfahren und zu aufgeklärt für so eine Katastrophe?

Die am längsten bestehende und konsequenteste Vorhersage, die die Trumpet seit ihrer ersten Ausgabe, im Heft 2 vom Juni 1990 machte, war, dass Amerika und Großbritannien stürzen werden, und dass die grundlegende Ursache dafür weder die Geburtenrate noch irgendwelche Wetterphänomene, Epidemien von Supererregern, das Bruttoinlandsprodukt oder Flugzeugträgereinsatzgruppen sein wird.

Grundsätzlich wird es an der gescheiterten Moral liegen!

Die Sittengeschichte Amerikas und Großbritanniens

In der frühen Neuzeit nahm die Macht der Vereinigten Staaten und Großbritanniens auf der Weltbühne ständig zu. Vor diesem Hintergrund haben schon viele große Staatsmänner über die eigentlichen Ursachen für Aufstieg und Fall der großen Reiche diskutiert.

Ein Jahr bevor die Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnet wurde, veröffentlichte Edward Gibbon den letzten Band von Die Geschichte des Verfalls und Untergangs des römischen Reiches. Gibbon identifiziert fünf Hauptursachen für den Untergang eines der größten Reiche der Geschichte. Rückläufige Demographie steht nicht auf dieser Liste und eine ungenügende Technologie oder ein Klimawandel auch nicht. Sein erster grundlegender Faktor war der Zusammenbruch der Familie. Danach kamen die erhöhte Besteuerung, eine unersättliche Vergnügungssucht, die untragbare Aufrüstung und der Verfall der Religion.

Laut Gibbon war die Hauptursache des gesellschaftlichen Zusammenbruchs Roms der Verlust der bürgerlichen Tugend und persönlichen Moral. Gibbon glaubte, die Gesetze der Moral seien so unveränderlich wie die Gesetze der Mathematik und der Physik.

Den englischen Staatsmann Edmund Burke, einen Kollegen Gibbons, nennt man häufig auch den Vater des modernen Konservatismus. Er fasste seine Ansichten über die Moral in einem Brief an die Sheriffs von Bristol 1777 so zusammen: „Alle, die je etwas über Regierungen geschrieben haben, stimmen darin überein, dass die Freiheit unter korrupten Menschen nicht lange währt.“

Dem ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten war Gibbon ebenfalls wohlbekannt. George Washington besaß ein Exemplar des Buchs Die Geschichte des Verfalls und Untergangs des römischen Reiches. In seiner Abschiedsrede sagte Washington: „Religion und Moral sind die unentbehrlichsten Stützen, auf denen jede sittliche Richtung und geistige Entwicklung beruht, welche die politische Wohlfahrt eines Landes befördern.“

Gibbon, Burke und Washington glaubten, der beste Schutz der Gesellschaft seien nicht militärische Legionen, produktive Kaufleute oder wohlhabende Kunden, sondern ein hoher moralischer Standard und eine aufrichtige Religion. Heutzutage jedoch lehnen die meisten Politiker und Pädagogen diese Vorstellung ab. Sie behaupten, dass das, was die Leute privat zu Hause tun, nichts mit der nationalen Sicherheit zu tun hat.

Das Nachrichtenmagazin Posaune und sein Vorgänger, Plain Truth (Die reine Wahrheit) haben seit 1934 immer wieder geschrieben, dass Großbritannien und die Vereinigten Staaten einen weit verheerenderen Zusammenbruch erleben werden als der Fall des antiken Roms. Das liegt daran, dass diese Nationen das Fundament der nationalen Stabilität verworfen haben: Die Gesetze der Moral.

Religion und Moral

Während der sexuellen Revolution der 1960er Jahre sagte ein Richter des Obersten Gerichts der Vereinigten Staaten, es sei unmöglich, Charakter zu definieren. Das war eine drastische Abkehr von den Überzeugungen der früheren Generationen: Die wussten, was Charakter ist. Charakter bedeutete Dinge wie seine Eltern zu ehren, keinen Mord zu begehen, nicht zu stehlen oder zu lügen, nichts zu begehren, das anderen gehörte und keinen Ehebruch zu begehen.

Kurz gesagt hieß das, die Zehn Gebote zu befolgen, die Gesetze der Bibel.

