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David Jakab/Pexels

Das Erstgeburtsrecht und das Zepter (Vierter Teil)

Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel Vier)

Fortgesetzt von Das Erstgeburtsrecht und das Zepter (Dritter Teil)

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as Erstgeburtsrecht Geht an Josephs Söhne

Zur Zeit Josephs wurde das Erstgeburtsrecht erneut der nächsten Generation übertragen. Sehen wir uns an, wie das im Einzelnen geschah:

Nachdem es Joseph gelungen war, sowohl seinen Vater als auch alle seine Brüder zur Übersiedlung nach Ägypten zu bewegen – vergessen wir nicht, dass er nach heutigen Begriffen die Position eines Premierministers einnahm –, wurde ihm eines Tages berichtet, dass Jakob, sein Vater, schwer erkrankt sei. Daraufhin eilte er mit seinen beiden Söhnen, Manasse und Ephraim, und ihrer ägyptischen Mutter zu dem sterbenden Patriarchen.

„Und Israel machte sich stark und setzte sich auf im Bett und sprach zu Joseph: Der allmächtige Gott erschien mir zu Lus im Lande Kanaan und segnete mich und sprach zu mir: Siehe, ich will dich wachsen lassen und mehren und will dich zu einer Menge von Völkern machen und will dies Land zu eigen geben deinen Nachkommen für alle Zeit“ (1.Mose 48, 2-4).

Machen wir uns klar, was hier ausgesagt wird.

Das Erstgeburtsrecht soll auf die nächste Generation übertragen werden. Beachten Sie, dass absolut nichts darüber gesagt wird, dass alle Völker in dem einen Samen (Christus) gesegnet werden sollen. Auch ist nirgends von Königen die Rede. Es geht hier nicht um irgendwelche geistlichen Segnungen. Diese Verheißungen sind vielmehr ausschließlich materieller Art – es sind die Zusagen des Erstgeburtsrechts. Sie beziehen sich auf eine zahlreiche Nachkommenschaft sowie auf den Besitz des verheißenen Landes. Doch lesen wir weiter:

„So sollen nun deine beiden Söhne, Ephraim und Manasse, die dir geboren sind in Ägyptenland, ehe ich hergekommen bin zu dir, mein sein gleichwie Ruben und Simeon“ (Vers 5).

Wie wir sehen, adoptierte Israel die beiden Söhne Josephs als seine eigenen Söhne. Er tat das zweifellos, weil sie Halbblut-Ägypter waren. Damit aber konnte das Erstgeburtsrecht auf sie übertragen werden. In 1. Mose 48, 1 wird Manasses Name als erster genannt, weil er der Ältere von beiden war. Jakob jedoch erwähnte zuerst den Namen Ephraims. Zweifellos wurde er, indem er das tat, von Gott geleitet.

Schließlich sprach Israel zu Joseph: „Bringe sie her zu mir, dass ich sie segne.“ Und weiter heißt es: „Denn die Augen Israels waren schwach geworden vor Alter“ (Vers 9-10).

Das Erstgeburtsrecht stand gesetzlich dem ältesten Sohn zu, es sei denn, dass durch göttliches Eingreifen eine Ausnahme gemacht wurde. Als Israel den Segen sprach, mit dem das Erstgeburtsrecht übertragen wurde, hätte seine rechte Hand normalerweise auf dem Haupt des Älteren ruhen sollen. Deshalb nahm sie „Joseph beide, Ephraim an seine rechte Hand gegenüber Israels linker Hand und Manasse an seine linke Hand gegenüber Israels rechter Hand, und brachte sie zu ihm“ (Vers 13).

Josephs Söhne empfangen den Namen Israel

In dieser Situation griff Gott erneut ein. Israel, obschon blind, so dass er die beiden Söhne Josephs nicht sehen konnte, „streckte seine rechte Hand aus und legte sie auf Ephraims, des Jüngeren, Haupt und seine linke auf Manasses Haupt und kreuzte seine Arme, obwohl Manasse der Erstgeborene war. Und er segnete Joseph und sprach: Der Gott, vor dem meine Väter Abraham und Isaak gewandelt sind, der Gott, der mein Hirte gewesen ist mein Leben lang bis auf diesen Tag, der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, der segne die Knaben, dass durch sie mein und meiner Väter Abraham und Isaak Name fortlebe, dass sie wachsen und viel werden auf Erden“ (1. Mose 48, 14-16).

Wer soll also „wachsen und viel werden“? Wessen Nachkommen sind gemeint? Es sind nicht die Nachkommen von Juda, dem Stammvater der Juden, auch nicht die Nachkommen der anderen Söhne Israels, sondern ausschließlich die Nachkommen von Ephraim und Manasse. Warum sind die Augen und das Verständnis von Kirchenführern und Bibelgelehrten verschlossen gegenüber dieser klaren Tatsache in der Schrift?

