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Verraten

GERARD JULIEN/AFP/GettyImages

Verraten

Hosni Mubarak wurde im Regen stehen gelassen. Schauen Sie jetzt, wer seinen Sturz wirklich feiert. 

Inmitten all des jüngsten Aufruhrs im Nahen Osten wurden in Amerika die Ereignisse vom Aufstand des ägyptischen Volkes gegen Hosni Mubarak, um ihn von der Macht zu stoßen, weitgehend als eine wunderbare, gefühlswarme Geschichte beschrieben. Westliche Romantiker betrachten den Aufstand als eine Feld-Wald-und-Wiesen-Variante demokratischen Aufruhrs, der von Freiheitshungrigen, die sich nach Modernität sehnen, angeführt wurde.

Präsident Barack Obama beschrieb die Jubelszenen, die am 11. Februar von Vielen am Fernsehschirm beobachtet wurden auf diese Weise: „Wir sahen, wie Mütter und Väter ihre Kinder auf den Schultern tragen, um ihnen zu zeigen, wie wahre Freiheit aussehen könnte. Wir sahen einen jungen Ägypter, der sagte: ‚Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich wirklich etwas zähle. Meine Stimme wird gehört. Obwohl ich nur eine Person bin, das ist die Art und Weise, wie echte Demokratie funktioniert‘. Wir sahen Demonstranten in Sprechchören rufen, ‚Selmiyya, selmiyya‘ – ‚wir sind friedlich‘ – immer wieder und wieder. Wir sahen ein Militär, das nicht auf die Menschen schießen würde, für deren Schutz es verpflichtet war. Und wir sahen Ärzte und Krankenschwestern auf die Straßen laufen, um sich um Verwundete zu kümmern, Freiwillige, die Demonstranten kontrollierten, um dafür zu sorgen, dass sie unbewaffnet waren. Wir sahen Gläubige zusammen beten und rufen – ‚Muslime und Christen, wir sind eins‘“.

Dies, sagen sie, ist gut für den Nahen Osten. Und es ist gut für Amerika.

„Was wir bis jetzt gesehen haben, ist positiv“, behauptete Obama bei einer Pressekonferenz einige Tage nachdem Mubarak zurückgetreten war. „Ich glaube, die Geschichte wird letzten Endes dokumentieren, dass wir in der Situation Ägyptens zu jedem Zeitpunkt auf der richtigen Seite der Geschichte waren“ (durchaus meine Betonung). Er nahm sogar einen Teil der Anerkennung für Mubaraks Vertreibung für sich Anspruch, indem er sagte, ein Grund für den „friedlichen“ Wandel sei Amerikas stetige Unterstützung für die Anti-Regimebewegung gewesen!

Die allgemeine Auffassung möchte, dass Sie Ägypten als ein Land sehen, das nach einer Generation der Brutalität unter dem Stiefelabsatz eines Diktators nach Freiheit und Frieden hungert. Aber diese Auffassung lässt einige entscheidende Fakten der Geschichte und der derzeitigen Lage in dem Land außer Acht.

Die Realität sieht ganz anders aus – und ist viel aufschlussreicher daüber, was man in Ägypten und in der ganzen Region in Zukunft erwarten kann.

Die Vorbereitung Mubaraks

Nachdem eine Terroristenorganisation mit Verbindungen zur Muslimbruderschaft den ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat im Oktober 1981 ermordete, schaute eine erschrockene Welt erstaunt zu. Wie wird dieser plötzliche, unerwartete Schock Weltereignisse beeinträchtigen? Wird Sadats relativ unbekannter Nachfolger weiterhin nach Frieden im Nahen Osten streben?

Was wenige Menschen zu der Zeit erkannten, war, dass Hosni Mubarak vorsichtig aufgebaut worden war, um in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten.

Anwar Sadat machte im April 1975 Mubarak zu seinem Vizepräsidenten, zwei Jahre nachdem der General für die Planung eines erfolgreichen Luftangriffs gegen Israel während des Yom Kippur Krieges Lob geerntet hatte.

