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Turbinado / iStockphoto

Ihr Erinnerungsvermögen: Viel leistungsfähiger als Sie denken!

Vielleicht werden diese riesigen Informationsspeicher eines Tages aufgeschlossen!

Die Beschränkungen und Launen unseres Gedächtnisses können sehr frustrierend sein. Unser Gedächtnis ist oft schwach und unzuverlässig; es scheint, dass selbst wenn wir ein Thema sorgfältig studieren, es mit der Zeit oft in die Spalten unseres Verstandes schlüpft, in Vergessenheit gerät oder vollständig verschwindet.

Unter normalen Umständen müssen wir fleißig arbeiten, um eine Verschlechterung unseres Wissensspeichers zu verhindern, um wichtige Wahrheiten durch wiederholtes Studium immer wieder in Erinnerung zu bringen. Aber gelegentlich geben uns außergewöhnliche Umstände seltsame Funken der Hoffnung für das wahre Leistungsvermögen unseres Gedächtnisses.

Guten Morgen Papa!

Im April 2010 kam einer dieser Einblicke, als ein kroatisches Mädchen namens Sandra Ralic von einem eintägigen Koma aufwachte – wobei sie ihre Ärzte und Eltern verblüffte, indem sie plötzlich fließend Deutsch sprach. Die Eltern des 13-jährigen Mädchens sagten, dass sie gerade Mal vor einigen Monaten begonnen hätte, die deutsche Sprache zu erlernen, und dass sie noch nichts entwickelt hätte, was einer Geläufigkeit auch nur nahe käme. Nach ihrem Koma konnte sie nicht mehr Kroatisch sprechen, so dass Sandras fassungslose Ärzte und Eltern einen Dolmetscher engagieren mussten, um mit ihr sprechen zu können.

Es ist leicht zu verstehen, wie das von Sandra erlittene Trauma ihren Gehirnbereich, das ihre kroatischen Sprachkenntnisse speicherte, schädigen konnte. Aber wie war es möglich, dass sie plötzlich in Deutsch kommunizieren konnte – dazu deutlich besser, als sie es vor dem Koma sprechen konnte?

In den Nachrichten war zu hören, dass Sandra vor ihrem Koma ihre Deutsch-Klasse an der Mittelschule manchmal damit ergänzte, dass sie deutsche Fernsehsendungen mit kroatischen Untertiteln ansah. Auf der Ebene des Bewusstseins ist dies das linguistische Äquivalent zu einem Gitarristen, der beschließt, das äußerst schwierige „Asturias“ von Albeniz in seiner ersten Woche, in der er das Instrument spielt, zu lernen. Aber für Sandras Unterbewusstsein war das Fernsehen in Deutsch weit davon entfernt, ergebnislos zu sein. Irgendein Teil ihres Gehirns hatte Riesenmengen von Deutschkenntnissen aufgesaugt, aufgegliedert und gespeichert, obwohl sie sich dessen nicht bewusst war, bis das Koma alle diese Informationen aufschloss.

‚Unentdeckter Schatz‘

In einem anderen rätselhaften Vorfall im Jahr 2006 schlug ein 40 Jahre alter Mann aus Colorado, namens Derek Armeto, mit seinem Kopf am Boden eines Schwimmbeckens auf. Es wurde bei ihm eine schwere Gehirnerschütterung diagnostiziert und bis zum heutigen Tag leidet er an leichtem Gedächtnisverlust und 35 Prozent Hörverlust. Nach diesem Unfall saßen Derek und ein Freund an einem Klavier, wo er eine weitere unerwartete Auswirkung des Unfalls entdeckte.

„Als ich meine Augen schloss, fand ich, wie sich diese schwarzen und weißen Strukturen von links nach rechts bewegten, die tatsächlich vor meinem geistigen Auge einen fließenden und kontinuierlichen Strom von Notenschriften darstellten“, sagte er. „Meine Finger fingen an über die Klaviertasten zu gleiten, als ob ich mein ganzes Leben lang gespielt hätte. Ich kann das Gefühl der Ehrfurcht, das mein ganzes Wesen überkam, nicht erklären, obwohl ich Ihnen sagen kann, der Gesichtsausdruck meines Freundes war genug, um uns beide in Tränen ausbrechen zu lassen. Ich konnte nicht nur spielen und komponieren, sondern entdeckte später, dass ich mich an ein früher gespieltes Musikstück erinnern konnte, als ob es in mein Gedächtnis eingeätzt worden wäre.“

