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Das Geheimnis der Kirche (Neunte Teil)

Geheimnis der Zeitalter - Kapitel Sechs

Fortgesetzt von Das Geheimnis der Kirche (Achter Teil)

Irrtum des traditionellen Christentums

Die „Heilserlangung“, wie sie im sogenannten traditionellen Christentum verstanden wird, verwandelt den Menschen nicht, bewirkt keine Umkehr. Allzuoft reden Prediger und Evangelisten ihren Zuhörern ein, wenn sie „Christus empfingen“, „Christus akzeptierten“, „ihr Herz dem Herrn schenkten“, dann seien sie bereits gerettet, seien sie bereits „wiedergeboren“. Es ist, als würde eine mystische Weiche gestellt, die den Betreffenden dann beim Tod (der gar nicht als richtiger Tod verstanden wird) schnurstracks in den Himmel befördert. Derlei lehrt Gott in der Bibel nicht. Gott offenbart: Wie in Adam alle sterben, so werden dieselben „alle“ in Christus lebendig gemacht werden durch eine Auferstehung von den Toten. Die Toten selbst, so offenbart Gott, sind völlig ohne Bewustsein.

Dem alten Israel gab Gott Erkenntnis seines Gesetzes, aber nicht seinen Geist. Israel war nicht bekehrt, nicht verändert, sondern noch fleischlich. Und fleischliche Gesinnung ist „Feindschaft wider Gott“ (Römer 8, 7). Es gab keine Bekehrung im alten Israel, kein Heil. Das 37. Kapitel von Hesekiel schildert, wie die alten Israeliten, wenn sie es wollen, noch den Geist Gottes erlangen werden: beim Gericht vor dem großen weißen Thron.

Wer den Geist empfangen hat und von ihm geleitet wird, ist ein verwandelter Mensch. Er hat eine geistige Erneuerung erfahren. Erst nachdem offenbart worden war, dass es einen „Geist im Menschen“ gibt und dass sich Gottes Geist mit diesem Geist vereinen kann, konnte das Heil voll verstanden werden. Ein Christ muss wachsen und reifen an Gnade, geistlicher Erkenntnis und göttlichem Charakter.

Warum die Kirche zuerst berufen?

Lassen Sie mich hier noch näher erklären, warum die Kirche als „Erstlinge“ des göttlichen Heils bezeichnet wird. Es handelt sich dabei nicht um eine Diskriminierung der noch unberufenen Mehrheit; nein, die Berufung der Kirche dient gerade der späteren Berufung der übrigen Welt zum Heil. Es sei noch einmal gesagt, dass Gottes Plan zur Rettung der Welt, zur Selbstvermehrung Gottes, nach einer bestimmten Abfolge vorgeht.

Jesus Christus ist der erste der Erstlinge. Er ist der Erstgeborene von vielen Brüdern (1. Korinther 15, 23; Römer 8, 29). Die Kirche ist dazu berufen, verwandelt zu werden, Charakter zu entwickeln und schließlich bei Christi zweitem Kommen zu Gottwesen geboren zu werden, zu Königen und Priestern unter Christus, wenn er darangeht, die Welt zu retten.

In gewissem Sinn wird die Kirche also zum Mit-Heilsbringer neben Christus. Zwei Dinge waren grundsätzlich von Christus als Heilsbringer gefordert. Erstens war es notwendig, dass er, der Schöpfer des Menschen, für uns starb und damit für uns stellvertretend die Todesstrafe zahlte. Niemand sonst außer Jesus Christus hätte das tun können.

Vielen ist aber nicht klar: Durch das Blut Christi werden wir nicht gerettet. In Römer 5, 10 werden Sie lesen, dass wir durch den Tod Christi mit Gott versöhnt werden, gerettet aber werden wir durch sein Leben – durch die Auferstehung. Diese Feststellung schreibe ich eben an dem Tag, den die Welt „Ostersonntag“ nennt. Vieles sagen heute die Kirchen und Evangelisten über die Auferstehung Christi, aber praktisch nichts über die Auferstehung derer, die gerettet werden, und über die Auferstehung, durch die man gerettet werden kann.

Nur Jesus konnte durch sein Opfer unsere vergangenen Sünden bezahlen. Die Heilserlangung der Welt freilich muss durch sein Leben nach seiner Auferstehung erfolgen. Die Kirche ist Christi versprochene Braut, die mit dem Sohn Gottes nach seiner Wiederkunft, nach der Auferstehung der Kirchenmitglieder, die Ehe eingehen soll. Nachdem wir als Frau des Sohnes Gottes und als Mitglieder der Gottfamilie zur Auferstehung von den Toten gelangt sind, sind wir nicht mehr nur Erben und Miterben Christi, sondern in gewissem Sinn Mit-Heilsbringer.