Es gibt eine Ursache für jede Wirkung. Die in den Zehn Geboten beschriebenen Gesetze führen zu politischer Wohlfahrt. Jedenfalls glaubte das auch Amerikas zweiter Präsident. John Adams schrieb in einem Brief an Thomas Jefferson: „Die zehn Gebote und die Bergpredigt beinhalten meine Religion.“

Während des achtzehnten Jahrhunderts waren die Leute in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien im Allgemeinen religiös. Natürlich hatten die Menschen in diesen aufsteigenden Mächten viele Fehler, Schwächen und Laster. Lügen, Begierden, Diebstahl, Mord und alle anderen Sünden gab es bei ihnen reichlich. Aber die Gesellschaft als Ganzes hielt ihre Bürger, Familien und auch ihre Anführer auf einem hohen moralischen Standard – dem moralischen Standard der Bibel. Und die meisten von ihnen glaubten, dass ihre Völker nur dann überleben könnten, wenn die Mehrheit der Familien gottesfürchtig, gehorsam und gläubig wäre.

In The Character of Nations (Der Charakter der Völker), schreibt Angelo Codevilla, dass es unter den frühen Amerikanern eine starke Tendenz gab, sich „mit den Kindern Israels gleichzusetzen“. Darum studierten sie die Bibel und versuchten, die Zehn Gebote zu befolgen. Und deshalb lernten auch die Kinder die Geschichten, in denen die antiken Israeliten sich der Sünde hingaben und dadurch eine Invasion erleiden mussten; doch als sie sich Gott zuwandten, wurden sie befreit. Nirgends auf der Welt war die Vorstellung von Gott als moralischem Gesetzgeber so weit verbreitet. Im frühen Amerika und Großbritannien glaubte man, dass die nationale Größe von ethischem und moralischem Verhalten abhing.

In der ganzen englischsprachigen Welt waren die Familien so organisiert, dass jedes Mitglied der Familie seine bzw. ihre natürlichen Aufgaben erfüllte. Der Vater war das Oberhaupt, der Versorger und Beschützer der Familie. Die Ehefrau respektierte die Autorität des Ehemannes, war stolz auf ihre Rolle als Gehilfin und tat sich durch eine gute Führung des Haushalts hervor. In der Gesellschaft wurde die Rolle der Ehefrau als Ergänzung zur Rolle des Ehemannes angesehen. Zusammen bildeten die beiden eine vollständige Gemeinschaft, eine gut organisierte Familie, in der Kinder verantwortungsvoll aufgezogen werden konnten.

Alexis de Tocqueville hat Amerika eingehend studiert und kam zu dieser bemerkenswerten Einschätzung der amerikanischen Familie: „Ich möchte nicht zögern zu erklären, dass die Frau in den Vereinigten Staaten eine erhabenere Stellung als nirgendwo sonst einnimmt, auch wenn sie auf den engen Kreis des häuslichen Lebens beschränkt ist und in mancher Hinsicht in einer Situation großer Abhängigkeit lebt. Wenn man mich kurz vor der Fertigstellung dieses Werks, in dem ich von so vielen großen Taten der Amerikaner berichtet habe, fragen würde, worauf das einmalig gute Gedeihen und die wachsende Stärke dieses Volks zurückzuführen sei, dann würde ich antworten: Auf die Vormachtstellung seiner Frauen.“

Ob sie das nun erkannten oder nicht, die Familien in den englischsprachigen Ländern waren damals nach den Geboten der Heiligen Schrift gestaltet.

Diese starke Familienstruktur brachte rechtschaffene Kinder hervor. Diese Kinder wuchsen heran und wurden gute Väter, Mütter, Lehrer, Priester, Richter, Ingenieure, Redner und Staatsmänner.

Die verantwortlichen Politiker verstanden sehr wohl den Zusammenhang zwischen dem Zusammenbruch der Familie und sozialen Problemen wie Alkoholismus, Drogenabhängigkeit, Abhängigkeit von der Wohlfahrt, Jugendkriminalität und Gewaltverbrechen. Sie glaubten an das, was in der Bibel steht – nämlich, dass nur die Völker, die den Moralgesetzen Gottes gehorchten, gesegnet sind.

