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Leipzig - Reichsgerichtsgebäude by corno.fulgur75 is licensed under CC BY 2.0

Nazis überall – Nazis in der Bundestaatsanwaltschaft

Wird die nationalsozialistische Vergangenheit jemals aufhören, das moderne Deutschland zu verfolgen? Bis in die 1970er Jahre hinein war die Bundesanwaltschaft mit ehemaligen NSDAP-Mitgliedern und Juristen aus dem NS-Justizapparat besetzt, so die Autoren einer großen, vom Generalbundesanwalt in Auftrag gegebenen Aufarbeitungsstudie. Viele in Deutschland würden diese Vergangenheit am liebsten begraben und hinter sich lassen. Doch die Erkenntnisse sind nicht nur eine Verurteilung der deutschen Vergangenheit, sondern auch eine Warnung für uns heute – ob man es hören will oder nicht.

Nach der Veröffentlichung des Sachbuches am 17. November stellte der Tagesspiegel fest: Desto höher man im Dienst der Staatsanwaltschaft war, „desto stärker die NS-Verflechtung”.

Die Bundesanwaltschaft sei eine „besondere Herausforderung“ gewesen, so der Historiker Friedrich Kießling und der Strafrechtler Christoph Safferling. Während andere Sicherheitsbehörden und Ministerien in den vergangenen Jahren bereits ihre NS-Vergangenheit in der Nachkriegszeit wissenschaftlich aufarbeiten ließen, blieb die Bundesanwaltschaft unter Verschluss.

Der Tagesspiegel stellte in „Das Nazi-Erbe der Bundestaatsanwaltschaft“ fest: „Für die Untersuchung, die die Jahre 1950 bis 1974 beleuchtet, hat die Bundesanwaltschaft erstmals Einsicht in teils als vertraulich oder geheim eingestufte Personal-, General- und Verfahrensakten gewährt.“

Etwa 75 Prozent der Mitarbeiter in Führungspositionen waren zwischen 1953 und 1959 ehemalige NSDAP-Mitglieder. Der letzte durch NSDAP-Mitgliedschaft belastete Bundesanwalt soll 1992 aus dem Dienst ausgeschieden sein.

Man könnte zwar betonen, dass es sich um ehemalige Nazis handelte, aber wie Kießling und Safferling erläutern: „Die große und lange Amtskontinuität wie die hohe Zahl an formal belasteten Beamten zeigen aber sicher eines: Einen Bruch, gar einen bewussten Bruch mit der NS-Vergangenheit hat es auch im Fall der Bundesanwaltschaft nicht gegeben.“ Als Beispiel heben die Autoren Wolfgang Fränkel hervor, dessen Amtszeit als Generalbundesanwalt 1962 endete. Fränkel bearbeitete zwischen 1936 und 1943 als Hilfsarbeiter der Reichsanwaltschaft Leipzig. Nach den Recherchen von Kießling und Safferling war Fränkel für mindestens 30 Todesurteile verantwortlich.

Die Schlussfolgerung der Autoren, dass es keinen Bruch mit der Nazi-Vergangenheit gegeben hat, ist auch vor dem Hintergrund bemerkenswert, wovor die Posaune und davor die Plain Truth (Klar & Wahr), seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewarnt haben. Klar & Wahr-Chefredakteur Herbert W. Armstrong warnte am 9. Mai 1945:

Wir kennen die deutsche Gründlichkeit nicht. Von Anbeginn des 2 Weltkriegs haben sie die Möglichkeit in Erwägung gezogen, die zweite Runde zu verlieren, so wie sie die erste verloren haben – und sie haben sorgfältig und methodisch für solch einen Fall geplant, nämlich die dritte Runde – den 3 Weltkrieg! Hitler hat verloren. Diese Runde des Krieges in Europa ist vorüber. Und die Nazis sind jetzt in den Untergrund gegangen. In Frankreich und Norwegen haben sie gelernt, wie wirkungsvoll eine organisierte Untergrundbewegung die Besetzung und Kontrolle eines Landes beeinträchtigen kann. Paris wurde von der französischen Untergrundbewegung – und den alliierten Streitkräften befreit. Nun wird eine Nazi-Untergrundbewegung methodisch geplant. Sie planen die Rückkehr und den dritten Versuch zu gewinnen.

Die auf der Bibel basierenden Warnungen von Herrn Armstrong wurden ignoriert. Aber es wird noch viel schlimmer werden. Offenbarung 17, 8 warnt: „Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist jetzt nicht und wird wieder aufsteigen aus dem Abgrund und wird in die Verdammnis fahren. Und es werden sich wundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens vom Anfang der Welt an, wenn sie das Tier sehen, dass es gewesen ist und jetzt nicht ist und wieder sein wird.“

„Das Wort, das in Vers 8 mit ‚Abgrund‘ übersetzt ist, bedeutet eigentlich Untergrund“, bemerkte Posaune-Chefredakteur, Gerald Flurry, in Deutschland und im Heiligen Römischen Reich. „Dorthin begaben sich die Nazis kurz vor Ende des 2. Weltkriegs.“

Hören Sie sich auch meinen Podcast „10 Jahre danach der Nationalsozialistische Untergrund blüht mehr denn je“ an.