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Israel's letztes kapitel
In einer Krise wird Israel immer brutal.
Geboren im Streit, aufgewachsen in Krieg, gestählt durch Terrorismus, geschmäht von der Welt, hat der jüdische Staat mehr als sein Anteil an Prüfungen erlitten. Er sehnt sich nach Frieden, es ehrt seine Diplomaten, aber es wendet sich seinen Kriegern zu, wenn Krieg erforderlich ist.
Bis jetzt.
„Der Koran ist unsere Verfassung, Mohammed ist unser Prophet, der Jihad unser Weg, und als Märtyrer für die Sache Allahs zu sterben ist unser größter Wunsch!“ Diese frostige Erklärung entschlüpfte den Lippen einer palästinensischen Autorität, nachdem das palästinensische Parlament das neue Kabinett der Regierung am 28. März vorbehaltlos absegnete. Es sollte voraussehbar gewesen sein: Im Januar wurde von den Palästinensern der terroristischen Gruppe Hamas eine starke Mehrheit an Parlamentssitzen zuerkannt. Hamas war im Jahr 1987 für den ausdrücklichen Zweck, Israel zu zerstören gegründet worden, und seit sie in die Politik eingetreten ist, sich unerschütterlich öffentlich an dieses Ziel gehängt. Sie anerkennt Israels Existenzrecht nicht. Sie überlegt, alle zuvor abgeschlossenen Vereinbarungen mit Israel für ungültig zu erklären. Der neue palästinensische Premierminister Ismail Haniyeh beabsichtigt (als eine erste Stufe), Israel an die Grenzen von 1967 zurückzudrängen und einen arabischen Staat mit Jerusalem als seine Hauptstadt zu errichten. Sein Kabinett strotzt vor Hardliner-Terroristen, die von Israel eingesperrt oder Ziele für Tötung sind.
Für Israel ist dies eine Zeit der Krise. Krieg zeichnet sich ab. Aber, anstatt sich an seine Krieger zu wenden, umarmte Israel in seiner letzten Wahl seine Schwarzseher.
Eine schockierende Wahl
Am 28. März, am selben Tag, an dem die palästinensische Autorität ihre terroristische Legitimation durch die Anerkennung seines Hardliner-Kabinetts bestätigte, krönten die israelischen Wähler Ehud Olmert zu ihrem neuen Premierminister.
Olmert ist ein professioneller Politiker, kein Kämpfer. Im letzten Juni sagte er zum israelischen Politikforum in New York: „Wir sind des Kämpfens müde, wir sind müde, mutig zu sein, wir sind müde zu gewinnen, wir sind müde, unsere Feinde zu bezwingen“ (durchaus meine Betonung). Es ist unmöglich zu verstehen, wie Olmert vom Besiegen und Bezwingen von Feinden müde sein kann, wo 33 Jahre vergangen sind, seit Israel irgendetwas gewann.
Vielleicht verwechselt Olmert die Litanei von Verlusten, Rückzügen, terroristischer Gewalt und globalem Hohn, die seine Nation während jener Zeit des Gewinnens erlitten hat. Aber wenn er diese Haltung genau beibehält, nachdem die Hamas die
Palästinensische Autorität übernommen hat, stellt er sicher, dass sein Volk sehr rasch lernen wird, um wie viel schneller sie müde werden, bezwungen worden zu sein.
Olmert machte sich stark für die Zusicherung eines Abzugs Zehntausender Juden aus den Siedlungen der Westbank. Was seine Siegesrede betraf, so sprach er direkt zu den palästinensischen Führern: „Wir sind bereit, Kompromisse zu schließen, Teile des teuren Landes von Israel aufzugeben. … und zu räumen, unter großem Schmerz, Juden, die dort leben, um die Bedingungen zu schaffen, die Ihnen ermöglichen, Ihren Traum zu erfüllen und neben uns zu leben“ (BBC News vom 29. März). Die Israelis haben gerade einen Premierminister gewählt, der es Hamas ermöglichen will, ihre Träume zu erfüllen.
Dieser Mann phantasiert von Hamas Terroristen, die von einem Leben neben den Juden träumen, und bezeichnet diese Phantasie als Außenpolitik. Im Vergleich damit sieht Neville Chamberlain wie ein Löwe aus.
Ehud Olmert symbolisiert den jämmerlichen Zusammenbruch von Israels nationalem Willen. Und er ist jetzt der mächtigste Mann in Israel. Das ist der Mann, den die Israelis gewählt haben, sie in ihrer gefahrvollsten Stunde zu führen.
