Deadsea

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Das Volk Israel teilt sich in zwei Nationen (dritter Teil)

09.08.2018  •  Aus diePosaune.de
Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel Sechs)
 

Fortgesetzt von Das Volk Israel teilt sich in zwei Nationen (zweiter Teil)

I

srael verschwindet aus dem Blickfeld

In den Jahren 721 bis 718 v. Chr. wurde das Nordreich, das Haus Israel, von den Assyrern unterworfen, seine Bevölkerung wurde gefangengenommen und in ein Gebiet südwestlich des Kaspischen Meeres verschleppt. Damit war Israel von der Bühne der Weltgeschichte verschwunden.

In 2. Könige 17, 18 werden diese Ereignisse so zusammengefasst: „Da wurde der Herr sehr zornig über Israel und tat es von seinem Angesicht weg, so dass nichts übrigblieb als der Stamm Juda allein.“

Wen also „tat Gott von seinem Angesicht weg“? Israel! Israel ist es, das er in Gefangenschaft geraten und von der Bildfläche verschwinden ließ.

Zurück blieb nur Juda – nur die Juden. Seitdem gilt Israel als verschollen. Man spricht heute von den zehn verlorenen Stämmen.

Heiden besiedeln das Land Israels

In 2. Könige 17, 22-23 heißt es: „So wandelte Israel in allen Sünden Jerobeams, die er getan hatte, und sie ließen nicht davon ab, bis der Herr Israel von seinem Angesicht wegtat, wie er geredet hatte durch alle seine Knechte, die Propheten. So wurde Israel aus seinem Lande weggeführt nach Assyrien bis auf diesen Tag“ (geschrieben um das Jahr 620 v. Chr.). Halten wir fest, dass die Menschen, die den Volksnamen „lsrael“ trugen und die Verheißungen des Erstgeburtsrechts innehatten, aus ihrem eigenen Land, aus Samaria, verschleppt wurden. Sie verließen das Land und sind bis heute nicht zurückgekehrt.

Lesen wir nun den nächsten Vers: „Der König von Assyrien aber ließ Leute von Babel kommen, von Kutha, von Awwa, von Hamath und Sepharwajim, und ließ sie wohnen in den Städten von Samarien an Israels statt. Und sie nahmen Samarien ein und wohnten in seinen Städten“ (2. Könige 17,24).

Diese Fremden waren es, die noch zur Zeit Christi in Samaria lebten und als Samariter bezeichnet wurden. Das sollte man sich gut merken. Denn die Samariter des Neuen Testaments waren in keinem Sinn rassisch mit den Israeliten vermischt. Nur ein Mann – ein Priester – kehrte von den gefangenen Israeliten zurück, um die neu ins Land verpflanzten Heiden die korrupte Religion Israels zu lehren (2. Könige 17, 27-28).

Aber diese Menschen aus Babylonien und aus den Nachbarländern folgten auch nicht dem wahren Gott und seinen Wegen, sondern beteten ihre selbstgemachten Götter an (2. Könige 17, 29).

Die Staatsreligion der Assyrer und Babylonier war die Religion der chaldäischen Mysterien. Es war die gleiche Religion, die zur Zeit Christi von Simon dem Zauberer (Apostelgeschichte 8) vertreten wurde, der, von den Wundern des Philippus beeindruckt, den Namen Christi gebrauchte, um ein neues, verfälschtes „Christentum“ zu begründen. Der Apostel Petrus hatte ihn zurückgewiesen, weil er „verstrickt war in Ungerechtigkeit“, d. h. in „Gesetzesübertretung.“ Er übernahm den Namen Christi, wies Gottes Gesetz zurück, fügte der babylonischen Geheimnisreligion eine falsche, Unzucht duldende „Gnade“ hinzu und nannte das Ganze „Christentum“. So entstand das falsche „Christentum“, durch das bis auf den heutigen Tag Millionen von Menschen getäuscht und verführt wurden.

In 2. Könige 18, 9-12 und 17, 5-18 erfahren wir Näheres über die Gefangenschaft Israels. Jetzt war die Zeit gekommen, dass das Haus Israel (nicht die Juden) „lange Zeit ohne König“ bleiben sollte (Hosea 3, 4). Da sie das Volk waren, das den Namen „Israel“ trug, sind sie es auch, und nicht Juda, die ihre Identität verlieren mussten.

