Karl-Theodor zu Guttenberg [Andreas Rentz/Getty Images]
Guttenberg: Die USA Kapituliert vor dem Iran
„Das Ganze ist eine Niederlage für Donald Trump“, stellte der ehemalige Verteidigungsminister Baron Karl-Theodor zu Guttenberg am 23. Juni in seinem Podcast „Land in Sicht“ fest. In Bezug auf das angebliche Abkommen zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und dem iranischen Regime sagte er, dass „der Iran der absolute Gewinner dieser Auseinandersetzung“ sei.
Er nannte einige Beispiele:
• Der Iran verfügt aufgrund seiner Kontrolle über die Straße von Hormus über mehr Verhandlungsmacht.
• Ein Regimewechsel kommt nicht in Frage, außer er führt zu einer Militärdiktatur.
• Israel ist geschwächt und zunehmend isoliert und verliert seinen Verbündeten, die USA.
Guttenberg hat Recht. Die USA haben weder das Streben des Iran nach Atomwaffen gestoppt noch ihn von seinem erklärten Ziel, Israel zu vernichten, abgebracht. Es steht viel auf dem Spiel. Seit Jahrzehnten verweist die Posaune auf biblische Prophezeiungen, die zeigen, dass Deutschland – und nicht die USA – den Iran aufhalten wird. Guttenberg könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen.
Der Sieg im Iran
Am 28. Februar griffen die USA und Israel den Iran an, zerstörten zahlreiche militärische Ziele und setzten das Regime außer Gefecht. Der iranische Militärkomplex bleibt jedoch intakt und hat sich dazu entschlossen, die Weltwirtschaft durch die Sperrung der Straße von Hormus als Geisel zu nehmen.
Da ein Sieg der USA immer unwahrscheinlicher wurde und die Benzinpreise weiter stiegen, verlor die US-Bevölkerung schnell die Bereitschaft, den Krieg weiterzuführen. Fast vier Monate später wollen die USA aussteigen und haben sich den Bedingungen des Iran gebeugt.
Guttenberg sagte:
In meinen Augen hat der Iran zumindest einiges gewonnen und steht bei Weitem besser da als davor. Natürlich das gilt jetzt nicht für zerstörte Anlagen und Schiffe und Militär militärische Einrichtungen. Aber tatsächlich liest sich das ganze Papier wie eine Kapitulationserklärung der USA. Das sind auch die Sprüche, die man aus republikanischen Mündern hört.
Er schloss mit den Worten: „Der Iran kann sich hinstellen und seine Position im globalen Süden und auf dieser Welt als gefestigt erachten.“
Der Konflikt hat die Position des Iran in der Region gestärkt, obwohl viele davon ausgegangen waren, dass er das Ende des Regimes bedeuten würde.
US Ziele bleiben unerreicht
„Das Regime ist gefestigt,“ so Guttenberg. „Sie können sich jetzt sogar in eine Position hineinbegeben, wo sie schrittweise vielleicht da und dort eine kleine Öffnung vollziehen, weil sie eben gerade nicht befürchten müssen, dass von außen, von dem bis dahin als mächtigster Faktor in der Region empfundenen Player USA, sich mit der Zielsetzung Regimewechsel eingemischt werden könnte.“
Zu Beginn des Krieges verkündeten die USA kühn, das oberste Ziel sei ein Regimewechsel, durch den das iranische Volk die Kontrolle über sein Land erhalten solle. Nachdem die USA jedoch Milliarden Dollar ausgegeben und enorme Feuerkraft eingesetzt haben – ganz zu schweigen vom Verlust an Militärangehörigen –, sind sie von der Erreichung ihres Ziels weiter entfernt denn je.
„Dieser Zug ist erst einmal abgefahren“, sagte Guttenberg. „Also von daher sind sie auch nach innen in einer strategisch sehr viel komfortableren Situation als sie davor waren.“
„Von einem Regimewechsel zu träumen – eher eine Regimeänderung könnte stattfinden, etwas mehr weg von dieser Theokratie, von einem religiösen Führer, hin zu einer eher militärdiktatorisch geprägten Konstellation durch die Revolutionsgarden, die der starke Faktor jetzt in diesem in diesem in diesem Moment sind“, sagte er.
