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Wiederbelebung der russischen ersten Garde-Panzerarmee.

Eine gepanzerte russische Elitetruppe sendet eine Botschaft an Europa.

Vor etwas mehr als siebzig Jahren konnten die Bewohner Osteuropas und Deutschlands das Donnern russischer Panzer hören, die schwerfällig auf ihre Häuser und Höfe zukamen. Nachdem die Russen die deutsche Offensive in Stalingrad und Kursk gestoppt hatten, griffen sie nun selbst an, wobei sie eine Spur der Verwüstung hinterließen. Der Krieg an der Ostfront war der brutalste im ganzen zweiten Weltkrieg – die Soldaten wurden hier gefoltert und zerstückelt, Frauen und Kinder unterschiedslos getötet, die Städte dem Erdboden gleichgemacht und in brennende Schutthaufen verwandelt. Beide Seiten beteiligten sich an den Gräueltaten und versuchten, sich an den anderen zu rächen. 1945 erreichten die Russen schließlich Berlin.

An der Spitze dieses russischen Speers war die erste Garde-Panzerarmee. Die Einheit war 1942 geschaffen worden, um den Angriff auf die Deutschen in Stalingrad zu verstärken und führte die Offensive nach Deutschland an. Nach dem Ende des Krieges war sie ein Teil der Besatzungsmacht Ostdeutschlands und hätte auch den Angriff auf Westdeutschland angeführt, wenn sich der Kalte Krieg jemals in einen heißen verwandelt hätte. Die Einheit war der Schrecken der russischen Militärmaschinerie für viele europäische Streitkräfte, aber 1998 wurde sie aufgelöst.

Jetzt ist die erste Garde-Panzerarmee zurück – sie steht an der Grenze zu Weißrussland.

Zapad Truppenübungen

Diesen Sommer hat Russland begonnen, Truppen für die größte militärische Truppenübung seit dem Ende des Kalten Kriegs zusammenzuziehen. In einem Artikel in der New York Times mit dem Titel „Russlands Truppenübungen in der Nähe der NATO-Grenze lassen einen Angriff befürchten“ schreiben Michael Gordon und Eric Schmitt:

Russland bereitet sich darauf vor, am Ende des Sommers 100.000 Soldaten am östlichen Rand des NATO-Territoriums zu stationieren, der größte Schritt zu einem militärischen Aufmarsch, den Präsident Wladimir W. Putin bisher unternommen hat und ein Manöver zur Einschüchterung, das an die bedrohlichsten Tage des Kalten Krieges erinnert.

Die Truppen führen eine Militärübung bekannt als Zapad durch, auf Russisch „Westen“, in Weißrussland, an der Ostsee, in Westrussland und in der russischen Exklave Kaliningrad. An den Übungen wird auch eine wiederhergestellte sowjetische militärische Einheit teilnehmen, die nach der sagenumwobenen sowjetischen Einheit, der ersten Garde-Panzerarmee benannt wurde. Mit ihrer Einrichtung wird zum ersten Mal seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder so viel offensive Stärke unter einem einzigen Kommando konzentriert.

Zapad-Manöver wurden schon 2009 und 2013 abgehalten, aber dieses Jahr mit der wesentlichen Erweiterung der Eliteeinheit, der ersten Garde-Panzerarmee. Die Zapad-Manöver sind die unmittelbare Reaktion auf die Aktivitäten der NATO an der russischen Westgrenze, einschließlich der erhöhten Präsenz von US-Truppen in den baltischen Staaten und in Polen. Dieses Säbelrasseln geschieht mit der Absicht, Europa in Angst und Schrecken zu versetzen, besonders die kleineren Länder im Osten, die entweder in den Machtbereich Russlands fallen oder in den der NATO-Staaten und der EU.

Die Zapad-Manöver sind nicht nur Theater. Die russische Föderation ist der NATO bei den Landstreitkräften in Osteuropa erheblich überlegen. Russland hat etwa 800 Panzer in der Gegend stationiert, mehr als die NATO in den baltischen Ländern, Polen und Deutschland zusammen, das Verstärkungskontingent der Vereinigten Staaten eingeschlossen.

Der bedrohlichste Aspekt der Zapad-Manöver ist die erste Garde-Panzerarmee, die ein Vermächtnis von Aggression und Besatzung wiederaufleben lässt, wie die New York Times erklärte:

Nichts ist subtil an dieser Panzereinheit, die an dem kommenden Zapad-Manöver teilnimmt.

