Erhalten Sie wichtige Analysen, Kommentare und Nachrichten direkt per E-Mail.

Das Böse bezwingen

davide ragusa/unsplash

Das Böse bezwingen

Warum die vielen „Lösungen“ der Menschen nicht funktionierten.

Zwei Tage nach dem Fall von Bagdad im letzten Jahr veröffentlichte die New York Times einen kurzen, vom Senior-Nachrichtenmanager des CNN, Eason Jordan, verfassten Bericht. Herr Jordan hat Bagdad während Saddams Regierungszeit dreizehn Mal besucht, um die Diktatur zu beeinflussen, das Büro von CNN in Bagdad offen zu halten. Jede Reise war bedrückend für den Nachrichtenmanager aufgrund dessen, was er miterlebte – „furchtbare Dinge, die nicht berichtet werden konnten, weil dies das Leben von Irakern gefährdet hätte, insbesondere das unserer Angestellten in Bagdad“ (11. April 2003).

Er erzählte dann mehrere Geschichten, die CNN zurückhielt, während Saddam an der Macht war. Mitte der 1990er Jahre wurde ein Kameramann von Saddams Gefolgsmännern wegen der lächerlichen Beschuldigung, dass Herr Jordan ein CIA Mitarbeiter wäre, entführt und gefoltert. In 1995 benachrichtigte Uday Hussein CNN, dass er zwei seiner Schwager, die ins angrenzende Jordanien geflüchtet waren, ermorden wolle. Aus Sorge um das Leben des anwesenden Übersetzers wurde diese Bedrohung von CNN zurückgehalten. (Später überredete Uday die beiden Brüder, in den Irak zurückzukommen, wo er sie dann tötete.) Nachdem das Baathist Regime seinen Bruder getötet hatte, wurde ein Iraker dazu gezwungen, Saddam in einem Brief zu der Tat zu gratulieren. Einem von Udays Helfern wurden die Vorderzähne mit einer Zange herausgerissen und es wurde ihm verboten, ein Gebiss zu tragen, um ihn ständig daran zu erinnern, wie sehr er Uday verärgert hatte.

Herr Jordan schrieb in seinem Artikel: „Ich fühlte mich elend mit all diesen Geschichten, die in mir aufgespeichert waren. Jetzt, wo Saddams Regime aufgelöst ist, vermute ich, werden wir noch viele, viele abscheuliche Geschichten von Irakern über die jahrzehntelangen Folterungen hören. Endlich können diese Geschichten frei erzählt werden.“

Während das richtig sein mag, die Medien haben diese Geschichten gewiss nicht so ausführlich dargestellt, wie andere abscheuliche Gräueltaten, wie die inzwischen infamen Gefangenenmisshandlungen im Abu Ghraib Gefängnis. Der Generalsstabvorsitzende, General Richard Myers, bat Dan Rather, die Veröffentlichung der Geschichte zurückzuhalten, bis sich die Lage im Irak beruhigt hätte. Doch als Rather hörte, dass das New Yorker Magazin den Skandal aufdecken wollte, brachte er die Geschichte an die Öffentlichkeit.

Diese Versessenheit auf die Geschichte über den Gefangenenmissbrauch hat zur Audeckung der Heuchelei der Presse geführt. In der Welt der Medien-Eliten ist es völlig angebracht, die Gräueltaten eines Irren in einem weit entfernten Land zu übersehen, solange es ihr Büro in Bagdad offen hält. Jedoch ein Unterdrücken von Photos, die den Feinden der Amerikaner eine starke Waffe in die Hand geben würde und die U.S. Bürger einer größeren Gefahr auslieferten, ist in deren Auffassung moralisch unverantwortlich.

Zwei Wochen nach dem Rathers Bericht filmte eine Gruppe maskierter Terroristen, als Antwort auf den Abu Ghraib Skandal, die entsetzliche Ermordung von Nick Berg. Der Videofilm zeigt, wie einer der maskierten Terroristen, möglicherweise der Al Kaida Verbündete Abu Mousab al-Zarqawi, den schreienden Amerikaner bei den Haaren ergreift, bevor er beginnt, dessen Kopf mit einem langen Messer abzuschneiden. Während das Video über das Internet weit verbreitet wurde, unterließen es die amerikanischen Nachrichtenmedien, Filmmaterial von der eigentlichen Hinrichtung zu zeigen.