Die Kapitel
Seit der jüdische Staat Israel als Nation ihren Anfang nahm, hat seine Geschichte zwei sehr unterschiedliche Kapitel gehabt.
Kapitel eins: Krieg. Das prägende Merkmal jener Periode wurde klar am Tag, als Israel geboren wurde – 14. Mai 1948 – als eine Ansammlung benachbarter arabischer Staaten en masse angriff und die Juden zurückkämpften für das Überleben ihrer Ein-Tage alten Nation. Obwohl sie erfolgreich in der Abwehr des Angriffs waren, genossen die Juden eine Generation lang eine niemals Frieden für lange Zeit: Größere Kriege ereigneten sich alle sieben Jahre oder so. Während dieser Periode hatte der jüdische Staat schnell zu einer zähen, Kampfgestählten Kraft heranzuwachsen.
Kapitel zwei: Konzessionen. Die ersten Seiten dieses Kapitels begannen 1977, als Israel den ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat in Jerusalem begrüßte, um Erörterung zu beginnen über die Möglichkeit eines „Land für Frieden“ Handels zwischen ihren zwei Staaten. Diese Gespräche führten zum formellen Vertrag von 1979, in welchem Israel Ägypten ein schönes kleines Geschenk aushändigte, die Sinai-Halbinsel als Gegenleistung für ein Versprechen von Frieden. Dieser Handel setzte die Bühne für Konzessionen an die palästinensische Befreiungsorganisation (PLO), die 1993in Oslo begannen.
Jetzt blickt Israel auf dieses zweite Kapitel mit Traurigkeit und Bedauern zurück. Die Verhandlungen, getan in der Absicht, die Gewalt zu beenden - zu helfen, den Krebs des Terrorismus zu beseitigen – verbreiten vielmehr seine Bösartigkeit. Die Bereitschaft, Zugeständnisse zu machen, was Israel als Mut (Olmerts Ausdruck) bezeichnet, wird von den Terroristen als Feigheit gerechnet – jegliche Konzession als Sieg interpretierend, der die Wirksamkeit des Blutvergießens rechtfertigt. Die Früchte zeigen, dass der Friedensprozess eine Farce war: Nach in die Länge gezogenen diplomatischen Bemühungen hat Israel nichts, was einem friedlichen, gut-nachbarlichem palästinensischen Staat, auf den es hoffte, nahe kommt. Stattdessen lehnen 80 Prozent der palästinensischen Araber das Existenzrecht des jüdischen Staates ab, regiert von einem Terroristenregime, dessen offizielle Politik es ist, die Juden in das Meer zu werfen. Sein Volk weint trockene Tränen über das zertrümmerte Versprechen von einem ausgehandelten Frieden.
Heute blickt die Welt auf den Beginn eines dritten – völlig unterschiedlichen - Kapitels in Israels Geschichte. Mit Olmert am Steuerruder ändert sich Israels Außenpolitik radikal.
Unilateralismus
Was trieb die Juden, Ehud Olmert zu wählen? Warum schnitten die Konservativen so schlecht ab? Im Grunde genommen offenbart die Abstimmung eine Kampfeserschöpfte, tief zwiespältige orientierungslose Bevölkerung. Müde des Kämpfens, ermüdete davon, mutig zu sein – und doch der Unzuverlässigkeit von Verhandlung zuzustimmen – sie griffen nach einem dünnen Versprechen von etwas anderem: ein dritter Weg.
Betrachten Sie, was zu dieser Entscheidung führte.
Israels Kapitel zwei erreichte seinen Tiefstpunkt mit der Ministerpräsidentschaft des Labour-Führers Ehud Barak, als Barak im Jahr 2000 einen atemberaubend vollen Korb von Konzessionen an den palästinensischen Führer Yasser Arafat anbot. Arafat lehnte das Angebot ab, und Barak’s Regierung zerfiel.
Das war, wenn Ariel Sharon erschien. Sharon verkörperte Kapitel eins – ein Kriegergeneral, der in jedem von Israels Kriegen gekämpft hatte und, ungeachtet der Verbissenheit durch Kontroversen, blieb er eine beliebte Figur in der israelischen Öffentlichkeit. In den Wahlen von 2001 schlug er den sich abmühenden Barak, um Premierminister auf einer Bühne der Zähigkeit gegen Terrorismus zu werden. Einmal im Amt, begann er schnurstracks zu arbeiten: palästinensische Terroristen-Attacken vergeltend, tötete Sharons Regierung über 3.500 Palästinenser, einschließlich mehrerer hochrangiger Terroristen-Führer.
