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Max Braun/Flickr

Implementation Day für den Iran: ein historischer Moment im Nahen Osten

Die Aufhebung der Sanktionen als Teil des Nuklearabkommens salbt den Iran endgültig zum „König des Südens“.

Der 16. Januar 2016 markiert einen historischen Moment für den Nahen Osten und den Rest der Welt.

Dieser Tag war der Implementation Day. Der Tag, an dem Amerikas Nuklearabkommen mit dem Iran in Kraft trat und in der Folge die diesem Terrorismus unterstützenden Staat auferlegten Wirtschaftssanktionen aufgehoben wurden.

Hiermit wurde der Iran endgültig zum „König des Südens“ gesalbt.

In seiner Kolumne vom 22. Januar schrieb Charles Krauthammer , dass der 16. Januar „einen historischen Wendepunkt in der Geopolitik des Nahen Ostens markiert. Auf einen Schlag legte der Iran seinen annähernd vier Jahrzehnte währenden Status als Schurkenstaat ab und wurde zu einem aufrechten Bürger der Weltgemeinschaft ernannt, offen für den Handel, Investitionen und die Diplomatie. All das ohne seine subversive und aggressive Politik aufgegeben zu haben oder zumindest Veränderung gelobt zu haben. All das, ohne seinen Status als der weltgrößte Unterstützer des Terrorismus verloren zu haben.”

Dieser Moment ist von allergrößter Tragweite – und gleichzeitig der Abschluss eines ausgedehnten Prozesses, den das Trumpet-Magazin seit über 20 Jahren genauestens beobachtet.

Mit den Prophezeiungen der Bibel im Blick berichteten wir in den 1990er Jahren von dem Aufstieg des Irans und sagten seine dominante Stellung in der Region voraus. Wir sprachen von der Beschleunigung dieses Trends im Jahre 2001, nachdem Amerika als Reaktion auf die Anschläge des 11. Septembers in der Region zu intervenieren begann – als der „Krieg gegen den Terror“ begann, der Afghanistan und nicht den Iran zum Ziel machte. „Lassen Sie sich nicht durcheinander bringen: Der Iran ist der Kopf der Schlange “, schrieben wir in unserer Novemberausgabe 2001. „Es ist unmissverständlich klar, dass die Terrorismusschlange Amerikas Angriff überleben wird – mit unversehrtem Haupt und stärker als je zuvor.“

Genau das geschah. „Über Nacht“, schreibt Krauthammer weiter, „wurde“ der Iran „nicht nur vom Ausgestoßenen zum Akteur, sondern zugleich zur dominanten Regionalmacht, liquide dank frei verfügbarer Vermögenswerte im Wert von 100 Milliarden US-Dollar und so gut wie ohne jegliche internationale Sanktionen” (Hervorhebungen durchgehend eingefügt). Er sprach von den Milliarden, die der Iran durch den Ölhandel einnehmen würde. Darüber, wie Präsident Hassan Rohani nun von einem jährlichen Wirtschaftswachstum von 5 Prozent ausgeht nach Jahren finanzieller Misere und Enge. Darüber, wie Verträge über militärische Geschäfte mit europäischen Unternehmen bereits unterzeichnet werden.

Er schloss mit diesen Worten: „Mit seinen immensen Bargeldreserven, erneut angeschlossen an das weltweite Bankensystem und die weltweite Wirtschaft, umgeben von einer arabischen Welt, die in einen stinkenden Haufen wütender Bürgerkriege zusammengestürzt ist, wurde der Iran auf einen Schlag die dominante Kraft im Nahen Osten.“

Krauthammer hätte ebenso gut die Worte „König des Südens“ verwenden können. Diese Bezeichnung verwendet das Trumpet-Magazin, wenn es um den Iran geht – entnommen der Prophezeiung in Daniel 11,40.

Der Iran ist dieser König! Jeder kann das sehen.

Dürfen wir anmerken, dass „wir es Ihnen doch gesagt haben“?

Wie das Trumpet-Magazin es seit 15 Jahren berichtet, sind die Vereinigten Staaten, so unvorstellbar und demütigend das ist, in großen Teilen für den Aufstieg des Irans verantwortlich.

Die Ereignisse im Umkreis des Implementation Day unterstreichen diese Wahrheit in aller Deutlichkeit.

An dem Tag, an dem das Abkommen in Kraft trat, am 16. Januar, fand ein Gefangenenaustausch der Obama-Regierung mit dem Iran seinen Abschluss, im Rahmen dessen vier Amerikaner nach Hause zurückkehren konnten. Somit wurde die Aufmerksamkeit der Medien, die dem erstaunlichen strategischen Sieg, den Amerika dem Iran schenkte – in Form internationaler Anerkennung und 100 Milliarden US-Dollar schwerer aufgehobener Sanktionen –, gegolten hätte, umgeleitet auf eine telegene, herzerwärmende Geschichte über die Heimkehr amerikanischer Gefangener. Das Weiße Haus forcierte die Sichtweise, was für ein herrlicher Beweis dies sei sowohl für die Kraft der Diplomatie als auch für den Beginn einer neuen Ära verbesserter Beziehungen mit dem Iran.

