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Ist der Bürgerkrieg in Äthiopien eine Endzeit-Prophezeiung?

AMANUEL SILESHI/AFP/GETTY IMAGES

Ist der Bürgerkrieg in Äthiopien eine Endzeit-Prophezeiung?

Dieses Leid könnte zu entscheidenden Ereignissen in der Endzeit führen.

Äthiopien befindet sich seit einem Jahr in einem blutigen Bürgerkrieg. Das Land entwickelt sich rasch zu einem neuen Jugoslawien, da die ethnischen Gruppen, die einst ein Land bildeten, sich gegenseitig mit ethnischen Säuberungen und Völkermord bedrohen.

Zu Beginn des Konflikts, der zwischen der Regierung und der Tigray People‘s Liberation Front (tplf) tobt, sagten außenpolitische Analysten das Schlimmste voraus. Dr. Yohannes Woldemariam nannte es „eine existenzielle Krise für Äthiopien“. „Das könnte den Zusammenbruch des Staates bedeuten. Die ganze Region wird davon betroffen sein, von Flüchtlingen bis zur Destabilisierung“, sagte er dem Telegraph (4. November 2020). Der prominente äthiopische Journalist Tsedale Lemma twitterte, der militärische Vorstoß von Premierminister Abiy Ahmed sei „keine ‚chirurgische Operation‘, die ein schnelles Ende der tplf herbeiführen wird, sondern ein daraus entstehender Zusammenbruch der [äthiopischen] Föderation, wie wir sie kennen“ (4. November 2020).

Es sieht so aus, als würden sich ihre Vorhersagen bewahrheiten.

Das Leid, das sich in diesem geostrategisch wichtigen Land ausbreitet, könnte die Region verändern und zur Erfüllung einer entscheidenden biblischen Endzeitprophezeiung führen.

Ein nicht endendes Blutbad

Es begann mit der Wahl von Abiy Ahmed zum Premierminister Äthiopiens im Jahr 2018. Die tplf hatte Äthiopien seit den 1990er Jahren, nach dem Fall des kommunistischen Regimes in Äthiopien, regiert. Seit 2018 nun befinden sich Abiy und die tplf in einem Machtkampf, der in der Invasion Tigrays durch die Regierung gipfelte.

Was als schnelle Operation geplant war, hat sich zu einem nicht enden wollenden Blutbad entwickelt. Die ethnische Gruppe der Tigray macht nur 5 bis 7 Prozent der über 100 Millionen Einwohner Äthiopiens aus. Trotzdem hat die tplf ein beachtliches Militär aufgebaut. Am 10. August rief Abiy alle tauglichen Äthiopier auf, sich dem Militär im Kampf gegen die Tigray-Rebellen anzuschließen und deutete an, eine Masseneinberufung in Betracht zu ziehen.

Was als Operation gegen die Tigray begann, hat sich zu einem ethnischen Machtkampf zwischen den Oromo und den Amhara, den beiden größten ethnischen Gruppen Äthiopiens, ausgeweitet. Beide Ethnien machen etwa ein Drittel der äthiopischen Bevölkerung aus. Die Oromo sind traditionell Muslime, während die Tigray und Amhara seit jeher äthiopisch-orthodoxe Christen sind. Aufgrund konkurrierender Landansprüche bekriegen sich die Amhara jedoch sowohl mit den Oromo als auch mit den Tigray. Dies führte dazu, dass sich die Oromo-Befreiungsarmee, der bewaffnete Arm der Oromo-Befreiungsfront, mit der tplf verbündet hat. Abiy ist zwar ein Oromo, aber er ist Christ – ein Pfingstler.

In diesem Krieg gibt es nur wenige Waffen, die nicht eingesetzt werden. Der äthiopischen Regierung werden Kriegsverbrechen vorgeworfen, wie der Einsatz von weißem Phosphor, einer Substanz, die nach der Genfer Konvention für den Einsatz gegen Menschen verboten ist. Man wirft ihr auch vor, die Tigray absichtlich auszuhungern. Im Juli begann die äthiopische Regierung, Hilfsgütertransporte in der Region Tigray zu blockieren. Die Vereinten Nationen schätzen, dass über 5 Millionen Menschen in der Tigray-Region sofort Hilfe benötigen, wenn man die Hungernden mitzählt. In einem UN-Bericht vom 7. Oktober heißt es, dass „schätzungsweise 1,4 Millionen Kinder unter 5 Jahren sowie schwangere und stillende Frauen vorbeugende Maßnahmen gegen die drohende Unterernährung benötigen“.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am 28. September sagte der Leiter der humanitären Hilfe der Vereinten Nationen Martin Griffiths, die Hungersnot sei „von Menschen herbeigeführt“ und könne „durch einen Akt der Regierung behoben werden“. Wenn man bedenkt, dass diese absichtlich herbeigeführte Hungersnot auf eine ethnische Gruppe – die Tigray – abzielt, könnte dies als Völkermord eingestuft werden.