Die erste Garde-Panzerarmee, bestehend hauptsächlich aus Truppen, die von anderen Einheiten übernommen wurden, einschließlich motorisierte Elite- und Panzer-Divisionen in der Nähe von Moskau, hat einen weit zurückreichenden Stammbaum. Diese Einheit kämpfte während des zweiten Weltkriegs gegen die Deutschen an der Ostfront und später in Berlin, bevor es Teil der sowjetischen Besatzungsmacht im besetzten Deutschland wurde. 1968 nahm sie an der Invasion der Tschechoslowakei bei der Zerschlagung des Prager Frühlings teil.

Nach dem Ende des Kalten Kriegs wurde die Einheit nach Smolensk in der Nähe der Grenze zu Weißrussland verlegt, bevor sie 1998 aufgelöst wurde. Aber sie wurde von Putin neu geschaffen, um den russischen Streitkräften mehr offensive Stoßkraft zu verleihen und unübersehbar die Macht des russischen Militärs zu demonstrieren.

„Das ist der Grund, warum dieser Name gewählt wurde“, sagte Philip M. Breedlove, ein pensionierter Vier-Sterne-General der Air Force, der früher NATO-Befehlshaber war. „Das ist eine klare Botschaft an die baltischen Länder und an Polen.“

Die erste Garde-Panzerarmee wird die erste Panzereinheit sein, die mit dem neuentwickelten T-14 Armata Kampfpanzer ausgestattet wird, der rein theoretisch dem amerikanischen M1A2 Abrams und auch dem deutschen Leopard 2 überlegen ist. Deutschland ist dabei, den Leopard 3 Kampfpanzer zu entwickeln, der aber noch nicht im Einsatz ist. Das bedeutet eine weitere Bedrohung und einen weiteren Vorteil gegenüber der NATO in den gegenwärtigen strategischen Umständen.

Die Bedrohung von Zeit und Raum

Ein Teil der Bedrohung ist geografisch bedingt. Osteuropa liegt mitten auf der nordeuropäischen Ebene, die sich von den Pyrenäen bis zum Ural erstreckt. Bis auf einige Flüsse gibt es keine geografischen Barrieren, um die vielen großen Mächte zu trennen. Frankreich, Deutschland und Russland liegen alle auf dieser Ebene, was bewaffnete Konflikte unausweichlich macht. Tatsächlich besteht die europäische Geschichte hauptsächlich aus Kriegen zwischen diesen drei Mächten.

In der gegenwärtigen strategischen Situation werden Polen, die baltischen Staaten, Weißrussland und die Ukraine als Pufferzone zwischen Deutschland und Russland angesehen. Dort müsste jede zukünftige Schlacht zwischen Russland und der NATO/Europa geschlagen werden. Ohne natürliche Barrieren wird die Panzerung zu einem entscheidenden Vorteil. Die Geografie ist ein weiterer Vorteil des Angreifers. Mit so einer großen Überlegenheit in so einer verwundbaren geografischen Lage sollte sowohl die NATO als auch Europa sich Sorgen machen, wie General Ben Hodges, Oberbefehlshaber der US-Armee in Europa erklärte: „Es gibt nur einen Grund, eine Garde-Panzerarmee zu schaffen und das ist als offensive Kampftruppe. Die ist nicht für die innere Sicherheit gedacht. Das soll nicht heißen, dass sie dadurch automatisch Druck auf die Alliierten ausüben wird, aber sie dient jedenfalls zur Einschüchterung.“

Während die genaue Stärke der ersten Garde-Panzerarmee noch nicht feststeht, sind ihre Angriffsqualitäten klar ersichtlich. Solange es zu keinem Konflikt kommt, zeigt das Potential der russischen Offensive, wie schwach besetzt die NATO geworden ist, wie die New York Times aufzeigte:

„Allein die Präsenz der ersten Garde-Panzerarmee in der Nähe der polnischen Grenze stellt für die NATO ein Dilemma dar“, sagte Herr Karber (der Präsident der Potomac Stiftung). „Wird die NATO nun die Verteidigung der baltischen Länder verstärken oder die in Ostpolen? Die NATO hat nicht genug Truppen, um gleichzeitig beide Regionen zu schützen. Russland kann so mehr politischen Druck ausüben, um die baltischen Staaten und Polen bei der Stange zu halten.“

