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Der geheimnisvolle „Riss“ (erster Teil)

06.09.2018  •  Aus diePosaune.de
Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel Acht)
 

Fortgesetzt von Der geheimnisvolle Auftrag des Jeremia (dritter Teil)

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ohin sind Jeremia, sein Assistent Baruch und die Königstöchter gegangen? An diesem Punkt hören die geschichtlichen Aufzeichnungen abrupt auf. Jedoch müssen wir aus den Angaben der Bibel schließen, dass die zehn Stämme – das Haus Israel – nur scheinbar verlorengegangen sind und dass sie auch heute noch irgendwo unerkannt als Völker bestehen.

Ihre Identität und ihr Aufenthaltsort gehören zu den Dingen, die Gott vor der Welt verborgen gehalten hat bis zu dieser Endzeit, da „viele große Erkenntnis finden“ und „die Verständigen es verstehen“ sollen (Daniel 12, 4 und 10).

Doch befassen wir uns zunächst mit einem merkwürdigen Geschehen, das sich zur Zeit Judas, des Sohnes Jakobs, zutrug. Es handelt sich um einen geheimnisvollen „Riss“.

Juda war der Vater von Zwillingssöhnen. Wie bereits erwähnt, wurde die Verheißung des „Zepters“ in der Regel jeweils an den ältesten Sohn weitergegeben. Im Falle der Thamar wusste die Hebamme offensichtlich, dass Zwillinge zu erwarten waren. Bei der Geburt „tat sich eine Hand heraus. Da nahm die Wehmutter einen roten Faden und band ihn darum und sprach: Der ist zuerst herausgekommen“ (1. Mose 38, 27-30). Aber das Kind zog seine Hand zurück, und wider Erwarten wurde das andere Kind zuerst geboren.

Da rief die Hebamme: „Warum hast du um deinetwillen solchen Riss gerissen? Und man nannte ihn Perez“, d. h. „Riss“ oder „Bruch“. Der andere Zwilling wurde Serach genannt. Warum wurde dieses sonderbare Ereignis in der Bibel verzeichnet? Könnte es sein, dass dieser Riss oder Bruch zwischen den Brüdern bzw. ihren Nachkommen irgendwann in der Zukunft wieder geheilt werden sollte?

Serach, der mit dem roten Faden, hatte seinerseits fünf Söhne (1. Chronik 2, 6). Hat vielleicht ein Nachkomme Serachs schließlich doch noch den Thron bestiegen und auf diese Weise den Riss geheilt? Nun, David, Zedekia, Christus, sie alle gehörten jedenfalls der Perez-Linie an – keiner von ihnen stammte von Serach ab.

Halten wir folgendes fest: 1. Das Heilen des Risses bedeutet die Übertragung des Zepters von der Perez-Linie auf die Serach-Linie. 2. Diese Übertragung vollzog sich nicht vor der Zeit des Königs Zedekia von Juda, der ja ein Nachkomme von Perez war. 3. Sie muss daher stattgefunden haben, nachdem Zedekia entthront war. 4. Da Davids Linie (Perez) durch alle Generationen hindurch auf dem Thron verbleiben sollte, konnte die Heilung nur dadurch geschehen, dass ein Thronerbe der Perez-Linie einen Nachkommen der Serach-Linie heiratete und dabei der Thron auf letzteren übertragen wurde.

Ein dreimaliges „umgestürzt“

Wie die Geschichte zeigt, waren die Nachkommen von Serach Nomaden; sie wandten sich nach Norden und zogen innerhalb der Grenzen der skythischen Völker umher. Später, etwa zur Zeit König Davids, wanderten ihre Nachkommen nach Irland aus.

Während all dieser Jahre war das Zepter im Besitz der Linie Perez-David-Zedekia; diese Linie war zu Ansehen und Ehre gelangt. Die Serach-Linie dagegen, die der Überzeugung war, dass ihr das Zepter eigentlich zustand – und die es eines Tages auch erhalten sollte –, war bisher völlig bedeutungslos geblieben, zumindest was das Königtum anbelangte.

