Kommt der Verrat an Taiwan?
Der chinesische Generalsekretär Xi Jinping glaubt, dass die Ambivalenz von US-Präsident Donald Trump gegenüber Taiwan „eine historische Chance für China eröffnet“, schrieb das Wall Street Journal am Mittwoch. Die Kommunistische Partei Chinas hat die Inselrepublik nie regiert, betrachtet sie jedoch als abtrünniges Territorium, das unter kommunistische Kontrolle gebracht werden muss, wenn nötig mit Gewalt. Taiwan ist seit Jahrzehnten unabhängig, dank amerikanischer Militärausrüstung, politischer Unterstützung und der Zusicherung von Schutz im Falle einer Invasion. Aber Präsident Trump sieht Taiwan „eher transaktional“ als seine Vorgänger im Weißen Haus, schrieb das Journal, was sein Engagement für die Insel „unsicher“ macht. Der stärkste Beweis dafür kam nach einem Telefonat zwischen Xi und Trump am 4. Februar, als letzterer einen Waffenverkauf an Taiwan im Wert von 13 Milliarden Dollar aussetzte, offenbar um einen Handelsfrieden mit China zu wahren. Die beiden werden sich im Mai in Peking treffen. Seit Jahrzehnten warnt die Posaune davor, dass Amerikas mangelnde Entschlossenheit der Hauptfaktor sein wird, der es der Kommunistischen Partei Chinas ermöglicht, Taiwan zu erobern.