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Das Geheimnis Israels (Erster Teil)

Das Geheimnis Israels - Kapitel Fünf

Fortgesetzt von Das Geheimnis des Menschen (Fünf Teil)

Ist es Ihnen nicht schon einmal merkwürdig vorgekommen, dass der große Gott sich eine Nation – das Volk Israel – erwählt haben soll?

Überlegen Sie sich diese anscheinend widersprüchlichen Fakten:

Gott sagt, vor ihm gelte kein Ansehen der Person. Gilt dann vor ihm vielleicht ein Ansehen der Nation? Hat er ein Lieblingsvolk?

Wussten Sie, dass Gott seinem erwählten Volk das Heil verweigert hat, mit Ausnahme der Propheten? Dass das erwählte Volk nur materielle und nationale Verheißungen empfing – dass Gottes Heiliger Geist ihm unzugänglich blieb?

Wissen Sie, dass es in der Bibel nur um dieses eine Volk geht – Israel? Dass andere Völker nur im Zusammenhang, nur in Bezug auf Israel erwähnt werden?

Eine weitere verblüffende Tatsache, die der heutigen Christenheit übrigens fast völlig unbekannt ist, die auch das Judentum nicht kennt und die den Historikern verborgen geblieben ist: Das Nordreich Israel war nicht jüdisch! Das Wort Juden („Judäer“) taucht in der Schrift erstmals in 2. Könige 16, 6 auf, und dort führt das Volk Israel im Bunde mit Syrien Krieg gegen die Juden!

Die wirklich erstaunliche Wahrheit über Israel ist für die Religionen – einschließlich Christentum und Judentum – ein im Dunkeln liegendes Geheimnis!

Es stimmt: Israel war Gottes erwähltes Volk. Erwählt nicht im Sinne von „Günstling“ oder „Lieblingsvolk“. Es war erwählt für einen bestimmten Zweck, welcher der Vorbereitung des Reiches Gottes diente!

Es ist eine hochinteressante Geschichte! Die Antwort auf den Titel dieses Kapitels „Das Geheimnis Israels“ hat große Tragweite im Rahmen des göttlichen Vorhabens für alle Völker! Ohne dieses wichtige Wissen kann man den wahren Seinssinn und das unglaubliche Potential des Menschen nicht verstehen.

Der grosse Meisterplan

Der Schöpfergott vermehrt sich selbst im und durch den Menschen! Gottes allerhöchstes transzendentes Vorhaben übersteigt alle Begriffe. Und eine tragende Rolle in diesem großen Plan spielt die Gründung des alten Israels.

Sieben Generationen nach der Sintflut fand Gott einen Menschen, der ihm gehorsam war. Sein Name war Abram. Er lebte in Haran in Mesopotamien. Dieser Mensch sollte zum Abbild Gottes des Vaters werden. Von ihm stammt das ganze Volk Israel ab. Gott ließ diese Nation Propheten hervorbringen und schließlich auch Jesus Christus, den Sohn Gottes.

Mann der Vorsehung

Abram – so hieß er ursprünglich – suchte nicht Gott. Es war umgekehrt: Gott berief Abram und prüfte ihn. An späterer Stelle in der Bibel wird dieser Patriarch Vater der Gläubigen genannt. Gott berief ihn zu einem ganz besonderen Zweck. Dieser bestand nicht darin, ihm „das Heil zu geben“ oder ihn „in den Himmel kommen zu lassen“. Gott berief ihn, weil er in diesem Mann das Potential zum Gottgehorsam und zu Führungsqualitäten sah. Gott berief ihn zur Vorbereitung auf einen besonderen Dienst und zu einem später einmal anzutretenden hohen Amt im Reich Gottes – der kommenden Welt von morgen. Lassen Sie mich aus einem Buch zitieren, das ich vor mehr als fünfzig Jahren geschrieben habe, Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung, S. 17:

Gott gebot ihm: „Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen“ (1. Mose 12, 1-2).