„Ich brauche einen Vizepräsidenten, der die staatlichen Kompetenzen auf allen Ebenen mit mir teilt“, sagte Sadat zu Mubarak. Dann, als ob er fühlen würde, dass seine neuentdeckte Hingabe zum Frieden sein Leben gefährden könnte, ging Sadat darauf ein: „Niemand kann die Zukunft voraussehen, und Staatsgeheimnisse dürfen keinesfalls nur einer Person bekannt sein.“

Während der nächsten sechs Jahre übertrug Sadat die täglichen Verantwortlichkeiten des ägyptischen Regierungsgeschäfts schrittweise an Mubarak. Das erlaubte Sadat seine Aufmerksamkeit auf die Außenpolitik zu fokussieren – insbesondere auf den Nahost-Friedensprozess.

Das heißt nicht, dass Mubarak von der Außenpolitik ferngehalten wurde. Wann immer dies während der endlosen Diskussionen, die Sadat mit ausländischen Würdenträgern führte, möglich war, konnte man Mubarak sehen, wie er in der Nähe saß und ruhig Aufzeichnungen machte. Wenn Umstände es ihm nicht erlaubten, hochrangigen, diplomatischen Sitzungen beizuwohnen, wurde er vom Präsidenten selbst gründlich informiert.

„Es gab nichts, was er tat oder sagte, das ich nicht wusste“, berichtete Mubarak über Sadat. „Ich habe sehr viel von ihm gelernt.“

Und als Präsident Sadat für seinen mutigen Stand gegen religiösen Extremismus und sein Engagement für ein Friedensabkommen mit Israel mit seinem Leben bezahlte, gelobte Mubarak, die Sache durchzustehen, ganz egal, wie unpopulär das in der arabischen Welt auch sein mochte. Als Reaktion auf den Mord zum Beispiel griff Mubarak hart gegen den religiösen Extremismus durch. Er nahm über 350 radikale Islamisten wegen ihrer Beteiligung an dem Attentatsplan fest.

Bei Sadats Beerdigung verkündete Mubarak ohne Rückhalt: „Ich erkläre hiermit, dass wir alle internationalen Chartas, Verträge und Verpflichtungen, die Ägypten unterzeichnet hat, anerkennen werden. Unsere Hände werden nicht aufhören, in Erfüllung der Aufgabe eines verstorbenen Führers das Rad des Friedens zu drehen.“

Während eines Gedankenaustausches mit einem israelischen Reporter schlug Mubarak ihm vor, zu den Menschen in Israel zu gehen und ihnen zu sagen: „Macht Euch keine Sorgen“.

Zwei Jahre zuvor wurde Anwar Sadat der erste arabische Machthaber, der den Staat Israel offiziell anerkannte. Es war Sadat, der den historischen Friedenspakt mit Israel schloss. Und es war Mubarak, der diesen Vertrag akzeptierte und drei Jahrzehnte lang den Frieden aufrechterhielt.

Ist es da verwunderlich, warum so viele Israelis solche Hochachtung vor Hosni Mubarak haben? Mubarak ist der Hauptgrund für Israels Einsparungen bei den Militärausgaben und für die reduzierte Truppenpräsenz entlang der ägyptischen Grenze – sogar als Ägyptens militärisches Establishment sich zu einem der stärksten in der arabischen Welt entwickelt hatte.

Nichts davon ist bestimmt, Mubaraks Fehler zu beschönigen. Er hat mit eiserner Faust regiert. Seine Administration war korrupt. Aber er war nicht Saddam Hussein oder Mahmoud Ahmadinejad. Er erklärte nie einen Jihad gegen Israel oder die Vereinigten Staaten. Im Gegenteil – dieser starke Mann Ägyptens würdigte Sadats Versprechen und hielt 30 Jahre lang einen kalten Frieden mit dem Staat Israel aufrecht!

Während des gleichen Zeitraums war Ägypten Amerikas bedeutendster und strategisch wichtigster Verbündeter in der ganzen arabischen Welt.