Aber internationaler Druck auf Sharon, den Friedensprozess wieder anzufachen, wuchs. Sharon fügte verschiedene Diskussionen über die Angelegenheit zusammen und gewährte sogar bestimmte ausgehandelte Konzessionen, wie etwa die Freilassung arabischer Gefangenen aus israelischen Gefängnissen.
Im Rückblick jedoch scheint es, dass der alte Krieger lediglich seinen Rücken freihalten wollte von Nichteingeweihten: Niemals verfiel er dem Glauben, dass Frieden mit den Arabern erkauft werden konnte. Er erkannte, dass Verhandlungen fruchtlos bleiben würden. Irgendwann (Zu irgendeinem Zeitpunkt) beschloss Ariel Sharon, statt zu kämpfen oder zu verhandeln, erforderte das Problem eine gänzlich andersartige Vorgangsweise: einfach drauf los und es lösen.
Das war der Zeitpunkt, als Israels Sicherheitswall in Bau ging und die Räumung des Gaza-Streifens entworfen wurde.
Im Ausmaße wie Sharon diese einseitigen Strategien vorandrückte, begannen Freunde und Verbündete, sich von ihm abzuwenden – dennoch überlebte er mehrere Misstrauensantrage und wiederholt schusterte er die parlamentarische Unterstützung zusammen die er zum Weitermachen benötigte. Sharon wurde zunehmend von der Notwendigkeit einer einseitigen Strategie überzeugt – eine, die ohne palästinensische Kooperation die israelische Grenze genau festlegen würde. Er suchte als erstes, sich aus schon schwer von Arabern bevölkerten Gebieten zurückzuziehen – weil sie schwer zu verteidigen waren; dann die verbleibenden Teile von Israel zu stärken; dann den Sicherheitswall zu beenden und das, was auch immer auf der anderen Seite lag, als palästinensischen „Staat“ zu bezeichnen.
Mitglieder seiner eigenen Partei waren nicht so überzeugt. Schlussendlich versengte Sharon die politische Landschaft bis auf den Grund indem er die Likud verließ und eine neue Partei gründete, die Kadima.
Auf Hebräisch bedeutet dies „Vorwärts“. In Wirklichkeit bedeutet es waghalsig.
Sharons Unbezwinglichkeit und schiere Anziehungskraft zogen in die neue Partei sowohl prominente Politiker quer aus dem Spektrum als auch eine wesentliche Breite an Wählern verzweifelt nach einer Lösung und bereit, das Unbekannte zu umarmen.
Dies war ein wahrhaft bemerkenswertes Beispiel dafür, wie das Volk Führung braucht, egal welcher Farbe, solange sie nur stark ist. Weil die der Kadima zuströmenden Scharen die vollständigen Ablehnung ihrer zentralen revolutionären Politik ignorieren hatten, wenn es ihnen demonstriert wurde – in Fleisch-und-Blutrealität, in einer der spektakulärsten Katastrophen in der israelischen Geschichte – nur drei Monate zuvor.
Rückzug
In Sharon setzte sich die Idee fest, 9.000 Juden aus ihren Siedlungen im Gaza-Streifen und der nördlichen West Bank auszusiedeln als eine starke strategische Entscheidung, beabsichtigt die Sicherheit Israel’s abzustützen und die jüdische bevölkerungsstatistische Übermacht zu festigen.
Die Palästinenser sahen es anders: als einen gewaltigen Sieg des Terrorismus.
Eine gemeinsame israelisch-palästinensische Meinungsumfrage zeigte, dass 71 Prozent der Palästinensern Israels Rückzug aus Gaza einen Triumph ihres bewaffneten Kampfes bezeichneten. Für die Araber hatten sich 400 Angriffe in Gaza während der letzten fünf Jahre ausgezahlt (amortisiert).
Lagen sie so falsch? Glaubt jemand, Israel hätte erobertes Gebiet an seinen Feind zurückgegeben, wenn nicht 1.200 Menschen seines Volkes in den vorangegangenen vier Jahren getötet worden wären?
In Hamas Worten, auf einem Banner in der Innenstadt von Gaza-City, auf einer der vielen Versammlungen und Siegesparaden, rund um den Rückzug: „Vier Jahre des Opfers schlagen 10 Jahre der Verhandlungen“.
