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Irina Murza/Unsplash

Das Geheimnis des Menschen (Fünfter Teil)

Geheimnis de Zeitalter - Kapitel Drei

Fortgesetzt von Das Geheimnis des Menschen (Vierter Teil)

Welt von Gott abgeschnitten

Zurück zum ersten Menschen, Adam.

Erinnern wir uns daran, warum Gott den Menschen schuf: 1. Um die Herrschaftsordnung Gottes auf Erden wiederherzustellen und durch Regelung des menschlichen Lebens durch diese Regierung a) die physische Erdschöpfung abzuschließen, die durch die Engel zerstört worden war, und b) dabei gleichzeitig die Schöpfung des Menschen abzuschließen, und zwar durch Ausbildung gerechten geistlichen Charakters; und 2. Das Reich Gottes aufzurichten und am Ende das unglaubliche Potential des Menschen zu verwirklichen – den Menschen daran mitwirken zu lassen, die Schöpfung des ganzen Universums zu vollenden!

Dieses hohe Ziel setzte voraus, 1. dass der Mensch Satans Weg verwarf und sich zu Gottes Weg der Liebe bekannte, dem Weg, der sich auf Gottes geistliches Gesetz gründet; 2. dass der Mensch zunächst materiell geschaffen wurde, damit er, falls er Satans Weg des „Nehmens“ verfiel, verändert werden konnte, bekehrt zu Gottes Weg der Liebe; und falls er sich zu ändern weigerte, ausgelöscht werden konnte, ohne weiter zu leiden – ausgelöscht, als hätte es ihn nie gegeben.

Geistwesen, die einmal geschaffen worden sind (wie im Fall jenes Drittels der Engelwelt, das böse wurde), können nicht mehr verändert werden! Geist, einmal geschaffen, ist unveränderlich und ewig. Materie dagegen ändert sich ständig.

Durch Gottes großen Plan zur geistlichen Schöpfung (er kommt später zur Sprache) hatten Gott und das Wort festgelegt: Das Wort sollte sich seiner höchsten Herrlichkeit entäußern und zu gegebener Zeit zum Menschen Jesus Christus werden und damit die geistliche Phase der Menschheitsschöpfung möglich machen – Selbstvermehrung Gottes! Welch unfassbar großer Plan zur Verwirklichung der absoluten Krone aller Schöpfertaten! Wie groß ist unser Gott an Intelligenz, Zielsetzung, Planung, Konzipierung, Schöpferkraft, betrachtet man sein Werk, vom kleinsten Einzeller bis zu gigantischen Sonnen, neben denen unsere Sonne winzig wirkt!

Und das unglaubliche Potential des Menschen besteht darin, dass der große, majestätische Gott sich im Menschen fortpflanzt – dass der Mensch in die Gottfamilie hineingeboren werden kann.

Dem ersten Menschen, Adam, war das Potential eingeschaffen, sich für die Ablösung Satans, des einstigen Luzifers, auf dem Erdenthron und für die Wiederherstellung der Herrschaftsordnung Gottes zu qualifizieren.

Dazu war es aber notwendig, dass er sich bewusst gegen Satans Weg des „Nehmens“ entschied (den Weg, auf den sich Satans böse Herrschaft gründete) und dass er Gottes Weg beschritt, den Weg seines Gesetzes, den Weg der Liebe, des Gebens, die Grundlage der göttlichen Herrschaftsordnung!

Gott sprach nun zunächst mit Adam und Eva, machte sie mit Gottes Regierung und Gottes geistlichem Gesetz vertraut (die Schöpfungsgeschichte berichtet davon nur in ganz knapper Zusammenfassung), Satan durfte nicht an sie heran, solange Gott sie nicht belehrt hatte.

Die beiden symbolhaften Bäume

Im wunderschönen Garten Eden, wohin Gott sie gesetzt hatte, standen zwei ganz besonders symbolträchtige Bäume. Über diese Bäume und ihre ungeheure Bedeutung ist bisher nur wenig bekanntgeworden, abgesehen von der gängigen Geschichte mit „Adams Apfel“. Dabei war der verbotene Baum wahrscheinlich gar kein Apfelbaum.

Im Symbolgehalt dieser Bäume liegt die eigentliche Deutung der Grundlage der Welt. Hier liegt die Antwort auf das große Rätsel unserer Zeit im modernen zwanzigsten Jahrhundert. Wir leben heute in einer Welt atemberaubendem Fortschritts, gleichzeitig aber auch atemberaubender Übel. Die paradoxe Frage ist: Warum kann der Mensch zwar zum Mond fliegen, Herzen verpflanzen, Computer und technische Wunderwerke bauen, aber seine eigenen Probleme nicht lösen? Warum gibt es keinen Frieden auf der Welt?

Die Rätselhaftigkeit der heutigen Verhältnisse und Geschehnisse klärt sich erst durch Rückgriff auf den Weltanfang, durch Betrachtung der Entwicklung vom Anbeginn bis zur pulsierenden, verwirrenden Gegenwart.