Der Zusammenbruch der Familie

Etwa Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts begannen die Erzieher und Pädagogen in den Vereinigten Staaten und im britischen Commonwealth die Idee abzulehnen, die Sittengesetze seien ewig und unveränderlich. Als die Evolutionstheorie begann, sich im Bewusstsein der Menschen festzusetzen, kamen die Leute allgemein zu dem Schluss, dass das, was früher richtig gewesen war, heute vielleicht nicht mehr richtig sein könnte.

Gebote wie „Du sollst Vater und Mutter ehren“ und „Du soll nicht ehebrechen“ begannen veraltet zu klingen. Die Leute verwarfen die absolute Moralität Moses und Jesu Christi. Sie machten sich die sich entwickelnde Moralität Charles Darwins und Sigmund Freuds zu Eigen.

Und so hat sich die moralische Landschaft der heutigen Welt vollständig verändert.

Vor 1912 gingen etwa 80 Prozent der Bräute jungfräulich in die Ehe. Heute sind es nur noch geschätzte 3 Prozent, die vor der Ehe keinen Sex haben. Selbst bei religiösen Menschen liegt dieser Anteil bei nur noch etwa 20 Prozent. Zwei Drittel der Menschen, die in den USA und in Großbritannien leben, glauben nicht mehr, dass Sex vor der Ehe verkehrt sein könnte.

Viele Leute feiern solche Statistiken als einen kulturellen Erfolg. Aber der weithin akzeptierte Sex vor der Ehe führte zu einer extrem hohen Zahl von unehelichen Kindern. Im kolonialen Massachusetts wurde nur eines von zweihundert Babys unehelich geboren. Im heutigen Amerika werden 40 Prozent aller Babys von ledigen Frauen geboren. Wenn sich der momentane Trend fortsetzt, wird in Großbritannien etwa ab dem Jahr 2025 sogar die Mehrheit aller Babys unehelich geboren werden.

So ein Zusammenbruch der Familien ist die unvermeidliche Folge des Übertretens der Zehn Gebote.

Die zunehmende Duldung von Pornographie und vorehelichem Geschlechtsverkehr hat die Ehe unterminiert, die früher die Familien zusammenhielt. Das hat zu einer rapiden Zunahme der Scheidungen geführt. 1890 wurde in den USA nur eine von achtzehn Ehen geschieden. Heute kommt eine Scheidung auf 2½ Ehen. In England und Wales gibt es durchschnittlich jede Stunde 13 Scheidungen. Um es mit den Worten des antiken römischen Staatsmannes Seneca auszudrücken: „Die Leute lassen sich scheiden, um wieder zu heiraten. Jetzt heiraten sie, um sich scheiden zu lassen.“

Und was ist das Ergebnis? Ein Drittel der amerikanischen Kinder wächst ohne ihren biologischen Vater auf. Großbritannien hat von allen europäischen Ländern den größten Anteil von Kindern, die in Familien mit nur einem Elternteil aufwachsen.

Man kann argumentieren, dass es diesen Kindern auch nicht schlechter geht. Aber die Fakten belegen etwas Anderes. Für Kinder, die ohne Vaterfigur aufwachsen, ist es vier Mal wahrscheinlicher, arm zu sein; neun Mal wahrscheinlicher, in der Schule zu versagen; 11 Mal wahrscheinlicher, Gewaltverbrechen zu begehen und 20 Mal wahrscheinlicher, inhaftiert zu werden. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Zusammenbruch der Familien und den schwerwiegendsten sozialen Problemen. Es ist kein Zufall, dass die Pro-Kopf-Rate der Gewaltverbrechen sich in den USA seit 1960 verdoppelt hat und der Prozentsatz der Amerikaner, die in Heimen leben und irgendeine Form von bedarfsorientierter staatlicher Unterstützung erhalten, sich ebenfalls verdoppelt hat.

Nach Vorausberechnungen des Haushaltsbeauftragten des US-Kongresses werden diese Leistungsansprüche und die Zinsen auf die Staatsschulden innerhalb des kommenden Jahrzehnts 99 Prozent aller Steuereinnahmen verschlingen. Das heißt, dass praktisch das ganze Budget für Ermessensausgaben nur mit Anleihen finanziert werden kann.

Der auf Finanzen spezialisierte Historiker Niall Ferguson warnte davor, dass die großen Reiche normalerweise zusammenbrechen, wenn die Kosten der Rückzahlung der Schulden die Kosten für den Grenzschutz übersteigen. Das war so im antiken Rom. Und vor kurzem galt das auch für die Sowjetunion.