Wahrlich, die Hamas machte dicken Gewinn in Gaza. Es sammelte den meisten Kredit (Lorbeer), im palästinensischen Denken, für das Sichern von Israels Abzug. Gaza war Hamass größter Kampagnen coup - vielleicht der größte einzelne Faktor, der es nur vier Monate später zum monumentalen Superstar in den palästinensischen Wahlen auftrieb.
„Nach dem Sieg im Gaza Streifen verlegen wir jetzt den Kampf in die West Bank und später nach Jerusalem“, sagte damals im Gaza Streifen Hamas-Führer Mahmoud Zahar. „Weder die Befreiung des Gaza Streifens noch die Befreiung der Westbank oder sogar Jerusalems genügt uns. Hamas geht(verfolgt) den bewaffneten Kampf bis zur Befreiung aller unserer Länder. Wir anerkennen den Staat Israel nicht oder sein Recht, weiter auch nur an einem Zoll von Palästina festzuhalten. Palästina ist ein islamisches Land, das allen Moslems gehört“ (Jerusalem Post, 17. Aug 2005).
Im selben Ausmaß wie der Abzug aus Gaza die extremistische Stimmung unter den Palästinensern anheizte, kam er auch mit strategischen Nutzen. Mit dem Abbau aller isralischer Einrichtungen und dem Truppenabzug aus dem Gaza Streifen nahmen die Terroristen die Gelegenheit wahr, aus dem benachbarten Ägypten das Gebiet zu überschwemmen – und ihre Waffen mitzubringen, einschließlich hunderte von Flugabwehrgeschossen, Panzerabwehrraketen und Bombenbauteilen. Sie begannen sofort, den Streifen als einen Abschussplatz für Raketenangriffe zu gebrauchen, die seither in gleichmäßigem Tempo fortgeführt wurden. (Das israelische Militär behauptet, dies sei kein Problem, da 90 und mehr Prozente von ihnen keine jüdischen Ziele treffen. Offensichtlich betrachtet es den übrigen Prozentsatz als „akzeptables Risiko“ für den Nutzen, Vorteil, es Hamas zu ermöglichen, ihren Traum zu erfüllen, an der Seite der Juden zu leben).
Obwohl es anscheinend den Rückzug aus Gaza brauchte, um dies zu beweisen, ist es nicht gerade Raketenwissenschaft: Wenn sich Israel zurückzieht, rücken die Extremisten vor.
Das ganze Fiasko (Trauerspiel) erstellte die Lüge zu (auf) einer anderen Erklärung, die Olmert bei dieser Rede in New York letzten Juni machte (jene, in der er seine Erschöpfung durch den „Sieg“ erklärte): dieser Rückzug aus Gaza „bringt mehr Sicherheit, größeren Schutz, bedeutend mehr Wohlstand und viel Freude für all die Menschen, die im Nahen Osten leben.“ Die Tatsachen bewiesen genau das Gegenteil. Der Rückzug brachte den Juden nicht ein bisschen mehr Sicherheit noch Schutz. Stattdessen zerriss es das Herz jener Juden, die vertrieben wurden, die ihr Leben der Verteidigung ihres Vaterlandes gewidmet hatten. Es brachte Zehntausende von Arabern zum Vorschein, die auf den Straßen tanzten und johlten „Heute Gaza, morgen Jerusalem“, eine Freude, die sicherlich nicht genau das war, was Olmert im Sinn hatte.
Es war wegen dieser den Magen umdrehenden Geschichte, dass die Israelis der Kadima zuströmten – die Partei die entschlossen ist, durch einseitiges Abbau „vorwärts“ zu gehen, welche Ruinen auch immer bleiben vom Überlebenswillen Israels.
Rückwärts
Der erste Punkt von Kadimas nationaler Tagesordnung, freigegeben letzten November, lautet: „Die Nation Israel hat ein nationales und historisches Recht auf das gesamte Israel. Jedoch muss für die Aufrechterhaltung einer jüdischen Mehrheit ein Teil des Landes von Israel abgegeben werden um einen jüdischen und demokratischen Staat beizubehalten.“ Von ihrem Anfang an spiegelte diese Partei einen Geist des Kompromisses und der Miesmacherei – und die Israelis umarmten sie.
Dann erlitt Sharon einen verheerenden Schlaganfall, der ihn ins Koma stürzte, aus dem er noch nicht erwacht ist, und Olmert wurde amtierender Premierminister. Dennoch schrumpfte durch Kadimas Wechsel in der Führung vom ehemaligen Krieger zum defätistischen Politiker die Parteireihen nicht wesentlich.
