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Wird Europa von Feudalherren beherrscht?

Historisch beherrschte der Adel im Heiligen Römischen Reich die europäische Wirtschaft. Seitdem hat sich weniger verändert, als man glauben mag.

Das kontinentale Europa steht, was ererbten Reichtum anbetrifft, an der Weltspitze. Zwei Drittel der reichsten Leute in Deutschland haben ihr Vermögen geerbt. Das ging 2016 aus einer Studie über die Milliardäre der Welt des Peterson Instituts für Internationale Wirtschaft hervor. In den Ländern, die einst Teil des Heiligen Römischen Reichs waren, haben 57 Prozent der Milliardäre ihr Vermögen geerbt. In den angelsächsischen Ländern sind das nur 29 Prozent und in den ostasiatischen Ländern nur 17 Prozent.

Die politischen Grenzen von Europas Nationalstaaten waren eine Folge des ersten Weltkriegs. Aber abgesehen von diesen Grenzen existieren auch noch viele wirtschaftliche Latifundien des Heiligen Römischen Reichs. Der feudale Adel, der sie betreibt, musste nur lernen, sein Vermögen auf andere Weise zu verwalten. Anstatt von der Arbeit der Bauern abhängig zu sein, verwalten die heutigen Blaublütler jetzt industrielle Mischkonzerne, multinationale Versicherungsfirmen und Privatbanken.

Unter diesen Aristokraten ist auch Baron Karl-Theodor zu Guttenberg, der frühere deutsche Verteidigungsminister von der Christlich Sozialen Union, der ein Schloss in Bayern besitzt und derzeit eine gemeinschaftliche Beratungs- und Investmentfirma in New York betreibt. Aber mit einem Familienvermögen von etwa 900 Millionen Dollar ist er noch lange nicht Deutschlands reichster Aristokrat. Baron August von Finck besitzt ein Vermögen von 9,2 Milliarden Dollar. Dieser Reichtum stammt aus dem Verkauf einer Bank, die sein Großvater Wilhelm von Finck 1870 begründete. Von Finck investiert jetzt in ein diversifiziertes Portfolio und unterstützt die Partei „Alternative für Deutschland (AfD)“.

Baron Andreas von Bechtolsheim (6,8 Milliarden $) ist Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Netzwerkschaltsysteme Arista Networks. Baron Georg von Opel (2,1 Milliarden $) ist der Großenkel des deutschen Automobilbauers Adam Opel und Eigentümer der Hansa AG. Baron Stefan von Holtzbrinck (1,7 Milliarden $) erbte Deutschlands zweitgrößtes Verlagshaus von seinem Vater Georg von Holtzbrinck, der bereits 1933 Mitglied der Nazi-Partei wurde.

Eine kürzlich durchgeführte Studie der Bank von Italien fand heraus, dass die reichsten Familien in Florenz von heute schon vor 600 Jahren an der Spitze der sozioökonomischen Leiter standen. Der Marquis Lamberto Frescobaldi gehört der dreißigsten Generation einer Winzerfamilie aus Florenz an, dessen Familie ihr Vermögen durch Gelder verdiente, die sie dem englischen Königen Edward I. und Edward II. zur Bezahlung der Kreuzzüge lieh. Heute ist der Marquis de’ Frescobaldi dabei, mit seinem Weinimperium die russischen und chinesischen Märkte zu erobern.

Der Graf Henri de Castries von Frankreich ist am besten bekannt als Aufsichtsratsvorsitzender der Bilderberg Gruppe, einem geheimnisvollen Transatlantischen Forum zum Ideenaustausch zwischen den politischen und wirtschaftlichen Eliten Europas und Nordamerikas. Bis zu seiner Pensionierung 2016 war er auch noch Vorstandvorsitzender der französischen multinationalen Versicherungsfirma AXA. Jetzt verbringt er seine Wochenenden in seinem Schloss in Anjou und arbeitet als Vorstandsvorsitzender der Firma Europäische Operationen für privates Aktienkapital General Atlantic.

Der Adelsstand wurde als gesetzliche Klasse in Frankreich 1870 abgeschafft, in Deutschland 1919 und in Italien 1946. Otto von Habsburg, der letzte Kronprinz von Österreich-Ungarn, beschrieb das 1989 so: „Die [Europäische] Gemeinschaft existiert größtenteils durch ihr Vermächtnis des Heiligen Römischen Reiches, auch wenn die meisten Leute, die in ihr leben, nicht einmal wissen, was diese Erbe überhaupt ist.“

Als Herbert Armstrong, der Chefredakteur des Vorgängermagazins der Posaune, dem Plain Truth, sich 1983 mit Habsburg traf, drückte der österreich-ungarische Aristokrat ihm gegenüber seine Enttäuschung darüber aus, dass die europäische Einigung kaum Fortschritte machte. Aber er mutmaßte auch, dass eine Krise eine Panik in Europa auslösen könnte, die den Kontinent endgültig vereinigen könnte.

Die Prophezeiungen der Bibel zeigen, dass das tatsächlich passieren wird.

In Offenbarung 17 und 18 beschreibt Gott ein von Deutschland angeführtes und vom Vatikan beeinflusstes Reich, das in Europa entstehen wird. Dieses Reich ist genau genommen die siebte Wiederauserstehung des Heiligen Römischen Reichs und seine Wirtschaft wird in vielen Fällen von den gleichen Familien geleitet wie früher. Die Europäische Union unterstützt eine Art von Vetternwirtschaftskapitalismus, der die Struktur des alten Feudalsystems Europas nachahmt.

Die Welt weiß so wenig über das Heilige Römische Reich, dass nicht einmal die meisten Europäer bemerken, was gerade geschieht und viel weniger noch, dass es eine tödliche Bedrohung darstellt. Um das zu richtig verstehen, lesen Sie doch bitte unsere kostenlose Broschüre Wer oder was ist das Prophezeite Tier? von Herbert W. Armstrong. 

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