In diesem Zusammenhang gibt es eine wichtige, aber häufig missverstandene Stelle in den Prophezeiungen. Es handelt sich um Hesekiel 21, Vers 30-32. Zunächst lesen wir, angefangen mit Vers 23, dass Gott hier dem Hause Juda die Babylonische Gefangenschaft ankündigt. Ab Vers 30 heißt es dann: „Und du, Fürst in Israel [angesprochen ist Zedekia], du unheiliger Frevler, dessen Tag kommen wird, wenn die Schuld zum Ende geführt hat – so spricht Gott der Herr: Tu weg den Kopfbund und nimm ab die Krone [was tatsächlich geschah, in Erfüllung des ersten Teils der prophetischen Mission Jeremias]! Denn nichts bleibt, wie es ist, sondern was hoch ist [„der sich erhöht hat“ – Jubiläumsbibel], soll erniedrigt werden, und was niedrig ist, soll erhöht werden. Zu Trümmern, zu Trümmern, zu Trümmern will ich sie [die Krone; siehe auch Jubiläumsbibel] machen – aber auch dies wird nicht bleiben –, bis der kommt, der das Recht hat; dem will ich es [eigentlich „sie“, die Krone] geben.“

„Tu weg den Kopfbund und nimm ab die Krone!“

Das ist eingetroffen. Wie wir wissen, starb König Zedekia von der Davidischen Dynastie in Babylon, und seine Söhne sowie alle Edlen von Juda wurden umgebracht.

Andererseits wird nicht gesagt, dass die Krone und der königliche Kopfschmuck gänzlich verschwinden sollten; statt dessen sollte, wie wir gleich sehen werden, lediglich ein Wechsel stattfinden. Der Thron Zedekias sollte „zertrümmert“ bzw. umgestürzt werden – ein anderer sollte die Krone tragen. Gott hat sein Versprechen an David nicht gebrochen!

„… was hoch ist, soll erniedrigt werden, und was niedrig ist, soll erhöht werden.“ Derjenige, der hier als „hoch“ bezeichnet wird, ist König Zedekia von Juda. Er sollte nun erniedrigt werden und die Krone verlieren. Auch war durch das „Zepter“ Juda als Ganzes „erhöht“, während Israel als „erniedrigt“ galt; schließlich war es ja seit vielen Jahren ohne einen König aus dem Geschlechte Davids (Hosea 3, 4). Innerhalb des Hauses Juda wiederum war die Perez-Linie „erhöht“ und die Serach-Linie „erniedrigt“.

Hesekiel 21, 32 lautet in der Elberfelder Übersetzung: „Umgestürzt, umgestürzt, umgestürzt will ich sie machen; auch dies wird nicht mehr sein – bis der kommt, welchem das Recht gehört.“ Aber was sollte „umgestürzt“ werden? Nun, natürlich die Krone und der Thron, und zwar nicht nur einmal, sondern dreimal. Das erste „umgestürzt“ war der erste Teil der Mission Jeremias. Umgestürzt, indem Zedekia, das Haus Juda und die Perez-Linie erniedrigt und jetzt das Haus Israel und einer aus der Serach-Linie erhöht wurden. Im ersten der drei „umgestürzt“ erfüllte sich der erste Teil der prophetischen Mission Jeremias.

„Nichts bleibt, wie es ist.“ Soll das heißen, dass der Thron – die Krone – zu existieren aufhörte? Keineswegs! Wie könnte der Thron sonst noch zweimal „umgestürzt,“ d. h. auf jemand anders übertragen werden? Wie sollte die Krone sonst dem übergeben werden, „der das Recht hat“, also Christus? Soll sie etwa, wenn er wiederkommt, nicht mehr bestehen?

Wie könnte dann derjenige, der „erniedrigt“ war, durch die Krone erhöht werden? Nein, die Bedeutung ist ganz einfach die: Die Krone soll dreimal auf jemand anders übertragen werden und dann so lange innerhalb einer bestimmten Linie verbleiben, bis Christus wiederkehrt, um sie selbst zu übernehmen. Der Thron musste neu gepflanzt und neuaufgebaut und die Krone auf einen anderen übertragen werden.

Aber wo und auf wen?

Ein „Rätsel“ und ein „Gleichnis“

Die Wahrheit über das Pflanzen und Wiederaufbauen von Davids Thron wird in der Bibel in einem „Rätsel“ und einem „Gleichnis“ in metaphorische Sprache gefasst. Das ganze Kapitel sollte sehr sorgfältig gelesen werden. Beachten Sie, diese prophetische Botschaft ist nicht an Juda – die Juden – gerichtet, sondern an das Haus Israel. Es ist eine Botschaft, um die verlorenen zehn Stämme des Hauses Israel in dieser Endzeit ans Licht zu bringen.