Bald danach kam bei den palästinensischen Wahlen der schockierende Erdrutschsieg der Hamas, die plötzlich eine von Terroristen kontrollierte Palästinensische Autorität produzierte. Sogar da gab es noch keine jüdische Reaktion - keinen Rechtsschwung - kein Aufschrei nach einer starken Führung mit standhafter Politik, die Israels Sicherheit gewährleistet.
Olmert blieb beharrlich (verbissen) bei seinem Plan zur Räumung von Teilen des Westjordanlandes - vorzugsweise, sagte er, mit Unterstützung der Hamas, wenn nötig aber auch ohne sie. „Wir versuchen dies [Israels endgültige Grenzen setzen] in einer Übereinstimmung mit den Palästinensern zu erreichen“, sagte er. (Es ist schwer nachvollziehbar, wie die Grenzen eines Landes mit einem Verhandlungspartner in Übereinstimmung gebracht werden können, der das Existenzrecht dieses Land nicht einmal anerkennt). Auch setzte er sogar einen endgültigen Termin für die Vervollständigung seines Planes fest: 2010. Und seine Landsleute hingen ihm weiterhin an.
In der Tat erlitten am 28. März Israels Konservative ihre schwerste Niederlageseit jeher. Likud – Israels wichtigste konservative Partei, geführt von Benjamin Netanyahu - kam gerade auf Platz vier mit nur 12 Sitzen (bei den Wahlen 2003 gewann sie 38). Kadima gewann 29 Sitze; mittelinke Labor erreichte 19. Es wird erwartet, dass sich diese zwei Parteien mit einem Paar von anderen Gleichgesinnten Parteien verbünden werden, um Olmerts Plan „vorwärts“ zu katapultieren. Der Stratfor Analytiker Peter Zeihan sagte „Die israelischen Wähler scheinen die einflussreichste Regierung gewählt zu haben, die das Land seit dem Yom Kippur Krieg 1973 gesehen hat“ (28. März). Mit „maßgeblichst“ meint Zeihan nicht ein starke, gegen jeglichen Rest Regierung, nach dem Stil des Kapitel eins. Er meint lediglich, dass ihre leichte parlamentarische Mehrheit ihr ermöglicht, maßgeblich, entscheidend ein defätistisches Programm fortzusetzen.
Einige Kommentatoren interpretieren das Wahlresultat als die Kehrtwendung der Israelis von einem Friedensprozess, den sie als einen Misserfolg betrachten, von der Regierung verlangend, „größeres Augenmerk“ auf die inneren Probleme zu richten wie den Kampf gegen die Armut und Bildungssteigerung. Wenn das so ist, dann erkennen die Israelis den Friedensprozess zutreffend – allerdings sollten sie beim Wechsel zu einer Regierung, deren Plan Terroristen ermutigt und Juden noch mehr gefährdet, keine großen Verbesserungen an der heimischen Front erwarten.
Haaretz gab diese Einschätzung: „Das Volk hat gesprochen: Das Land wird geteilt sein. . . . es bedeutet das Ende der strittigen Legitimität von der Aufteilung des Handlungsspielraumes. Ab sofort lautet die Frage nicht ob, sondern wann, wohin und wie. Das grossland von Israel ist vorbei und getan“ (30. März).
Phantasien
In der Phantasiewelt von Olmert und jenen, die für ihn stimmten, ist ein kleineres Israel ein verteidigungsfähigeres Israel. Schrumpfende Grenzen kommen stärkeren Grenzen gleich.
In Olmerts Welt steht eine Reduzierung des in den palästinensischen Gebieten kontrollierenden israelischen Militärs für glücklichere Araber, die weniger bereitwillig sind anzugreifen.
In Olmerts Welt ist „die Hamas keine strategische Bedrohung.“ Dies waren seine Worte zum Verteidigungs- und Außenpolitik-Komitee der Knesset im Februar. In Olmerts Welt liegt der Schlüssel, die Palästinenser unter Druck zu setzen – erklärte er dem Komitee – in der Diplomatie anstatt militärischer Aktionen (abc, 22. Februar).
In der wirklichen Welt hingegen - innerhalb welcher Israel es erreicht hat zu überleben während der letzten sechs Jahrzehnte erhalten zu bleiben – haben sich alle jene utopischen Vorstellungen wiederholt als tödlich falsch erwiesen.
Kein vorheriger israelischer Führer, ganz gleich wie verstrickt in Verhandlung er war, war jemals in so ernsthaft in derart fehlerhaftem Denken gefangen. Jeder Einzelne von ihnen setze das „Vorwärts“ mit einem Maß an Vorsicht fort, machte Konzessionen abhängig von zumindest einer Vortäuschung von Friedensbemühungen seitens der Araber.