Der Krieg vernichtet nicht nur Äthiopien. Er hat Auswirkungen auf die ganze Welt.

Auswirkung auf die Nachbarländer

Abiy zog auch Eritrea, eine benachbarte Diktatur, in den Krieg hinein. Eritreas starker Mann, Isaias Afwerki schickte Truppen nach Tigray. Afwerki regiert Eritrea seit 1991 mit eiserner Faust und hat mit buchstäblich allen seinen Nachbarn Krieg geführt. Äthiopien und Eritrea sind normalerweise erklärte Feinde, aber sie sind offenbar bereit, zusammenzuarbeiten, wenn dies die Zerschlagung der tplf bedeutet. Im August warf die Regierung der Vereinigten Staaten dem eritreischen Militär Massaker, sexuelle Gewalt, Folter und die Ermordung von Zivilisten vor.

Dschibuti, ein weiteres Land am Horn von Afrika, mischt sich ebenfalls ein. Die Tigray werden beschuldigt, die ethnische Gruppe der Afar in der Provinz Afar massakriert zu haben. Die Afar sind überwiegend Muslime. Dreißig Prozent der Bevölkerung Dschibutis sind Afar. Tadjoura, die zweitgrößte Stadt Dschibutis, hat als Zeichen der Unterstützung die Flagge der äthiopischen Afar-Provinz gehisst.

Auch zwischen Äthiopien und Sudan kam es zu mehreren Zwischenfällen. Khartum berichtete von einem äthiopischen „Eindringen in sudanesisches Land“ im Februar. Im März nutzte der Sudan das Chaos in Äthiopien, um Truppen in ein zwischen den beiden Ländern umstrittenes Gebiet zu entsenden. Im Juli beschuldigte der Sudan eine äthiopische Miliz, einen sudanesischen Militärkommandanten entführt zu haben, was zu einer Schließung der Grenze und einer Aufstockung des Militärs auf beiden Seiten der Grenze führte.

Und dann ist da noch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Abiy traf sich am 18. August mit Erdoğan. Sie hielten eine gemeinsame Pressekonferenz ab und unterzeichneten nicht näher bezeichnete Abkommen über militärische Zusammenarbeit. Erdoğan hatte bereits gute Beziehungen zu Äthiopien. Vor einigen Jahren verlieh ihm die Universität von Addis Abeba die Ehrendoktorwürde. Außerdem gab er die Restaurierung einer historischen äthiopischen Moschee in Auftrag, die angeblich die letzte Ruhestätte von Najashi, einem in der muslimischen Tradition bedeutenden äthiopischen König, ist. Die türkische Regierung hat sich sogar dafür eingesetzt, dass das Grab von Najashi auf die traditionelle muslimische Pilgerroute gesetzt wird. Erdoğan ist ein überzeugter Islamist. Er unterstützt terroristische Gruppen wie die Hamas in Gaza und die Muslimbruderschaft in Ägypten. Für Abiy ist er zumindest ein interessanter Partner, um mit ihm gute Beziehungen zu unterhalten.

Was ist die übergreifende Bedeutung dieser Ereignisse? Die biblische Prophezeiung sagt es uns.

Äthiopien in der Prophezeiung

Äthiopien kommt in einer der wichtigsten Endzeitprophezeiungen vor. In Daniel 11, 40 heißt es, dass ein europäischer „König des Nordens“ einen „König des Südens“ – den radikalen Islam unter der Führung des Iran – angreifen wird (Beweise für diese Identitäten finden Sie in unserer kostenlosen Broschüre Der König des Südens). Es heißt, dieses europäische Reich „wird Herr werden über die goldenen und silbernen Schätze und über alle Kostbarkeiten Ägyptens; Libyer und Kuschiter (das sind die Äthiopier) werden ihm folgen müssen“ (Vers 43).

Dem König des Nordens wird prophezeit, dass er in Ägypten, Libyen und Äthiopien einfallen wird. Das bedeutet, dass diese drei Mächte mit dem Feind des Königs des Nordens, dem radikalen Islam unter iranischer Führung, verbündet sein werden.

Ägypten und Libyen sind arabische Staaten, die mit dem radikalen Islam zu kämpfen haben. Es wäre also nicht allzu überraschend, wenn sie sich mit dem Iran verbünden würden. Vor zehn Jahren erschütterte der arabische Frühling diese beiden Länder und viele andere in der Region, und ähnliche Erschütterungen könnten diese Länder schnell radikalisieren.

Aber was ist mit Äthiopien?

Äthiopien ist seit Jahren ein stabiler und verlässlicher Verbündeter der Vereinigten Staaten. Der christliche Hintergrund Äthiopiens hat einige Leser der Posaune im Laufe der Jahre dazu gebracht, an der Prognose zu zweifeln, dass das Land islamisch werden wird.