Um John Adams zu zitieren: „Die Grundlagen der nationalen Moralität müssen in den privaten Familien geschaffen werden.“

Es braucht starke Familien, um aufrechte Bürger hervorzubringen, die in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen. Wenn ein Land sich für seine Versorgung stattdessen auf seine Regierung verlässt, ist es auf dem besten Weg zum sozialen Zusammenbruch. Der Zusammenbruch der Familie führte zum Fall des römischen Reichs. Heute bringt es den Fall Großbritanniens und Amerikas.

Die homosexuelle Revolution

Zu Gibbons Zeiten gab es in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien Gesetze gegen homosexuelles Verhalten. Tatsächlich merkt Gibbon an, dass die kulturelle Akzeptanz der Sodomie und der sexuellen Ausschweifungen im alten Rom der Hauptgrund für die Zerstörung des Familienlebens war.

Sodomie wurde als endgültiges Anzeichen einer sterbenden Kultur angesehen. Die Ausgabe der Encyclopedia Britannica von 1833 bezeichnete sie als „das namenlose Verbrechen, das die Schande der griechischen und römischen Zivilisation war.“ Heutzutage werden solche Feststellungen einfach als blinder religiöser Eifer verspottet, ganz gleich, ob sie nun der Wahrheit entsprechen oder nicht.

Noah Webster wird oft als der Vater der amerikanischen Gelehrsamkeit und Bildung bezeichnet. In der ersten Ausgabe seines berühmten Webster’s Dictionary (Websters Lexikon) definiert er die Sodomie „als Verbrechen gegen die Natur.“ Vor 1962 wurde Sodomie in allen amerikanischen Staaten noch als Verbrechen angesehen. Und vor 1973 betrachtete die amerikanische Gesellschaft für Psychologie die Homosexualität als eine Geisteskrankheit.

Aber in den 1970er Jahren begann die öffentliche Ablehnung der Homosexualität in Amerika und in Großbritannien dahinzuschwinden.

Als die Gesellschaft die Vorstellung bereitwillig annahm, Moral sei subjektiv, verbreiteten die Philosophen der Evolution die Idee, dass Unzucht, Ehebruch, Homosexualität und selbst Pädophilie ja nichts Schlimmes seien. Sie stellten nur natürliche Resultate des evolutionären Prozesses dar.

Ohne einen Mann als Vater und eine Frau als Mutter, die den Kindern die Geschlechterrollen beibringen, erreichte die Geschlechterkonfusion 2014 einen neuen Höhepunkt. In diesem Jahr legalisierte das britische Parlament nämlich die „Homo-Ehe“. Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten zog dann ein Jahr später nach.

Diese Veränderungen kündigten eine neue Ära an; eine Ära, in der die Ehe nicht mehr als eine gottgewollte Partnerschaft zwischen Mann und Frau festgelegt ist – eine Ära, in der die Ehe als irgendeine sexuelle Beziehung zwischen zustimmenden Partnern definiert werden kann.

Statt die Homosexualität als Sünde anzusehen, betrachten die meisten Menschen in den Staaten und in Großbritannien die Homosexualität nun als ihr gutes Recht.

Einige gehen sogar noch weiter und behaupten, dass die traditionelle Familie schädlich sei und dass ihre Struktur selbst eine Art Sklaverei für die Frauen und Kinder darstellt.

Zerrüttete Familienverhältnisse und uneheliche Kinder sind heute schon so normal, dass es als gefühllos gilt, auch nur anzudeuten, dass diese Menschen benachteiligt sein könnten.

Anstatt die Idee zu akzeptieren, dass die Gesellschaft die biblischen Standards nicht mehr erfüllt, hat die Gesellschaft die Standards geändert. Das praktisch einhellige Nichtbefolgen des biblischen Prinzips für den Erfolg der Familie hat zu einer Neudefinition von Ehe und Familie geführt.

Heutzutage lehnen die meisten Menschen das Gesetz von Ursache und Wirkung ab. Sie glauben, die Gesellschaft könne auf Ehe und Familie verzichten, ohne unter den Folgen leiden zu müssen. Aber sowohl die Bibel als auch die weltliche Geschichte zeigen, welche Konsequenzen die Zerrüttung der Familie hat – und haben wird!

