Marc Israel Sellem/POOL/AFP via Getty Images; Emma McKoy/die posaune
Netanjahu verliert in den Umfragen an Boden
Eine am Donnerstag vom israelischen Sender Channel 13 veröffentlichte Umfrage unter israelischen Wählern ergab, dass der größte Teil der Befragten plant, bei den bevorstehenden Parlamentswahlen für die von Gadi Eisenkot geführte Partei „Yashar“ zu stimmen. Die Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Naftali Bennett ist vom ersten auf den dritten Platz zurückgefallen. Der derzeitige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Likud-Partei liegen weiterhin auf dem zweiten Platz. Die Wahlen finden am oder vor dem 27. Oktober statt.
-
Eisenkot war von 2015 bis 2019 Stabschef der israelischen Streitkräfte.
-
Von 2022 bis 2024 war er als Abgeordneter der Partei „Nationale Einheit“ des General a. D. Benny Gantz in der Knesset tätig. Es wird nicht mehr davon ausgegangen, dass Gantz Premierminister wird.
-
Eisenkot gründete im vergangenen Jahr Yashar (hebräisch für „aufrecht“).
Wiederholte Umfragen deuten darauf hin, dass entweder Eisenkot oder Bennett Premierminister werden wird – sofern sie bestimmte Kompromisse eingehen.
-
Die Umfrage deutet darauf hin, dass die Anti-Netanjahu-Parteien in der Knesset eine Mehrheitsregierung nur dann bilden könnten, wenn sie eine Partei, die arabische Interessen vertritt, in ihre Koalition aufnehmen würden.
-
Die wichtigsten arabischen Parteien Israels sind entweder antizionistisch oder befürworten islamistische Grundsätze.
-
Sowohl Eisenkot als auch Bennett haben darüber gesprochen, Netanjahus harte Haltung gegenüber den Palästinensern zu mildern.
Ob man ihn nun mag oder nicht – Premierminister Netanjahu war in den letzten Jahren wohl die treibende Kraft, die der israelischen Politik ein gewisses Maß an Stabilität verliehen hat. Sollte er im Herbst dieses Jahres zurücktreten, könnte Israel erneut von politischer Instabilität heimgesucht werden, wie sie das Land bereits vor dem Massaker vom 7. Oktober 2023 heimgesucht hatte.