Die NATO befindet sich in einer Situation, in der die Sicherheit von zwei lebenswichtigen Regionen auf dem Spiel steht. Die gegenwärtigen Sicherheitsvorkehrungen sind für eine realistische Verteidigung völlig unzureichend, selbst wenn man die in der Region stationierten Truppen der USA, Kanadas und Großbritanniens mitrechnet. Dieser Druck könnte weitreichende Folgen für Europa haben, denn das von Amerika angeführte NATO-Bündnis ist keine wirkliche Alternative für die Verteidigung; es scheint vielmehr nur auf dem Papier zu existieren. Ohne eine Art von breitgefächerter militärischer Zusammenarbeit jedoch laufen die einzelnen europäischen Länder Gefahr, nacheinander von der russischen Militärmaschinerie geschluckt zu werden.

Dagegen gibt es nur eine einzige Alternative: Die Schaffung einer europäischen Armee unabhängig von der NATO. Da die Vereinigten Staaten sich mehr und mehr Unwillens zeigen, noch mehr Truppen in Europa zu stationieren, könnte eine europäische Armee zur obersten Priorität werden. Für die Amerikaner ist das osteuropäische Theater sehr weit weg und hat für sie nach dem Kalten Krieg kaum noch historische Bedeutung. Für die Europäer sieht das freilich ganz anders aus.

Als 1943 die russischen T-44 Panzer westwärts nach Polen und in die Ukraine vorrückten, wurden die geografischen Vorteile, die vorher die deutschen Aggressoren begünstigt hatten, nun von den russischen Aggressoren ausgenutzt. Die weiten Ebenen Osteuropas erwiesen sich als schwierig zu verteidigen. Die erschöpfte, aber gut ausgebildete deutsche Wehrmacht hatte ständig mit dem Dilemma zu kämpfen, dass sie nicht genug Truppen und Panzer hatte, um zwei strategische Angriffsziele gleichzeitig zu verteidigen. Sie sahen sich daher gezwungen, sich entweder zurückzuziehen oder bis zum letzten Mann gegen die Rote Armee zu kämpfen. Russische Panzerkolonnen waren in der Lage, tief in die deutschen Linien einzubrechen und ihren Rückzug bis nach Berlin zu erzwingen. Die Rote Armee hinterließ eine blutige Spur von Zerstörung und Gemetzel, die den Völkern Osteuropas und Deutschland bis heute Furcht einflößt.

Auch wenn es unpassend erscheint, die modernen Streitkräfte der NATO mit der Wehrmacht der Nazis zu vergleichen, so ist die strategische Situation doch sehr ähnlich. Die Erinnerungen wirken stark nach. Die Gegenwart der ersten russischen Garde-Panzerarmee in den weiten Ebenen weckt die Furcht vor einer ähnlichen Offensive, die bis ins Innere des Kontinents rollen könnte, besonders weil die erste Garde-Panzerarmee dieselbe Einheit war, die Polen und Deutschland schon vor siebzig Jahren überrollt hat. Wenn die viel größere und verzweifeltere deutsche Armee im zweiten Weltkrieg Russlands gepanzerte Truppe nicht hatte aufhalten können, wird dann die NATO heute große Chancen haben? Diese Bedrohung mag für amerikanischen Militärstrategen weit entfernt sein, sie ist jedoch für die europäischen Militärs sehr persönlich, ganz besonders für die deutschen.

Russlands Drohungen, Deutschlands Aufstieg

Das ist genau die Geschichte und die Reaktion, die Putin provozieren will, wobei er hofft, Osteuropa wieder unter russischen Einfluss zu bringen und den Westen abzuschrecken. Dieses Glückspiel könnte jedoch eine aggressive Gegenreaktion der mächtigsten Nation Europas herausfordern: Deutschland. Mit der schrecklichen Geschichte der sowjetischen Besatzung in Deutschland in guter Erinnerung und dem Unwillen Amerikas, dem aggressiven Vorgehen Putins an der östlichen Flanke Einhalt zu gebieten, könnten diese Vorfälle vermutlich Deutschland zur führenden Militärmacht des Kontinents befördern – und zwar mehr, als es das heute schon beansprucht.