Hier war also nicht nur ein Gebot, sondern auch eine Verheißung, die an die Bedingung geknüpft war, dass dieser Mann, Abram, Gott gehorchte.

Genauso wie Gott zu Beginn einen einzigen Menschen geschaffen hatte, so begründete er nun auch sein besonderes Volk mit einem einzigen Menschen – mit Abraham. Wie die Menschheit mit einem Menschen begann, der gegen Gottes Herrschaft rebellierte, so begann das physische Volk Gottes, aus dem durch die Wiedergeburt das Reich Gottes entstehen soll, mit einem Menschen, der Gott gehorchte, ohne Fragen zu stellen – der sich der Herrschaft Gottes unterstellte.

Zögerte Abram? Erhob er Einwände und stellte er lange Uberlegungen an? Sagte er vielleicht: „Wir müssen das erst ein wenig durchdenken. Ich bin hier in Babylon, direkt im Weltzentrum des Handels, der Gesellschaft und des Vergnügens. Warum kannst du mir diese Verheißung nicht auch hier geben, wo alles angenehm und einladend ist? Warum muss ich das alles verlassen und in dieses unzivilisierte Land ziehen?“

Hat Abram Ausflüchte gebraucht, hat er sich widersetzt, hat er diskutiert oder sich aufgelehnt?

Er hat nichts dergleichen getan!

Die Bibel berichtet schlicht: „Da zog Abram aus.“ Abram (später Abraham) zweifelte Gottes Willen und Weisheit nicht an. Er stellte keine törichten Fragen: „Warum muss ich von hier wegziehen?“ „Kann ich nicht tun, was mir gefällt?“ Er brachte keinen Einwand vor: „Das ist meine Vorstellung, so wie ich die Sache sehe.“

„Da zog Abram aus.“ Nichts als schlichter, unbedingter Gehorsam!

Hier sehen wir wieder das Prinzip der Dualität. Abram stand im Mittelpunkt der sich entwickelnden Zivilisation dieser Welt. Denken wir daran: Es war eine Welt, gefangengehalten – eine Welt, die sich nach Satans Fasson entwickelte. Gott hatte Abram zum Stammvater seiner Nation Israel erwählt, der Gemeinde oder Kirche des Alten Testaments. In allem Wirken Gottes bei der Erfüllung seines großen Vorhabens auf Erden durch den Menschen waltet das Prinzip der Dualität. Da gab es die physische Gemeinde Israel unter dem Alten Testament und die geistliche Kirche Gottes unter dem Neuen Testament. Für Kirche steht im griechischen Urtext des Neuen Testaments das Wort ekklesia, das heißt eine Versammlung von Herausberufenen.

Wie Israel im Alten Testament Vorläufer und Abbild der Kirche des Neuen Testaments war, so berief Gott auch einen Urahnen der Nation Israel aus Satans Welt heraus. Abraham selber betrachtete sich später als Fremdling, als Gast und Pilger auf Erden. Dies war nicht seine Welt: „Diese alle sind gestorben im Glauben und haben das Verheißene nicht erlangt, sondern es nur von ferne gesehen und gegrüßt und haben bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind. Denn die solches sagen, die geben zu verstehen, dass sie ein Vaterland suchen [eine andere Zivilisation]. Und zwar, wenn sie das gemeint hätten, von welchem sie ausgezogen waren, hätten sie ja Zeit gehabt, wieder umzukehren. Nun aber begehren sie eines besseren Vaterlandes, nämlich eines himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott zu heißen; denn er hat ihnen eine Stadt zubereitet“ (Hebräer 11, 13-16). Sie suchten ein besseres Vaterland, ein himmlisches Land, und das wird das Reich Gottes sein, das die Erde füllt.

