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Gamze Bozkaya/Unsplash

Das Erstgeburtsrecht und das Zepter (Zweiter Teil)

Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel Vier)

Fortgesetzt von Das Erstgeburtsrecht und das Zepter (Erster Teil)

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nade ist an Bedingungen geknüpft

Die meisten Menschen, die sich zum „Christentum“ bekennen, sind der Meinung, es gäbe keine Bedingungen, um die Gnade Gottes, d. h. das ewige Leben, zu empfangen. Sie verdrehen die Wahrheit indem sie sagen, das würde heißen, man muss sich das ewige Leben verdienen. Sie glauben, man könne sich gegen Gottes Gesetz auflehnen und trotzdem von Gott das Geschenk ewigen Lebens verlangen.

In Wahrheit verhält es sich folgendermaßen: Das ewige Leben ist in der Tat ein Geschenk Gottes. Man kann es nicht verdienen! Niemand hat ein Recht darauf. Niemand kann es von Gott als ein Recht beanspruchen, schon gar nicht, wenn er sich gegen Gottes Herrschaft auflehnt und sich weigert, das eigene Leben so von Gott lenken zu lassen, wie dieser es für richtig hält.

Gott hat Bedingungen gestellt. Doch durch die Erfüllung dieser Bedingungen kann sich niemand etwas verdienen. Zwar heißt es, dass Gott seinen Heiligen Geist denen gibt, die ihm gehorchen (Apostelgeschichte 5, 32), doch ist dabei der Heilige Geist nicht etwa die Belohnung für den Gehorsam. Vielmehr handelt es sich nach wie vor um ein Geschenk. Der Gehorsam ist lediglich die Vorbedingung zum Empfang dieses Geschenks.

Stellen Sie sich vor, ein wohlhabender Mann sagt zu Ihnen: „Ich schenke Ihnen 1000 Euro, wenn Sie bereit sind, den Scheck über diese Summe selbst bei der Bank einzulösen.“ Dadurch, dass Sie zur Bank gehen und den Scheck über 1000 Euro einlösen, haben Sie sich das Geld nicht verdient, sondern Sie erfüllen nur die Bedingung, die zum Erhalt des Geschenks erforderlich ist.

„Gnade“ bedeutet unverdiente Vergebung. Gott vergibt denen, die bereuen. „Bereuen“ aber heißt Schluss machen mit Auflehnung und Ungehorsam gegenüber Gott. „Bereuen“ heißt anfangen, Gottes Gesetz zu halten. Die Tatsache, dass Gott das Geschenk des ewigen Lebens in göttlicher Macht und Herrlichkeit nicht denen gibt, die dieses Geschenk missbrauchen würden, sondern nur denen, die sich bereit gezeigt haben, den rechten Gebrauch davon zu machen, bedeutet nicht, dass man das ewige Leben durch Werke verdienen kann. Es handelt sich lediglich um Vorbedingungen. Wenn es keine Bedingungen gäbe, dann könnte jeder diese Gabe verlangen; es wäre eine Art Geburtsrecht.

Allein die Tatsache der Gnade macht die von Gott verlangten Qualifikationen erforderlich. Dennoch bleibt das Heil ein unverdientes Geschenk. Wir können es uns durch unseren Gehorsam nicht verdienen, denn den Gehorsam sind wir Gott sowieso schuldig. Ein Erstgeburtsrecht dagegen ist an keinerlei Vorbedingungen geknüpft. Es ist ein Recht, das man mit seiner Geburt erlangt.

DIe Bedeutung des Erstgeburtsrechts

Das Erstgeburtsrecht, das Abrahams Nachkommen verheißen wurde, bedeutet das reichste und wertvollste Erbe, das es – materiell gesehen – überhaupt geben kann. Es bedeutet den größten Reichtum und die größte Macht, die je von Menschen angehäuft wurden. Die Bedeutung dieses Erstgeburtsrechts ist überwältigend. Die Kirchen jedoch, die führenden Theologen, Gelehrten und Bibelsachverständigen haben anscheinend nie darüber gelesen oder davon erfahren.