Nicht so Olmert.
Israels neuer Premierminister verspricht im Wesentlichen der Hamas das zu geben, was sie will - oder zumindest einen Großteil davon: das Westjordanland – ungeachtet des Verhaltens der Hamas. Zeitweilig spricht er von diesem Schritt als dem Terrorismus gegenüber trotzend. Natürlich ist es genau das Gegenteil. In der Schluss Endprüfung) wird, in Wirklichkeit, jedes Gebiet, aus dem sich Israel zurückzieht, schlechthin ein Hamas Staat.
Sicherlich, nachdem Kadima als politische Partei etabliert ist, braucht Olmert Verbündete. Er könnte seinen größten Verbündeten in der Hamas haben. Diese Gruppe ist auf israelische Rückzüge begieriger, als es Juden je sein könnten. Nach allem, ihr Hauptziel ist im Augenblick, so wie Olmert’s, Israel aus dem Westjordanland herauszubekommen. Es ist sogar möglich, dass sich Hamas ordnen könnte – seine öffentliche Rhetorik dämpfen, seine Selbstmordbomber an die Leine legen – um Israel zu ermutigen, sein Geld und seine militärische Stärke dafür aufzuwenden, jüdische Niederlassungen zu zerstören und aufzugeben. Am Ende kostet Israel der Abzug aus Gaza geschätzte 2 Milliarden $, benötigt 42.000 Polizisten und Soldaten, um die 8.000 Juden umzusiedeln; der Abzug aus dem Westjordanland käme siebenmal höher. Der Kolumnist Hillel Halkin schätzt, dass abgesehen davon, dass Israel all seine militärische Reserven mobilisiert und bindet ein Sechstel seines nationalen Budgets, dass es wesentlich mehr Konfrontationen geben wird als beim Rückzug aus Gaza, denn es ist das biblische Herzland der Juden und Samarier, und seine Siedler gehören dem wesentlich härteren Kern an als die Juden des Gaza. Zeuge des unvermeidlichen Aufruhrs bei einem Rückzug aus dem Westjordanland zu sein, würde der Hamas Anlass für Siegesparaden für die nächsten Jahre geben.
Der kolossale Unterschied jedoch, wie Stratfor es formuliert, ist, dass Olmert den Abzug aus der West Bank als das Ende von Israels Konzessionen betrachtet, wo hingegen die Hamas es als den Anfang betrachten würde – der es ihr erlaubt, „den Kampf regelrecht nach Israel zu übertragen " (10. März).
Israel ist des Kämpfens müde.
Hamas hat noch nicht einmal begonnen.
Die unglückselige Wahrheit ist die, dass, wenn dein Feind entschlossen ist, dich bis zum Tode zu bekämpfen, er deine friedlichen Optionen ablehnt. Abgesehen von Interventionen von Gott, sind deine Möglichkeiten drastisch eingeschränkt: kämpfe um zu gewinnen oder werde zerstört.
Israel erbringt nicht die vertrauensvolle Bitte um den Schutz Gottes. Und es hat seine Unwilligkeit zu kämpfen erklärt. Wie könnte dieser Weg zu etwas anderem als zur Vernichtung von Israel führen?
Zerbrochen
Die hässliche Wahrheit ist: Der Terrorismus arbeitet gegen die Juden. Olmert’s Sieg beweist es.
So wie sie den ermatteten Mann an die Spitze des Staates gestellt haben, so ist eine Mehrheit der Israelis müde zu kämpfen, müde, Mut aufzubringen. Sie sind müde von Intifada und Jihad, müde der Araber, die ihren Hass zu den Himmeln schreien, müde der Araber, die sich selbst in Bussen, Cafés und Discos in die Luft jagen. Wie Stratfor schrieb, „militante Angriffe könnten das israelische Recht entflammen, aber sie überlassen den meisten Rest des israelischen politischen Spektrums überdrüssig der Berührung den Palästinensern“ (ibid.)
Ja, Israelis haben ein „nationales und historisches Recht auf das gesamte Israel“ sagen sie. Aber was nützt es? Es bringt nur Schwierigkeiten. Sie wollen nur ein Ende der Kämpfe. Sie wollen sich in Sicherheit zurückziehen. Einen großen Wall bauen und sich dahinter ducken. Bringe jeden Juden zum Schweigen, der die Araber provoziert. Was immer es kostet.
