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Andrik Langfield/Unsplash

Israels neues Land (erster Teil)

20.09.2018  •  Aus diePosaune.de
Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel neun)
 

Fortgesetzt von Der geheimnisvolle „Riss“ (zweiter Teil)

N

un sind wir bereit, der Frage nach dem heutigen Aufenthaltsort der zehn „verlorenen Stämme“ auf den Grund zu gehen. Wir wissen, dass sie heute irgendwo als ein Volk und als eine Völkergemeinschaft existieren müssen, dass sie blühend und mächtig sind, sich aber nicht als Israeliten verstehen, und wo wir sie finden, da werden wir auch den Thron Davids vorfinden.

Viele Prophezeiungen handeln von den heutigen Nachkommen der zehn „verlorenen Stämme“ – vom Hause Israel in unserer Zeit. Es handelt sich dabei um Prophezeiungen, deren Bedeutung bis zu der gegenwärtigen „Endzeit“ verborgen bleiben sollte. Prophezeiungen, die diesen Völkern jetzt nahegebracht werden sollen von Menschen, denen Gott den Sinn der Prophezeiungen entschlüsselt hat.

Sehen wir uns zunächst an, was der Prophet Amos schrieb, und zwar zu der Zeit, als der dreizehnte der 19 Könige des Hauses Israel (Amos 1, 1) regierte: „Wisset wohl: die Augen Gottes des Herrn sind gegen das sündige Königreich [das Haus Israel, Juda hatte noch nicht gesündigt] gerichtet, dass ich es von der Fläche des Erdbodens vertilge [das Königtum bzw. die Regierung, nicht das Volk] … ich will Befehl erteilen und das Haus Israel unter alle Heidenvölker schütteln, wie man Getreide im Siebe schüttelt, ohne dass ein Körnlein zur Erde fällt“ (Amos 9, 8-9, Menge-Übers.).

Diese Prophezeiung wird von den meisten auf die verstreuten Juden bezogen. Sie hat jedoch nichts mit den Juden oder dem Hause Juda zu tun, sondern richtet sich an die zehn Stämme des Hauses Israel, die in die assyrische Gefangenschaft gerieten, dann von dort weiterzogen und schließlich unter anderen Völkern verstreut lebten, und das alles, bevor überhaupt die Juden nach Babylon gebracht wurden. Sie sagt, Israel (nicht Juda) solle zerstreut („geschüttelt“) werden unter die Völker, seiner Identität verlustig gehen, gleichwohl aber immer von Gott beschützt und bewahrt werden, „ohne dass ein Körnlein zur Erde fällt“.

Die neue Heimat

Während und nach der Zeit ihrer Gefangenschaft und Zerstreuung sollten die Nachkommen des Hauses Israel „lange Zeit ohne König“ bleiben (Hosea 3, 4). Viele Anzeichen sprechen dafür, dass die Israeliten tatsächlich wie durch ein Sieb unter alle Völker zerstreut wurden. Eine ganze Anzahl von Stellen im Neuen Testament weist darauf hin. Obwohl viele Israeliten noch während des ersten Jahrhunderts n. Chr. unter verschiedenen Völkern verstreut lebten, bewohnte ein Teil von ihnen schon zur Zeit Jeremias, etwa 140 Jahre nach der assyrischen Gefangenschaft, ein ganz bestimmtes, eigenes Gebiet.

Denn die Israeliten, die das Erstgeburtsrecht besaßen, sollten schließlich in ein neues Land kommen, das ihnen gehören würde. Gott verspricht in 2.  Samuel 7, 10 und 1. Chronik 17, 9: „Und ich will meinem Volk Israel eine Stätte setzen und will es pflanzen [den Thron „aufpflanzen“ unter ihnen sollte Jeremia, seinem Auftrag entsprechend], dass es daselbst wohnen soll und nicht mehr bewegt werde“ (Jubiläumsbibel). Der Gesamtkontext zeigt, dass sich die Stelle nicht auf Palästina, sondern ein anderes Land bezieht, in dem sich die nach der Vertreibung aus dem gelobten Land Palästina zerstreuten Israeliten wieder sammeln sollten, ein brachliegendes, in Heidenbesitz befindliches Land.

