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ISTOCK.COM/SARAH PENDER

Schmerzen im Gehirn: Cannabis Esswaren

Cannabis ist eine der beliebtesten „Freizeitdrogen“ der Welt. Einer Gallup-Umfrage von 2017 zufolge geben 45 Prozent der Amerikaner an, sie hätten aus Neugier Cannabis schon mindestens einmal ausprobiert. Inzwischen hat sich Cannabis (auch Marihuana, Dope, Gras und anders genannt) fest etabliert und ist in manchen Ländern mehr oder weniger legalisiert worden.

Viele Nutzer von Cannabis mögen seine wohltuende Wirkung. Die Harvard Medical School sagt, dass es gewisse Symptome der Parkinson-Krankheit, der Fibromyalgie und auch chronische Schmerzen lindert.

Trotzdem hat das durchdringende Aroma des Cannabis einen schlechten Geruch und es hat auch einige schockierende Auswirkungen auf Körper und Geist.

Was sind Cannabis-Esswaren?

Marihuana-Esswaren sind Lebensmittelprodukte, die Cannabis enthalten und dank des darin enthaltenen thcs (Tetrahydrocannabinols) eine verzögerte, aber sehr starke psychoaktive Wirkung besitzen.

Die ArcView Group sagt, ein breites Spektrum Cannabis enthaltender Esswaren wie Schokolade, Heinzelmännchen, Gummibären, Lippenpflegestifte und alle möglichen anderen normalen Lebensmittel gehöre inzwischen zu den heißesten und realitätsfernsten Artikeln in Kanada und in den Teilen der Vereinigten Staaten, in denen sie legalisiert wurden. Das Nationale Institut für Drogenmissbrauch stellt fest, dass auch wenn im Allgemeinen behauptet wird, diese Produkte seien sicher, kann doch der Verzehr von Cannabisprodukten die Gehirnfunktionen erheblich verändern und leicht zu dysphorischen Reaktionen und zu einer Überdosis führen – und zwar viel eher, als wenn es geraucht wird.

Dysphorische Reaktionen und Überdosis

Leute, die regelmäßig Cannabis rauchen, sprechen von einem sanften Abrutschen in ein träumerisches, unbekümmertes „High“, einen euphorischen Zustand der Entspannung, der einige Stunden anhalten kann. Aber die Leute, die zu viele thc enthaltende Esswaren zu sich nehmen, leiden stundenlang unter einer ängstlich-bedrückten, gereizten Stimmung.

Eine Überdosis kommt bei essbarem Cannabis viel häufiger vor als beim Rauchen, weil die Droge, bevor sie absorbiert wird, erstmal verdaut werden muss. Daher tritt die psychoaktive Wirkung erst etwa 30 Minuten bis zwei Stunden später ein. Manche Leute warten ungeduldig auf das „High“ und nehmen daher in kurzer Zeit mehrere Portionen ein. Wenn die psychoaktive Wirkung des thcs dann schließlich eintritt, leiden sie unter intensiven Angstzuständen, Paranoia und sogar Psychosen (Forbes.com).

Die Journalistin Maureen Dowd schrieb in einer Kolumne in den New York Times über so eine Erfahrung mit einem cannabishaltigen Schokoriegel. Sie lag schließlich acht Stunden lang zusammengerollt in einem halluzinatorischen Zustand und war überzeugt, sie sei tot.

Warum ist die Wirkung so stark?

Eine kürzlich in Colorado durchgeführte Studie fand heraus, dass die Noteinweisungen in Krankenhäuser im Zusammenhang mit Cannabis seit der Legalisierung um 300 Prozent zugenommen haben. Ein Großteil dieser Zunahme war auf psychiatrische und kardiovaskuläre Symptome durch cannabishaltige Esswaren zurückzuführen.

Es macht einen großen Unterschied, ob man Cannabis raucht oder isst. Beim Rauchen kommt das Delta-9-thc durch die Lunge in den Körper und gelangt verhältnismäßig schnell ins Gehirn. Das kann dem National Institutes of Health zufolge relativ schnell Euphorie – oder ein „High“ – auslösen, aber es kann auch zu einem Gefühl der Paranoia sowie zu Halluzinationen und Konzentrationsschwierigkeiten führen.