Ein weiteres Ereignis offenbarte am 16. Januar jedoch, dass die Lage nicht ganz so einfach war. An demselben Tag hieß es plötzlich, drei Amerikaner seien in Bagdad von einer von dem Iran unterstützten, schiitischen Miliz entführt worden. Einerseits überraschte das die Obama-Regierung nicht: Eine Woche zuvor, heißt es, sei die US-Botschaft im Irak davor gewarnt worden, dass von dem Iran unterstützte Militante Vorkehrungen träfen, amerikanische Unternehmer im Irak zu entführen. Andererseits war sie überrascht – CBS News erklärte, warum: „In Washington hatte man darauf gehofft, die iranische Regierung würde die Miliz ZURÜCKRUFEN wegen der Verhandlungen über den Gefangenenaustausch ...“

https://soundcloud.com/trumpetdaily/make-believe-peace-iran-kidnaps-three-more-americans

Offensichtlich wollte man in Amerika das schöne Pressefoto am Implementation Day auf keinen Fall riskieren! Und offensichtlich konnte oder wollte der Iran es nicht verhindern, dass einer seiner Handlanger die Bürger seines Verhandlungspartners entführt. Er weiß, dass Washington ihm so gut wie alles durchgehen lassen wird.

Falls dem wirklich so war, wäre dies nur der letzte Vorfall einer beschämenden Kette in Washington. Offensichtlich fest entschlossen, zu verhindern, dass irgendetwas die Umsetzung des Nuklearabkommens gefährde, ignoriert Amerika eine lange Liste provokativer, illegaler und kriegerischer Handlungen des Iran!

In den letzten Monaten testete der Iran ballistische Raketen, die nuklear bestückt werden können, verstieß somit offenkundig gegen UN-Resolutionen und hätte Wirtschaftssanktionen fürchten müssen. Doch anstatt neue Sanktionen anzukündigen, gab das Weiße Haus bekannt, diese Sanktionen bis auf Weiteres auszusetzen.

Nun sieht es im Rückblick verdächtig danach aus, als wäre einer der Hauptgründe für das Aussetzen der Sanktionen der Gefangenenaustausch gewesen. Man wollte ihn wohl nicht aufs Spiel setzen. Am 17. Januar, einen Tag nach dem Austausch, verhängten die USA die entsprechenden Sanktionen.

Diesen Monat erst zeigte der Iran im nationalen Fernsehen Filmaufnahmen einer neuen unterirdischen Raketenbasis präzisionsgesteuerter Raketen. So gut wie einstimmige Rufe beider Parteien im Kongress, hierauf zu reagieren, ignoriert die Obama-Regierung. Hinzu kommt der Vorfall, bei dem der Iran zwei US‑Marineboote im Persischen Golf festsetzte und 10 Matrosen als Geiseln nahm. Sie wurden im Anschluss dabei gefilmt, wie sie mit vorgehaltener Waffe gezwungen wurden, auf die Knie zu fallen und sich für ihr „unbefugtes Betreten“ zu entschuldigen. Die Obama-Regierung bedankte sich beim Iran dafür, dass die Matrosen ohne weitere Vorkommnisse freigelassen wurden, und feierte das Ganze einmal mehr als ein Beispiel diplomatischen Siegs.

Man muss schon mit einer ausgesprochen verzerrten Perspektive auf den Iran blicken, um sein derzeitiges Verhalten als Beweis seiner Rehabilitation zu deuten. Die realistische Deutung offenbart das genaue Gegenteil.

Wie Michael Pregent vom Hudson Institute dem Business Insider sagte: „Sobald der Implementation Day verkündet worden ist , wird der Iran seine Provokationen in der Region verstärken, und die Hardliner wissen, dass dieses Weiße Haus die nächsten 12 Monate nichts dagegen unternehmen wird.“

Als hätte man diese Analyse unterstreichen wollen, überprüfte die Regierung in Teheran sofort nach Inkrafttreten des Nuklearabkommens eine Liste der ungefähr 3.000 Kandidaten für die nächsten Monat stattfindenden Parlamentswahlen – und strich 99 Prozent von der Liste. Nur 33 Kandidaten wurden als ausreichend fügsam erachtet, um für das Amt in Frage zu kommen.

Das ist der Status quo der Mullahs in Teheran. Nichts hat sich geändert. So hat die Islamische Republik Iran sich schon immer verhalten. Und alles, was die USA getan haben, ermutigt und bestärkt den Iran in dieser Position.

Wie Bret Stephens diese Woche im Wall Street Journal schrieb: „Der Iran wird ein ‚normales‘ Land, sobald er keine islamische Republik mehr ist. In der Zwischenzeit stellt sich allein die Frage, wie weit wir uns erniedrigen wollen in unserem Bemühen darum, dieses Land zu normalisieren.“

Lee Smith vom Tablet schrieb, dass die Auswirkungen der Kapitulation Amerikas „sich für die Verbündeten Amerikas, und, wie wir bald sehen werden, auch für Amerika selbst als verheerend herausstellen werden . Die Gewalt und der Aufruhr könnten dieses Jahr ein ungeahntes Ausmaß erreichen, während der Iran auf Schnäppchenjagd ist in einem Ausverkauf, der seiner Meinung nach im Januar 2017 endet. […] In der Zwischenzeit wird 2016 ein Jahr ungleich allen anderen im Nahen Osten unserer Zeit.“

Der abnehmende Einfluss und der Mangel an Willensstärke der Vereinigten Staaten sind offen sichtbar. Das sind auch die terroristischen Aktivitäten des Iran und seine zunehmende Angriffslust. Was wir zurzeit beobachten, stimmt mit den Prophezeiungen der Bibel über einen König des Südens überein: ein Iran voll frischer Dominanz, ungesehener Stärke und einer noch nie dagewesenen Bereitschaft, Druck aufzubauen.