Die Welt nahm ihren Anfang zur Zeit jener beiden Bäume. Vom Baum des Lebens hört man in der heutigen biblischen (Irr-)lehre praktisch nichts, und vom verbotenen Baum fast nichts.

Doch überlegen wir: Gott hatte den Menschen aus „Erde vom Acker“ erschaffen. Gottes Schöpfung vollzieht sich zweiphasig. Gott wollte nun, dass der Mensch sich „mehrte und die Erde füllte“. Doch der Mensch konnte das nicht, weil er physisch noch nicht „komplett“ war. So ließ ihn Gott in einen tiefen Schlaf (Betäubung) fallen und führte eine Operation aus; entnahm ihm eine Rippe und machte daraus eine Frau. Sie wurden eine Familie. Damit war die physische Erschaffung des Menschen abgeschlossen. Er konnte nun seine Art fortpflanzen.

Doch der von Gott geschaffene Mensch war sterblich. Er besaß nur eine zeitweilige physio-chemische Existenz, aufrechterhalten durch den Blutkreislauf, Sauerstoffversorgung durch die Atemluft, Nahrung und Wasser aus der Erde. Inhärentes Leben, aus sich selbst seiendes Leben, hatte er nicht. Doch er verfügte über den menschlichen Geist, der verbunden mit Gottes Heiligem Geist, in ihm ewiges Leben zeugen konnte.

Ewiges Leben angeboten

Gott bot ihm ewiges Leben an, und zwar durch den symbolischen Baum des Lebens. Er zwang es ihm nicht auf, sondern machte es ihm lediglich frei zugänglich. Von allen Bäumen im Garten durfte Adam essen, nur von einem nicht: dem „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“.

Was wäre gewesen, wenn Adam vom Baum des Lebens gegessen hätte? Auf diese Frage haben Sie wahrscheinlich noch nie eine Antwort bekommen. Dieser symbolische Baum wird heute denen angeboten, die von Gott berufen und zu Jesus Christus hingezogen werden. Einen Unterschied gibt es freilich zwischen Adam und dem berufenen Christen: Adam hatte noch nicht gesündigt, und keine Reue wäre nötig gewesen, hätte er den Baum des Lebens gewählt. Davon abgesehen, ist der reuige und gläubige geistgezeugte Christ in der gleichen Lage, in der Adam gewesen wäre, hätte er vom Baum des Lebens gegessen.

Adam hätte den Heiligen Geist des unsterblichen Gottes empfangen, der sich mit seinem menschlichen Geist vereinigt hätte. Adam war ja vor eine Entscheidung gestellt. Und hätte er vom Baum des Lebens gegessen, hätte das bedeutet, dass er sich gegen den Weg Satans entschieden hätte.

Aber noch einmal gefragt: Was wäre mit Adam geschehen, wenn er vom Baum des Lebens gegessen hätte?

Er hätte den Heiligen Geist empfangen, der sich mit seinem menschlichen Geist verbunden hätte. Erst durch Empfang des Heiligen Geistes wäre der Mensch geistig – geistlich „vollendet“ gewesen. Dies hätte ihn geistig – geistlich mit Gott vereint. Er wäre als Kind Gottes gezeugt worden wie der bekehrte geistgezeugte Christ.

Er hätte den Heiligen Geist Gottes empfangen, der sich mit seinem menschlichen Geist verbunden, ihn als Sohn Gottes gezeugt, in ihm ewiges Leben angelegt und ihn mit Gott „eins“ gemacht hätte.

Wie beim geistgezeugten Christen heute, in dem Christus, „die Hoffnung der Herrlichkeit“ (Kolosser 1, 27), in dem Christi Gesinnung wohnt (Philipper 2, 5), so wäre es auch bei Adam gewesen: Gottes Gesinnung wäre auf ihn übergegangen. Stattdessen aber ging Satans Gesinnung auf ihn über und wirkte in ihm, so wie sie seither in allen seinen Nachkommen wirkt, aus denen unsere ganze Welt besteht. In Epheser 2, 2 lesen wir, dass Satan, der „Mächtige, der in der Luft herrscht“, tatsächlich in den Menschen „sein Werk hat“.

An diesem Punkt sei eine häufig missverstandene Frage erläutert. In der Versuchung durch Satan wurde Eva verführt, Adam jedoch nicht (1. Timotheus 2, 13-14). Adam hat bewusst gesündigt, bewusst Gott den Gehorsam verweigert. Zwar wurde er bei der ursprünglichen Versuchung nicht verführt, aber sein bewusster Verstoß gegen Gottes ausdrückliches Gebot schied ihn dann doch von Gott, brachte einen Zustand der geistigen Perversion hervor, öffnete seinen Sinn den satanischen Veführungskünsten. Von diesem Augenblick an waren Adam und alle seine Kinder nach ihm anfällig für die Einflüsterungen Satans. Satan begann in Adam zu wirken, so wie Gott in ihm gewirkt hätte, hätte er vom Baum des Lebens gegessen.

Wird fortgesetzt...

De Moa