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Forum Romanum by Martin Fisch on flickr/CC by 2.0/ Cropped and adjusted tones from the original

Wer oder was ist das prophezeite Tier? (Zweiter Teil)

Fortgesetzt von Wer oder was ist das prophezeite Tier? (Erster Teil)

U

M WELCHE REICHE ES SICH HANDELT

Angesprochen werden die besagten vier Weltreiche auch im zweiten Kapitel Daniel. König Nebukadnezar, Herrscher des Chaldäerreiches, der die Juden in Gefangenschaft geführt hatte, hatte einen Traum, und Gott ließ Daniel die Deutung wissen.

Der Inhalt des Traumes steht in Vers 31-35. Der König sah ein Standbild, dessen Haupt von Gold war, Brust und Arme von Silber, Bauch und Lenden von Kupfer, Schenkel von Eisen, Füße und Zehen teils von Eisen, teils von Ton. Ein Stein kam herunter, übernatürlich, traf das Bild an den Füßen und zermalmte es, so dass die Reste verweht wurden wie Spreu. Und der Stein, der das Bild getroffen hatte, wuchs zu einem großen Berg, der die ganze Welt füllte.

„Das“, sagt Daniel, „ist der Traum. Nun wollen wir die Deutung vor dem König sagen ...“

„Du bist das goldene Haupt. Nach dir wird ein anderes Königreich aufkommen, geringer als deines, danach das dritte Königreich, das aus Kupfer ist und über alle Länder herrschen wird. Und das vierte wird hart sein wie Eisen; denn wie Eisen alles zermalmt und zerschlägt, ja, wie Eisen alles zerbricht, so wird es auch alles zermalmen und zerbrechen“ (Vers 36-40).

Die Deutung des Steins, der das Bild an den Füßen trifft und zerschlägt, finden wir in Vers 44: „Aber zur Zeit dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und zerstören; aber es selbst wird ewig bleiben.“ Der Stein ist Christus und sein Welt beherrschendes Reich. Diese Interpretation des Steins findet sich an vielen Stellen in der Schrift. „Jesus Christus von Nazareth … ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist“ (Apostelgeschichte 4, 10-11).

Aufgeführt sehen wir also vier universale heidnische Weltreiche. Das erste war das Chaldäerreich, das die Juden in die babylonische Gefangenschaft führte.

Gott versprach dem alten Israel, dass es, wenn es seine Gebote halten und ihm gehorsam sein würde, zu einer großen Nation – oder einem Reich – heranwachsen würde, wie es sie noch nie auf Erden gab. Für Ungehorsam würde es jedoch von heidnischen Nationen in Gefangenschaft geführt (3. Mose und andere Prophezeiungen). Das alte Israel hatte es über Generationen versucht: Es war ungehorsam. Nun wurde es von Nebukadnezar gefangengenommen, dem Mann, der das erste Weltreich errichtet hatte. Aber wie Gott durch Daniel in Kapitel 2 offenbart, war er es, der den heidnischen Reichen den Erfolg gab. Dieser Erfolg dauert vier gewaltige Königreiche lang, und aus dem vierten wachsen zehn erfolgreiche Regierungen. In ihre Zeit fällt dann das zweite Kommen Christi und die Errichtung des Reiches Gottes, das die ganze Welt füllt und ewig währt.

DAS VIERTE TIER

Hier in Daniel 2 sind eindeutig dieselben vier universalen weltbeherrschenden heidnischen Mächte beschrieben, die mit Daniels vier Tieren beschrieben sind. Und das Traumbild entschlüsselt uns ihre Identität. Das erste war Nebukadnezars Reich, das Chaldäerreich, genannt „Babylon“ nach seiner Hauptstadt, 625 - 539 v. Chr.

Das zweite Reich, das darauf folgte, wir wissen es aus der Geschichte, war das Persische Reich, 558 - 330 v. Chr., oft auch Medo-Persien genannt, nach den Völkern der Meder und Perser.

Wer sich in alter Geschichte auskennt, weiß, dass das dritte Reich Griechenland bzw. Mazedonien unter Alexander dem Großen war, der 333 - 330 das Perserreich unterwarf. Nur ein kurzes Jahr konnte Alexander seinen Sieg auskosten, dann teilten vier Heerführer, die sogenannten Diadochen, nach Alexanders Tod sein Reich unter sich auf. Mazedonien und Griechenland, Thrazien und Westasien, Syrien mit den Gebieten östlich des Indus, und Ägypten. Diese waren also die vier Köpfe des dritten Tieres aus Daniel 7.