Israel, nicht Juda, verlorengegangen

Die Heilige Schrift sagt uns klar und deutlich, dass Israel seine Identität, seine Sprache, seine Religion, sein Land und seinen Namen verlieren sollte.

In 5. Mose 32, 26 hatte Gott sie durch Mose gewarnt: „Ich wollte sagen: Wo sind sie? ich werde ihr Gedächtnis aufheben unter den Menschen“ (Jubiläumsbibel). Diese Warnung kann sich nicht auf die Juden beziehen. Der Juden Gedächtnis wurde nicht aufgehoben. Nur wenn ihre Identität und ihr Name verlorengegangen wären, könnte das Gedächtnis an sie aufgehoben sein. Dies bezieht sich auf die verlorenen Stämme, nicht auf die Juden.

Sehen wir uns nun Jesaja 8,17 an: „Ich … will hoffen auf den Herrn, der sein Antlitz verborgen hat vor dem Hause Jakob.“ Jakobs Name wurde zu Israel abgeändert. Mit anderen Worten, dies bezieht sich auf das Haus Israel – das zehnstämmige Reich –, das von der Gegenwart Gottes abgeschnitten worden war. In der Folge verloren sie das Wissen um den wahren Gott und die wahre Religion.

Der ewiglebende Gott würde einmal nicht mehr mit ihnen in ihrer eigenen, der hebräischen Sprache sprechen, sondern „Gott wird einmal „… mit einer fremden Zunge reden zu diesem Volk“ (Jesaja 28, 11). Dies kann sich nicht auf die Juden beziehen, die ihre Bibeln immer noch in der hebräischen Sprache lesen.

Jesaja 62, 2: „… die Heiden sehen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit [nach Christi Rückkehr]. Und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des Herrn Mund nennen wird.“ Wenn diese Prophezeiung sich auch direkt auf die Zukunft bezieht, auf die Zeit nach Christi Rückkehr, so wurde sie doch, sinnbildlich, auch bereits erfüllt, indem sie durch die Tatsache, dass Israel heute unter einem anderen Namen bekannt ist, jene Zeit ankündigte. Es kann sich nicht auf die Juden beziehen. Sie waren damals, und sind es auch heute, als Juden bekannt.

Israel kehrte nie zurück

Das Haus Israel kehrte nicht mit den Juden zur Zeit Esras und Nehemias nach Palästina zurück, wie einige irrtümlicherweise glauben. Diejenigen, die zurückkehrten, den Tempel wiederaufzubauen und den Tempeldienst in Jerusalem wiederaufzunehmen, waren ausschließlich Angehörige des Hauses Juda, die von Nebukadnezar nach Babylon verschleppt worden waren und nach 70jähriger Gefangenschaft wieder nach Juda zurückkehren durften.

Prägen wir uns folgende Punkte fest ein:

1. 721 bis 718 v. Chr. begann die Deportation Israels von Samaria nach Assyrien (2. Könige 17, 23). Bald waren alle Israeliten aus dem Heiligen Land verschwunden, so dass „nichts übrigblieb als der Stamm Juda allein“ (2. Könige 17,18). Juda allein blieb zurück.

2. Mehr als 130 Jahre später verschleppte der babylonische König Nebukadnezar auch die Juden – Juda –, die allein im Heiligen Land zurückgeblieben waren, nach Babylon. Also lebte während der Zeit, da Juda in Gefangenschaft war, keiner vom Hause Israel in Palästina.

3. Diejenigen, die 70 Jahre nach der Gefangennahme des Hauses Juda nach Palästina zurückkehrten, den Tempel aufbauten und den Tempeldienst wiederaufnahmen, waren ausnahmslos Juden, „die nach Jerusalem und Juda zurückkehrten, ein jeder in seine Stadt“ (Esra 2, 1).