Keines der erwähnten Ereignisse ist vertretbar, ganz gleich, wie die Medien darüber berichteten (bzw. nicht berichteten). Aber die Art und Weise, wie die Medien solche Ereignisse behandeln, ist eine Geschichte für sich selbst. Es ist mehr als ein bloßes Aufdecken der Medien-Voreingenommenheit, es gewährt Einblick, wie der menschliche Verstand bestimmte dubiose Vorgänge rechtfertigt, während er andere verurteilt.

Frömmigkeit ist Gewinn

In 1. Timotheus 6,3-5 schreibt der Apostel Paulus, dass nach menschlichem Denken die Frömmigkeit ein Mittel zum Gewinn sei. Aus diesem Grund können Nachrichtenorganisationen ein Zurückhalten der Berichte über Saddam Husseins Gräueltaten rechtfertigen. Ein Nachrichtenmanager könnte argumentieren, dass es ein harter Entschluss sei, aber so können wir unser Nachrichtenbüro offen halten. Vielleicht ist es das Richtige, was wir tun können. Andererseits ist das Veröffentlichen einer Geschichte, die das Leben von Amerikanern in Gefahr bringt, ein harter Entschluss. Doch wenn die Geschichte der politischen Agenda des Nachrichtensprechers dienlich ist und die Einschaltquoten stimmen, dann ist es möglicherweise richtig, das zu tun.

Achten Sie darauf, wie die arabischen Nachrichtenbüros über den Abu Ghraib Skandal berichtet haben. Es gab praktisch keine Erwähnung der Tatsache, dass die Amerikaner für ihre Verbrechen verfolgt und bestraft wurden. Es wurde nichts von der berüchtigten Geschichte des Abu Ghraib Gefängnisses vor der amerikanischen Eroberung erwähnt – wenn Saddams Männer Tausende vergewaltigt und gefoltert haben. In der Tat, wenn überhaupt etwas über diese grausame Geschichte berichtet wurde, dann nur, um die absurde Behauptung aufzustellen, dass die amerikanische Besatzung ebenso schlecht war wie die Regierung Saddams.

Einige Wochen bevor die Abu Ghraib Geschichte bekannt wurde, berichteten zuallererst arabische Medien-Netzwerke über vier amerikanische Bauarbeiter, deren verbrannte Körper vor einer Menge jubelnder Iraker in Fallujah verstümmelt wurden. Als sie diesen Vorfall ausstrahlten, gab es keinen anschließenden Aufschrei in der arabischen Welt – zumindest nicht so wie beim Bericht über Abu Ghraib. Das gleiche kann über die Reaktion der Araber gesagt werden, als al-Zaqawi im Fernsehen den Kopf des jungen Mannes abschnitt.

Warum sollte die Berichterstattung und Reaktion der Araber in diesen Fällen so unterschiedlich sein gegenüber ihren Berichten über den Abu Ghraib Skandal. Ist es nicht deshalb, weil in ihrem Sinn das Böse, das den vier amerikanischen Arbeitern und Nick Berg widerfahren ist, mehr gerechtfertigt war, als die Behandlung der irakischen Strafgefangenen? Würde die durchschnittliche islamische Meinung nicht die Gefangenenmisshandlung als schlimmer erachten, als die Ermordung von Amerikanern? Und würde der Durchschnittsamerikaner nicht die Enthauptung eines wehrlosen Amerikaners als viel schlimmer ansehen, als die Misshandlung eines Kriegsgefangenen? Warum ist das so?

Was haben sich die amerikanischen Soldaten im Abu Ghraib gedacht? Was ging ihnen dabei durch den Kopf, als sie diese Gräueltaten begingen. Sie mögen gedacht haben, dass diese Gefangenen ihre Feinde sind – möglicherweise in Verbindung stehen mit einem weltweiten Terroristennetzwerk. Viele unserer Kameraden sind diese Woche getötet worden. Wir stehen unter großem Druck, diese Gefangenen für Verhöre „weich“ zu machen. Mit dieser Denkweise würde es dem menschlichen Verstand möglich sein, anzunehmen, dass, wenn Misshandlungen und Demütigung Informationen aus ihnen herausbrächten, dies möglicherweise das Richtige sei? Andererseits waren es vielleicht sexuell Pervertierte in einem sadistischen Machtrausch.

