Erhalten Sie jeden Wochentag einen kostenlosen Nachrichtenüberblick in Ihrem Posteingang – die Posaune Kurzmitteilung.

190626 jag rembrandt man in oriental costume

Julia Goddard/Posaune

Der König, der Israel vorübergehend rettete

Ein Blick auf die Geschichte verdeutlicht die Gegenwart

Eine Endzeitprophezeiung über Amerika in Amos 7 erwähnt den Anführer Jerobeam. Gerald Flurrys Broschüre Great Again zeigt, wie Amerikas gegenwärtiger Präsident diese Prophezeiung erfüllt. Die Figur der Antike, auf die diese Prophezeiung zurückgeht, war der König Jerobeam II. von Israel, der ein vorübergehendes Wiederaufleben in dem verfluchten Land einleitete. Diese antike Geschichte hat faszinierende Ähnlichkeit mit der gegenwärtigen Periode in Amerika.

Die Bibel berichtet bemerkenswert wenig über Jerobeam II. Er war der König Israels, der am längsten regierte – 41 Jahre lang (etwa von 793 – 753 v.Chr.). Das Buch der Könige sagt nur, dass er „nicht von allen Sünden seines Vorgängers Jerobeam abrückte“ – also des ersten Jerobeams, der die nördlichen Stämme anführte, als diese sich fast 150 Jahre vorher vom Hause Davids trennten. Dennoch offenbart uns die Bibel durch diese knappen Ausführungen, dass die Regierungszeit Jerobeams II. in Israels Geschichte einmalig war.

Zum Beispiel konnte Israel sein Territorium nur erweitern, wenn Gott die Herrschaft eines rechtschaffenen Königs segnete. Das war bei Jerobeam II. nicht der Fall. Durch den Propheten Jonas prophezeite Gott, dass Er, obwohl Jerobeam gottlos war, Erbarmen mit Israel haben und Jerobeam benutzen würde, um Israels Grenzen soweit auszudehnen – soweit wie sie seit der Regierungszeit Salomons nie wieder gewesen waren.

„Er stellte wieder her das Gebiet Israels von Hamat bis ans Salzmeer nach dem Wort des Herrn, des Gottes Israels, das er geredet hatte durch seinen Knecht Jona…“ (2. Könige 14, 25). Wie Benjamin Mazar in seiner Schrift Die frühe biblische Geschichte zeigte, sollte das hebräische Wort Hamat eigentlich mit Lebo Hamat übersetzt werden, eine Stadt in der Provinz Hama im heutigen Syrien. Diese Stadt wird auch in 1. Könige 8, 65 erwähnt, um die nördliche Grenze von Salomons Königreich zu beschreiben. Wie Mazar berichtet, diente die Wasserscheide gleich im Norden dieser Stadt „zu allen Zeiten als natürliche Grenze mitten in Beqa“ oder im Tal.

2. Könige 14, 25 erwähnt auch die südliche Grenze von Jerobeams Territorium: das Salzmeer. Die meisten Leute glauben, das sei der östliche Teil des Toten Meeres, vielleicht sogar bis zur südlichsten Spitze des Meeres genannt Edom. Zusammengenommen bedeuten diese Verse, dass Jerobeam über die Territorien von Moab, Ammon und Syrien herrschte (siehe auch Vers 28 und Amos 6, 14). Zur selben Zeit erlebte das südliche Königreich von Juda eine nationale Wiederbelebung unter König Ussija, der das Gebiet an der Philister-Küste bis nach Süden ans Rote Meer eroberte.

Diese erstaunliche Ausdehnung heißt, dass Jerobeam auch eine überaus wichtige Handelsstraße zwischen Ägypten und dem nördlichen Mesopotamien kontrollierte: die Straße der Könige. Das zeigt, dass Jerobeams Königreich wieder wohlhabend wurde. Mit viel Geld atmete Israel noch einmal auf, bevor es nach Jerobeams Tod in Assyrien in Gefangenschaft geriet.

