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Jakub Kriz/Unsplash

Der Bund mit David (Erster Teil)

05.07.2018  •  Aus diePosaune.de
Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel Funf)
 

Fortgesetzt von Das Erstgeburtsrecht und das Zepter (Vierter Teil)

Nach dem Tode Israels vermehrten sich seine Nachkommen in Ägypten im Laufe von etwa zweieinviertel Jahrhunderten zu einer Bevölkerung von ungefähr zwei bis drei Millionen.

Mit der Zeit wurden sie jedoch von den Ägyptern versklavt. In 2. Mose 1, 6-14 lesen wir: „Als nun Joseph gestorben war und alle seine Brüder und alle, die zu der Zeit gelebt hatten, wuchsen die Kinder Israel und zeugten Kinder und mehrten sich und wurden überaus stark, so dass von ihnen das Land voll ward. Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wusste nichts von Joseph … Da zwangen die Ägypter die Kinder Israel unbarmherzig zum Dienst und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit …“

In dieser Situation berief Gott Mose und bereitete ihn speziell auf die große Aufgabe vor, das Volk Israel aus der ägyptischen Knechtschaft herauszuführen.

Als die Israeliten den Berg Sinai in der Wüste erreicht hatten, schloss Gott einen Bund mit ihnen und erwählte sie von allen Völkern der Erde als sein besonderes Volk. Die Regierungsform dieses Volkes war die Theokratie, seine zivilen sowie seine geistlichen Gesetze waren unmittelbar von Gott gegeben. Gott selbst war ihr König, und er regierte sie durch ein System von Richtern.

Gott als Israels erster König

Gott selbst war Israels König. Israel war Kirche und Staat zugleich. In Apostelgeschichte 7, 38 werden die Israeliten als die „Gemeinde in der Wüste“ bezeichnet. Hier hat „Gemeinde“ die Bedeutung von „Kirche“.

Weil Israel sowohl Kultgemeinde als auch politisches Gemeinwesen war, gab Gott diesem Volk eine zweifache Regierungsform. Als Gemeinde oder Kirche erhielt Israel rituelle Gesetze – Tieropfer, Speis- und Trankopfer und andere Verordnungen, die äußerliche kultische Handlungen vorschrieben.

Als politisches Gemeinwesen erhielt es außerdem eine Zivilverwaltung; Gott erließ entsprechende Gesetze – Ordnungs- und Rechtsvorschriften – und setzte zu ihrer Durchführung Beamte ein. Das zentrale Gesetzeswerk, die Grundlage sowohl für die religiöse als auch für die zivile Verwaltung, waren die zehn Gebote, die als das große geistige Grundgesetz von Gott selbst der gesamten Gemeinde verkündet und von ihm mit eigener Hand auf Steintafeln niedergeschrieben wurden.

Nach dem Auszug aus Ägypten war Gott selbst mehrere Generationen lang der König dieses Volkes. Diese geschichtliche Tatsache ist in den fünf Büchern Mose, im Buch Josua und im Buch der Richter aufgezeichnet. Zwar blieb jeder Stamm für sich, aber zusammen bildeten die zwölf Stämme ein Volk, ähnlich wie die verschiedenen Bundesländer (Bayern, Hessen, Niedersachsen usw.) zusammen die Bundesrepublik Deutschland bilden.

Jeder Stamm wohnte in seinem eigenen Land oder Gebiet. Der Stamm Levi wurde zum priesterlichen Stamm; er lebte unter der anderen Stämmen verstreut. Es war der einzige Stamm, der kein Land erbte und folglich kein eigenes Gebiet besaß, ausgenommen einige Freistädte. Um dies auszugleichen, gingen aus den Kindern Josephs zwei Stämme hervor – Ephraim und Manasse. Dadurch ergaben sich, zusätzlich zu den Leviten, die unter den Stämmen verstreut waren, klar unterscheidbar zwölf einzelne Stämme, jeder mit seinem eigenen Gebiet.