Doch in dem Augenblick, wo Mubaraks Regime zu zerfallen begann, vergeudete die Obama-Administration keine Zeit, um ihn fallen zu lassen.

Mubarak untergraben

Tatsächlich haben die Vereinigten Staaten seit einigen Jahren aktiv daran gearbeitet, Mubaraks autoritäres Regime zu untergraben.

Zu Beginn des Jahres 2005 sagte Präsident George W. Bush, dass die Vereinigten Staaten „Unterdrückung aus Gründen der Stabilität“ nicht länger dulden würden. Später in jenem Jahr erklärte die damalige Außenministerin Condoleezza Rice in Kairo, wie Bushs Freiheits-Agenda für Ägypten anzuwenden war. „Die ägyptische Regierung muss das Versprechen, das sie sowohl ihrem Volk als auch der ganzen Welt gegeben hat, erfüllen, indem sie ihren Bürgern die Wahlfreiheit gibt“, forderte Rice.

Unter dem schweren Druck der USA lockerte Mubarak Einschränkungen bei den Parlamentswahlen. Dies machte letztendlich den Weg frei für die Muslimbruderschaft, um fast 20 Prozent der Sitze zu gewinnen.

Im darauffolgenden Jahr wurde Bushs Freiheitsagenda ein weiterer schwerer Schlag versetzt, als die Hamas durch freie Wahlen den Gazastreifen unter ihre Kontrolle bringen konnte.

Danach wurde die Bush-Adminis-tration etwas klüger. Sie hörte auf, über Mubaraks autoritäres Regierungssystem und Ägyptens Menschenrechtsverletzungen zu klagen, und Mubarak ging im Gegenzug hart gegen die Muslimbruderschaft vor.

Präsident Obamas antikoloniale Tagesordnung hat seither der Bruderschaft erfrischendes Leben eingehaucht. Mehr noch, sie war sogar aktiv daran beteiligt, die Bewegung zu ermächtigen und zu ermutigen. Anfang 2009 zum Beispiel, als Präsident Mubarak die US-Diplomaten vor dem iranischen „Krebs“ warnte, der sich im Nahen Osten ausbreitete, veranstaltete Präsident Obama Konferenzen mit der Muslimbruderschaft im Weißen Haus.

Im Juni 2009, als Präsident Obama vor einem Kairoer Publikum, das zum Großteil aus Mitgliedern der Bruderschaft bestand, seine Botschaft an die islamische Welt überbrachte, sagte er, Iran hätte jedes Recht, Atomenergie zu entwickeln.

Einige Tage nach dem Vortrag in Kairo, strömten Zehntausende von zornigen Iranern in die Straßen von Teheran und forderten demokratische Freiheit, nachdem die Mullahs die Wahl zugunsten von Ahmadinejad manipuliert hatten. Präsident Obama musste dem Druck erhitzter Kritik standhalten, weil er den weit verbreiteten Protest, der von einer islamischen Theokratie brutal unterdrückt wurde, nicht unterstützte. Er entschuldigte die amerikanische Neutralität, indem er sagte: „Es ist angesichts der Geschichte der amerikanisch-iranischen Beziehungen nicht förderlich, als aufdringlich gesehen zu werden.“

Doch mit der proamerikanischen Regierung in Ägypten begann Amerika beim ersten Anzeichen von Schwierigkeiten für Mubarak, sich einzumischen. Als die Demonstrationen in Kairo explodierten, gab Präsident Obama eindeutig zu verstehen, dass er Partei für die anti-Mubarak Demonstranten auf der Straße ergriff. Er forderte einen sofortigen „geregelten Übergang“ der Regierung.

Zur gleichen Zeit entschieden die Außenpolitik-Experten im Weißen Haus, eine Beteiligung der Muslimbruderschaft in Erwägung zu ziehen. Robert Gibbs, ein Sprecher des Weißen Hauses, erklärte Reportern am 31. Januar, dass Ägyptens neue Regierung „eine Menge von bedeutenden nichtsäkularen Akteuren mit einbeziehen müsste, um Ägypten eine gute Chance zu geben, weiterhin ein beständiger und zuverlässiger Partner zu sein.“ Es war das erste Mal, dass die Obama-Administration öffentlich ihre Unterstützung dafür bekundete, dass die Muslimbruderschaft eine Rolle in einer reformierten ägyptischen Regierung spielen sollte.

