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Die Bibel auf die Probe gestellt (sechster Teil)

04.04.2019  •  Aus diePosaune.de
 

Fortgesetzt von Die Bibel auf die Probe gestellt (fünfter Teil)

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esen sie es in ihrer eigenen bibel!

Um Platz zu sparen, wird der Leser von diesem Punkt an gebeten, jeden Vers der Prophezeiung in seiner eigenen Bibel zu lesen; damit ersparen wir uns hier das Abdrucken der Prophezeiung. Hier werden wir Ihnen nur die Tatsachen aus der Geschichte wiedergeben.

Vers 15-16: „Das herrliche Land“ bezieht sich selbstverständlich auf Judäa, das Heilige Land. Antiochos der Große belagerte Sidon und nahm es den Ägyptern weg. Im Jahre 198 v. Chr. vernichtete er in der Schlacht am Berge Panium alle Interessen Ägyptens in Judäa, woraufhin Antiochos von Judäa Besitz ergriff.

Zu Vers 17 (Elberfelder Bibel) – „Rechtschaffene“ (siehe Randbemerkung) bedeutet im Hebräischen „gleiche Bedingungen, oder Ehe“, aber diejenige, die er heiratet, wird nicht an seiner Seite stehen. Im Jahre 198 v. Chr. arrangierte Antiochos eine Ehe zwischen seiner Tochter Kleopatra (nicht die Kleopatra des Jahres 31 v. Chr. in Ägypten) und dem jungen Ptolemäus Epiphanes, König des Südens. Hierdurch hoffte er in gerissener Weise, sich Ägypten vollkommen anzueignen. Jedoch schlug der Plan fehl.

Rawlinson sagt: „Koele-Syrien und Palästina waren als Mitgift versprochen, wurden jedoch nicht geliefert.“ Kleopatra stand nicht wirklich auf seiten Antiochos’, denn alles war nur ein Trick, um von Ägypten Besitz ergreifen zu können.

Vers 18: Daraufhin wandte Antiochus seine Aufmerksamkeit einer anderen Richtung zu und versuchte zwischen 197 bis 196 v. Chr. die Inseln und Küsten Kleinasiens zu erobern. Der römische General Lucius Cornelius Scipio Asiaticus besiegte ihn jedoch völlig in der Schlacht von Magnesia im Jahre 190 v. Chr.

Vers 19: Als nächstes wandte Antiochos seine Aufmerksamkeit den Befestigungen seines eigenen Landes sowohl im Osten als auch im Westen zu. Als er jedoch den Versuch unternahm, seinen vergeudeten Reichtum dadurch zu vermehren, dass er den orientalischen Tempel von Belus in Elymais plünderte, wurde er im Jahre 187 v. Chr. getötet.

Vers 20: Seleukos IV. Philopator (von 187-176 v. Chr.), sein Sohn, sandte Heliodor – einen Steuereinzieher – in dem Bestreben, Geld aufzubringen, durch Judäa. Er regierte jedoch erst 11 Jahre, als Heliodor ihn vergiftete.

Vers 21: Er hinterließ keinen Erben. Sein Bruder jedoch, ein jüngerer Sohn von Antiochos dem Großen, mit Namen Epiphanes (Antiochus IV.), ein niederträchtiger und ruchloser
Mensch, kam überraschenderweise und nahm durch Schmeicheleien vom Königreich Besitz. Eumenes, sein Gehilfe, unterstützte ihn. Rawlinsons Geschichte berichtet: „Antiochos [Epiphanes], mit Hilfe von Eumenes, vertreibt Heliodor und erlangt den Thron [im Jahre 176 v. Chr.]. Er erstaunt seine Untertanen durch eine Vorliebe römischer Gewohnheiten und gutmütiger Überschweglichkeit [Schmeicheleien].“

(In dieser Endzeit gibt es innerhalb der Kirche Gottes auch eine geistige Erfüllung sowohl von diesem Vers als auch von einigen der nächsten Verse.)

Antiochus Epiphanes

Vers 22: „Der Fürst des Bundes“, bezieht sich nicht auf Christus. Hier handelt es sich um den Versuch von seiten Antiochos’, den jüdischen Hohenpriester durch einen anderen zu ersetzen, der ihm untertan sein würde.