Die Wirkung ist ganz anders, wenn man es isst. Dann geht das thc durch die Leber, die es in eine andere Substanz (11-oh-thc) verwandelt – ein besonders potentes Stoffwechselprodukt, dass die Wirkung erschreckend verstärkt und das „High“ bei manchen Leuten sechs bis zehn Stunden anhalten lässt. Das Oxford Treatment Center sagt, das passiere, weil das thc die Funktion des Endocannabinoid-System beeinträchtigt, die Kommunikation zwischen den Zellen des Nervensystems verlangsamt und eine intensive Entspannung und Benommenheit hervorruft.

Risiken für die geistige Gesundheit der Jugend

Die vielleicht besorgniserregendste Assoziierung dieser Produkte bei jungen Menschen ist ihr Zusammenhang mit Geisteskrankheiten. In einem Bericht der National Academies of Sciences, Engineering and Medicine von 2017 heißt es, dass es substanzielle Beweise dafür gibt, dass eine Verbindung zwischen Marihuana und der Entwicklung der Schizophrenie besteht und dass es einen ernstzunehmenden Zustand geistiger Umnachtung inklusive Wahnvorstellungen und Halluzinationen auslöst.

Kleine Kinder befinden sich in großer Gefahr einer akuten Cannabisvergiftung, wenn sie denken, dass Cannabis-Gummibärchen wie normale Gummibärchen sind und sie aufessen, oder zu viel davon zu sich nehmen. Children’s Hospital Colorado zufolge müssen viele von ihnen wegen der übermäßig starken Symptome nachher ins Krankenhaus gebracht werden.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass bei Teenagern, die Cannabis Esswaren zu sich nehmen, die Hirnstrukturen, die mit dem Gedächtnis zu tun haben, schrumpfen, die Lern-und Merkfähigkeit stark abnimmt und sich Depressionen und Angstzustände entwickeln. Ein Nachrichtenprogramm der cbc berichtete 2015 von Laboruntersuchungen, die zeigten, dass die durchschnittliche Konzentration von thc im heutigen Marihuana [durch Genveränderungen] etwa 20 Prozent beträgt – im Gegensatz zu 3-4 Prozent in den 1980er Jahren.

Desto höher die Konzentration des thcs in diesen Produkten ist, umso eher besteht die Möglichkeit negativer und unvorhersehbarer Reaktionen. Und da legales Marihuana unvermindert auf den Markt kommt, werden auch die körperlichen und sozialen Auswirkungen auf die Geisteskrankheiten, die jetzt schon Millionen Menschen in Mitleidenschaft ziehen, immer mehr zunehmen.

Risiken im Zusammenhang mit COVID-19

Wegen der reinen Gier auf Steuereinnahmen haben viele Städte und Staaten Cannabisläden eingerichtet – „wichtige Geschäftsstellen“ während des Ausbruchs des covid-19. Gemäß der auf Cannabisanalysen spezialisierten Gesellschaft Headset stellte sich so in dieser beispiellosen Krise eine 20 bis 50 prozentige Steigerung des Cannabisverkaufs in den Staaten ein, in denen es einen größeren Cannabis-Markt gibt. Aurelius Data stellt fest, dass Leute, die aus Angst, sich mit dem Coronavirus anzustecken, nicht das Haus verlassen, ironischerweise Cannabis benutzen, während sie zu Hause blieben, was in Wirklichkeit die Abwehrkräfte ihres Immunsystems schwächt. Außerdem kommt noch das gesundheitliche Risiko der mangelnden körperlichen Bewegung, der mangelhaften Ernährung und des Stresses während des Lockdowns hinzu.

Krankheiten und ein schlechter Gesundheitszustand kommen immer von der Nichtbeachtung der physikalischen Gesetze der Gesundheit. Die Normalisierung und Kommerzialisierung der thc-haltigen Cannabis-Esswaren verstößt gegen diese Gesetze und bewirkt eine Schwächung der Gesundheit. Die beste Methode, Krankheiten zu vermeiden, ist, die physikalischen Gesetzen der gesunden Ernährung, der körperlichen Bewegung, der Hygiene und der allgemeinen Gesundheit zu befolgen und schädlichen Cannabis in allen seinem Erscheinungsformen zu meiden.

Tb Ad De