Die Gottfamilie wird wachsen. Als Könige und Priester werden die auferstandenen Kirchenmitglieder unter Christus als Mitherrscher dafür sorgen, dass die Herrschaftsordnung Gottes über alle Nationen wiedererrichtet wird. Und zugleich werden wir, als Priester, Mit-Heilsbringer sein und mithelfen, die Welt zu retten.

Warum Erstlinge nötig sind

Warum war es unbedingt notwendig, dass die Kirche aus der Welt herausberufen wurde, um während dieses Kirchen-Zeitalters das Heil zu erlangen, während der Rest der Welt in geistlicher Finsternis und Verführung verblieb?

Ehe Jesus sich dazu qualifizieren konnte, unser Erlöser und künftiger König zu werden, musste er als „letzter Adam“ tun, worin der erste Adam versagt hatte – nämlich Satan überwinden und sich für die Gesinnung und die Regierung Gottes entscheiden. Soll die Kirche mit und unter ihm regieren, sollen ihre Mitglieder neben Königen auch Priester und Heilsbringer sein, so müssen sich die Kirchenmitglieder ebenfalls qualifizieren, indem sie Satan widerstehen und überwinden.

Diese Anforderung wird an die überwältigende Mehrheit der Menschen, wenn das Heil zu ihnen kommt, nicht mehr gestellt werden. Wenn das Heil zu ihnen kommt, wird Satan bereits entmachtet sein. Es war also durchaus keine Diskriminierung der übrigen Welt mit dem Jesuswort verbunden: „Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, dass ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat …“ (Johannes 6, 44). Es war notwendig, dass die Kirche zu einer Zeit berufen wurde, da jedes Mitglied individuell Satan widerstehen und überwinden musste. Sonst könnten die Kirchenmitglieder sich nicht qualifizieren für die wunderbaren Königs- und Priesterämter im tausendjährigen Reich Gottes.

Dies erklärt das Wozu der Kirche – ihre große Zweckbestimmung.

Ist die Kirche organisiert? Wenn ja, wie?

Aber was ist die Kirche? Wie ist sie organisiert? Wie funktioniert sie?

Als ich seinerzeit die Geschwister der Kirche Gottes kennenlernte, herrschte in der Führung gerade eine Diskussion über die richtige Kirchenorganisation. Damals, 1927, war die Kirche so organisiert, dass zweimal im Jahr eine Vollversammlung abgehalten wurde. Jede Gemeinde entsandte einen Abgeordneten, der auf der Vollversammlung mit abstimmen konnte über die Besetzung von Ämtern, über dogmatische Fragen, über Kirchenpolitik usw. Eine Gemeinde musste mindestens fünf Mitglieder haben.

Um 1930 nahmen die Auseinandersetzungen zu, und 1933 kam es zur Kirchenspaltung. Zwei führende Vertreter organisierten eine neue Kirche, deren Hauptquartier nicht mehr in Stanberry, Missouri, sondern in Salem, West Virginia, lag. Sie gaben der Kirche eine organisatorische Struktur, die sie fälschlich „biblische Organisation“ nannten.

Diese Organisation bestand an der Spitze aus zwölf Männern, die Apostel genannt wurden, den „Zwölf“. Sieben Diakone wurden ernannt, ihr Vorsitzender war der Schatzmeister, der die Kasse verwaltete. Dann gab es die „Siebzig“ – siebzig führende Älteste. Man kopierte damit den jüdischen Sanhedrin. Ordinierte Prediger gab es in der Kirche allerdings so wenige, dass höchstens die Hälfte der „siebzig“ Ämter besetzt werden konnten.

Die römisch-katholische Kirche ist hierarchisch organisiert mit dem Papst an der Spitze, darunter einem Kardinalskollegium, dann der Kurie im Vatikan mit Erzbischöfen, Bischöfen und Priestern.

Die presbyterianische Kirche wird von Presbytern – Gemeinde-ältesten – geführt. Bei den Kongregationalisten liegt die Führung bei den Gemeinden selbst – eine als demokratisch verstandene Führung von der Basis aus.

Und so weiter. Die Kirchen dieser Welt Satans sind nach von Menschen ersonnenen Mustern organisiert. Dabei gibt die Bibel klare Anweisungen zur kirchlichen Organisationsstruktur. Jesus Christus ist das Haupt der Kirche. Die gottgewollte Kirchenordnung ist in der Tat hierarchisch. Gott der Vater ist das Haupt über Christus – der einzige Gesetzgeber, die höchste Instanz.

In 1. Korinther 12 sagt Gott einiges über Ämterverteilung und die von ihm gewollte Struktur der Kirche.

„Über die Gaben des Geistes aber will ich euch, liebe Brüder, nicht in Unwissenheit lassen … Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen … Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will. Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien [in der Kirche] Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie …“ (1. Korinther 12, 1 u. 4-6 u. 11-13).

Wird fortgesetzt...

De Moa