Halten wir fest, dass Israel (Jakob) seinen Segen nicht nur auf einen übertrug, sondern auf beide. Sein Segen galt sowohl Ephraim als auch Manasse. Ein Teil dieses Segens bestand darin, „dass durch sie mein … Name fortlebe“. Jakobs Name war Israel. Somit sollten die Nachkommen dieser Knaben Israel genannt werden, nicht die Nachkommen von Juda oder den anderen Söhnen Jakobs. Wie klar, dass der Name Israel unauslöschlich Ephraim und Manasse aufgeprägt werden sollte!

Die Bibel bedarf keiner „besonderen Auslegung oder Deutung“, sie steckt nicht voller „rätselhafter Symbole“. Hier ist die klare, einfache Aussage, dass Jakobs Name, also Israel, von den Völkern Ephraim und Manasse getragen werden sollte.

Wer ist dann also, laut Ihrer Bibel, das wahre Israel (nach Rasse und Nationalität) von heute?

Ephraim und Manasse!

Ephraim und Manasse erhielten gemeinsam das Recht auf den Namen Israel. Mit diesem Namen sollten die Völker bezeichnet werden, die von ihnen abstammten. Die Nachkommen von Ephraim und Manasse sind nicht die Juden! Diese Tatsache ist entscheidend wichtig.

Viele Prophezeiungen, die sich auf „Israel“ bzw. „Jakob“ beziehen, betreffen in erster Linie weder die Juden noch die Nachkommen der anderen Stämme Israels, sondern hauptsächlich Ephraim und Manasse. Es gibt in der Tat nur wenige Geistliche, Theologen oder vorgebliche Bibelgelehrte, die das heute wissen. Viele wollen es einfach nicht wissen!

Gemeinsam sollten die Nachkommen der beiden Söhne Josephs, die Nachkommen von Ephraim und Manasse, zu der verheißenen Größe anwachsen – zu einem Volk und zu einer Völkergemeinschaft. Die Verheißungen, in denen von „Völkern“ die Rede ist, sind auf sie beide gemünzt. Nur sie erhielten das Erstgeburtsrecht, nicht die anderen Stämme.

Jakob kreuzt die Hände

Doch zurück zu dem dramatischen Geschehen während der Segnung: In diesem Augenblick bemerkt Joseph, dass Jakobs rechte Hand nicht auf dem Kopf des Erstgeborenen ruht. Indem er versucht, den vermeintlichen Irrtum aufzuklären, sagt er: „Nicht so, mein Vater, dieser ist der Erstgeborene; lege deine rechte Hand auf sein Haupt.“ Doch weiter heißt es: „Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß wohl, mein Sohn, ich weiß wohl. Dieser [Manasse] soll auch ein Volk werden und wird groß sein, aber sein jüngerer Bruder wird größer als er werden, und sein Geschlecht wird eine Menge von Völkern [eine Völkergemeinschaft] werden. So segnete er sie an jenem Tage und sprach: Wer in Israel jemanden segnen will, der sage: Gott mache dich wie Ephraim und Manasse! Und so setzte er Ephraim vor Manasse“ (1. Mose 48, 18-20). Hier sind die Verheißungen nun nicht länger kollektiv, den gemeinsamen Besitz bezeichnend. Jakob prophezeite nun individuelle Segnungen, für den Einzelnen.

Wie wir im vorhergehenden Kapitel gesehen haben, sollte sich die zahlreiche Nachkommenschaft Abrahams zu einem Volk und zu einer Völkergemeinschaft entwickeln. Nunmehr erfahren wir, dass das „Volk“ aus den Nachkommen Manasses und die „Völkergemeinschaft“ aus den Nachkommen Ephraims hervorgehen soll.

Doch vergessen wir nicht, dass der sterbende Jakob in seinem prophetischen Segen andeutet, dass die Nachkommen dieser beiden Knaben zunächst zusammenbleiben und gemeinsam zu einer großen Menge anwachsen sollten, bevor sie getrennte Wege gehen würden. Dann aber würde aus Manasseein großes Volk und aus Ephraim eine noch großere Völkergemeinschaft hervorgehen.

Damit haben wir eine weitere Einzelheit hinsichtlich der charakteristischen Merkmale jener Völker kennengelernt, die das Erstgeburtsrecht erhielten. Die Erfüllung dieser Prophezeiung dürfen wir nicht bei den Nachkommen Judas und auch nicht bei den Nachkommen irgendeines anderen der zwölf Stämme suchen.

Die Verheißung eines großen Volkes und einer noch größeren Völkergemeinschaft, die gemeinsam groß waren aufgrund ihrer Vielzahl, reich an nationalem materiellem Besitz waren, die „Tore“ der anderen Völker der Erde besaßen, trifft allein auf die beiden Brüder und die zwei Stämme zu, die von ihnen hervorgingen.

