1 7628413294 4c08cce06c o

The Roman Emperor Augustus by Polybert49 on flickr/CC by 2.0/ Cropped and adjusted tones from the original

Wer oder was ist das prophezeite Tier? (fünfte Teil)

04.01.2018  •  Aus diePosaune.de
 

Fortgesetzt von Wer oder was ist das prophezeite Tier? (Vierter Teil)

D

IE BIBLISCHE DEUTUNG

Zunächst sei wiederholt: Die Bibel legt ihre Symbole selber aus. Wenn der Mensch eigene Deutungen hineinliest, sind sie immer falsch!

Beachten Sie: Nachdem Johannes ein Tier gesehen hat, das, wie wir bewiesen haben, das Römische Reich darstellt, sieht er nun ein zweites, anderes Tier aufsteigen.

Wir haben erfahren, dass „Tier“ den Symbolgehalt „Reich, Staatsgebilde, Regierung“ hat und dass sich dahinter entweder das Reich selbst oder der Herrscher verbirgt, je nachdem (Daniel 7, 17 u. 23). In diesem zweiten Tier mit zwei Hörnern ist also ein zweites Reich vorausgesagt.

In diesen Prophezeiungen stellt Gott uns die irdischen heidnischen Reiche als die wilden Tiere dar, deren Charakteristiken auf sie passen. Das zweihörnige Tier hatte Ähnlichkeit mit einem Lamm, sprach aber – sein wahres Charakteristikum – wie ein Drache. „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über“ (Matthäus 12, 34).

Was versinnbildlicht das Wort „Lamm“„ in der Bibel? Die Antwort lautet: Christus (Johannes 1, 29; Offenbarung 17, 14). Und „Drache“ symbolisiert den Teufel (Offenbarung 12, 9; 20, 2).

Wir finden also hier ein Reich oder Staatsgebilde, das sich als Reich Jesu Christi, als Reich Gottes ausgibt.

Bei seinem ersten Auftreten auf Erden hat Christus kein Reich errichtet. Nach seiner Auferstehung fragten ihn die Jünger, ob er „in dieser Zeit“ (damals) das Reich aufrichten wolle (Apostelgeschichte 1, 6) – aber er tat es nicht.

Man darf die Kirche nicht mit dem Reich verwechseln. Weil manche dies damals taten, zeigte Jesus in einem Gleichnis (Lukas 19, 11-27), dass er erst zum Thron des Vaters im Himmel auffahren und das „Königtum erlangen“ muss, die Würde des Königs aller Könige, ehe er das weltbeherrschende Reich Gottes errichten kann.

Satan ist ein Verführer, der der Welt weiszumachen vermochte, sein (Satans) System von Kirchen sei das Reich Gottes.

Lesen Sie nun aufmerksam Offenbarung 13, 12: „Und es [das zweite Tier] übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen Augen …“

Das erste Tier ist das Römische Reich. Hier nun ein zweites Reichsgebilde: Es täuscht vor, Christi Reich zu sein, Gottes Reich, und übernimmt, gebraucht, „übt“ alle Macht des ersten Reiches.

Und wann? Es „übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen Augen, und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen, das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war“ (Vers 12).

Also nach Heilung der tödlichen Wunde (nach 476 n. Chr.). Geheilt wurde sie durch die Wiederherstellung des Westreichs durch Justinian (554 n. Chr.). Besagtes religiöses Reichsgebilde übte also Macht nach 554 n. Chr., nach Wiederherstellung des Imperium Romanum.

Hier ist ein Regierungssystem dargestellt, ein religiöses Herrschaftssystem, das sich ausgibt als von Christus gegründet, als Reich Gottes, und das nach 554 n. Chr. praktisch das weltliche Römische Reich regiert.

Man lehrte in jenen Tagen, das zweite Kommen Christi habe sich in den Personen der Kirchenführer erfüllt, das Millennium habe begonnen.

In den gesamten 1260 Jahren erkannten die Kaiser die Oberhoheit der Religion an. Die Kirche war als Regierungssystem organisiert – als doppeltes, zweiseitiges Herrschaftssystem (versinnbildlicht durch die zwei Hörner bzw. Reiche – denn auch „Hörner“ symbolisieren Königreiche, siehe Daniel 7, 24). Einmal als kirchliches Reich, zum anderen aber auch als weltliches Reich, immer mit einem gewissen Staatsterritorium, als Kirchenstaat – und gleichzeitig beherrschte die Kirche aber indirekt auch noch das große weltliche Imperium namens Heiliges Römisches Reich.