Was immer der Beweggrund gewesen sein mag, Historiker haben gesagt, dass ihr Verhalten eigentlich nicht ungewöhnlich ist. Joanna Bourke, die für den Guardian in London schreibt, beobachtete, dass „Folter und sexuelle Gewalt in Kriegszeiten allgemein vorkommen. Sowohl in der Vergangenheit als auch jetzt tendiert das Militärpersonal dazu, es einfach hinzunehmen, dass Gräueltaten, einschließlich sexueller Vergehen, vorkommen“ (7. Mai). Dann zitierte sie einen britischen Oberst, der während des ersten Weltkriegs zugab, „ich habe gesehen, wie meine eigenen Männer Gräueltaten begangen haben und kann annehmen, es wieder zu sehen. Man kann nicht das Tier im Menschen erwecken und es loslassen und dann erwarten, es im nächsten Augenblick wieder einsperren zu können“. Sie zitierte auch General Patton, der während des Zweiten Weltkrieges sagte, dass trotz seiner größten Bemühungen, dies zu verhindern, „es zweifellos einige Vergewaltigungen geben wird“.

Was der Guardian begreiflicherweise von seinen antiamerikanischen Seiten fernhielt, ist, dass es unter Hitler tausendmal schlimmer war. Wie hat das Naziregime seine Gefangenen behandelt? Wie haben sie ihre Strafgefangenen verhört? Nach dem Abu Ghraib Skandal haben laut dem Magazin, der Spiegel, Militäranwälte ihre Soldaten in Afghanistan angewiesen, keine Kriegsgefangenen zu machen, damit sie diese nicht den amerikanischen Verantwortlichkeiten ausliefern müssten. Denken Sie einen Augenblick darüber nach. Denken Sie an den Gewissenskonflikt, dem deutsche Befehlshaber ausgesetzt sein könnten, wenn sie plötzlich Osama Bin Laden vor sich haben würden. Er ist ein Terrorist, aber die Amerikaner sind brutale Bestien. Was sollten wir tun?

Bis in die graue Vergangenheit ist die Geschichte voll von Episoden von Brutalitäten und Folterungen in Kriegszeiten – oftmals in riesigem Ausmaß. Während des letzten Jahrhunderts haben wir die Menschheit in ihrer schlimmsten Form erlebt.

Kulturelle Verwahrlosung

Während ich die Anhörungen über den Gefängnis-Misshandlungsskandal im Kongress verfolgte, war ich erstaunt darüber, wie gerecht die amerikanischen Politiker erschienen und sich anhörten. Alle von ihnen zeigten sich mehr oder weniger schockiert und empört über den sexuellen Missbrauch, der auf diesen Fotos vom Abu Ghraib Gefängnis zu sehen war. Dabei strömen jede Woche viele tausende solcher Darstellungen wie diese vom Irak – nur noch viel schlimmer – aus Hollywood heraus.

Die Bush Regierung nannte diese unanständigen Bilder aus dem Abu Ghraib „unamerikanisch“. In Wirklichkeit sind diese beschämend und vollkommen amerikanisch. Das Geschäft mit Pornographie in Amerika ist größer als mit Profi-Fußball, Basketball und Baseball zusammen! Sollten wir nun schockiert sein, wenn wir entdecken, dass eine Militäreinheit im Irak einen Pornoring in ihrer Mitte betrieb – komplett mit Sexvideos von US Soldaten und simuliertem Sex mit irakischen Gefangenen? Amerikanische Soldaten sind in einer Sexbesessenen Kultur aufgewachsen, wo die Pornographie zum Trend gehört. Woher glauben Sie hatten die Soldaten in Abu Ghraib die Idee, solche sadomasochistischen Szenen zu drehen?

Warum gibt es keine Anhörungen im Kongress über das Pornographieproblem Amerikas? Was ist mit dem Pornographieproblem innerhalb militärischer Kreise der U.S. Armee überall auf der Welt?

Wenn man unseren Politikern zuhört, könnte man meinen, Abu Ghraib passierte rein zufällig.