Gott machte diesen Mann [Abram], dessen Namen er später in Abraham änderte, zum Stammvater seines Volkes, zum Stammvater Israels. Abraham und seinen Nachkommen wurden alle Verheißungen Gottes zugesagt. Jeder Mensch, der das ewige Leben im Reich Gottes erben will, muss durch Christus zu einem Kind Abrahams werden – wie Abraham werden.

Über das physische Volk Israel sagte Gott: „Das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen“ (Jesaja43, 21). Dieses Wort wird sich in naher Zukunft erfüllen!

Der Doppelaspekt der Verheissungen an Abraham

Nur wenige verstehen, dass das gesamte Vorhaben Gottes, sein Plan hier auf Erden, sich nach dem Prinzip der Dualität, der zweifachen Bedeutung, erfüllt.

Es gab einen ersten Adam, der physisch und fleischlich gesinnt war, und es gibt einen zweiten Adam, Christus, der aus Geist besteht und göttlich ist. Es gab einen Alten Bund, der physisch und zeitlich begrenzt war, und es gibt einen Neuen Bund, der geistig und ewig ist. Gott schuf den Menschen sterblich, physisch, aus dem Staub der Erde; aber durch Christus kann er zum Sohn Gottes werden, der aus Geist besteht und Unsterblichkeit besitzt.

Genauso gibt es bei den Verheißungen, die Gott an Abraham richtete, einen Doppelaspekt: Einmal sind sie rein materiell und gelten dem physischen Volk Israel, und zum anderen sind sie geistig und gelten für den einzelnen Christen. Die Verheißung des Messias und unserer Erlösung durch ihn ist selbst den oberflächlichen Bibellesern wohlbekannt. Viele wissen auch, dass Gott Abraham das Versprechen gab, Christus werde als dessen Nachkomme geboren werden und die Menschheit erlösen. Doch so merkwürdig es klingen mag, fast niemand weiß, was die Erlösung eigentlich ist, welches die Verheißungen der Erlösung sind, die wir durch Christus erlangen können, und wie und wann wir sie erlangen können! Doch das ist ein Thema für sich.

Hier ist die Tatsache ausschlaggebend, dass Abraham von Gott ein weiteres, ganz anderes Versprechen erhielt, das sich auf nationale und materielle Dinge bezieht. Dieses erstaunliche Versprechen wurde von den meisten völlig übersehen.

Lesen wir noch einmal, wie Gott Abram berief und ihm zweifache Verheißungen gab, die sowohl einen materiellen als auch einen geistigen Aspekt haben: „Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen … und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden“ (1. Mose 12, 1-3).

Die physische Verheißung lautet: „Ich will dich zum großen Volk machen.“ Abrahams Nachkommen sollen sich also stark vermehren und ein großes Volk werden. Die andere, die geistige Verheißung lautet: „Und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ Diese gleiche Verheißung wird in 1. Mose 22, 18 wiederholt: und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden.“ Der Ausdruck „dein Same“ bezieht sich auf Christus, wie in Galater 3, 8 und 16 (Jubiläumsbibel) erklärt wird.

Hier liegt der Punkt, an dem die Menschen, die sich zum „Christentum“ bekennen, mitsamt ihren Lehrern den Pfad der Wahrheit verlassen. Sie haben die zweifache Verheißung nicht zur Kenntnis genommen, die Gott Abraham machte. Sie erkennen die messianische Verheißung der geistlichen Erlösung durch den „einen Samen“ – Christus.

Die Verheißung hinsichtlich des „großen Volkes“ ist nationaler Art und bezieht sich nicht auf den „einen Samen“ oder Nachkommen, von dem in Galater 3, 16 die Rede ist; sie bezieht sich nicht auf Jesus Christus, obwohl dieser natürlich auch ein Sohn Abrahams und ein Sohn Gottes war, sondern auf die vielen „Samen“, d.h. auf eine zahlreiche Nachkommenschaft. Diese Tatsache wird von Gott bei der späteren Wiederholung seines Versprechens deutlich bestätigt.

Fortgesetzt in Das Geheimnis Israels (Zweiter Teil)

De Moa