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Das Geheimnis der Kirche (Achter Teil)

Geheimnis der Zeitalter - Kapitel Sechs

Fortgesetzt von Das Geheimnis der Kirche (Siebter Teil)

Abschluss des irdischen Wirkens Jesu

Gegen Ende seines irdischen Wirkens hatte Jesus die Vorbereitungen für die Kirchengründung abgeschlossen. Er hatte das Werk beendet, das zu tun er als Mensch gekommen war. Dann opferte er sein Leben am Kreuz. Er nahm unsere menschliche Schuld für unsere Sünden auf sich.

Doch, wohlgemerkt: Satans Hauptanteil an aller menschlichen Sünde hat Christus nicht auf sich genommen. Satan wird seine eigene Strafe entrichten müssen – eine Ewigkeit lang!

Der Grund der Kirche Gottes war gelegt worden. Christus selber ist das Haupt und der Eckstein – der wichtigste Teil des Fundaments. Den Rest des Fundaments bilden die Apostel und Propheten.

Die Apostel brannten geradezu darauf, anzufangen – hinauszugehen und das Evangelium zu verkünden. Doch Gott in seiner Weisheit bestand auf Zurückhaltung, auf Geduld. Jesus mahnte die Apostel zu warten! „Ihr aber sollt in der Stadt [Jerusalem] bleiben“, sagte er, „bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe“ (Lukas 24, 49).

Zehn Tage später kam das alljährliche Pfingstfest, das ursprünglich Tag der Erstlinge hieß (4. Mose 28, 26).

Und an diesem Tag kam der Heilige Geist! An diesem Tag wurde die Kirche gegründet!

Der Tag symbolisierte die Erstlinge für Gottes Reich. Gottes Festtage versinnbildlichen Gottes geistliche Ernte. Der allererste Teil der geistlichen Menschenernte Gottes – Menschen, die einmal von Gott geboren, zu Gottwesen gemacht werden sollen – ist die Kirche! Deshalb sind auch jene, die bei Christi Wiederkehr ins Reich hineingeboren werden, angefangen mit den alten Propheten, Teil der Kirche Gottes. Auch die alttestamentlichen Propheten gehören zum Grund der Kirche (Epheser 2, 19-21).

Alle – Propheten, Apostel und Mitglieder der Kirche, in denen der Heilige Geist wohnt – werden auferstehen und zu Unsterblichen verwandelt werden, wenn Christus in Macht und Herrlichkeit wiederkehrt!

So stellt die gesamte Kirche also den allerersten Teil aller Menschen dar, die wiedergeboren werden ins Reich Gottes hinein. Sie werden Gottwesen sein!

Wie verführt (Offenbarung 12, 9) sind doch jene, die glauben, bereits „wiedergeboren“ zu sein. Der Leser sollte unsere kostenlose Broschüre bestellen Was heißt „Wiedergeburt?

Jetzt nur ganz wenige zum Heil berufen

Ehe wir fortfahren, sei erläutert, warum bisher nur ganz wenige zum Heil berufen wurden – warum die Welt insgesamt von Gott abgeschnitten ist – warum sie noch nicht gerichtet, noch nicht „gerettet“ und noch nicht „verloren“ ist!

Bis ein Sohn Adams sich qualifizieren konnte, wo Adam versagt hatte – Satan überwinden konnte, die Strafe für Menschensünden abbüßen und die Welt von Satan erlösen konnte –, solange konnte niemand die Herrschaftsordnung Gottes wiedererrichten, solange konnte niemandem ewiges Gott-Leben geschenkt werden!

Der große Meisterplan zur Verwirklichung des göttlichen Vorhabens – Selbstvermehrung Gottes – sah vor, dass das aus sich selbst existierende „Wort“ als Mensch, als Sohn Adams, geboren wurde. Und gleichzeitig sah der Plan vor, dass er als einzig gezeugter Sohn Gottes geboren wurde!

Der Messias, und er allein, würde in der Lage sein, Satan zu überwinden und zu besiegen – sich zur Ablösung Satans auf dem Erdenthron zu qualifizieren! Nur durch ihn konnten Adams Söhne mit Gott versöhnt werden, Gottes Geist empfangen, zu Gottes Söhnen werden – zu den Gottwesen, die das Endziel der göttlichen Selbstvermehrung sind!

Welch unglaublich großartiger Meisterplan für ein so hohes Vorhaben! Und wie groß ist der ewige Gott, der ihn ersann!

Zwangsläufige Voraussetzung in diesem wunderbaren Plan Gottes war daher, dass die Söhne Adams in ihrer großen Mehrheit noch nicht gerichtet wurden! Gott überließ sie sich selber – wissend, dass sie bereitwillig und mutwillig Satans Weg des „Nehmens“ automatisch folgen würden.

Inzwischen würden sie noch nicht gerichtet werden, sondern „ernten, was sie gesät hatten“. Sie würden ein sündiges Leben führen, sterben und von Gott auferweckt werden, in einer speziellen Auferstehung zum Gericht am Ende der vom Meisterplan vorgesehenen siebentausend Jahre. Dann – da nun Christus schon ihre Sünden gesühnt hatte, Satan entmachtet worden war, Christus und das Reich Gottes auf Erden die Herrschaftsordnung Gottes wiedererrichtet hatten – konnten sie zur Reue und zur Versöhnung mit Gott berufen werden, konnten berufen werden, auf ihre freie Entscheidung hin zu Gottwesen zu werden!

Und das ist der Grund, warum Gott die Welt von sich abgetrennt hält, nachdem Urahn Adam sich und seine menschliche Nachkommenschaft einmal von Gott abgeschnitten hatte.

Warum der Welt ein Geheimnis?