Mehrere archäologische Fundorte im nördlichen Israel bezeugen diesen Wohlstand im Königreich von Jerobeam II. – zum Beispiel Hazor, Dan und Tizrah. In Megiddo wurde bei Ausgrabungen ein auffälliges Siegel aus Jaspis mit der Inschrift „Shema, ein Diener des Jerobeam“ entdeckt. Seine Ikonografie und der Kontext der Entdeckung zeigen, dass es wahrscheinlich einem Priester oder Diener von Jerobeam selbst gehörte. Auch wenn die Archäologie das nicht mehr offenbaren kann, das Gesamtbild von Jerobeams Königreich deutet auf eine nationale Wiederbelebung der Städte überall in Israel und auf stark zunehmenden Wohlstand hin – zumindest bei der herrschenden Klasse.

Gegen Ende von Jerobeams Regierungszeit schickte Gott den Propheten Amos mit einer direkten Warnung vor dem bevorstehenden Untergang an das wohlhabende Volk, wenn es nicht bereute. Statt Gott für seine von Jonas prophezeiten Segnungen zu danken, hielt Israel an seiner Götzenverehrung fest. „Die ihr schlaft auf elfenbeingeschmückten Lagern und euch streckt auf euren Ruhebetten“, warnte Amos. „Ihr esst die Lämmer aus der Herde und die gemästeten Kälber und spielt auf der Harfe und erdichtet euch Lieder wie David und trinkt Wein aus Schalen und salbt euch mit dem besten Öl, aber bekümmert euch nicht um den Schaden Josefs“ (Amos 6, 4- 6, Lutherbibel, Ausgabe 1984). Bei Ausgrabungen in Israels Hauptstadt von Samaria wurden hunderte von Elfenbeinfragmente entdeckt, die an Amos Warnung erinnern.

Israel weigerte sich, Gott als die Quelle seines Wohlstandes und Friedens anzuerkennen und praktizierte weiter seine heidnischen Riten. Wie Todd Bolen schrieb: „Die Israeliten hielten sich für gute und religiöse Juden. Sie reisten regelmäßig zu ihren vom König eingerichteten religiösen Kultstätten – die Orte antiker religiöser Bedeutung (Amos 4, 4; 5; 5; 8, 14; Hosea 4, 15). Sie brachten Schlachtopfer und andere freiwillige Opfergaben von außergewöhnlicher Qualität und Größe – beispiellos in ihrer ganzen Geschichte“ (Amos 5, 21-22) („Die Herrschaft Jerobeams II.: Eine historische und archäologische Deutung“). Ohne die Warnungen des Propheten zu beherzigen, erwarteten die Menschen fortwährend nur Segnungen. Sie vertrauten so sehr auf ihr Verhältnis zu Gott, dass sie tatsächlich den Tag des Herrn herbeisehnten und dachten, das könnte ihnen ja nicht schaden (Amos 5, 18-20).

Wie Jonas und Amos klar zeigten, stand Gott hinter dem Wohlstand und dem Frieden während der Zeit von Jerobeam II. Doch die Menschen führten das auf ihren König und ihre eigenen militärischen Siege zurück: „Ihr freut euch über Lo-Dabar und sprecht: Haben wir nicht durch unsere Kraft Karnajim genommen?“ (Amos 6, 13) Gott rettete das Volk vorübergehend durch Jerobeam, aber kurz darauf, nahm Er ihnen diese Segnungen wieder.

Die biblische Geschichte und die zeitgenössische weltliche Geschichte beweisen, dass das Ende von Jerobeams Herrschaft auch das Todesurteil für sein Volk war. Mehrere assyrische Könige vertrieben Israel wieder von dem Territorium, das Jerobeam erobert hatte. Und drei Jahrzehnte später befand sich das Volk in Gefangenschaft. 

Usbip De