Noch heute gebietet sie über einen eigenen, unabhängigen, souveränen Staat.

Merke: Dieses zweite Tier sollte Macht über die ganze Erde ausüben, weil es die Erde und die Erdbewohner dazu bringen sollte, das erste Tier anzubeten, „dessen Wunde heil geworden war“ – nach 554.

In vielen Enzyklopädien kann man unter „Millennium“ die Geschichte dieses Ereignisses nachlesen – wie das „Heilige Römische Reich“ sich „Reich Gottes auf Erden“ nannte.

Man behauptete, das Millennium sei angebrochen!

Offenbarung 13, 14: „… und es verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen [Wunder], die zu tun vor den Augen des Tieres ihm Macht gegeben ist“. Auch Vers 13 spricht von „großen Zeichen“.

Wir halten fest:

1. Das Tier tut große Wunder.

2. Es tut sie „vor [dem Tier]“, das heißt vor Augen des ersten Tieres, des Heiligen Römischen Reiches.

3. Damit verführt es alle Völker.

ALLE NATIONEN VERFÜHRT

Finden wir diese Fakten in den Bibelprophezeiungen auch an anderer Stelle?

Zunächst Offenbarung 17. Hier wird von einer Frau gesprochen. In 2. Korinther 11, 2, Epheser 5, 22-27 und anderswo sehen wir, dass „Frau“ ein Symbol für eine Kirche ist. Es handelt sich hier um eine gefallene Frau – eine abtrünnige Kirche –, die viele Völker beherrscht (Offenbarung 17, 1 u. 15).

In Vers 3 wird gesagt, dass die falsche Kirche auf einem Tier sitzt, das „sieben Häupter und zehn Hörner“ hat. Eine Frau, die ein Pferd reitet, hat dieses Pferd völlig in der Hand. Es tut, was sie will.

Vers 18: Sie „ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden“. Aus Vers 2 ist ersichtlich, dass die Erdbewohner sich von diesem falschen Christentum haben irreführen, verführen lassen. Desgleichen Offenbarung 18, 3, sie hat alle Nationen verführt.

BEI HARMAGEDON

Dieser religiöse Führer und Verführer wird aktiv sein bis Harmagedon und Christi zweitem Kommen!

In Offenbarung 16, 13-16 werden drei unreine Geister erwähnt. Sie gehen aus vom Drachen, welcher der Teufel ist; vom Tier, welches der weltliche römische Herrscher ist; und von dem mit ihm verbündeten falschen Propheten.

„Es sind“, fährt Vers 14 fort, „Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf am großen Tag Gottes, des Allmächtigen.“ Und zum Streit versammeln sie sich bei Harmagedon (Vers 16)!

Merke – ein römischer Herrscher bzw. römisches Reichsgebilde wird erstehen, zusammen mit einem großen religiösen Führer – ausgestattet mit der Macht und dem Einfluss des Teufels! Und sie werden Wunder tun!

Alle Prophezeiungen darüber zeigen auf, dass diese Mächte die gleichen Dinge tun.

Nun zur letzten Schlacht an jenem „großen Tag Gottes, des Allmächtigen“. Sie ist angesprochen in Offenbarung 19, 19-20. Man sieht das Tier „und mit ihm“ den falschen Propheten, „der die Zeichen tat vor ihm, durch welche er verführte, die das Malzeichen des Tieres nahmen und die das Bild des Tieres anbeteten“.

Vergleichen wir das mit dem zweigehörnten Tier aus Offenbarung 13, 11-17:

1. Beide wirken Wunder.

2. Beide wirken die Wunder vor dem Tier, d.h. vor den Augen des Tieres.

3. Damit verführen beide, der falsche Prophet und das Tier mit zwei Hörnern, diejenigen, die das Mal des Tieres tragen – die, von ihnen verblendet, das Mal des Tieres annehmen (Offenbarung 13, 16).

So symbolisieren denn das zweigehörnte Tier, der falsche Prophet, der Mensch der Sünde und die auf dem Tier sitzende Frau allesamt ein falsches Christentum.

Hat nun das zweigehörnte Tier diejenigen verführt, die das Mal des Tieres tragen? Ja, das hat es! Weiter in Offenbarung 13: Es „verführt, die auf Erden wohnen …“ – auf welche Weise? – „… und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen könne, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, getötet würden. Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, und dass niemand kaufen oder verkaufen [allgemein: einen Beruf ausüben] kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens“ (Offenbarung 13, 14-17).