Beachten Sie, wie alle diese Prophezeiungen zusammenpassen! Nachdem die zehn Stämme aus dem Heiligen Land vertrieben und unter alle Völker verstreut worden waren und nachdem sie schon lange das Königtum und schließlich sogar ihre Identität verloren hatten, sollten sie nun in ein neues, eigenes Land „verpflanzt“ werden. Wenn sie dieses neue Land erreicht haben würden, dann, so heißt es, sollten sie nicht mehr weiterziehen – wenigstens solange nicht, wie dieses gegenwärtige Zeitalter noch andauert.

Zwar wissen wir aufgrund anderer Prophezeiungen, dass die Stämme des Erstgeburtsrechts sich als Volk in der ganzen Welt ausbreiten sollten (durch Kolonien und Niederlassungen), aber es ist klar, dass diese Ausbreitung von einem ganz bestimmten, ihnen zugewiesenen Land aus erfolgen musste, einem Land, das der „Stammsitz“ des Thrones Davids sein und bleiben sollte.

Machen wir uns das ganz klar: Sobald die Israeliten erst einmal diese „Stätte“ erreicht hatten und der Thron Davids dort errichtet war, sollten sie nicht mehr weiterziehen.

Wir können also daraus schließen, dass die Prophezeiungen, die sich auf den Aufenthaltsort dieses Volkes in der Gegenwart bzw. in der Zeit kurz vor Christi Wiederkehr beziehen, uns zugleich Aufschluss geben über das Gebiet, in das Jeremia den Thron Davids verpflanzt hat. In sein ursprüngliches Heimatland (Samaria) soll das Haus Israel erst dann zurückkehren, wenn Christus wiederkommt. Daher brauchen wir nur herauszufinden, woher Israel bei der Wiederkunft Christi kommen wird, um einen weiteren Hinweis auf den gegenwärtigen Aufenthaltsort der „verlorenen“ zehn Stämme Israels zu erhalten. Genau dort muss dann auch der Thron Davids noch zweimal „umgestürzt“ worden sein.

Die „verlorenen Stämme“ sind gefunden

Rufen wir uns kurz ins Gedächtnis zurück, dass das Haus Israel sich von Juda – den Juden– durch verschiedene Namen unterscheidet; es wird z. B. auch „Ephraim“, „Joseph“, „Jakob“, „Rahel“ (die Mutter Josephs und Benjamins) oder „Samaria“ (nach der ehemaligen Heimat) genannt.

In Hosea 12, 2 lesen wir: „Ephraim … läuft dem Ostwind nach.“ Der „Ostwind“ weht westwärts. Ephraim müsste also von Assyrien aus nach Westen gezogen sein. Als Gott den Bund mit David schloss, sagte er: „Seine Hand [das Zepter] lass ich herrschen über das Meer“, oder, wie die King-James-Bibel übersetzt: „… stelle ich in das Meer“ (Psalm 89, 26) – ein Hinweis auch darauf, dass Davids Dynastie die Seewege kontrollieren sollte. Davids Thron sollte „in das Meer“ verpflanzt werden.

In Jeremia 3, 11-12 lesen wir: „Das abtrünnige Israel steht gerechter da als das treulose Juda. Geh hin und rufe diese Worte nach Norden und sprich: Kehre zurück, du abtrünniges Israel, spricht der Herr …“ Hier wird wieder einmal klar unterschieden zwischen Israel und Juda. Natürlich befand sich Israel nördlich von Juda, solange es sich im Heiligen Land aufhielt, doch als Jeremia diese Worte niederschrieb, waren seit der Wegführung Israels aus dem Heiligen Land immerhin schon über 130 Jahre vergangen. Längst hatten die zehn Stämme begonnen, aus Assyrien heraus nach Norden (und Westen) wegzuwandern.

In dieser Endzeit nun sollen Boten „nach Norden“ (von Jerusalem aus gesehen) gehen, um dem „verlorenen“ Israel diese Warnung zu überbringen. Also muss das Land, in dem Israel sich heute aufhält, gegen Norden und Westen und im Meer liegen.

