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[Saint Peters Square)(https://www.flickr.com/photos/argenberg/276175611/in/album) by Vyacheslav Argenberg on flickr/CC by 2.0/ Cropped and adjusted tones from the original

Wer oder was ist das prophezeite Tier? (Dritter Teil)

Fortgesetzt von Wer oder was ist das prophezeite Tier? (Zweiter Teil)

D

IE TÖDLICHE WUNDE

Zurück wieder zur Beschreibung des Tieres in Offenbarung 13: „Und ich sah eines seiner Häupter, als wäre es tödlich verwundet, und seine tödliche Wunde wurde heil. Und die ganze Erde wunderte sich über das Tier, und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kämpfen? Und es wurde ihm ein Maul gegeben, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ihm wurde Macht gegeben, es zu tun zweiundvierzig Monate lang“ (Vers 3-5).

Das hier symbolisch dargestellte Tier vereinigt in sich die königliche Macht- und Prachtentfaltung, versinnbildlicht durch den Löwenrachen (Babylon); die gewaltige Stärke, versinnbildlicht durch die Bärenfüße (Medo-Persien); und die Schnelligkeit, Arglist und Grausamkeit des Panthers (Griechenland).

Da diese Symbole in Daniel 7 ausgelegt werden und da das vierte Tier zehn Hörner hatte, ist laut biblischer Deutung das Tier aus Offenbarung 13 mit dem vierten Tier aus Daniel identisch – beide bedeuten dasselbe: das Imperium Romanum von 31 v. Chr. bis 476 n. Chr.

Das von Johannes in Offenbarung 13 beschriebene Tier hatte sieben Häupter, aber das einzige Haupt, das zu der Zeit existierte, da Johannes dies schwer klassifizierbare Tier sah (das in sich die mächtigsten Züge aller seine Vorgänger symbolisierenden Tiere vereinigte), war dasjenige des vierten Tieres Daniels, das siebente Haupt enthaltend, und auch die zehn Hörner. „Eines seiner Häupter“, das tödlich verwundet wurde (Offenbarung 13, 3),
war also ein ganz bestimmtes, nämlich das siebente Haupt, das Römische Imperium – das Haupt, aus dem zehn Hörner hervorgingen.

Die zehn Hörner stellen nach Daniels Deutung zehn aufeinanderfolgende, aus dem Imperium Romanum erwachsende Reichsgebilde dar, die sich zeitlich bis zur Errichtung des Reiches Gottes beim zweiten Kommen Christi erstrecken.

Die tödliche Wunde, die gemeint ist, wurde dem Römischen Reich 476 n. Chr. versetzt, als die Barbaren das sterbende Imperium überrannten und den letzten Kaiser absetzten.

Denken Sie daran: Der Drache gab seine Macht dem Tier. Wer ist der Drache?

Manche sagen: „das heidnische Rom“. Aber wollen wir uns ausschließlich durch die biblische Selbstauslegung der Symbole leiten lassen? Wenn ja, dann müssen wir den Drachen als Symbol für den Teufel verstehen.

Siehe Offenbarung 12: „Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan … er wurde auf die Erde geworfen … der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn … Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war …“ (Vers 9 u. 12-13). „Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan …“ (Offenbarung 20, 2).

Sie beteten das Tier an (Offenbarung 13, 4). Aus dieser einen isolierten Aussage schließen nun manche, beim Tier müsse es sich um das Papsttum handeln, wobei sie übersehen, dass im Römischen Reich ja der Staats- und Kaiserkult herrschte!

Bei der Anbetung des Tieres sprachen sie: „… wer kann mit ihm kämpfen? Das Römische Reich war die größte Kriegsmacht, welche die Welt je gesehen hatte, aber die katholische Kirche hatte nie eine Armee. Das Tier tötete mit dem Schwert (Vers 10).

Die römische Kaiseranbetung ist nachgewiesenes historisches Faktum, Heidentum war Staatsreligion. Zitieren möchte ich aus Robinsons Medieval and Modern Times, einem älteren College-Lehrbuch, Seite 7: „Der Kaiserkult: Mit einem Wort, der römische Staat war nicht nur wunderbar organisiert … sondern jeder war gehalten, auch dem Kaiserkult zu huldigen, denn der Kaiser war Sinnbild für Majestät und Herrlichkeit des Reichs … alle waren als gute Bürger verpflichtet, sich an den offiziellen Opfern für das Staatsoberhaupt als Gott zu beteiligen.“

Als der siebente Kopf des großen Tieres im Jahre 476 n. Chr. seine tödliche Wunde empfing, war das das Ende? Nein, die Prophezeiung sagt, „seine tödliche Wunde wurde heil … und ihm wurde Macht gegeben, es zu tun zweiundvierzig Monate lang“ (Offenbarung 13, 3 u. 5).