Merke also: Dies zweigehörnte Tier brachte nicht nur Menschen dazu, das Mal des Tieres anzunehmen (vgl. Offenbarung 19, 20), sondern ließ auch ein Bild machen, welches das Martyrium der Heiligen heraufbeschwor. Wer das Bild nicht anbetete, wurde getötet.

Die falsche Kirche tötete nicht selbst – sie ließ töten. Und tatsächlich zeigt die Geschichte, dass die zivile Regierung Millionen Menschen, die man mit dem Kirchenbann belegt oder zu Ketzern erklärt hatte, in den Märtyrertod schickte.

Vergleichen Sie das mit der Frau, die in Offenbarung 17 auf dem Tier sitzt: „Und ich sah die Frau, betrunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jesu“ (Vers 6).

Gewiss handelt es sich dabei um ein und dieselbe Organisation.

Diese Kirchenorganisation – in zweifacher Hinsicht ein Reichsgebilde – verführte die Menschen, indem sie sagte, sie sollten ein „Bild machen … dem Tier“ (Offenbarung 13, 14). Ja, auf diese Weise verführte sie die Menschen.

Was ist ein Bild? Im Lexikon ist es definiert als „Ebenbild, Abbild, Ähnlichkeit, Modell, Gegenstück“. Also ist hier eine Kirche, die sagt: „Lasst uns ein Ebenbild des weltlich römischen Staates machen“ – denn nichts anderes ist ja das „Tier“.

Jesus Christus verkündete das Reich, die Herrschaftsordnung Gottes – göttliche Regierung nach dem Willen und den Gesetzen Gottes, nicht heidnisierte Menschenherrschaft nach dem Willen und den Gesetzen des Menschen. Seine Kirche umfasst alle geistgezeugten Heiligen, in denen der Heilige Geist wohnt und sie leitet. Ihr einziges Haupt ist Christus, und sein Reich ist nicht von dieser Welt!

Wo hat dann die menschliche Kirchenregierung ihre jetzige Form entlehnt?

„Der erste Papst im eigentlichen Sinne des Wortes war Leo I. (440 - 461 n. Chr.)“, so steht es in der Cyclopedia of Biblical, Theological, and Ecclesiastical Literature, Bd. 7, S. 629. Für ihn war die Staatsform des Römischen Reiches das herrlichste Ding auf Erden. Er übernahm seine Prinzipien für die Kirche und organisierte sie als „Staat“ nach diesem Muster, formte das Papsttum.

Dieses kirchliche Herrschaftsgebilde, diese kirchliche Organisation ist das Bild des Tieres.

Zitat aus Myers‘ Ancient History: „Unter Leo I. errichtete die Kirche innerhalb des Römischen Reiches einen Kirchenstaat, der sich in seiner Verfassung und Verwaltung am kaiserlichen Modell ausrichtete.“

Dies kirchliche Regierungssystem stellt also, wie aus obigem Zitat ersichtlich, ein Abbild dar, ein Modell, ein Bild des Tieres – sprich: des Imperium Romanum.

Die Encyclopaedia Britannica nennt es ein ekklesiastisches Weltreich!

Dieses Bild – von Menschen geschaffene, von Menschen geführte kirchliche Herrschaftssystem – zwang Menschen, die Kirche anzubeten! Und da die Kirche nach dem Muster weltlicher Herrschaft organisiert war, hieß das: Anbetung des Bildes – Anbetung eines Götzenbildes, Götzendienst.

Diese Kirche wurde später zur Mutter, „protestierende“ Tochterkirchen entsprangen ihr und nannten sich „protestantisch“. Und alle haben weltliche, politische Kirchenstruktur.

Auf der Stirn des Weibes „war geschrieben ein Name, ein Geheimnis: Das große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Gräuel auf Erden“ (Offenbarung 17, 5). Ihre Töchter werden „Huren“ genannt. Zusammen heißen sie „Babylon“. Sie sind heidnisch, lehren heidnische Glaubenssätze und Sitten, christlich bemäntelt! Und alle Völker sind verführt!

Ja, menschlich organisiertes Kirchentum, nicht an der Bibel ausgerichtete geistlich-organische Kirchenstruktur, ist das Bild des Tieres. Es ist das heidnische politische Zerrbild der göttlichen Regierung.

„Gehet hinaus von ihr“, sagt Gott (Offenbarung 18, 4). Gebe Gott, dass wir das tun! 

Wird fortgesetzt...

Wwb Ad De