Mubarak stimmte zu, bei den Septemberwahlen keine Wiederwahl anzustreben. Präsident Obama reagierte darauf, indem er in einer öffentlichen Ansprache beharrte, dass der Wechsel „jetzt beginnen muss“.

„Sie verstehen die ägyptische Kultur nicht und was passieren würde, wenn ich jetzt zurücktrete“, erwiderte Mubarak in einem Interview mit ABC. Er fürchtete, dass es zu einer chaotischen Szene kommen würde, die die Muslimbruderschaft in die Lage versetzte, die Macht zu ergreifen.

Mubarak verteidigte dann sein Vermächtnis, indem er auf seine treuen Dienste als Präsident von Ägypten hinwies. Und ganz gleich was man über seine Regierungsweise denkt, aber es ist schwer, die positiven Früchte seiner Herrschaft zurückzuweisen. In den drei Jahrzehnten, in denen Mubarak über den bevölkerungsreichsten Staat der arabischen Welt herrschte – eine Nation, in der die meisten Ägypter eine nachteilige Meinung von Amerika haben und einen islamischen Einfluss auf die Regierung begrüßen würden – brachte Mubarak es fertig, religiösen Extremismus im Inland zu unterdrücken, während er die Interessen der USA im Ausland verbesserte. Gleichzeitig wahrte er den Frieden mit Israel, so wie er es zu tun gelobte, nachdem Sadat ermordet worden war.

Und für all das sagen die Vereinigten Staaten Dankeschön, indem sie ihn zugunsten eines populistischen Aufstandes, den radikale Islamisten bereits an sich gerissen haben, beiläufig zur Seite schieben.

Dies ist eine detaillierte Wiederholung dessen, was während der islamischen Revolution im Jahr 1979 geschah. Wie die Posaune es fast 20 Jahre lang publiziert hat, dies führt zu einem islamischen Ägypten.

Die Zeit nach Mubarak

In den Tagen nach Mubaraks Rücktritt schwappte eine massive Welle der Instabilität und Gewalt über Nordafrika und den Nahen Osten. Ausbrüche von tödlichen Zusammenstößen gab es in Iran, Libyen, Jemen und Bahrain. Im Libanon rief Hassan Nasrallah Hisbollah Terroristen auf, sich auf ein Eindringen in Galiläa, im Norden Israels, vorzubereiten. Auf der Sinaihalbinsel verstärkten Beduinen-Banden – vom Chaos in Kairo ermutigt – ihre Angriffe gegen Polizeikräfte, was Israel veranlasste, sich an Ägyptens Militär zu wenden, um die Gewalt zu zügeln.

Iran sandte zwei Marineschiffe durch den Suezkanal. Diese „offene Provokation“ ließ nach den Worten des israelischen Außenministers Befürchtungen in Jerusalem aufkommen, dass der Iran taktierte, von der Instabilität in Ägypten zu profitieren. Im Übrigen, der Iran hat seit der islamischen Revolution, die das Regime des Schahs im Jahr 1979 stürzte, keine Flottenpräsenz im Mittelmeer gehabt.

Dann gibt es Ägyptens Muslimbruderschaft, die sich als Beschützer des wahren Islams sieht. Während der ganzen Krise in Ägypten hielt sich die Bruderschaft ruhig, während ihre westlichen Verfechter die Bewegung mit den Worten verteidigten, dass sie weder radikal noch gewalttätig sei, und dass es keine Verbindung zwischen der Organisation und dem Iran, der Al Kaida, den Taliban oder Dergleichen gäbe. Die Washington Post schrieb sogar, dass die Bruderschaft ihre Inspiration von der CVJM (christlicher Verein junger Menschen) erhielt! Und dann gab es die absurde Behauptung vom Direktor des nationalen Geheimdienstes Amerikas – dass der ägyptische Arm der Muslimbruderschaft „hauptsächlich säkular“ sei.