Was immer es kostet, das heißt, außer einem Kampf.
Weil, wie Sie sehen, sie das Jahrelang versucht hatten, und, es hat überhaupt nicht funktioniert.
Nein – der einzige Weg „vorwärts“, sagt eine dünne Mehrheit von israelischen Wählern, heißt Rückzug.
Sogar einsichtiger westlicher Verstand sollte Kapitulation erkennen, wenn wir es sehen. Aber zu Verstand entflammt mit vergiftetem juden-Hass von islamischen Extremismus – Geister, die überzeugt sind, dass Allah den endgültigen Sieg des Islam über das giftige Über des Zionismus – Israel’s Zusage zum Rückzug ist mehr als nur Abtretung. Es ist schicksalhafte Gerechtigkeit. Es ist ein Schritt - ja, nur ein Schritt, aber ein schöner Schritt – hin in Richtung der Realisierung des Moslemischen Königreichs Gottes. Ein Königreich, aus dem die Juden für immer entfernt sind.
Das ist es, wovon Hamas in Wirklichkeit träumt.
Wenn die Israelis jemals Vertrauen auf Gott hatten – was viele von ihnen als dummes Zeug betrachten, auf die man keine Außenpolitik gründet – dann wurde das ersetzt durch Vertrauen auf Hamas. Nach jedem Maß, das ist noch dümmeres Zeug. Jede Unze dieser Art des Vertrauens und jeder Fetzen von Konzession, den Israel an Hamas macht, erweisen sich bald, dass sie nur den Fall des jüdischen Staats vorangetrieben haben.
Sie müssen nicht glauben, dass Gott den jüdischen Staat in der Vergangenheit gesegnet und geschützt hat – eine Meinung, die die meisten seiner Bürger einmal vertraten – um zu erkennen, um wie viel stärker eine Nation sich dafür einsetzt, sich zu verteidigen, wenn sie sich auf diesem Glauben stützt, als eine, die sich nur widerwillig auf sich gestützt verteidigt. Aber, ob Sie es glauben oder nicht, es gibt eine geistige Realität, die die Verwandlung Israels vom Löwen von Juda in den Bunkerstaat, der es geworden ist, untermauert.
Diese Realität ist, dass die Juden unter einem Fluch Gottes für ihren Mangel an Vertrauen und ihren Ungehorsam seinen Gesetzen gegenüber leiden. „Und ich will brechen den Stolz eurer Macht“ warnte Gott (3. Mose 26,19). Obwohl Israel bei weitem in der Macht der stärkste Staat der Region ist, ist er zum schwächsten Staat im Willen geworden. Israelischer Stolz in seine Macht ist übernatürlich gebrochen worden.
Olmert setzt sich zum Ziel, die arabisch-jüdische Sackgasse(ausweglose Situation) bis 2010 zu einem Ergebnis zu bringen. Aber Gott ist nicht in seinen Lösungen, und sie werden in Ruin enden. Israels Lenker kennen nicht den Weg zu Frieden (Jesaja 59,8) nicht. Gott möchte nur, dass sie ihren Fehler eingestehen, ihre Sturheit bereuen und sich demütig zu Ihm kehren um Schutz!
Die Wunde
Sharons Unilateralismus; Kadimas Aufstieg; Olmert’s Wahlkampfstrategie; Israels Wahlergebnis; Zusicherungen eines Rückzugs aus dem Westjordanland – das alles reflektiert Israels gebrochenen Willen, darlegt in Naivität und Phantasie. Jedoch unterstützend alle diese Elemente, ist eine grundlegende Erkenntnis, gegründet auf Tatsache: dass die Chancen der Juden von Verhandlungen mit den Arabern über eine Zwei-Staaten Lösung gleich null sind.
Diese Erkenntnis – obwohl Olmerts gegenwärtige Rhetorik hindeutet, dass er noch nicht vollständig damit zu Vertragsformeln gekommen ist – markiert Israels Übergang von Kapitel Zwei zum nächsten, und letzten, Kapitel seiner modernen Geschichte.
Wie wir in der April-Ausgabe der englischsprachigen Ausgabe der Posaune schrieben, war Israels Erkenntnis, dass der Friedensprozesses ein Betrug und eine Falle war, ausdrücklich in Ihrer Bibel prophezeit. Die Prophezeiung ist in Hosea 5,13 niedergeschrieben: „Als … Juda [der biblische Name für den heutigen jüdischen Staat Israel] seine Wunde fühlte, zog Ephraim hin nach Assur …“
Langjährige Leser der Posaune wissen, dass der Herausgeber Gerald Flurry seit den Osloer Gesprächen im Jahre 1993 darauf hingewiesen hat, dass der Friedensprozess Judas „Wunde“ ist.