Segen und Fluch

Seit Juni 1990 hat die Trumpet vorhergesagt, dass Amerika und Großbritannien einen Zusammenbruch erleben werden, der verheerender sein wird als der des antiken Roms.

Die Plain Truth machte die gleichen gewagten Vorhersagen schon seit ihrer Gründung im Jahr 1934. Der Grundgedanke, der hinter dieser Vorhersage steht, ist, dass sowohl die Amerikaner als auch die Briten sich weit von Gottes moralischen Maßstäben entfernt haben.

Große Historiker wie Edward Gibbon wussten, dass der Zusammenbruch der Familie und der moralische Verfall den Untergang des römischen Reiches verursacht haben. Aber selbst Gibbon hatte nicht verstanden, dass das amerikanische und das britische Volk auf eine Geschichte mit Gottes Geboten zurückblicken, die lange Zeit vor der Gründung Roms begann.

Im achtzehnten Jahrhundert neigten die Amerikaner dazu, sich mit den Kindern Israels gleichzusetzen. Der Gründer der Plain Truth Herbert W. Armstrong bewies in seinem Buch Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung, dass die Völker, die sich in Großbritannien und in Amerika ansiedelten, im wahrsten Sinne des Wortes die Nachkommen des antiken Israels sind.

Die Bibel sagt, nachdem die Menschheit sich von Gottes kompromisslosen Sittengesetzen abgewandt hatte, hat Gott das Volk Israel berufen und gegründet. Er gab diesem Volk Seine Gebote, damit es ein Beispiel für alle anderen Völker sein konnte. Durch ihr Handeln würden die Israeliten feststellen, dass es Segen bringt, wenn sie Seine Gebote befolgten und Flüche, wenn sie ungehorsam waren.

In der Mai-Juni Ausgabe 1938 der Plain Truth schrieb Herr Armstrong: „Am Berge Sinai unterbreitet Gott Israel einen Vorschlag. Wenn sie Seiner Stimme gehorchten und Seine Gebote befolgten (2. Mose 19, 5 - 6) – das heißt, auf der Grundlage der Prinzipien von Gottes fundamentalem geistigem Gesetz eine Zivilisation aufbauten – auf den Prinzipien der Liebe zu Gott und der Liebe zu ihren Nachbarn – nach dem Prinzip des Gebens, und nicht nach dem selbstsüchtigen menschlichen Prinzip des Nehmens – dann würde Gott ihnen Wohlstand und Macht schenken, die Welt zu beherrschen – ‚vor allen anderen Völkern‘“.

Die alten Israeliten wurden gesegnet, wenn sie in den Tagen König Davids und König Salomons den „Prinzipien von Gottes fundamentalem geistigem Gesetz“ gehorchten. Diese nationale Größe und Bedeutung hätte auch weiterhin Bestand gehabt, aber dann verschmähte das Volk Gottes Prinzipien der moralischen Lebensführung. Infolgedessen ist ihre Gesellschaft zusammengebrochen. Das assyrische Reich verschleppte die Israeliten und versklavte sie 718 v. Chr. Nach dem Niedergang Israels begann der Aufstieg zur Größe anderer heidnischer Königreiche wie dem römischen Reich.

Aber Gott hatte den Israeliten versprochen, dass Er ihre Größe und Bedeutung wiederherstellen würde, nachdem sie ihre Strafe 2.520 Jahre lang verbüßt hätten (diese Prophezeiung wird im zehnten Kapitel von Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung erklärt. Bestellen Sie bitte ein kostenloses Exemplar).

In der Ausgabe der Plain Truth vom September 1966 schrieb Herr Armstrong: „Die Belagerung des Volkes Israel durch Salmanassar begann im Jahre 721 v. Chr. Die vollständige Niederlage Israels geschah im Jahre 718 v. Chr. – 2.520 Jahre nach 721 v. Chr. schreibt man das Jahr 1800 n. Chr. und 2.520 Jahre nach 718 v. Chr. fällt auf das Jahr 1803 n. Chr. Jetzt wissen Sie auch, warum Großbritannien und die Vereinigten Staaten sich so plötzlich von kleinen unbedeutenden Nationen zu größtem Reichtum und erheblicher Macht entwickelten und sie schließlich über mehr Macht verfügten, als je eine Nation besessen hatte, und das begann zwischen den Jahren 1800 und 1803!“