In der Folgezeit verblieben das Erstgeburtsrecht und das Zepter noch innerhalb des einen Volkes. Das Erstgeburtsrecht wurde dabei nach wie vor durch die Stämme Ephraim und Manasse vererbt, das Zepter durch Juda.

Unzufrieden mit Gott

Die Israeliten hatten menschliche Schwächen wie Sie und ich. Sie murrten und beschwerten sich bei jeder Gelegenheit. Mit ihrer fleischlichen Denkweise waren sie Gott und seinen Gesetzen genauso abgeneigt, wie sich das auch heute bei den Menschen zeigt (Römer 8, 7). Bald wurden sie unzufrieden, dass Gott ihr König war, und verlangten statt dessen einen Menschen zum Oberhaupt, wie das bei den umliegenden heidnischen Völkern Brauch war. Heute ist das nicht anders. Viele Völker bekennen sich zum Christentum, aber gleichzeitig laden sie sich menschliche Führer auf, statt Gottes Willen zu befolgen, der uns in seinem Wort offenbart wird. Die Menschen sind sich immer gleich geblieben.

Als die Ältesten Israels zu Samuel, dem Propheten Gottes, kamen und verlangten, künftig einen Menschen als ihren König zu sehen, missfiel das Samuel natürlich sehr. Aber Gott sagte: „Gehorche der Stimme des Volks in allem, was sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht mehr König über sie sein soll … Doch warne sie und verkünde ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird“ (1. Samuel 8, 4-9).

So wurde Saul der erste menschliche König von Israel. Bald stellte sich heraus, dass er Gott den Gehorsam verweigerte. Schließlich wurde er von Gott verworfen und stürzte sich nach einer Verwundung ins eigene Schwert. Sein einziger überlebender Sohn, Isch-Boscheth (Jischwi oder Eschball), wurde im Schlafe meuchlings ermordet, nachdem er nur zwei Jahre lang König gewesen war (2. Samuel 2, 10). Allerdings hat Isch-Boscheth niemals über Juda regiert. So endete Sauls Dynastie schon nach kurzer Herrschaftsdauer; sie wurde von Gott ausgelöscht.

Davids Dynastie soll ewig bestehen

Der Nachfolger Sauls im Amt des Königs war David. Damit nahm David den Thron Gottes ein. Davids Sohn, Salomo, folgte ihm später auf dem Thron des Ewigen. „So setzte sich Salomo auf den Thron des Herrn als König an seines Vaters David Statt …“ (1. Chronik 29, 23; siehe auch 2. Chronik 9, 8).

An dieser Stelle sei auf einen weiteren wichtigen Punkt hingewiesen. Vor Saul war Gott selbst König über Israel gewesen. Nun aber saßen Menschen als Könige auf dem Thron des Ewigen. Der Ewige – Jahwe, der „Herr“ – ist Jesus Christus; er war bei dem Vater, ehe die Welt geschaffen wurde (Johannes 17, 5 und 1, 1-2). Jesus ist beides, die „Wurzel“ und der „Nachkomme“ aus dem Geschlecht Davids (Offenbarung 22, 16). „Wurzel“ – d. h., dass er vor David existierte; ihm gehörte der Thron, bevor David geboren wurde. In diesem Sinne saß David auf dem „Thron des Herrn“. Zugleich aber soll Christus als Davids rechtmäßiger menschlicher Nachkomme diesen gleichen Thron in der Zukunft als sein Erbe einnehmen und damit die Dynastie Davids fortsetzen. So hat also Christus, wenn er zur Erde zurückkehrt, ein zweifaches Anrecht auf den Thron Davids.

Hier kommen wir nun zu einem weiteren außerordentlich interessanten und bedeutsamen Sachverhalt: Zu der Zeit nämlich, als David König war, schloss Gott mit ihm einen ewigen Bund, der an keinerlei Bedingungen geknüpft war und den Gott nicht brechen kann und auch nicht brechen wird. Dieser Bund ist womöglich noch erstaunlicher und wird gleichzeitig noch weniger verstanden als der Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hatte (der ebenfalls ohne Vorbedingungen geschlossen wurde).