Deutschland führt jetzt schon die Initiative in der EU an, eine integrierte Armee zu schaffen, in der die europäischen Länder eine einzige vereinigte Streitmacht unter einem gemeinsamen Kommando bilden. Das ist bei holländischen, deutschen und polnischen Einheiten bereits vor längerer Zeit angelaufen. Vielen Europäern widerstrebt es jedoch, die nationale Unabhängigkeit ihrer Streitkräfte aufzugeben. Die zunehmende Stationierung russischer Streitkräfte könnte leicht zu einer weitergehenden militärischen Integration in Europa führen, besonders wenn Russland nach dem Zapad-Manöver auch noch Truppen in Weißrussland zurücklässt.

Noch erstaunlicher ist, dass Europa dazu entschlossen ist, eine militärische Supermacht zu werden. Dazu bedarf es nur einer politischen Union. Wenn man Europas Verteidigungshaushalte zusammenrechnet, so würden sie 15 bis 16 Prozent der globalen Ausgaben für die Verteidigung ausmachen und kämen dann an zweiter Stelle gleich nach den Vereinigten Staaten. Russlands Ausgaben machen etwa 7 Prozent des globalen Gesamtbetrags aus.

Das Potential Europas als militärische Supermacht, das teilweise von der russischen Aggression und von Amerikas Schwäche ausgelöst wird, ist durchaus keine neue Errungenschaft. Schon 1980 schrieb Herbert W. Armstrong in der Aprilausgabe der Plain Truth:

Sie können sicher sein, dass die führenden westeuropäischen Politiker bereits eilig und heimlich darüber beraten, wie und wie bald sie sich vereinigen und eine vereinte europäische militärische Streitmacht aufstellen können, um sich selbst verteidigen zu können! So müssen sie Russland nicht immer kleinlaut nachgeben! Und wem werden sie die Schuld geben für ihre Erniedrigung und für die Notwendigkeit eines geeinten Europas mit einer gemeinsamen Regierung, einer gemeinsamen Währung und einer gemeinsamen Streitmacht so groß oder sogar größer als die der UdSSR oder der USA? Sie werden die Vereinigten Staaten beschuldigen!

Sie sagen, dass die Vereinigten Staaten die Schuld an der gegenwärtigen Situation in Osteuropa tragen und für die Schwäche der NATO wird Präsident Donald Trump verantwortlich gemacht. Während die Vereinigten Staaten schon seit Jahren nicht mehr willens sind, der russischen Aggression entgegenzutreten, sind die Spannungen zwischen Europa und Russland schon historisch.

Die beiden Großmächte, die bei dem Ringen um Osteuropa eine Rolle spielen, sind Russland und Deutschland. Diese Rivalität existiert schon seit Jahrhunderten und viele der gegenwärtigen strategischen Gegebenheiten sind nur eine moderne Wiederholung der Vergangenheit. Die erste Garde-Panzerarmee ist ein perfektes Symbol dafür, worum es bei dieser Auseinandersetzung geht: Sowohl Russland als auch Deutschland haben fürchterliche Kriege um die Herrschaft über Osteuropa geführt und dieser Generationenkonflikt wird zu dem Aufstieg eines vereinigten Europas führen, genau wie Herbert W. Armstrong es prophezeite.

Auch wenn ein Krieg noch nicht unmittelbar bevorsteht, so ist der Aufmarsch der ersten Garde-Panzerarmee an der russischen Westgrenze doch eine einschüchternde Botschaft an Europa. Er weckt auch Erinnerungen an den letzten Weltkrieg, als die erste Garde die Vorhut der russischen Eroberung Osteuropas war. Dreißig Millionen Menschen starben an der Ostfront. Dabei machten die russischen Verluste 90 Prozent aller alliierten Verluste im zweiten Weltkrieg aus. Diese blutige Geschichte wird Deutschland umso mehr anspornen, die europäische Einigung voranzutreiben. Da die NATO gefährlich unfähig erscheint, einer russischen Offensive Einhalt zu gebieten, ist die Wiederbelebung der ersten Garde-Panzerarmee eine eindringliche und zwingende Aufforderung an Deutschland und Europa, ihr eigenes Vermächtnis wiederauferstehen zu lassen: Das Heilige Römische Reich.

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