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Konservative Gruppe widersetzt sich dem Papst

ALBERTO PIZZOLI/AFP VIA GETTY IMAGES; EMMA MCKOY/DIE POSAUNE

Konservative Gruppe widersetzt sich dem Papst

Eine ultrakonservative katholische Gruppe hat gestern unter Missachtung direkter Anweisungen von Papst Leo XIV. vier Bischöfe geweiht.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (SSPX) wurde in den 1970er Jahren als Priestergruppe innerhalb der katholischen Kirche gegründet, die den im Zweiten Vatikanischen Konzil beschlossenen Modernisierungsreformen ablehnend gegenüberstand.

  • Sie feiern die Messe auf Latein, nicht in der Landessprache.

  • Sie lehnen die missionarische Arbeit gegenüber anderen christlichen Konfessionen und anderen Religionen ab.

  • Sie lehnen die Schritte ab, die im Zweiten Vatikanischen Konzil zur Befürwortung des Grundsatzes der Religionsfreiheit unternommen wurden, und sind stattdessen der Ansicht, dass Regierungen ihrem Volk den Katholizismus aufzwingen sollten.

  • Führende Persönlichkeiten dieser Gruppe haben den Holocaust geleugnet, antisemitische Propaganda wie die „Protokolle der Weisen von Zion“ befürwortet und Blutverleumdungen verbreitet – indem sie Juden vorwarfen, christliches Blut in ihren Ritualen zu verwenden.

Die Piusbruderschaft wurde 1988 exkommuniziert, als sie ohne Zustimmung des Papstes neue Bischöfe weihte. Im Jahr 2009 hob Papst Benedikt die Exkommunikation auf und bemühte sich, die Kluft zu überbrücken. Die Aufhebung löste einen heftigen Streit mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel aus, die sich aufgrund des Antisemitismus einiger ihrer Führer gegen die Gruppe aussprach.

Gestern hat die Gemeinschaft vier weitere Bischöfe geweiht. Der Papst hatte erneut ausdrücklich davon abgeraten. Die Gruppe scheint erneut auf eine Exkommunikation zuzusteuern.

  • Sie stehen vor demselben Dilemma wie bereits im Jahr 1988. Wenn sie keine lebenden Bischöfe mehr haben, stirbt die Gemeinschaft aus. Ihre derzeitigen Bischöfe sind alle schon alt. Entweder werden sie exkommuniziert, oder sie sterben nach und nach aus.

Heute nehmen rund 600 000 Menschen an der Messe der Piusbruderschaft teil. In einer Welt, in der Kompromisse und Modernisierung die Norm sind, übt diese erzkonservative Gruppe eine beträchtliche Anziehungskraft aus. Es wirkt altertümlicher und authentischer – fest in der Tradition verankert, anstatt von modernen säkularen Lehren hin und her geworfen zu werden.

  • Das bedeutet jedoch auch, dass damit einige gefährliche Ansichten einhergehen und dem Vatikan Kopfzerbrechen bereiten, der seinerseits versucht, jene anzusprechen, die das Authentische und das Alte suchen.

Was macht eine Gruppe eigentlich zu Gottes wahrer Kirche? Lesen Sie unsere kostenlose Broschüre, um mehr darüber zu erfahren.