Moslemische Geistliche sehen die Sache anders. Sie sehen die Ereignisse in Abu Ghraib als ein weiteres Spiegelbild der verkommenen amerikanischen Kultur. Ihnen wurde übel, als sie die widerlichen Fotos ihrer Landsleute sahen, die da nackt zur Schau gestellt wurden und das alles unter der Leitung einer Frau. Ein Gefangener, der zu der Zeit gefoltert wurde, sagte, dass die Misshandlungen unter den Amerikanern schlimmer waren, als von Saddams Kumpanen gefoltert zu werden, bzw. sterben ist besser, als nackt zu sein und seine Männlichkeit zerstört zu haben. Er sagte es, um anzudeuten, dass zu Saddams Zeiten die Menschen nicht mittels Sex gedemütigt wurden.

Kurz nachdem der Krieg gegen den Terror begonnen hatte, flog Matt Labash vom Weekly Standard nach Guantanamo Bay, Kuba, um aus erster Hand über die Behandlung der Gefangenen zu berichten. Laut der Soldaten, die er befragte, entkleideten sich Araber und begingen sexuale Handlungen, um die weiblichen Soldaten in Verlegenheit zu bringen. Soldaten sagten auch, dass die Gefangenen sie zur Aggressivität verleiteten und dass es im Beisein von internationalen Zeugen aussehen sollte, als ob man die Gefangenen brutal behandeln würde.

Nichts von dem soll das voyeuristische Benehmen von Soldaten in Abu Ghraib rechtfertigen, sondern vielmehr die Vorstellung widerlegen, dass islamische Männer irgendwie gegen sexuell abnormes Verhalten immun seien. Pornographie ist jetzt im Irak weit verbreitet – und das nicht nur aufgrund der neu gefundenen „Freiheiten“ unter der U.S. Besatzung. Hochrangige Beamte des Baathist Regimes waren bekannt für ihre Sucht nach Pornographie und ihre sexuellen Übergriffe und Entwürdigungen gegenüber Frauen. Islamischen Terroristen, die gewillt sind im Namen Gottes Menschen zu töten und zu verstümmeln, mangelt es auch and sexueller Moral. Ramzi Yusuf, der den Bombenanschlag auf das World Trade Center in 1993 geleitet hat, bereiste die Welt und besuchte bei jedem Aufenthalt Partys und war bekannt für seine Weibergeschichten. Viele der am 11. September involvierten Terroristen besuchten häufig Strip-Clubs in Florida und feierten Partys am Las Vegas Strip während der Wochen bevor sie Amerika attackierten.

Sie benahmen sich wie „Ungläubige“, die sie verabscheuen und ermorden dann im Namen Gottes westliche Bürger. Nachdem diese fünf Terroristen Nick Bergs Kopf abgesägt hatten, riefen sie „Gott ist groß!“ Ihrer Ansicht nach war das, was sie taten, richtig und gut – zumindest fühlten sie sich gerechtfertigt.

Präsident Bush denkt, die Terroristen könnten von Amerika in einen Frontalangriff besiegt werden. Weiters glaubt er, dass sich die Beziehungen zwischen den USA und den Arabern verbessern würden, sobald Amerika im Nahen Osten eine florierende Demokratie gegründet hat. Er hat eine feste Vorstellung über das Böse in dieser Welt. Er glaubt, dass die Amerikaner ein gutes Volk sind, die das Gute in der Welt verbreiten müssen.

Liberale Köpfe sehen die Lage überhaupt nicht so. Sie glauben, Herrn Bushs Ideen sind gefährlich. Amerika ist im Irak festgefahren und ist vom realen Krieg gegen den Terror abgelenkt. Der Präsident hat die USA vom Rest der Welt entfremdet. Ihrer Meinung nach braucht die USA einen Mann wie John Kerry, um den Schaden wieder gutzumachen, den die Bush Regierung verursacht hat.

Während die Bevölkerung in Europa und im Nahen Osten den Terrorismus generell nicht entschuldigen mag, so betrachten sie die Amerikaner als arrogant und heuchlerisch.

Und so könnte es immer weiter gehen. Nationen, Regierungen, Religionen, politische Parteien – selbst Familienmitglieder und Mitarbeiter – können nicht im Geringsten übereinstimmen. Das ist so, weil die Welt von Gott abgeschnitten ist.

Ansteckende Krankheiten

Als Gott den ersten Menschen in den Garten von Eden setzte, bot Er Adam die Möglichkeit, vom Baum des Lebens, der den Heiligen Geist symbolisiert, zu essen (Römer 8,10). Doch Adam, der seiner Frau folgte, aß stattdessen vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, der die menschliche Natur ohne Gott darstellte, aber unter Satans Einfluss ist.