Jetzt aber befindet sich Äthiopien in einem ethnischen Bürgerkrieg. Die Tigray People's Liberation Front, die traditionellen Machthaber Äthiopiens seit dem Fall des Kommunismus, kämpfen ums Überleben. Diese Gewalt belastet die einst guten Beziehungen zwischen Äthiopien und Amerika schwer. Im Februar beschuldigte Washington die äthiopische Regierung der ethnischen Säuberung. Die äthiopische Führung war so empört, dass Andargachew Tsege, einer von Abiys Beratern, die Demonstranten aufforderte, amerikanische Flaggen vor der US-Botschaft in Addis Abeba zu verbrennen.

Unterdessen sucht Abiy Ahmed nach anderen Verbündeten, wie dem islamistischen türkischen Präsidenten Erdoğan. Auf der anderen Seite hat sich die Oromo-Befreiungsarmee, die eine mehrheitlich muslimische ethnische Gruppe vertritt, dem Kampf gegen die Regierung angeschlossen. Auf beiden Seiten dieses Kampfes schleicht sich der Islam in die äthiopische Politik ein.

Der Chefredakteur der Posaune, Gerald Flurry, schreibt in Der König des Südens über die Prophezeiung in Daniel 11 folgendes: „Wer auch immer Äthiopien stark beeinflusst oder kontrolliert, der wird zweifellos auch die kleineren Gebiete Eritreas und Dschibutis sowie die Küste des Roten Meeres kontrollieren. Erst vor kurzem erreichten diese kleinen Gebiete ihre Unabhängigkeit von Äthiopien. Außerdem glaube ich, dass aus der Sicht der Bibel diese kleinen Gebiete als Teile Äthiopiens betrachtet werden.“

Wir erleben, wie sowohl Eritrea als auch Dschibuti in den äthiopischen Konflikt hineingezogen werden.

Ein Land, das sich die Instabilität Äthiopiens zunutze machen könnte, ist der Iran. Der Iran finanziert gerne Stellvertreter-Bewegungen, um instabile Regierungen zu übernehmen, wie die Hamas im Gazastreifen, die Hisbollah im Libanon und die schiitischen Milizen im Irak. Obwohl der Iran relativ weit von Äthiopien entfernt ist, versucht er seit Jahren, seine islamische Revolution nach Afrika zu exportieren. Er unterhält Verbindungen zu Ägyptens Muslimbruderschaft. Es gibt auch Hinweise darauf, dass der Iran Rebellengruppen auf dem ganzen Kontinent sponsert, darunter in Gambia, Somalia und möglicherweise auch in Mosambik.

Desta Heliso, ein in London lebender äthiopischer Journalist, warnte im vergangenen Jahr, dass der Konflikt dem radikalen Islam Tür und Tor öffnen könnte. „Es gibt einige Kräfte innerhalb und außerhalb Äthiopiens, die behaupten, dass Äthiopiens „historische“ Position als Dar al Islam oder „Land des Islam“ wiederhergestellt werden müsse“, warnte er in seinem Artikel „Ethiopia's Increasing Vulnerability to Islamic Extremism and What That Means for the Horn of Africa“ (Äthiopiens zunehmende Anfälligkeit gegenüber dem islamistischen Extremismus und ihre Bedeutung für das Horn Afrikas):

„In den letzten 30 Jahren hat der Islam in Äthiopien an Vertrauen und Zahl seiner Anhänger zugenommen", schrieb er. „Zehntausende von Moscheen sind im Land gebaut worden, muslimische Unternehmen sind gewachsen, und vor kurzem wurde eine islamische Bank gegründet. Extremistische Tendenzen, die sich auf Wahhabitische Lehren stützen, haben ebenfalls zugenommen“ (17. November 2020).

Dieser Extremismus hat vor allem innerhalb des Oromo-Volkes zugenommen. Katholische und protestantische Gebäude wurden in den Oromo-Regionen angegriffen. In den letzten Jahren sind Hunderte von Christen ermordet worden. „Es wird behauptet, dass diese radikalen Elemente in Oromia von äußeren Kräften, insbesondere von Ägypten, unterstützt werden“, schrieb Heliso.

Der Übergang Äthiopiens in das vom Iran geführte islamistische Lager wird sicher schmerzhaft sein. Es handelt sich um ein Land mit über 65 Millionen Christen. Diese einem islamistischen Regime zu unterwerfen, wird sicherlich mit schrecklicher Brutalität verbunden sein. Traurigerweise sehen wir diese Brutalität jetzt bereits im Bürgerkrieg des Landes.

Deshalb ist es so wichtig, diese Prophezeiung zu verstehen. Das Leid in Äthiopien ist nur ein kleiner Teil des Leidens, das bald über die ganze Welt kommen wird. Aber es ist auch ein entscheidender Schritt bei der Erfüllung der biblischen Endzeitprophezeiung. Es ist ein Schritt hin zur Wiederkunft Jesu Christi und zu einem dauerhaften Ende von Völkermord, ethnischer Säuberung und religiöser Verfolgung.

Behalten Sie das Horn von Afrika im Auge. Es muss noch mehr passieren, bevor Äthiopien islamistisch wird. Aber dort sind Ereignisse im Gange, die sich letztlich auf die ganze Welt auswirken werden.

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