Das Erstgeburtsrecht umfasst, wie wir gesehen haben, den materiellen Aspekt der gewaltigen göttlichen Verheißung an Abraham.

In seinen Verheißungen hatte Gott Abraham nicht nur versprochen, dass dessen Nachkommen ein Volk und eine Völkergemeinschaft von Weltgeltung bilden und die „Tore ihrer Feinde“ besitzen würden, was allein schon auf Weltmacht hindeutet, sondern er hatte auch großen materiellen Reichtum zugesagt. Das kommt klar zum Ausdruck in dem Segen, den Isaak seinem Sohn Jakob erteilte, wie wir noch sehen werden.

Das Erstgeburtsrecht ging nicht an Ismael

Das Erbe des Erstgeburtsrechts fiel in der Regel jeweils dem ältesten Sohn zu, es sei denn, dass Gott speziell eingriff, was dreimal geschah.

Unter den Söhnen Abrahams wurde Isaak von Gott auserwählt, sowohl das Zepter als auch das Erstgeburtsrecht zu erben. Eigentlich war Ismael der älteste, aber Gott erwählte Isaak: „Und Abraham gab all sein Gut Isaak“ (1. Mose 25, 5). Isaak nämlich war Abrahams erstgeborener ehelicher Sohn, während Ismael der Sohn von Hagar war, einer ägyptischen Magd.

Abraham liebte Ismael, seinen ältesten Sohn, und wünschte, dass er das Erstgeburtsrecht bekäme.

„Und Abraham sprach zu Gott: Ach, dass Ismael möchte leben bleiben vor dir!“ (1. Mose 17, 18). Bis zu diesem Zeitpunkt nämlich war seine Frau Sara unfruchtbar geblieben.

„Da sprach Gott: Nein, Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, und mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm. Und für Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen und über alle Maßen mehren. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen Volk machen. Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak …“ (Vers 19-21).

Bezüglich des Volkes, das von Ismael abstammen sollte, prophezeite ein Engel der Hagar: „Er wird ein Wildesel von Mensch sein; seine Hand wider alle und die Hand aller wider ihn, und angesichts aller seiner Brüder [eigentlich: „östlich von all seinen Brüdern“] wird er wohnen“ (1. Mose 16, 12, Elberfelder Übers.).

Ismaels Nachkommen sollten zwar auch ein großes Volk werden, aber die Völker des Erstgeburtsrechts sollten offensichtlich noch größer werden. Die Ismaeliten sollten „östlich von ihren Brüdern“ wohnen, d. h. östlich von Isaaks Nachkommen, die das Erstgeburtsrecht besaßen. Die Kinder Ismaels sind die heutigen Araber. Das Volk und die Völkergemeinschaft, die das Erstgeburtsrecht besitzen, müssen folglich größer, reicher und mächtiger sein als die arabischen Völker und müssen westlich von ihnen gelegen sein.

An dieser Stelle dürfte es interessant sein, kurz auf einige biblische Parallelen hinzuweisen.

Abraham kann man als Sinnbild ansehen für Gott den Vater, während Isaak ein Typ Christi ist. Wir werden als „Abrahams Kinder“ bezeichnet, wenn wir Christus gehören (Galater 3, 29). Abraham gilt als der „Vater aller Gläubigen“ (Galater 3, 7). In seiner großen Prüfung wurde Abraham aufgefordert, sich zur Opferung seines einzigen (rechtmäßigen) Sohnes bereit zu zeigen (l. Mose 22, 2), genauso wie Gott seinen Sohn Jesus Christus für die Sünden der Welt hingab. Isaaks Frau Rebekka ist dann als Sinnbild der Gemeinde zu betrachten: Sie musste Isaak lieben und ihn als Ehemann akzeptieren, noch bevor sie ihn mit eigenen Augen gesehen hatte. Wir können die Analogie noch weiterführen, wenn wir bedenken, dass Isaak auf Grund eines Versprechens und durch ein Wunder Gottes geboren wurde, so wie auch Jesus auf wunderbare Weise von der Jungfrau Maria geboren wurde.

Isaak hatte zwei Söhne, Esau und Jakob. Esau war der Erstgeborene und deshalb der rechtmäßige Erbe des Erstgeburtsrechts. Aber Esau achtete sein Recht gering und verkaufte es an Jakob.

Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht

Von Anfang an hatte Gott für seine Verheißungen Jakob erwählt; er bestimmte es so, noch bevor Jakob und Esau geboren waren. Doch Jakob, beeinflusst durch seine Mutter, nahm Esau sein Erstgeburtsrecht durch Betrug fort, statt auf Gott zu vertrauen.

Gott erklärte Rebekka vorher, dass Esau und Jakob die Stammväter zweier Völker sein würden – „zweierlei Volk“. „… und ein Volk wird dem andern überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen“ (1. Mose 25, 23).

Den Bericht über Jakobs voreilige, betrügerische Aneignung des Erstgeburtsrechts finden wir in 1. Mose 25, angefangen mit Vers 27:

„Und als nun die Knaben groß wurden, wurde Esau ein Jäger und streifte auf dem Felde umher, Jakob aber ein gesitteter Mann und blieb bei den Zelten. Und Isaak hatte Esau lieb und aß gern von seinem Wildbret; Rebekka aber hatte Jakob lieb. Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Feld und war müde und sprach zu Jakob: Laß mich essen das rote Gericht; denn ich bin müde. Daher heißt er Edom [‚rot‘].“

Die Identität von Esau bzw. Edom ist ein weiterer Schlüssel zum Verständnis der Bibel; eine ganze Anzahl von Prophezeiungen für die Gegenwart wie für die Zukunft bezieht sich auf Edom. Man kann sie nur verstehen, wenn einem klar ist, dass sie sich auf die Nachkommen Esaus beziehen, hauptsächlich auf das heutige türkische Volk.

Und weiter mit Vers 31: „Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute deine Erstgeburt. Esau antwortete: Siehe, ich muss doch sterben, was soll mir da die Erstgeburt? Jakob sprach: So schwöre mir zuvor. Und er schwor ihm und verkaufte so Jakob seine Erstgeburt. Da gab ihm Jakob Brot und das Linsengericht, und er aß und trank und stand auf und ging davon. So verachtete Esau seine Erstgeburt.“ Später gewann Jakob durch Betrug den Erstgeburtssegen, der eigentlich Esau zustand. Darüber lesen wir im 27. Kapitel des 1. Buches Mose.

Jakobs Betrug

Isaak war alt geworden und sein Augenlicht aufgrund seines Alters getrübt. Als er fühlte, dass sein Ende nahe war, rief er Esau zu sich und bat ihn, hinaus aufs Feld zu gehen, um Wildbret für ihn zu erjagen; dieses Wildbret sollte Esau zubereiten und ihm bringen. Dann, so sagte Isaak, wollte er ihm den Segen erteilen, der das Erstgeburtsrecht bestätigt.

Rebekka, die das Gespräch mit angehört hatte, trug Jakob auf, schnell zwei junge Ziegenböcke zu holen. Diese bereitete sie so zu, wie Isaak das am liebsten mochte. Dann nahm sie einige von Esaus Kleidern, damit Jakob sie anzog. Da aber nun Esau sehr haarig war, Jakob hingegen eine glatte Haut besaß, legte Rebekka die Felle der beiden jungen Ziegenböcke sorgfältig um Jakobs Hände, Arme und Hals.

So verkleidet, ging Jakob mit dem „Wildbret“ zum Vater, um von ihm den Segen zu empfangen. „Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn“ (1. Mose 27, 19).

Isaak war überrascht, dass das Wildbret so schnell erlegt und zubereitet worden war; er fing an, Verdacht zu schöpfen. Doch Jakob log wieder, indem er erklärte, Gott habe ihm das Wildbret gegeben. Aber Isaak merkte, dass die Stimme zu Jakob gehörte.

„Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, dass ich dich betaste, ob du mein Sohn Esau bist oder nicht. So trat Jakob zu seinem Vater Isaak. Und als er ihn betastet hatte, sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände. Und er erkannte ihn nicht; denn seine Hände waren rauh wie Esaus, seines Bruders, Hände. Und er segnete ihn“ (1. Mose 27, 21-23). 

Wird fortgesetzt...

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