Diejenigen, die sich in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien ansiedelten, lernten aus harter Erfahrung, dass das Befolgen von Gottes Geboten die erste Voraussetzung für nationale Größe ist. Aber ihre Kinder vergaßen das schon bald. In der April-Mai Ausgabe 1976 der Plain Truth schrieb Herr Armstrong: „Was haben wir mit dieser Vielzahl von nationalen und individuellen Segnungen angefangen, die wirklich ein Geschenk des lebendigen Gottes waren? Gott hat nicht versprochen, uns auch weiter zu segnen, wenn wir uns gegen Ihn auflehnen würden. Wir waren rebellisch und nicht gewillt, uns unserem Gott und Seinen Wegen unterzuordnen, was uns auf die Dauer Frieden und Wohlstand gesichert hätte. Wir sind arrogant und selbstsüchtig geworden. Wir haben das fruchtbare Land verdorben, das der lebendige Gott uns gab. Wir haben die Luft, die Flüsse, die Seen und die Ozeane verseucht. Wir haben unseren Verstand und den unserer Kinder vernebelt, indem wir die gegen Gott gerichtete Fabel der Evolutionstheorie lehrten. Wir haben öffentlich die ‚neue Moral‘ fälschlich als solche bezeichnet, was in höchstem Maße unmoralisch ist! Wir haben die Homosexualität, den vorehelichen Sex und die Perversion allgemein akzeptiert. Wir haben die heilige Institution der Ehe beschmutzt und durch eine ständig zunehmende Scheidungsrate haben wir einen Weg eingeschlagen, der das Zuhause und die familiäre Beziehung – die Grundlage jeder stabilen Gesellschaft – zerstört.“

Es sollte jedem, der an die Lektionen der alten Geschichte glaubt, klar sein, dass der moralische Verfall Amerika und Großbritannien auf den Weg zum gesellschaftlichen Zusammenbruch gesetzt hat.

Doch die Prophetie der Bibel macht sogar noch klarer, was die unvermeidlichen Folgen der gegenwärtig von uns eingeschlagenen Richtung des unmoralischen Lebenswandels sein werden.

Prophezeiungen, die geschehen werden

Die Bibel enthüllt ganz klar, dass Gott die geistigen und physikalischen Gesetze in Gang gesetzt hat. Gegenwärtig gestattet er den Menschen, ihre eigene Lebensweise zu entwickeln, die im Gegensatz zu Seinen Geboten steht. Er hat uns erlaubt, die natürlichen Konsequenzen zu ernten, die aus dieser Lebensweise resultieren. Aber die Schrift lehrt, dass Gott damit begonnen hat, einzugreifen und das heutige Israel, also uns, mit siebenfacher Intensität zu bestrafen.

3. Mose 26 wird als das „Segen und Fluch“ Kapitel bezeichnet. Es prophezeit, was mit den Völkern Israels geschehen wird – heutzutage sind das hauptsächlich Amerika und Großbritannien: Wenn sie Gottes Gebote befolgen – Segen; und wenn sie diese nicht befolgen – Fluch.

„Werdet ihr aber nicht gehorchen und nicht alle diese Gebote tun … Und ich will mein Antlitz gegen euch richten und ihr sollt geschlagen werden von euren Feinden; und die euch hassen, sollen über euch herrschen und ihr sollt fliehen, ohne dass euch einer jagt“ (Verse 14 und 17). Ja, der große Gott sagt tatsächlich, Er würde wegen unserer Rebellion „Sein Antlitz gegen unsere Völker richten“!

„Wenn ihr mir aber auch dann noch nicht gehorcht, so will ich euch noch weiter strafen, siebenfältig, um eurer Sünden willen, dass ich euch euren Stolz und eure Halsstarrigkeit breche, und will euren Himmel wie Eisen und eure Erde wie Erz machen“ (Vers 18-19). Wenn wir nicht gehorchen, verspricht Gott, dass er den Stolz unserer Macht brechen wird. Obwohl wir enorme nationale Macht genossen haben, ist unser Wille gebrochen worden, genau wie Gott es versprochen hat!

Wenn Sie sich die Geschichte des alten Israels ansehen, werden Sie feststellen, dass unsere Länder heute dabei sind, den gleichen Weg einzuschlagen.