Sobald Mubarak aus dem Weg war, zeigte die Bruderschaft schnell ihr wahres Gesicht.

Ägyptens Khomeini?

Vier Tage nach Mubaraks Rücktritt veröffentlichte Der Spiegel ein Exposé über Yusuf al-Qaradawi, die „Vaterfigur“ der Muslimbruderschaft. Bereits im Jahr 2002 bat die Bruderschaft Qaradawi, ihr Oberhaupt zu sein, aber wegen der Einschränkungen lehnte er das Angebot ab. Er wollte sich stattdessen darauf konzentrieren, „Vereinte Muslimische Nationen“ zu mobilisieren.

Der charismatische Qaradawi, ein Ägypter von Geburt, ist einer der populärsten muslimischen Kleriker im Nahen Osten. Er hat mindestens 100 Bücher geschrieben und sein wöchentliches Fernsehprogramm wird von 60 Millionen Muslimen auf Al-Jazeera gesehen. Er hasst die Juden und bittet Allah, „jeden Einzelnen von ihnen“ zu töten. In einer Predigt im Al-Jazeera-TV im Jahr 2009 sagte er: „Im Lauf der Geschichte hat Allah den [Juden] Menschen aufgezwungen, die sie für ihre Korruption bestraften. Die letzte Bestrafung wurde von Hitler ausgeführt. Durch all das, was er ihnen antat – obwohl sie dieses Thema übertrieben – brachte er es fertig, ihnen ihren Platz zuzuweisen. Das war eine göttliche Strafmaßnahme für sie. So Allah will, wird es das nächste Mal durch die Hand der Gläubigen geschehen.“

Seit 1981 hatte Mubarak Qaradawi verboten, in Ägypten zu predigen. Während seines Exils war Qaradawi in Qatar ansässig. Aber nur eine Woche nachdem Mubarak zurückgetreten war, kehrte Qaradawi triumphierend zurück nach Ägypten. Unglaublich, er bekam ein militärisches Geleit zu Kairos Tahrir-Platz – der Brennpunkt der regierungsfeindlichen Aufstände – um eine Freitagsgebetpredigt zu halten.

Präsident Obama erklärte Fox News am 6. Februar, dass die Vereinigten Staaten wegen der Muslimbruderschaft nicht beunruhigt sein sollten. Er sagte, die Bruderschaft habe keine mehrheitliche Unterstützung in Ägypten. Aber das stimmt nicht überein mit einer Umfrage des Pew Research Centers, die letztes Jahr durchgeführt wurde. Laut der Umfrage wollen 95 Prozent der Ägypter, dass die Religion eine größere Rolle in der Politik spielen sollte, 84 Prozent befürworten die Todesstrafe für Menschen, die den muslimischen Glauben aufgeben, und 54 Prozent glauben, dass Selbst-mordattentate gegen Zivilisten gerechtfertigt werden können!

Die Obama Administration und ihre Verbündeten in den Medien sehen genau das Gegenteil. Ägypter wollen keine Demokratie nach westlichem Vorbild. Sie lehnen sich dagegen auf. Sie wollen eine islamische Theokratie.

Mubarak erkannte das, was auch der Grund dafür war, dass er lange genug im Amt bleiben wollte, um bei der Bildung von Ägyptens neuer Regierung mitwirken zu können. Es wurde berichtet, dass er am Abend seines Rücktritts sagte: „Sie mögen von Demokratie sprechen, aber ... das Ergebnis wird Extremismus und radikaler Islam sein.“

Tatsächlich feierte Ägypten nur sieben Tage nach der Flucht Mubaraks von Kairo nach Scharm el-Scheich, die Heimkehr eines wahnsinnig beliebten, radikalen Extremisten, der für die Ausrottung der Juden betet, das Verprügeln von Frauen billigt und Selbstmordattentate, die auf schutzlose Zivilisten gerichtet sind, unterstützt.