Vers 23-24: Obgleich am Anfang nur wenige auf seiner Seite standen, erschlich er sich durch seine „römischen Gewohnheiten“, durch Betrug und Schmeicheleien eine Machtstellung, und er gelangte zu Wohlstand. Er griff ebenfalls Galiläa und das untere Ägypten an. Seine Väter, die vorherigen Könige von Syrien, hatten den Juden Gunst erwiesen. „Aber“, so sagt Rawlinsons Geschichte, „sie wurden durch das verrückte Vorhaben dieses eigenwilligen Monarchen zur Verzweiflung getrieben.“

Vers 25: Rawlinsons Geschichte sagt: „Nachdem er von den Ministern des Ptolemäus Philometor [jetzt König des Südens] mit Krieg bedroht wurde – Minister, die immer noch Koele-Syrien und Palästina als die Mitgift Kleopatras, der verstorbenen Königinmutter, betrachteten –, marschierte Antiochos im Jahre 171 v. Chr. gegen Ägypten.“ Er traf jedoch auf seinen Neffen, Ptolemäus Philometor, den König des Südens, der dort mit einer anderen gewaltigen Armee stand. Der ägyptische König wurde jedoch durch den Verrat seiner eigenen Offiziere besiegt und von Antiochus überlistet.

Vers 26-27: Rawlinsons Geschichte fährt fort: „Nach seinem Sieg bei Pelusium rückte Antiochus bis nach Memphis vor. Nachdem er den jungen König [Ptolemäus Philometor, König des Südens] in seine Gewalt gebracht hatte, beabsichtigte er, ihn als ein Werkzeug zur Unterwerfung des Landes zu gebrauchen.“ Im Jahre 174 v. Chr. saß der Onkel des Königs des Südens bei einem großen Festessen. Antiochos gab vor, sich mit dem jungen Ptolemäus gegen seinen Bruder, Euergetes II., zu verbünden. Jedoch war der eine bestrebt, den anderen zu betrügen.

Das Gräuelbild der verwüstung

Vers 28: Im Jahre 168 v. Chr., als er mit großer Beute von Ägypten zurückkam, stellte sich Antiochos gegen die Juden und brachte viele von ihnen um. Danach kehrte er mit goldenen Gefäßen aus dem Tempel zu Jerusalem nach Antiochien zurück.

Vers 29: Noch im gleichen Jahr griff er Ägypten von Neuem an. Jedoch nicht mit seinem vorherigen Erfolg, denn Philometer, der König des Südens, erhielt von Rom Hilfe.

Vers 30: Die römische Flotte kam gegen Antiochos, und er war gezwungen, sich den Bedingungen Popillius’, Befehlshaber der römischen Flotte, zu ergeben, sich aus Ägypten zurückzuziehen und Zypern an Ägypten zurückzugeben. Auf seinem Rückzug durch Judäa, als er unter der Niederlage litt, machte er seinem Ärger gegen die Juden Luft, indem er denjenigen Juden, die sich von ihrer Religion abwandten, besondere Gunst erwies.

Vers 31: Dann, ein Jahr später, im Jahre 162 v. Chr., kam der Höhepunkt des Schreckens. Antiochos sandte Truppen in das Heilige Land, die den Tempel und das Heiligtum entweihten und das tägliche Opfer abschafften (siehe auch Daniel 8, 11. 24), und er errichtete (am 15. Tage des hebräischen Monats Kisleu) den Gräuel im Allerheiligsten des Tempels in der Form eines Götzenbildes und er verwüstete es somit (Rawlinson). Es gibt viele, die behaupten, die Bibel zu lehren, die versuchen, die Prophezeiung dieses Verses auf die Moslems im 7. Jahrhundert n. Chr. zu beziehen, die den Felsendom auf dem Platz des altertümlichen Tempels in Jerusalem errichteten. Aber jeder Vers der Prophezeiung, Schritt für Schritt und Satz für Satz, entfaltete sich tatsächlich so in der Geschichte, wie es hier wiedergegeben wurde, so dass nicht die geringste Spur eines Zweifels bestehen kann, was der Gräuel der Verwüstung ist; es war das Götzenbildnis, das im Jahre 167 v. Chr. von Antiochos Epiphanes, dem König des Nordens, im Allerheiligsten errichtet wurde.

Vers 32: Antiochos versuchte, der Religion der Juden ein Ende zu machen. Er nahm das tägliche Opfer hinweg und verbot den Dienst im Tempel. Durch Schmeicheleien verdarb er die Juden, die gewillt waren, ihre Religion aufzugeben.

Hier – an dieser Stelle – bricht die Prophezeiung mit der Fortsetzung der Ereignisse der Geschichte jener altertümlichen Königreiche des Nordens und Südens ab. Bis auf diesen Punkt hin entfaltete sich die Geschichte der Prophezeiung Schritt für Schritt übereinstimmend mit der tatsächlichen Geschichte des nördlichen Königreichs, Syrien, und des südlichen Königreichs, Ägypten. Aber, so heißt es in dem Buch „Exposition of the Bible“ (Ausführungen zur Bibel), „alle genauen Einzelheiten scheinen plötzlich aufzuhören“, und zwar mit diesem Vers.