Kapitel zwei: Konzessionen brachten es noch schlimmer als nur zu scheitern, Israel Frieden zu bringen – sie laugten Israels Stärke aus, erschöpften Israels Land und saugten Israel Willen zu kämpfen und zu überleben aus. Hoseas Prophezeiung offenbart einen Zeitpunkt, da Israel seine tödliche Wunde sieht – es erkennt die völlige Fruchtlosigkeit dieses so schrecklich falsch benannten „Friedens“ Prozesses.
Diese Erkenntnis entzündet, entsprechend der Prophezeiung, eine radikale Änderung in der israelischen Politik.
Es kippt den jüdischen Staat in Kapitel Drei: Verzweiflung.
Letztes Kapitel
Olmert’s Pläne reflektieren bereits ein gewisses Maß an israelischer Verzweiflung. Aber dies sind lediglich die einleitenden Seiten dieses letzten Kapitels – das prophezeit ist, eine Periode zu werden, wo zunehmend ungebärdige jüdische Entscheidungen gemacht werden.
Hosea 5:13 zeigt, dass Israel, seinen tristen Zustand erkennend, um Hilfe von „den Assyrern“ ruft. Das bezieht sich auf die gegenwärtig einigende Macht Europas, mit Deutschland als sein Haupt.
Genau - seine Wunde erkennend, sucht Israel, anstatt sich Gott zuzuwenden, Errettung von jener Nation, die bekanntermaßen während des Zweiten Weltkrieges versucht hatte, die Juden auszulöschen.
Diese prophezeite Möglichkeit berücksichtigend, können wir davon ausgehen zu sehen, wie sich Deutschland zunehmend Annäherungsversuche unternimmt, sich Israel als vertrauenswürdigen Verbündeter der Juden zu zeigen. Anzeichen dieser Entwicklung sind bereits erkennbar. Nachdem im März eine Delegation der Hamas den russischen Präsidenten Vladimir Putin besuchte, schalt (tadelte) zum Beispiel die deutsche Kanzlerin Angela Merkel Putin durch das Telefon und erinnerte ihn an Deutschlands Forderung, dass Hamas auf Gewalttätigkeit verzichten und Israel anerkennen müsse. Etwa derselben Zeit sagte Deutschlands Verteidigungsminister nach einem gemeinsamen Holocaust-Gedenkfeier in Berlin mit Israels Verteidigungsminister, dass seine Nation Israel beim Handel mit Hamas unterstützen würde - dass Deutschland tatsächlich „völlig auf der Seite Israels“ in dieser Sache stehe (Expatica, 8. März). Solche Gesten sind im Zunehmen begriffen, um Israel in eine vertrauensvolle Beziehung zu seinem früheren Feind zu locken.
Dann, wenn der Unilateralismus fehlschlägt und die Sicherheitslage wahrlich verzweifelt wird, wird sich Israel an Deutschland wenden. Mehrere Prophezeiungen zeigen, dass von allen seinen Gefahren und Bedrohungen diese Bewegung sich als Israels Ruin erweist. Was zunächst eine aufrichtige europäische Anstrengung zu sein scheint, Sicherheit in der Heiligen Stadt herzustellen, endet als eine grausige Wiederholung der Kreuzzüge! Unsere Gratisbroschüre Jerusalem in der Prophezeiung erklärt das eingehend.
Die Bibelprophezeiung zeigt, dass Israels schlimmster Feind letztlich nicht ein von der Hamas geführtes palästinensisches Volk ist, sondern Deutschland! Der Fehlschlag des Friedensprozesses und die Katastrophe des Unilateralismus führen Israel genau in den Rachen dieses Feindes.
Es ist eine Falle, die Gott für eine sündige Nation gelegt hat!
Dies ist Israels gefahrvollste Stunde. Seine Feinde wachsen stark an, während es zunehmend schwach wird. Jetzt haben die israelischen Wähler ihre Unterstützung hinter einer Politik von Leichtsinn und Verzweiflung geworfen, beispiellos in der kurzen Geschichte seiner Nation.
Gemessen an der Geschwindigkeit der Ereignisse kann es sein, dass Olmert sein Ziel, die Situation bis 2010 zu einem Ende zu bringen, sehr wohl erreicht. Aber dieses Ende wird sich sehr unterscheiden von jenem, von dem er träumt. ▪