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Erstes Treffen zwischen Netanjahu und Erdoğan

DIE POSAUNE

Erstes Treffen zwischen Netanjahu und Erdoğan

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu traf sich am Rande der UNO-Generalversammlung am vergangenen Dienstag in New York mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Beide Männer stehen seit langem an der Spitze ihrer Länder, aber dies ist das erste Mal, dass sie sich getroffen haben.

Ein Reset? Die Beziehungen Israels zur Türkei sind normalerweise ziemlich frostig. Erdoğan ist ein wichtiger Förderer der Hamas und greift Israel in der Palästinenserfrage regelmäßig verbal an. Aber das war bei dem Treffen in New York nicht zu sehen. Die beiden Staatsoberhäupter vereinbarten, in naher Zukunft die Länder des jeweils anderen zu besuchen.

Erdoğan ermutigte Netanjahu auch, mit der Türkei in Energie- und Technologiefragen, wie z.B. der Cybersicherheit, zusammenzuarbeiten. Am Vortag hatte Erdoğan gegenüber Reportern erklärt, er unterstütze den laufenden Normalisierungsprozess zwischen Israel und Saudi-Arabien.

Was springt für Erdoğan dabei heraus? In diesem Jahr wird der 100. Jahrestag der Gründung der türkischen Republik begangen. Israelische Medien berichteten, dass Erdoğan diesen Jahrestag mit einem Gebet in der Jerusalemer al-Aqsa-Moschee, der drittheiligsten Stätte des Islam, begehen will.

Das Osmanische Reich kontrollierte Jerusalem bis 1917. Ins Ausland zu fliegen, um an einer heiligen Stätte zu beten, die Ihre Nation vor über hundert Jahren kontrolliert hat, ist eine seltsame Art, einen nationalen Jahrestag zu feiern. Aber Erdoğans Hauptziel als türkischer Staatschef ist es, das imperialistische Erbe der Türkei wiederzubeleben. Dazu gehört auch die Wiedererlangung der türkischen Einflusssphäre über ihr ehemaliges Reich.

Erdoğans Faszination für die al-Aqsa spiegelt vielleicht eher seine persönlichen Ambitionen als eine Annäherung wider.

Erfahren Sie mehr: Lesen „Das Osmanische Reich schlägt zurück.“