Jetzt wollen wir einmal den 32. Vers, besonders den letzten Teil, eingehend betrachten: „Und er wird mit Ränken alle zum Abfall bringen, die den Bund übertreten.“ Das hat Antiochos Epiphanes getan. Jetzt sehen Sie sich aber bitte den letzten Teil des Verses an: „Aber die vom Volk, die ihren Gott kennen, werden sich ermannen und danach handeln.“

Die Frage, die wir uns jetzt stellen müssen, lautet: Wann, angefangen mit 167 v. Chr. und danach, fingen Menschen wieder an, Gott zu kennen und, geistlich gesehen, sich zu ermannen und im Dieste Gottes etwas auszurichten? Die Antwort hierauf lautet: zur Zeit der Makkabäer, beginnend mit 166 v. Chr., und zwei Jahrhunderte später, zur Zeit des ersten Erscheinens Jesu Christi und in den Tagen der Apostel!

Vers 33: „Und die Verständigen im Volke werden vielen zur Einsicht verhelfen; darüber werden sie verfolgt werden mit Schwert, Feuer, Gefängnis und Raub eine Zeit lang.“

Jesus und die Apostel haben viele gelehrt. Aber Jesus wurde gekreuzigt, und die Geschichte deutet an, dass all die ersten Apostel, außer Johannes, gemartert wurden. Das wurde eine „Zeit lang“ – bis ins Mittelalter – fortgesetzt, als Millionen wegen ihres
Glaubens gemartert wurden.

Vers 34: „Während sie verfolgt werden, wird ihnen eine kleine Hilfe zuteil werden; aber viele werden sich nicht aufrichtig zu ihnen halten. (Vers 35:) Und einige von den Verständigen werden fallen, damit viele bewährt, rein und lauter werden für die Zeit des Endes; denn es geht ja um eine befristete Zeit.“

Der letzte Teil des 35. Verses wird von Dr. Menge weitaus klarer ausgedrückt: „… bis zur Endzeit; denn die (von Gott) bestimmte Zeit steht immer noch aus.“

Hier wird ganz allgemein der Ablauf der Geschichte des Volkes Gottes geschildert, und zwar seit der Zeit der Tage Christi bis auf die Gegenwart. Vergleichen Sie das bitte mit den Versen in Offenbarung 12, 6. 11. 13-17. Beachten Sie bitte auch, dass sich dieses Gesicht – diese Vision – bis auf die heutige, die Endzeit erstreckt.

Vers 36: Wer ist der König des Nordens jetzt, am Anfang und zur Mitte des Zeitalters des Neuen Testaments? Denn soweit ist unsere Prophezeiung inzwischen vorangeschritten. Im Jahre 65 v. Chr. wurde Syrien vom Römischen Reich verschlungen und zu einer römischen Provinz gemacht. Der römische Kaiser hatte Judäa unter seiner Kontrolle, und daher war zu der Zeit der König des Nordens, auf den hier Bezug genommen wird, der Kaiser des Römischen Reiches. Dieser Vers sagt, dass der König das tun wird, was er will, und das tat er auch – er erhob sich und erhöhte sich über alle Götter. Denn die römischen Kaiser verlangten von den Bürgern, sie anzubeten und ihnen wie Göttern Opfer darzubringen. Der römische Kaiser war wie ein Gott. Er sollte gräulich gegen den wahren Gott reden, und auch das tat er; auch verfolgte er alle Christen.

Vers 37: Seine Väter hatten noch Götzen angebetet, aber die römischen Kaiser erhoben sich selbst zu Göttern.

Vers 38: Die römischen Kaiser ehrten den Gott der Festungen, einen Gott der Bewaffnung, und sie entwickelten die größte kriegsführende Macht, die die Welt je gekannt hat. „Dagegen wird er den Gott der Festungen verehren; den Gott, von dem seine Väter nichts gewusst haben, wird er ehren mit Gold, Silber, Edelsteinen und Kostbarkeiten.“ Vor dem Jahre 476 n. Chr. hatten sich die römischen Kaiser selbst als Götter eingesetzt, aber später, angefangen mit Justinian im Jahre 554 n. Chr., begannen sie damit, einen Gott, der ein hohes religiöses Amt innehatte, zu ehren, den ihre Väter nicht gekannt hatten, und zwar ehrten sie ihn mit Gold, Silber und Macht. (Vergleichen Sie diese Prophezeiung Daniels mit Offenbarung 17,4-5; und 18, 3. 16.)

Vers 39: Die Kaiser erkannten die Oberherrschaft der Religion an. Sie sorgten dafür, dass sie an materieller Herrlichkeit zunahm und veranlassten, dass sie über viele herrschen konnte. 

Wird fortgesetzt...

De Pob