Die zehn Hörner stellen zehn aus diesem Reich hervorgehende, aufeinanderfolgende Reiche dar. Durch die zehn aus seinem Kopf [dem Römischen Reich von 31 v. Chr. bis 476 n. Chr.] herauswachsenden Hörner lebt das Tier also fort bis zum zweiten Kommen Christi.

Der Text sagt, einer der Köpfe wird tödlich verwundet. Das Tier hatte sieben Köpfe und zehn Hörner. Johannes sieht das Tier in den Tagen seines siebenten Kopfes leben, in der Zeit des Römischen Reiches. Ja, es empfing eine tödliche Wunde, aber die Wunde heilte. Jetzt regieren die Hörner, eines nach dem anderen.

Das Römische Reich in Nordafrika wurde von den Vandalen überrannt, die 455 auch Rom einnahmen. 476 errichtete dann Odoaker in Rom seine Regierung, genannt die Heruler. Dadurch heilte die tödliche Wunde aber noch nicht, denn es handelte sich nur um eine Regierung in Rom, eine fremde Herrschaft, keine römische.

Darauf folgte das Ostgotenreich (493 - 554), wiederum eine Fremdherrschaft auf römischem Boden. Die Ostgoten wurden in der Folge aus Italien vertrieben und verschwanden.

Diese drei Reiche, Fremdherrschaften auf römischem Territorium, sind als eine historische „Übergangszeit“ anzusehen (siehe Myers‘ Ancient History, Seite 571). Das heißt: Übergangszeit zwischen der Verwundung und dem Heilen.

Nun sah Daniel ein „kleines Horn“ zwischen den zehn Hörnern emporwachsen, vor dem jene ersten drei Hörner „ausgerissen wurden“ (Daniel 7, 8). Es bleiben somit noch sieben Hörner übrig, die kommen sollen. Von dem kleinen Horn sagt Daniel, es sei „größer als die Hörner, die neben ihm waren“ (Vers 20). Das Papsttum beherrschte alle Hörner, die noch kamen, völlig.

HEILUNG DER TÖDLICHEN WUNDE

Es war das vierte Reich (symbolisiert vom vierten Horn), das nach dem Untergang des alten Imperiums 476 die tödliche Wunde heilte und das Reich wiederbelebte.

554 n. Chr. errichtete Justinian, Kaiser von Ostrom (Konstantinopel), in Italien erneut römische Herrschaft, und zwar durch einen kaiserlichen Legaten in Ravenna. Dies ist als „Restauration des Reichs“ in die Geschichte eingegangen.

Nun Vers 5 von Offenbarung 13. Dem geheilten Tier wurde gegeben, dass es „zweiundvierzig Monate lang“ währte. In den Prophezeiungen über die Strafzeiten Israels stellt jeder Tag in der tatsächlichen Erfüllung ein Jahr dar (Hesekiel 4, 4-6; 4. Mose 14, 34). Das geheilte Tier soll also 1260 Jahre währen.

Nach der Heilung im Jahr 554 kam das Frankenreich (französisch), das Heilige Römische Reich (deutsch, dann österreichisch-habsburgisch) und das napoleonische Reich (französisch). Mit Napoleons Sturz 1814 endete auch die Lebenszeit des „Tieres“. „So endete“, schreibt Wests Modern History (Seite 337), „eine Herrschaft, die mit Kaiser Augustus [31 v. Chr.] begonnen hatte.“ Es versank im Abgrund!

So hatte denn tatsächlich das „geheilte Tier“ 1260 Jahre gewährt, von 554 bis 1814.

Acht Hörner waren zu dieser Zeit gekommen und gegangen, und das Tier selbst war in der Versenkung verschwunden, im „Abgrund“, wie es Offenbarung 17, 8 formuliert. Doch um 1870 hatte Garibaldi das zerrissene Italien zur Nation geeint, und das neugegründete Königreich Italien ist als Beginn des neunten Horns anzusehen; es kulminierte im faschistischen Staat Mussolinis. 

Wird fortgesetzt...

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