Nur die Übriggebliebenen der Stämme Juda, Benjamin und Levi, die zusammen das Haus Juda bildeten, kehrten zurück (Esra 1, 5). „Da machten sich auf die Häupter der Sippen aus Juda und Benjamin und die Priester und Leviten.“

Trotzdem mögen manche immer noch an der falschen Vorstellung hängen, dass nicht nur die Juden, sondern auch die zehn Stämme des Hauses Israel zur Zeit Esras und Nehemias nach Jerusalem zurückkehrten. Sie sehen Beispiele, in denen das Wort „Israel“ in Verbindung mit einzelnen Männern oder mit Familien des Hauses Juda gebraucht wird, und fassen das dann so auf, als wäre hier vom Haus Israel die Rede. Daher sei hier mit Nachdruck wiederholt: Juden sind Israeliten, aber nur ein Teil der Israeliten sind Juden.

Diese Menschen suchen Beispiele heraus, wo das Wort „Israel“ in Verbindung mit einzelnen Personen oder Angehörigen des des Hauses Juda gebraucht wird und stellen diese fälschlicherweise als Angehörige des Hauses Irael dar. Ich möchte nochmals betonen: Juden sind Israeliten aber nur ein Teil der Israeliten sind Juden. Der Begriff „Jude“ ist eine Kurzform für die nationale Bezeichnung Juda. Juden sind tatsächlich Israeliten aber sie sind nicht von der Nation, die als Haus Israel bzw. Königreich Israel bezeichnet wird.

Manch einer verweist auf Bibelstellen wie diese: „Das übrige Israel aber, Priester und Leviten, blieb in allen Städten Judas, ein jeder auf seinem Erbteil“ (Nehemia 11, 20). Weil das Wort „Israel“ gebraucht wird, wird behauptet, hier seien alle zwölf Stämme gemeint. Dabei ist doch ausdrücklich von Priestern und Leviten die Rede, und die sind vom Hause Juda, nicht vom Hause Israel. Sie waren in der Tat das „übrige Israel“ – der Rest der zwölf Stämme. Sie waren Israeliten, aber sie waren nicht Angehörige der Nation mit dem Namen „Haus Israel“. Sie kamen zurück zu ihrem Erbe, also in das Land Juda.

In Nehemia 7,6 heißt es klar und deutlich: „Dies sind die Leute der Landschaft Juda, die aus der Gefangenschaft [der Babylonischen Gefangenschaft – der Gefangenschaft Judas, nicht Israels] heraufgezogen sind, die Nebukadnezar, der König von Babel, weggeführt hatte.“ Von den zehn Stämmen war nach der assyrischen Gefangenschaft, die mehr als 130 Jahre vor der Babylonischen Gefangenschaft begonnen hatte, keiner im Heiligen Land zurückgeblieben (2. Könige 17, 18).

„Und die Kinder Israel, die Priester, die Leviten und die andern, die aus der Gefangenschaft zurückgekommen waren, hielten die Einweihung des Hauses Gottes“ (Esra 6, 16). Dies waren Angehörige des Königreiches Juda, nicht des Königreiches Israel. Sie gehörten jedoch zu den „Kindern Israel“. Die Namen und die Abstammung derjenigen, die von Babylonien nach Palästina zurückkehrten, sind in den Büchern Esra und Nehemia genau aufgeführt. Dabei ist niemand von den zehn Stämmen erwähnt. Folglich gehörten diejenigen, die beispielsweise zur Zeit Jesu in Jerusalem lebten, zu den drei Stämmen Juda, Benjamin und Levi, aber nicht zum Hause Israel. Und die meisten, wenn nicht alle, von denen, die bekehrt wurden, waren vom Stamm Benjamin, wie auch Paulus laut eigener Angabe war.

Das Haus Israel ging unter dem Namen „die zehn verlorenen Stämme“ in die Geschichte ein. Seine Identität ist verlorengegangen – die zehn Stämme haben heute einen anderen Namen und sprechen eine andere Sprache.

Wer und wo sie auch immer sein mögen, sie und nicht die Juden sind die Träger des Erstgeburtsrechts. Sie sind es, nicht die Juden, die nach Beendigung ihrer Strafe, 1800-1803, die unwiderruflichen, an Abraham ergangenen Verheißungen von nationaler Größe, Rohstoffquellen, Reichtum und Macht erben mussten. Manasse sollte die größte Einzelnation der Welt werden und Ephraim ein großes Commonwealth von Nationen. Wer können sie heute sein? 

Wird fortgesetzt...

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