Wie der Apostel Paulus zu schreiben inspiriert war (Römer 11): „Ich will euch, liebe Brüder, nicht verhehlen dieses Geheimnis, auf dass ihr euch nicht auf eigene Klugheit verlasst [und der Welt ist es tatsächlich ein Geheimnis]“: Mit „Blindheit“ für diese Geheimnisse ist die Welt geschlagen – auch ihre „christlichen Theologen“, und zwar solange – bis das Reich Gottes wieder auf Erden herrscht!

„Gleicherweise“, fährt Paulus fort, „wie ihr [Christen] zuvor nicht habt an Gott geglaubt, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt durch ihren Unglauben, so haben auch jene jetzt nicht wollen glauben an die Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie Barmherzigkeit erlangen. Denn Gott hat alle beschlossen unter den Unglauben, auf dass er sich aller erbarme.“

Und hier ruft Paulus aus: „O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!“ (Römer 11, 25 u. 30-33.)

Gewiss, der Apostel meinte Israel, und ich habe es auf die gesamte unberufene Menschheit übertragen – aber es ist durchaus übertragbar.

Gott berief und bereitete die alttestamentlichen Propheten vor. Er berief und beruft noch und bereitet die Kirche vor, Satan zu überwinden – während die jetzt Verblendeten, Unberufenen und von Gott Abgeschnittenen Satan jetzt nicht zu überwinden brauchen. Weshalb?

Warum die Kirche?

Damit wir uns qualifizieren, mit und unter Christus im Reich Gottes zu herrschen – damit wir wegbereitend wirken für die spätere Berufung und Heilserlangung der Welt!

An diesem Punkt seien zwei Stellen aus dem Wort Jesu zitiert, die sich nur an die Kirche richten:

Der Kirche jetzt im zwanzigsten Jahrhundert sagt Jesus: „Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron“ (Offenbarung 3, 21).

Und wiederum an die Adresse der Kirche: „Und wer überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich Macht geben über die Heiden, und er soll sie weiden mit eisernen Stabe … “ (Offenbarung 2, 26-27).

In diesen Schriftpassagen zeigt Jesus klar, warum in der jetzigen Zeit einige aus der Welt heraus- und in die Kirche hineinberufen werden. Nicht, weil er jetzt etwa die Welt zu retten sucht und wir zur Welt gehören. Und auch nicht nur, damit wir das Heil erlangen und in sein Reich kommen, sondern, wie Jesus auch in Offenbarung 5, 10 sagt, damit wir Könige und Priester werden und mit und unter Christus regieren, wenn er darangeht, der Welt das Heil zu bringen.

Tiefgreifende Bekehrung für die Kirche notwendig

Ich kann es nicht genug betonen: Wer jetzt in die Kirche hineinberufen ist, ist nicht nur aus Heilsgründen hineinberufen. Dennoch muss, wer hineinberufen ist, eine echte Bekehrung durchmachen, damit er später zum König oder Priester werden kann, zum Gottwesen und Helfer Christi bei der Erlösung der Welt.

Diese Wahrheit kann ich gar nicht klar genug machen. Ich fürchte, dass viele – auch in der Kirche – nicht voll begreifen, was Bekehrung beinhaltet.

Bekehrung findet statt im menschlichen Verstand und in dem, was wir das „Herz“ nennen. Dies kann nur verstanden werden, wenn man die Beschaffenheit des menschlichen Verstandes kennt, wie im dritten Kapitel dieses Werkes erläutert. Und es kann auch nur verstanden werden anhand der biblischen Offenbarung über den Geist im Menschen und über die wesensmäßige Eigenart des Menschenverstandes.

Unterscheidet sich der Menschenverstand vom Tierhirn dadurch, dass er als zusätzliche Komponente den menschlichen Geist besitzt, so unterscheidet sich der Bekehrte vom Unbekehrten dadurch, dass bei ihm als zusätzliche Komponente der Heilige Geist hinzutritt.

Das ungeheure Leistungsgefälle zwischen Menschen- und Tierhirn kann uns einen Begriff von dem Gefälle geben, das zwischen dem Bekehrten, der vom Heiligen Geist geleitet wird, und dem Unbekehrten besteht.

Erste Voraussetzung zum Empfang des Heiligen Geistes ist Reue. Reue wird von Gott gegeben (Apostelgeschichte 11, 18). Die zweite Voraussetzung ist Glaube. Glaube nicht nur an Gott und an Christus, sondern auch Glaube daran, was Christus – das Wort, der Sprecher der Gottfamilie – sagt.

Reue: das bedeutet Gesinnungswandel. Göttliche Traurigkeit ist eine viel tiefere Trauer als bloßes Mitleid mit sich selbst. Und göttliche Traurigkeit führt zur Reue. Sie beinhaltet nicht nur ein tiefes Bedauern der begangenen Sünden, sondern eine totale innere Umkehr, was Gesinnung, Haltung, Lebensorientierung betrifft. Es geht bei der Reue eigentlich viel mehr um die Zukunft als um die Vergangenheit. Das Blut Christi hat die Vergangenheit gesühnt. Reue ist keine „Buße“ (wie Luther es falsch übersetzt hat). Nichts, was man selber tun kann, kann begangene Schuld sühnen. Nur das Blut Christi vermag das. Es vermag die Schuld zu tilgen.

Ein Bekehrter zeichnet sich durch eine neue, bekehrte Haltung aus. Eine Gesinnung, die der göttlichen ähnelt: „Ein jeder sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war“ (Philipper 2, 5). Der Heilige Geist ist der Geist eines gesunden, folgerichtigen Verstandes, der sich zur völligen Umkehr, einer Umorientierung im Denken, Wollen, Streben gewandt hat.

Wird fortgesetzt...

De Moa