Das Rätsel und das Gleichnis finden sich im 17. Kapitel des Buches Hesekiel.

Hesekiel wird aufgetragen, zuerst ein Rätsel vorzulegen und dann ein Gleichnis. Das Rätsel ist in den Versen 3-10 aufgezeichnet: Anschließend, von Vers 11 an, wird gleich dessen Sinn erklärt. „Sprich doch zu dem Haus des Widerspruchs [gemeint: widerspenstiges Haus, nämlich das Haus Israel mit seinen zwölf Stämmen (Hesekiel 12, 9), zu dem Hesekiel als Prophet gesandt ist (Hesekiel 2, 3; 3, 1 usw.)]: Wisst ihr nicht, was damit gemeint ist? Und sprich …“ Dann folgt die Deutung des Rätsels.

Ein großer Adler überflog den Libanon, brach die Spitze einer Zeder ab und brachte diese in ein anderes Land. Dieser Adler, so wird erklärt, versinnbildlicht den König Nebukadnezar, der gegen Jerusalem zog, den König von Juda gefangennahm und ihn mitsamt seinen Söhnen nach Babylon führen ließ. „Dann nahm er ein Gewächs des Landes und pflanzte es in gutes Land, wo viel Wasser war, und setzte es am Ufer ein“ (Vers 5). Dieser Teil des Rätsels bedeutet, dass König Nebukadnezar auch einige von dem Volk und von den Edlen von Juda zu Gefangenen machte. „Und es wuchs und wurde ein ausgebreiteter Weinstock mit niedrigem Stamm“ (Vers 6), mit anderen Worten: Mit den Juden wurde ein Vertrag geschlossen, der es ihnen erlaubte – während sie der Herrschaft der Chaldäer unterstanden –, in Frieden zu leben und sich zu entfalten. Der andere „große Adler“ stellt den Pharao von Ägypten dar (Vers 7-10).

Das Rätsel hat also mit der ersten Hälfte von Jeremias Mission zu tun. Wenden wir uns nun dem Gleichnis zu, das sich auf den zweiten Teil seines Auftrages bezieht – auf die Verpflanzung des Thrones Davids. Das Gleichnis steht in Vers 22 bis 24: „So spricht Gott der Herr: Dann will ich selbst von dem Wipfel der Zeder die Spitze wegnehmen und ihr einen Platz geben; ich will oben von ihren Zweigen ein zartes Reis brechen und will‘s auf einen hohen und erhabenen Berg pflanzen …“

Der Zedernbaum ist, wie gesagt, das Volk Juda. Mit dem Wipfel ist der König von Juda gemeint. Im Rätsel hieß es, dass Nebukadnezar den Wipfel abbrach. Nun aber, im Gleichnis, erfahren wir, dass Gott – nicht Nebukadnezar, sondern Gottvon dem Wipfel nehmen wird, also nicht den Wipfel selbst, sondern von dem Wipfel – von Zedekias Kindern. Die Söhne Zedekias jedoch hatte Nebukadnezar töten lassen.

Gott nimmt jetzt durch seinen Propheten Jeremia von der Spitze ein Reis und „pflanzt es“ (Vers 22). „So spricht Gott der Herr: Dann will ich selbst von dem Wipfel der Zeder die Spitze wegnehmen und ihr einen Platz geben; ich will oben von ihren Zweigen ein zartes Reis brechen und will‘s auf einen hohen und erhabenen Berg pflanzen“, fährt der Allmächtige fort. Die Zweige dieses höchsten Wipfels repräsentieren die Kinder Zedekias. Also kann das „zarte Reis“ nur eine Tochter Zedekias versinnbildlichen … und will‘s … pflanzen.“ Das kann nur bedeuten, dass diese Tochter des Königs Zedekia die königliche Saat sein sollte, die zur erneuten Pflanzung des Thrones Davids ausersehen war. Und wo sollte diese „Neupflanzung“ stattfinden? Das „Reis“ sollte „auf einen hohen, erhabenen Berg gepflanzt werden“. Ein „Berg“ symbolisiert in der Bibel ein Volk (Daniel 2, 35). 

Wird fortgesetzt...

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