Vier Tage nach seinem Unfall bat er seine Mutter, ihn zu einem Musikgeschäft zu begleiten. „Wir fanden das erstbeste Klavier und ich bat sie, sich neben mich zu setzen“, sagte er. „Ich fing an zu spielen, als ob ich einen unentdeckten Schatz erforschen würde, der die ganze Zeit in meinem Kopf verschlossen war.“ Kurz danach gab Derek seinen festen Arbeitsplatz auf, um eine Musik-Karriere einzuschlagen. Geschickt spielt er jetzt acht Instrumente, mit denen er bisher keinerlei Erfahrung hatte, und er hat seine Fertigkeit mit der Gitarre stark verbessert, mit der er vor seinem Unfall nur ein wenig herumgeklimpert hatte.

Wie kam es nun, dass Derek plötzlich so flüssig und meisterhaft spielen konnte? Er hatte sein ganzes Leben aktiv Musik gehört. Die ganze Zeit hindurch während der er Musik gehört und an seiner Gitarre herumklimpert hatte, hat sein Unterbewusstsein das musikalische Verstehen erfasst und es gespeichert. Er hatte keinen Zugang zu diesem Verständnis, bis der Schlag auf seinen Schädel die Schatzkammer seines Unterbewusstseins aufschloss, wo es gespeichert war.

Der echte Rain Man

Dann gab es den Fall von Kim Peek, ein „Mega-Begabter“, geboren 1951 in Salt Lake City. Bis zu seinem Tod im Jahre 2009 wurde Peek als ein Genie in 15 verschiedenen Fächern geachtet, von Musik zu Geschichte und von Literatur zu Daten. Er konnte zwei Seiten gleichzeitig lesen – eine mit seinem rechten Auge und eine mit seinem linken. Er konnte ein ganzes Buch in etwa einer Stunde verschlingen und praktisch den ganzen Inhalt des Buches erfassen und behalten. Für immer.

Ein Artikel in der Tageszeitung Times berichtete, dass Peek den Inhalt von nicht weniger als 12.000 Büchern genau ins Gedächtnis zurückrufen konnte, und er hatte ganze 9.000 Bücher vollkommen auswendig gelernt. Wenn er über das von ihm Gelesene befragt wurde, konnte Kim Fakten genauso schnell aus seinem geistigen Archiv hervorrufen, wie jede Suchmachine es aus dem Internet kann.

Es gab aber ein Problem. Obwohl Peek ungeheuer viel wusste, war er nicht gesellschaftsfähig und konnte sich auch nicht selbst versorgen. Er hatte nie gelernt, sein Hemd zuzuknöpfen und er konnte nur seitwärts laufen. Die faszinierende Geschichte über Kims ungleichmäßiges Gehirn war die Inspiration für den Oscar-gekrönten Film Rain Man.

Was erklärt Kims erstaunliche Gedächtnisleistung? Er wurde ohne dieses dicke Nervenbündel geboren, das die beiden Gehirn-Hämispheren verbindet und die Wissenschaftler glauben, dass sein Gehirn ungewöhnliche Nervenbahnen formte, um das Fehlen dieses Nervenbündels zu ersetzen.

Die Frage also ist: Sind alle unsere Gehirne ausgestattet für solch erstaunliche Fähigkeiten, die Kim hatte? Wenn ja, wie können wir dieses Potential anzapfen? Könnten wir die Vorteile dieser Fähigkeit genießen, ohne die lähmenden Einschränkungen der damit verbundenen Begleiterscheinungen hinnehmen zu müssen? Diese Art von Fragen verwirren die Wissenschaftler.

Um mögliche Antworten lassen Sie uns stattdessen auf das Wesen schauen, das den menschlichen Geist geschaffen hat.

Umso mehr darauf achten

Der Schöpfer gestaltete unseren Verstand und unser Gehirn so, dass wir unter normalen Umständen keinen leichten Zugang auf die Informationen haben, an die wir herankommen, es sei denn, wir haben sie mehrmals und gründlich studiert. Scheinbar will Gott sehen, für welche Art von Informationen wir gewillt sind fleißig zu arbeiten, damit wir immer darauf zugreifen können.

Der Apostel Paulus bestätigte diese Realität und sagte, dass er und seine Anhänger, die Hebräer, „umso mehr“ auf das „achten“ müssten, was Gott ihnen offenbarte. Warum? „Damit wir nicht etwa am Ziel vorbeigleiten“ (Hebräer 2, 1, Elberfelder Übers.).