Sehen wir uns nun an, was für einen besonderen Bund der allmächtige Gott mit David schloss; er steht in engem Zusammenhang mit dem Auftrag und der Sendung Christi – ein weiterer wichtiger Schlüssel zum Verständnis der Bibel.

In 2. Samuel 23, 1-5 lesen wir: „Dies sind die letzten Worte Davids: … er [Gott] hat mir einen ewigen Bund gesetzt, in allem wohl geordnet und gesichert.“ Es handelt sich um einen Bund, der ewig bestehen wird und nicht gebrochen werden kann.

Nähere Angaben dazu finden wir im 7. Kapitel des 2. Buches Samuel. Gott gab David dieses Bündnisversprechen zu einer Zeit, als David sich Gedanken darüber machte, ob die Bundeslade weiterhin in einem Zelt aufbewahrt werden sollte. Er plante, in Jerusalem einen Tempel zu bauen.

„In der Nacht aber kam das Wort des Herrn zu Nathan: Geh hin und sage zu meinem Knecht David: So spricht der Herr: Solltest du mir ein Haus bauen, dass ich darin wohne? … Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird [gemeint ist Salomo]; dem will ich sein Königtum bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er sündigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit menschlichen Schlägen strafen; aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie habe weichen lassen von Saul, den ich vor dir weggenommen habe. Aber dein Haus und dein Königtum sollen beständig sein in Ewigkeit vor mir, und dein Thron soll ewiglich bestehen “ (2.Samuel 7,4-5. 12-16).

Wichtige Feststellungen

Halten wir sorgfältig folgende Punkte fest:

1. Davids Thron wurde aufgerichtet und mit Salomo, Davids Sohn, bestätigt.

2. Davids Thron (Vers 16) sollte von Salomo an auf ewig bestehen (Vers 13). Nirgendwo steht, dass dieser Thron erst von dem Zeitpunkt an ewig bestehen soll, wenn Christus wiederkommt. Vielmehr heißt es, dass er seit Salomo für immer bestehen sollte.

3. Selbst wenn Salomo oder das Volk Israel Gott nicht gehorchte, sollte der Bund aufrechterhalten werden. 2. Samuel 7, Vers 14-15 zeigt, dass Gott dann zwar mit Menschenruten strafen, aber seinen Bund nicht brechen würde. Der Thron Davids sollte trotzdem ewig bestehen bleiben.

4. Im Gegensatz zu Saul wollte Gott selbst im Falle von Ungehorsam Salomo und seine Dynastie nicht verwerfen. Wie hatte Gott Saul den Thron weggenommen? Indem Sauls Dynastie endete und kein Nachfolger aus seinem Geschlecht den Thron Israels mehr innehatte. Salomos Dynastie dagegen sollte niemals enden. Die Strafe für Ungehorsam sollte von Menschenhand erfolgen.

5. Wenn Davids Thron von Gott auf ewig bestätigt wurde, dann heißt das, dass er seit David nie aufhörte zu existieren, und sei es auch nur für eine Generation; andernfalls hat der Thron Davids nicht auf ewig bestanden, und Gottes Versprechen wäre hinfällig.

Gott der Allmächtige schloss einen absolut bindenden Vertrag mit David, bei dem er bedingungslos verbürgte, dass von David an durch alle Generationen hindurch die Dynastie Davids ununterbrochen regieren sollte, und zwar über Israel. Hier wurde eine immerwährende, ununterbrochene Dynastie verbürgt, die durch alle Generationen und für immer den Thron Davids einnehmen sollte.

Das klingt unglaublich, und doch versprach Gott klar und eindringlich genau das. Es gab keine Bedingungen. Was auch kommen mochte, nichts würde diesen Bund aufheben. Was immer die Menschen tun würden, das Versprechen sollte unverrückbar bestehen. 

Wird fortgesetzt...

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