Der Prophet Jesaja schrieb, dass die Moral der alten Israeliten soweit verkam, dass sie sogar stolz auf ihre Sünden waren: „Ihrer Sünden rühmen sie sich wie die Leute in Sodom und verbergen sie nicht“ (Jesaja 3, 9). Traurigerweise kann man die heutige Gesellschaft kaum besser beschreiben.

Hosea, ein Zeitgenosse Jesajas, schrieb: „Denn der HERR hat Ursache, zu schelten, die im Lande wohnen, denn es ist keine Treue, keine Liebe und keine Erkenntnis Gottes im Lande.“ Stattdessen hatten in Israel „Verfluchen, Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen überhandgenommen.“ Das Land war voller Gewalt, bis zu dem Punkt, dass „eine Blutschuld nach der andern kam.“ Wegen dieser entsetzlichen Zustände prophezeite Gott: „Das Land wird dürre stehen und alle seine Bewohner werden dahinwelken“ (Hosea 4, 1-3). Hosea prophezeite das, weil die Israeliten sich weigerten, sie wollten nicht „umkehren zu ihrem Gott“, sie werden „fallen um ihrer Schuld willen“ (Hosea 5, 1-5).

Die Prophezeiungen Jesajas und Hoseas, genau wie die anderen kleinen und großen Propheten, konzentrieren sich vor allem auf die „letzte Zeit“ (Hosea 3, 5). Gott ist ein ausgezeichneter Soziologe und sagte voraus, dass die Nachkommen Israels in der Endzeit sich einmal mehr gegen Seine Sittengesetze auflehnen würden und die gleichen Konsequenzen erleiden würden wie ihre Vorfahren.

In der Antike, nachdem der moralische Verfall Israels so weit ging, dass ihre Gesellschaft zerfiel, erlaubte Gott dem assyrischen Reich, die Israeliten gefangen zu nehmen! Viele Prophezeiungen zeigen uns, dass unsere Länder in dieser Endzeit das gleiche Schicksal erwartet! Gott wird wieder einer ausländischen Nation erlauben, die Völker Amerikas und Großbritanniens wegen ihrer vielen Sünden zu bestrafen.

Diese harte Bestrafung ist einfach nur eine Zurechtweisung, die erforderlich ist, um den Menschen das Vergehen der Sünde zu lehren und sie zu einer Lebensführung zu bringen, die Segen statt eines schrecklichen Fluches bringt. Wenn den heutigen Briten und Amerikanern erst einmal ihr Reichtum, ihr Wohlstand, ihr Land und alles, was sie besitzen, genommen wird, dann werden sie Gott anrufen und Ihn um Barmherzigkeit und Erlösung bitten!

Gott sagte dem Propheten Jeremia: „Es kommt die Zeit … dass ich das Geschick meines Volkes Israel und Juda wenden will …“ (Jeremia 30, 3). Diese Prophezeiung handelt nicht von Israels Gefangenschaft in der Antike, die zu diesem Zeitpunkt schon stattgefunden hatte. Sie handelt von der Gefangenschaft in der Endzeit, die auch „eine Zeit der Angst für Jakob“ genannt wird (Vers 7). Jakob war der Urvater der zwölf Stämme Israels.

Doch als Gott Jeremia diese Worte mitteilte, sprach Er auch barmherzig von einer Zeit, in der Er „sie wiederbringen wird in das Land, das Er ihren Vätern gegeben hat, dass sie es besitzen sollen“ (Vers 3).

„Siehe, ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und will sie sammeln von den Enden der Erde, auch Blinde und Lahme, Schwangere und junge Mütter, dass sie als große Gemeinde wieder hierher kommen sollen.“ Gott erklärt in Jeremia 31, 8-9. „Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Ich will sie zu Wasserbächen führen auf ebenem Wege, dass sie nicht zu Fall kommen; denn ich bin Israels Vater und Ephraim ist mein erstgeborener Sohn.“

Gott wird die Ausgestoßenen dieser Völker sammeln wie ein Hirte seine Herde (Vers 10), sie mit Segnungen überschütten (Verse 12-17), und einen neuen Bund mit ihnen schließen (Verse 31-34). Gott verspricht, den Wohlstand Amerikas und Großbritanniens wiederherzustellen, damit sie ein gutes Vorbild abgeben. Aber zuerst müssen sie lernen, dass keine Gesellschaft Bestand haben kann, wenn die Handlungen jedes Einzelnen nicht von Gottes heiligem Moralkodex bestimmt werden! 

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