In Vers 18 von Jeremia 3 heißt es dann: „In jenen Tagen wird das Haus Juda zum Haus Israel gehen, und sie werden miteinander heimkommen von Norden her in das Land, das ich euren Vätern zum Erbe gegeben habe.“ Zur Zeit der Wiederkunft Christi wird ein großer Auszug der Israeliten stattfinden. Sie werden dann aus jenem Land im Norden in das Heilige Land zurückkehren.

Durch den Propheten Hosea verkündete Gott: „Wie kann ich dich preisgeben, Ephraim?“ Und weiter: „… so werden zitternd herbeikommen seine Söhne von Westen her“ (Hosea 11, 8 und 10).

An anderer Stelle wiederum sagt Gott: „Siehe, ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und will sie sammeln von den Enden der Erde“ (Jeremia 31, 8). Diese Prophezeiung bezieht sich auf die „letzte Zeit“ (Jeremia 30,24 und 31, 1) und ist an Israel gerichtet (Jeremia 31, 2. 4. 9), an „Ephraim“ (Vers 6 und 9) und an „Samaria“ (Vers 5). In Vers 8 finden wir einen weiteren Hinweis: „… von den Enden der Erde.“ Damit wird angedeutet, dass sich dieses Volk durch Kolonisierung weithin ausgebreitet hat.

Wie wir in Jesaja 49, 3 und 6 sehen, bezieht sich Gott auf das Haus Israel, wenn er sagt: „Siehe, diese werden von fernher kommen, und siehe, diese von Norden und von Westen, und diese aus dem Lande der Sinim“ (Jesaja 49, 12, Elberfelder Übers.). Im Hebräischen, also in der Sprache, in der das Alte Testament ursprünglich verfasst wurde, gibt es kein Wort für „Nordwesten“; diese Himmelsrichtung wird statt dessen durch die Formulierung „Norden und Westen“ umschrieben. Gemeint ist ganz klar Nordwesten. Was das „Land Sinim“ betrifft, so übersetzt es die lateinische Vulgata mit „Australi“ („Süden“ bzw. „Australien“). Als Richtungsangabe haben wir also: nordwestlich von Jerusalem, ferner: Ausbreitung in alle Welt.

Kapitel 49 von Jesaja beginnt mit den Worten: „Hört mir zu, ihr Inseln …“ Das Volk, das angesprochen wird, ist Israel (Vers 3).

In Jeremia 31, wo auch festgestellt wird, dass Israel sich im „Lande des Nordens“ befindet, heißt es: „Denn ich bin Israels Vater, und Ephraim ist mein erstgeborener Sohn. Höret, ihr Völker [Ephraim, Manasse], des Herrn Wort und verkündet‘s fern auf den Inseln …“ (Jeremia 31, 9-10).

Jesaja 41, 1 und 8: „Die Inseln sollen vor mir schweigen … Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe …“

In Jeremia 31, 7 soll die Botschaft, die „fern auf den Inseln“ zu verkünden ist (Vers 10), laut „über das Haupt unter den Völkern ausgerufen werden. So finden wir, dass sich das heutige Haus Israel seit jener Zeit, als Jeremia Davids Thron neu „pflanzte“, als „Haupt unter den Völkern“ auf den Inseln „im Meer“ befindet, und zwar in nordwestlicher Richtung von Jerusalem. Ein küstenbewohnendes und daher seefahrendes Volk.

Nehmen Sie eine Landkarte von Europa. Ziehen Sie eine gerade Linie von Jerusalem aus in nordwestlicher Richtung durch das europäische Festland, bis Sie an das Meer und dann weiter zu den Inseln im Meer kommen. Diese Linie führt direkt zu den britischen Inseln!

Es gibt so viele außerbiblische Hinweise darauf, dass die englischsprachigen Völker von heute – Großbritannien und die USA – tatsächlich die „verlorenen Stämme“ Ephraim und Manasse sind, dass der Raum in diesem Buch nicht ausreicht, um sie alle anzuführen. Doch greifen wir einmal einige heraus! 

Wird fortgesetzt...

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