Es ist unglaublich, wenn man bedenkt, dass noch zu Beginn dieses Jahres Ägypten innerhalb einer Region, die für Unruhen und Spaltungen bekannt war, als ein  Bollwerk der Stärke und Stabilität betrachtet wurde.

Es ist erstaunlich, wie schnell prophetische Ereignisse sich jetzt im Nahen Osten entfalten.

Die gefährlichen Friedensbemühungen

Als Anwar Sadat 1979 den Friedensvertrag mit Israel unterschrieb, war die arabische Welt empört. Ägyptische Islamisten begannen Pläne zu schmieden, ihn zu töten und seine Regierung zu stürzen. Als ihre Verschwörung im Februar 1981 aufgedeckt wurde, befahl Sadat ein scharfes Vorgehen, das 1500 Menschen ins Gefängnis brachte. Aber eine Jihadisten-Zelle innerhalb des Militärs blieb bestehen, und im Oktober desselben Jahres ließ während einer Militärparade ein vorbeifahrender Lastwagen seine Soldaten abspringen, die ihren Präsidenten mit Granaten und Sturmgewehrfeuer begrüßten. Sadats Engagement für den Frieden kostete ihm das Leben.

Hosni Mubarak übernahm Sadats Führungsrolle und bezog die gleiche mutige und unpopuläre Haltung für den Frieden mit Israel.

Herbert W. Armstrong wusste, wohin dies führte, lange bevor es die Posaune gab. Er traf sich sogar am 21. Nov. 1981 mit Mubarak, nur sechs Wochen nach Sadats Ermordung. Während ihrer 20-minütigen Sitzung wiederholte Mubarak sein Versprechen, das zu vollenden, was Sadat begonnen hatte. „Wir wollen Frieden“, sagte er zu Herrn Armstrong – „wollen zumindest in einer sehr friedlichen Atmosphäre leben mit all den Nachbarn um uns herum. Wir werden in dieser Richtung unser Bestes tun. Ich werde das Maximum tun.“

Herr Armstrong lobte Mubarak dann für seinen ehrlichen Versuch, dort weiterzumachen, wo Sadat aufgehört hatte. „Sie gehen mit wundervollem Beispiel voran“, sagte Herr Armstrong. Aber dann erklärte er, wie völlig unfähig die Menschen sind, Frieden zu schließen. Nur durch ein direktes göttliches Eingreifen, fuhr Herr Armstrong fort, würde es jemals dauerhaften Frieden geben.

Der ägyptische Präsident stimmte darin mit Herrn Armstrong überein! Mubarak sagte, „Ich glaube, der Friede wird früher oder später siegen, ob wir es wollen oder nicht.“

Ja, in der Tat! Sogar in diesem Zeitalter des Menschen werden wir oft daran erinnert, wie die menschliche Natur im Allgemeinen den Voraussetzungen für die Erreichung jeglicher Art von Frieden ablehnend gegenübersteht. Anwar Sadat zum Beispiel bezahlte mit seinem eigenen Blut für einen Friedensvertrag, der, wie Herr Armstrong wusste, nur von kurzer Dauer sein würde.

Aus diesem Grund schrieb Herr Armstrong eine Woche nachdem er sich 1981 mit Ägyptens Präsident getroffen hatte, folgendes in einem Brief an Abonnenten der Plain Truth: „Der neue Präsident Mubarak versicherte mir, dass er Präsident Sadats Friedensbemühungen für den Nahen Osten fortsetzen würde, und dass er auf diese Weise sein eigenes Schicksal besiegeln könnte.“

Drei Jahrzehnte lang hielt dieser Mann die ägyptischen Kräfte des religiösen Extremismus und Anti-Israelismus nahezu eigenhändig unter Kontrolle. Jetzt – so wie Herr Armstrong befürchtete, dass es sehr wohl passieren könnte – haben diese Kräfte ihn aus dem Amt vertrieben.

Die Zeit wird es bald zeigen: Ägypten, der Nahe Osten und die Welt sind deswegen um ein Vielfaches gefährlicher geworden. 

PosauneKurzmitteilung

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