Und das vierte Reich, das sich von Rom ausbreitete und allmählich die Diadochenreiche schluckte – „furchtbar und schrecklich und sehr stark“ –, war das Imperium Romanum (31 v. Chr. bis 476 n. Chr.).

Es schluckte alle anderen, besetzte ihr Territorium, wurde größer und mächtiger als alle. Es vereinte in sich die königliche Pracht des alten Babylon und hatte somit das Haupt – den stärksten Teil – des Löwen. Es hatte die niederwalzende zahlenmäßige Kraft des persischen Heeres symbolisiert von den Beinen, dem stärksten Körperteil des Bären. Es war die größte Kriegsmaschine, die die Welt je gesehen hatte, und besaß auch die Schnelligkeit, die Arglist, die Grausamkeit des Alexander-Heeres, versinnbildlicht durch den Panther.

Keinem anderen Tier der Welt glich das vierte Tier. Es war stärker, größer, schrecklicher als alle.

Und so sieht Johannes in Offenbarung 13 nicht mehr vier Tiere, sondern nur noch eines. Nicht „einen Panther“, sondern „gleich einem Panther“ – ebenso schlau, grausam und schnell. Doch es besaß auch die wesentlichen Züge der zwei anderen starken Tiere – die Füße des Bären und den Rachen des Löwen.

Daniels viertes Tier, das Römische Reich, hatte sich die drei vorangegangenen Tiere einverleibt, samt ihren Wesensmerkmalen. Daher hatte es alle sieben Häupter. Und auch das Tier des Johannes hat sieben Häupter. Es ist identisch mit Daniels viertem Tier – es hat, wie jenes, ebenfalls zehn Hörner.

Wenn wir uns nun einzig von der biblischen Darstellung dieses Tieres und der biblischen Eigenauslegung der Symbole leiten lassen, kommen wir zu dem zwingenden Schluss, dass es sich beim „Tier“ aus Offenbarung 13 um das Römische Imperium handelt, 31 v. Chr. bis 476 n. Chr.!

Natürlich, es gibt viele von Menschen aufgestellte, weithin verbreitete Theorien, die das Tier ganz anders deuten – teils als Kirche, teils als geheimnisvollen Übermenschen, der kommen soll. Doch diese Theorien passen nicht mit der Deutung der Symbole zusammen, wie die Bibel sie selbst gibt.

Nebukadnezars Bild hatte zwei Beine, was auf die Teilung des Römischen Imperiums nach 330 n. Chr. deutet – Westrom mit der Hauptstadt Rom und Ostrom mit der Hauptstadt Konstantinopel.

Auch bei Johannes stellt sich das Tier nicht als Kirche oder als Individuum, sondern als mächtiges Staatsgebilde dar, das über ein großes Heer verfügt. „… wer kann mit ihm kämpfen?“ heißt es bezeichnenderweise (Offenbarung 13, 4).

DIE SYMBOLIK DER HÖRNER

Nun zur Symbolik der Hörner des vierten Tieres aus Daniel 7 und des Tieres aus Offenbarung 13.

Die zehn Hörner symbolisieren ein und dasselbe – zehn Reichs- oder Staatengebilde, die aus dem Imperium Romanum nach dessen Ende 476 n. Chr. hervorgehen. „Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich [dem vierten, dem Imperium Romanum, 31 v. Chr. bis 476 n. Chr.] hervorgehen werden ... Aber das Reich und die Macht und die Gewalt über die Königreiche unter dem ganzen Himmel [nicht im Himmel] wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden …“ (Daniel 7, 24 u. 27).

Die zehn Hörner, mithin, sind zehn Reiche, die aus dem vierten Reich, dem Römischen Reich, hervorgehen sollen. Diese Könige bzw. Reiche erstrecken sich zeitlich vom Jahr 476 n. Chr. bis zu der Zeit, da der Stein – Christus und sein Reich – das Bild an den Füßen trifft und das Reich den Heiligen gegeben wird.

Historisch hat es nie zehn gleichzeitige Reiche gegeben, die Seite an Seite die Nachfolge des Römischen Reiches angetreten hätten; aber es hat aufeinanderfolgende Reiche gegeben, neun bisher, die von 476 bis heute das altrömische Reichsgebiet regiert haben (dies wird noch näher dargelegt). Wir wissen also, dass es sich bei den durch die Hörner versinnbildlichten Reichen um aufeinanderfolgende, nicht gleichzeitige Reiche handelt.

Wird fortgesetzt...

Wwb Ad De