Ein weiteres Ziel Trumps bestand darin, die verhängnisvollen politischen Maßnahmen des ehemaligen Präsidenten Barack Obama rückgängig zu machen, zu denen unter anderem das Atomabkommen mit dem Iran gehörte. Doch selbst in diesem Punkt ist Guttenberg der Ansicht, dass das Abkommen unter Obama besser war als das, was Trump derzeit aushandelt. Er sagte:
Wir werden aller Voraussicht nach eine Vereinbarung haben, die hinter das zurücktritt, was damals Obama verhandelt hat oder sich mindestens auf diesem Niveau befindet. Alle anderen kritischen Punkte, insbesondere auch die Unterstützung von Terrorgruppen in Teilen dieser Region, sind noch nicht einmal Gegenstand der Verhandlungen. Also: Für den Iran ist das momentan ein wunderbarer Moment.
Es scheint, als könne der Iran weiterhin nach Atomwaffen streben, und ihm wurde Wiederaufbauhilfe zugesagt – auch wenn noch unklar ist, wer diese finanzieren wird.
Die Lage ist für Präsident Trump schlecht und für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu noch schlechter.
Auswirkungen für Israel
Netanjahus lebenslanges Ziel war es, Israel von der existenziellen Bedrohung durch den Iran zu befreien. Mit Donald Trump im Amt hatte er einen Präsidenten, der bereit war, mehr zu tun als jeder US-Präsident vor ihm. Nachdem sich der Staub dieses Krieges jedoch gelegt hat, sind Netanjahu und Trump tief gespalten. Es ist fraglich, ob Israel auch künftig mit Hilfe aus den USA rechnen kann.
Guttenberg drückte es folgendermaßen aus:
Es hat eine gewisse Tragik für Israel. … Was Israel will, ist die Gruppen und insbesondere das Land in Zaum halten, das sich noch nicht von der öffentlich immer wieder geäußerten Zielsetzung verabschiedet hat, Israel von der Landkarte zu tilgen und Israel zu vernichten. …
Deswegen sind die Hisbollah im Libanon … und der Iran immer noch ihr Hauptziel …. Bei dieser Zielsetzung hat Netanyahu grundsätzlich die breite Zustimmung der israelischen Bevölkerung. … Gleichzeitig geht es ihm natürlich auch um das Retten seines politischen Halses.
Guttenbergs Fazit: „Israel steht isolierter da, das steht außer Frage. Und das spielt natürlich auch in die Hände der Zielsetzungen des Irans und der radikalen Kräfte, die wiederum wollen, dass Israel als solches kein Existenzrecht hat.“
Genau wie prophezeit
In Daniel 11, 40 wird von einem „König des Südens“ prophezeit, der in der Endzeit gegen einen „König des Nordens“ vorrücken wird. Seit den 1990er Jahren identifiziert Gerald Flurry, Chefredakteur der Posaune, den Iran in den Prophezeiungen als den König des Südens. Damals schenkten nur wenige der geopolitischen Rolle des Iran Beachtung. Erst in den letzten Jahren hat das Thema begonnen, die Schlagzeilen auf regionaler und sogar globaler Ebene zu dominieren – und zwar in einem solchen Ausmaß, dass die USA und Israel zum Handeln gezwungen waren.
Der jüngste Krieg mag einige dazu veranlasst haben, über Herrn Flurrys prophetische Vorhersage zu spotten, doch wie Joel Hilliker schrieb, zeugt die Kapitulation der USA „eindrucksvoll von der Unveränderlichkeit der Prophezeiungen Gottes“.
Deshalb müssen wir genau darauf achten, was die Prophezeiungen über die nächsten Ereignisse offenbaren.
In Vers 40 heißt es: „Zur Zeit des Endes aber wird sich der König des Südens mit ihm messen, und der König des Nordens wird mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen und wird in die Länder einfallen und sie überschwemmen und überfluten.“
Der „König des Nordens“ ist das von Deutschland angeführte Europa, das derzeit am meisten um die Lösung des Konflikts besorgt ist. Doch bevor Europa in den Kampf ziehen kann, muss noch etwas geschehen.
„Im Moment fehlt dem deutschen Volk nur ein starker Mann, der es in die Schlacht führt“, schrieb Herr Flurry in „Der Dritte Weltkrieg wird mit dem Iran beginnen“. „Aber die biblische Prophezeiung zeigt, dass sie ihren Mann bekommen werden (Daniel 8, 23).“
Europa steht kurz davor, einen totalen Krieg – wahrscheinlich einen Atomkrieg – gegen den Iran zu führen. Dafür braucht es einen starken Mann. Guttenberg könnte dieser Mann sein.