Die Stämme Ephraim und Manasse haben sich im Laufe der biblischen Geschichte nie auch nur annähernd so entfaltet, wie das verheißen war. Das mag einer der Gründe sein, warum manche fälschlich annehmen, das Haus Juda müsse wohl jenes Volk sein und die zehn Stämme jene Völkergemeinschaft. Doch wie gesagt, keine dieser Verheißungen war für Juda bestimmt, auch nicht für einen der anderen Stämme, sondern nur für die beiden Stämme Ephraim und Manasse.

Es war Ephraim, der zu einer Völkergemeinschaft, und Manasse, der zu einem großen Volk werden sollte. Wenn diese Verheißungen nicht in biblischer Zeit in Erfüllung gegangen sind, dann müssen wir uns für ihre Erfüllung in der Zeit nach dem Abschluss der Bibel bis hin zur Gegenwart umsehen.

Prophezeiung für heute

Immer noch vom Geist der Prophezeiung erfüllt, rief er alle seine zwölf Söhne zusammen, um ihnen zu sagen, was „in künftigen Zeiten“ (Zürcher Bibel: „am Ende der Tage“ – 1. Mose 49, 1) aus der Nachkommenschaft eines jeden werden würde.

Es sind dies Prophezeiungen, die uns helfen, die heutigen Nachfahren der zwölf bzw. dreizehn Stämme Israels zu identifizieren; sie gelten nämlich für das Ende der Tage. An dieser Stelle jedoch wollen wir nur das Schicksal betrachten, das Juda und Joseph vorausgesagt wurde. Josephs Nachkommen waren, wie wir wissen, die beiden Stämme Ephraim und Manasse. Sie werden gewöhnlich auch mit den Namen dieser zwei Stämme bezeichnet, nicht mit dem Namen „Joseph“. Die Tatsache, dass sie in l. Mose 49, 22 ausnahmsweise doch unter dem Namen „Joseph“ zusammengefasst sind, zeigt, dass die Prophezeiung sich auf Ephraim und Manasse gemeinsam bezieht.

Nun zu 1. Mose 49,1.8-10: „Und Jakob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, dass ich euch verkünde, was euch begegnen wird in künftigen Zeiten [„am Ende der Tage“] … Juda, du bist‘s! Dich werden deine Brüder preisen. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Nacken sein, vor dir werden deines Vaters Söhne sich verneigen. Juda ist ein junger Löwe. Du bist hochgekommen, mein Sohn, vom Raube. Wie ein Löwe hat er sich hingestreckt und wie eine Löwin sich gelagert. Wer will ihn aufstören? Es wird das Zepter von Juda nicht weichen noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis dass der Held komme, und ihm werden die Völker anhangen.“ Der „Held“ ist der Messias, der „eine Same“ Abrahams (nach jüdischer und christlicher Überlieferung).

Eine Verheißung an Joseph

Im Hinblick auf Joseph, also auf die Stämme Ephraim und Manasse, prophezeite Jakob: „Joseph wird wachsen …“ Hier wird der Segen des Erstgeburtsrechts, die Verheißung einer zahlreichen Nachkommenschaft, bildhaft ausgemalt. „… er wird wachsen wie ein Baum an der Quelle, dass die Zweige emporsteigen über die Mauer“ (1. Mose 49, 22).

Mit anderen Worten: Die Nachkommen Josephs sollten ein zahlreiches Volk werden, aufgeteilt in eine große Nation und eine Völkergemeinschaft; sie sollten „emporsteigen über die Mauer“, d. h., sie sollten sich über die nationalen Grenzen hinaus ausbreiten. Das deutet hin auf die Errichtung von Kolonien! Weiter wird für die Nachkommen Josephs in diesen letzten Tagen vorausgesagt: „… von dem Allmächtigen seist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab, mit Segen von der Flut, die drunten liegt, mit Segen der Brüste und des Mutterleibes. Die Segnungen deines Vaters waren stärker als die Segnungen der ewigen Berge, die köstlichen Güter der ewigen Hügel. Mögen sie kommen auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern!“ (1. Mose 49, 25-26).

Im Verlaufe dieses Buches werden wir sehen, dass die Nachkommen Josephs, die im Besitz des Erstgeburtsrechts sind – die also sehr zahlreich werden und sich nach „Osten und Westen, Norden und Süden“ ausbreiten sollen, bis sie die Erde umspannen, und die die „Tore ihrer Feinde“ besitzen sollen –, zusammen mit den übrigen der zehn Stämme des Nordreiches im Jahre 721 v. Chr. nach Assyrien verschleppt wurden und von dort nie wieder in das verheißene Land zurückgekehrt sind. Wir werden sehen, dass sie sich von jenem Zeitpunkt an auch nie wieder mit dem Stamm Juda vereint haben. Hier sind Verheißungen und Prophezeiungen, die sich nie an den Juden erfüllt haben, auch nicht an der Kirche. Und doch, wenn die Bibel das Wort Gottes ist, dann müssen sie sich bis heute erfüllt haben!  

Wird fortgesetzt...

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