Satan überzeugte Adam und Eva, Gott aus dem Spiel zu lassen und selbst richtig und falsch, sowie gut und böse zu entscheiden. Als sie diese katastrophale Wahl trafen, „trieb Gott den Menschen hinaus“ aus dem Garten und versperrte den Wiedereintritt (1. Mose 3,22-24). Gott trennte den Menschen vom Baum des Lebens und überließ ihn seinem eigenen Willen, jedoch unter dem starkem Einfluss und der Macht Satans (Epheser 2,2).

Dies ist der Grund, warum die Werke dieser Welt solch üble und verachtungswerte Früchte gebracht haben; der Grund, warum die Hälfte der Erdbevölkerung analphabetisch und ungebildet ist. Wie sehr kümmern sie sich um Photos, die sexuellen Missbrauch darstellen? Viele von ihnen sind mehr besorgt um Zugang zu frischem Wasser – etwas, das 1,2 Milliarden Menschen nicht haben.

Vierzig Prozent der Erdeinwohner verwenden immer noch Holz und Holzkohle als ihre wichtigste Energiequelle. Wie besorgt sind sie bezüglich der steigenden Preise von Öl und Erdgas?

In 1960 besaßen die reichsten 20 Prozent der Weltbevölkerung dreißigmal mehr, als die ärmsten 20 Prozent. Heute besitzen die Reichen achtzigmal mehr. Noch nie in der Geschichte war der Unterschied zwischen reich und arm so groß – und er wird immer größer. Einer von fünf Erdbewohnern lebt von weniger als einem Dollar am Tag.

Zurzeit befindet sich ein Drittel der Weltbevölkerung im Kriegszustand. Was wird es brauchen, um dieses Problem zu lösen? Osama Bin Laden finden? Den „großen Satan“ bezwingen?

Zumindest 150 nationale Regierungen auf dieser Erde tolerieren Folterungen als Strafmaßnahme. Werden sieben Schuldsprüche im Abu Ghraib Skandal dabei helfen, das Brauchtum der genitalen Verstümmelung abzuschaffen – etwas, das etwa 2 Millionen Mädchen jährlich aufgezwungen wird?

Betrachtet man die Welt in ihrem richtigen Zusammenhang, dann ist es kein Wunder, wenn Gott zu der Beurteilung kommt, dass alle vom Weg abgewichen sind – alle von uns, allesamt, sind verdorben, da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer! (Psalm 14,3). In 1. Könige 8,38, nennt Gott das Herz oder den Sinn des Menschen, eine Plage! Gott sagt, der Sinn des Menschen, ob konservativ oder liberal, Araber oder Amerikaner, Bewohner der westlichen oder Dritten Welt – ist eine grausige, von Krankheit heimgesuchte Plage, die sich genauso schnell verbreitet, wie die menschliche Population zunimmt. Die Weltbevölkerung wächst jährlich um 75 Millionen.

Jeder neue Bewohner auf Erden kommt dank Satans mächtigem Einfluss und der Tatsache, dass Gott den Menschen vom Baum des Lebens abgeschnitten hat, ausgestattet mit dem gleichen, von Krankheit verseuchtem Verstand!

Nichts, was der Mensch unternimmt oder beabsichtigt wird diese ansteckende Krankheit von ihrer Verbreitung befreien. Das soll nicht heißen, es gäbe nicht viele Ideen zu diesem Thema. Die Liberalen haben ihre Antwort zu den Problemen dieser Welt; so auch die Konservativen, Christen, Moslems, Atheisten, Sozialisten, Kommunisten, Schwarze, Weiße, Braune – sie alle haben ihre „Lösungen“, aber keine funktioniert. Die Probleme bleiben – die Lage der Welt wird schlimmer.

Menschliche Werte sind nicht die Antwort

Heißt das nun, dass aufgrund der Tatsache, dass die Menschheit von Gott abgeschnitten ist, es nicht Gutes in dieser Welt gibt? Ja und nein. Jesus Christus sagt, dass nur Gott gut ist (Matthäus 19,17). Paulus schrieb in Galater 1,4, dass die Welt böse ist. Es gibt nichts, was wert ist, gerettet zu werden, deshalb lässt Gott die Große Trübsal über die ganze Erde kommen (Lukas 21,35). Gott wird notwendigerweise noch mal von vorne anfangen und eine neue Gesellschaft aufbauen müssen, die von Jesus Christus regiert wird.