An einer anderen Stelle schrieb Paulus: „… ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündigt habe …“ (1. Korinther 15, 2, Schlachter Übers.). Das ist ein riesiges „wenn“. Das sagt, die Rettung eines Christen hängt von seinem Bemühen ab, die Wahrheit „im Gedächtnis zu behalten“. Diese Ermahnungen wären nicht nötig, wenn wir eine Wahrheit nur einmal hören oder lesen müssten und sie dann permanent in unser Gedächtnis eingeätzt hätten.

Gottes Wunsch ist, dass die Menschen arbeiten, um heiligen, gerechten Charakter zu entwickeln. Ein Weg, dies zu erreichen, ist konsequentes und diszipliniertes Studium. Manche Menschen – sogar ziemlich gewöhnliche – sind mit eindrucksvollen intellektuellen Fähigkeiten gesegnet. Aber eine Bereitschaft, Gottes Wort eifrig zu lernen, ist weit wichtiger für ihn und seine Absicht für uns. Charakter übertrifft Intellekt in jedem Fall.

Seltene Fälle, wie jene von Sandra, Derek und Kim sprechen dafür, dass das menschliche Hirn weitaus beeindruckender ist, als die meisten es verstehen. Der verstorbene Herbert W. Armstrong schrieb ausführlich über das Potential des menschlichen Geistes und Gedächtnisses und erklärte, dass dessen atemberaubendes Leistungsvermögen durch einen geistigen Bestandteil ermöglicht wird, den der Schöpfer eingeschaffen hat. „… kann der Geist selbst nicht sehen, hören, denken. Das tut der Mensch durch sein organisches Gehirn mit Hilfe der fünf Sinne“, schrieb er in seinem Buch Das unglaubliche Potential des Menschen. Es ist jedoch der „Geist im Menschen“, der „dem physischen Menschenhirn physischen Intellekt verleiht, woraus das resultiert, was wir menschlichen Verstand nennen“, schrieb er. Basierend auf einer gründlichen Studie von Sprüche 12, 7, Hiob 32, 8 und anderer biblischen Stellen kam Herr Armstrong zur Erkenntnis, dass dieser „Geist im Menschen“ jede kleinste Information speichert, die während eines Menschenlebens durch die Sinne erfasst wird: „Dieser Geist … dient als „Datenbank“ – jede Information, die durch die fünf Sinne kommt, … speichert sich ihm unauslöschlich ein … Unter anderem wirkt dieser Geist als Computer; … Informationen … werden unmittelbar dem Geist-Computer „einprogrammiert“. … Der Geist im Menschen speichert also Erinnerung, ganz unabhängig davon, ob sie auch in den „grauen Zellen“ des organischen Gehirns gespeichert wird oder nicht.“

Weil Gott dem Menschen diesen „Geist im Menschen“ gab, haben unsere Gehirne eine solch umwerfende Fähigkeit, die von unseren fünf Sinnen erfassten Informationen aufzunehmen, zu unterteilen und zu speichern. Für den Großteil dessen, was unser Verstand speichert, haben wir im Augenblick keinen leichten Zugang – doch jedes Wort, das wir jemals gelesen oder gehört haben, ist dort eingelagert. Jede Silbe, die wir irgendwann ausgesprochen und jede Note, die wir je gehört haben, ist hinter unserem sogenannten „Quiet Eye“ deponiert.

Und es zeichnet sich am Horizont eine Zeit ab, möglicherweise für jeden von uns, wo das wirkliche Leben beginnen wird (siehe 1. Korinther 15, 35-58). Zu diesem Zeitpunkt ist es wahrscheinlich, dass uns die Schlüssel für die Freigabe unseres Gedächtnisses übergeben werden und wir imstande sein werden, unbehindert durch die darin vorhandenen Meere des Wissens hindurchzuschwimmen. Wenn diese Ressource angezapft ist, werden wir die Ergebnisse haben, in die uns Fälle wie Sandra, Derek und Kim einen kurzen Einblick gewährt haben, jedoch ohne eine der Einschränkungen, unter denen sie litten.

Wir sollten uns sorgfältig bilden, eifrig lesen und uns davor schützen, dem Frust unserer augenblicklich schwachen Gedächtnisse zu unterliegen. Denn eines Tages könnten sich die Tore des Datenspeichers weit öffnen. 

De Moa