Aber es gibt etwas Gutes an dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Nicht alle Araber sind islamische Terroristen. Nicht jeder Amerikaner ist süchtig nach Pornographie. Nicht jeder amerikanische Soldat misshandelt Gefangene.

Aber selbst dieses „Gute“ muss im Zusammenhang gesehen werden. Herbert Armstrong beschrieb die Fähigkeit des Menschen zum Guten in seinem Buch, Geheimnis der Zeitalter . Er sagt: „Der natürliche Menschenverstand vermag materielle und physische Dinge zu erkennen; weiterhin sittlich-ethische Haltungen, künstlerisch-musisches Verständnis zu entwickeln, wie es das Tier nicht kann. Aber im Bereich des Guten und Bösen kann er nur auf menschlicher Ebene, auf der Ebene des menschlichen Geistes, Gutes erkennen und tun. Und auf dieser Ebene kommt er über einen gewissermaßen urmenschlichen Egoismus nicht hinaus“ (Betonung hinzugefügt).

Das ist der Grund, warum Amerikaner und Araber den gleichen üblen Vorfall beobachten können und zwei ganz unterschiedliche Reaktionen zeigen. Das ist es, warum die Medien eine Geschichte unter Saddam in eine Richtung drehen können – und in die entgegengesetzte Richtung unter amerikanischer Besetzung. Deshalb denken die Terroristen, die Antwort dazu sei das Eliminieren des „großen Satans“. Und deshalb denken die Amerikaner, die Antwort liege im Eliminieren des Terrors.

Urmenschlicher Egoismus. Das ist das Problem. Von Gott abgeschnitten, uns selbst überlassen, haben wir angenommen, dass selbstsüchtiger Gewinn Frömmigkeit sei. Wenn es gut ist für mich – für meine Familie – für mein Land – für meine Rasse – für meine Religion – dann muss es richtig sein.

Weil wir uns nun für sechstausend Jahre selbst überlassen waren in der Entscheidung, was richtig und falsch ist, war der Mensch in seiner Macht und Fähigkeit Gutes zu tun, limitiert gewesen. Er kann nicht über die menschliche Ebene hinauskommen, die, wie wir gesehen haben, urmenschlicher Egoismus ist.

Gott ist Liebe – Seine Güte – übertrifft das alles! Göttliche Liebe stellt Gott über alles andere – sie liebt den Nachbarn, das bedeutet, die ganze Menschheit, wie sich selbst. Diese Güte – diese göttliche Liebe – führt uns zur Reue über unsere Sünden – eine komplette Richtungsänderung (Römer 2,4). Das heißt, den Weg der Selbstsüchtigkeit zu verlassen und den der Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft einzuschlagen.

Diese wunderbare Änderung wird durch Gottes Heiligen Geist bewirkt (Römer 5,5) – die geistliche Dimension, die Gott Adam verweigerte, nachdem er für sich selbst entscheiden wollte, was richtig und falsch ist.

Aber Gott hat die höchst wertvolle Ressource für einige Wenige verfügbar gemacht für den Zweck, sie jetzt für das Regieren mit Christus, wenn Er wiederkommt, vorzubereiten – um der Welt Gottes Weg des Lebens zu lehren – und mitzuhelfen, ein neues Zeitalter, eine neue Zivilisation einzuleiten – ein wunderbares, glückliches und friedliches Zeitalter, das von der Gottfamilie liebevoll regiert wird.

Das ist, wenn Gott seinen Heiligen Geist über alle Menschheit ausgießen wird (Joel 2,28). Dieser Prozess beginnt jetzt schon im allerkleinsten Ausmaß. Aber es wird sich ausbreiten und letzten Endes das allgegenwärtige Böse, Leid und Elend auf Erden überwältigen. Das ist, wie Gott das Böse besiegt – Er überwindet es mit dem Guten (Römer 12,21).

Es gibt keinen anderen Weg. 

GEHEIMNIS DER ZEITALTER

Haben Sie sich schon einmal gefragt: Wer bin ich? Was bin ich? Wozu bin ich? Sie selbst sind ein Geheimnis. Die Welt, Ihr Lebensraum, ist ein Rätsel. Eins, das Sie jetzt verstehen können.