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Gib dir selbst einen riesigen Bonus

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Gib dir selbst einen riesigen Bonus

Was in die Höhe schießende Manager-Gehälter über die Unternehmensführung aussagen.

Die Leute, die das große Geld machen, verdienen mehr Kohle als je zuvor. Ich spreche von den Managern, die im letzten Jahr Rekordeinkommen nach Hause gebracht haben. Richard Fairbank von Capital One Financial brachte es auf nahezu 250 Millionen Dollar – mehr als der Profit von 550 Fortune 1000 Firmen, einschließlich Goodyear Tyre & Rubber, Reebock und Pier 1. Die 149 Millionen Dollar, die der Analog Devices Manager Jerald Fishman nach Hause nahm, erscheinen blass im Vergleich.

Genau genommen ist nichts verkehrt mit Geldverdienen. Schließlich sagt sogar die Bibel, dass man einen Menschen nach seinen Werken belohnen soll, und dass ein Arbeiter seines Lohnes würdig ist. Viele dieser Manager haben ihren jeweiligen Firmen zu enormen Gewinnen verholfen. Die Bibel warnt aber auch vor Gier, Unehrlichkeit und mangelndem Charakter in der Führung. In zu vielen Fällen sind in die Höhe schnellende Gehaltsschecks der Manager bestenfalls ein Symptom schwacher Führerschaft – schlimmstenfalls Gier und mangelnde Rechtschaffenheit.

Das Durchschnittseinkommen unter den Managern der 100 größten US-Firmen stieg im letzten Jahr um 25 Prozent. Nicht sehr viele Angestellte werden mit Lohnerhöhungen von 25 Prozent honoriert. Der typische amerikanische Arbeiter erhielt in derselben Zeitspanne eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 3,1 Prozent. Sind Manager heute wichtiger als vor 10 oder 20 Jahren? Oder wie war es vor zwei bis drei Jahren? Sind die durchschnittlichen Manager diese über 50 Prozent mehr, die sie heute im Vergleich zu 2004 erhalten, wirklich wert?

Während der 1970er und 1980er Jahre betrug der Gehalt von Managern etwa das 15 bis 20fache des Durchschnittseinkommens (FrugalMarketing.com). In 2002 ist dieses Manager-Gehalt auf das 281-fache eines Durchschnittsarbeiters emporgeschossen (Kiplinger Business Forecasts, 14. März). Heute bringen es manche Schätzungen näher an das 431-fache des Durchschnittslohns. Im Vergleich dazu verdienen Manager in Großbritannien das 25-fache ihrer Angestellten, während jene in Frankreich, Deutschland und Japan sogar noch weniger verdienen (ibid.).

„Das System ist angeschlagen“ sagt Mark Van Clieaf, ein Analytiker bei MVC International, eine Firma, die sich auf Fragen betreffend Bezahlung nach Leistung unter Bezugnahme auf nicht angeglichene Bezahlung und Leistung, spezialisiert hat (USA Today, 15. Dez. 2005).

Was diese Statistiken noch beunruhigender macht, ist, dass, wenn Manager versagen, sie oftmals trotzdem eine Menge Geld bekommen. Selbst jene, die gefeuert werden, nehmen jedes Mal Millionen mit sich, einschließlich der Prämien.

Zum Beispiel, über die vergangenen fünf Jahre vernichteten Manager bei Honeywell 4,3 Milliarden Dollar an Nutzwert (Netto-Betriebsgewinn minus verbrauchte Gesamt-Kapitalkosten), während die fünf Spitzenmanager zusammen 223 Millionen Dollar über den gleichen Zeitraum verdienten. Manager von Time Warner vernichteten 41,4 Milliarden Dollar an Nutzwert und 59,8 Milliarden Dollar an Marktwert, während sie 1,3 Milliarden an Gehältern erhielten.

Ein Brief, der ursprünglich an die Bundesbörsenaufsichtsbehörde geschickt wurde und bei USA Today landete, verwies auf Untersuchungen, dass, in der Tat, Manager-Gehälter bei vielen Firmen in keinerlei Relation stand, wie gut diese Firmen wirtschafteten. Über die letzten fünf Jahre verloren 60 der Firmen, die am schlechtesten wirtschafteten, im Russel 3000 Index (der 99 Prozent der amerikanischen Börse erfasst) ein gesamtes Total von 769 Milliarden Dollar an Marktwert. Bei denselben Firmen wurden 300 Spitzenmanager mit Gehältern, Prämien und Aktienanteilen im Wert von 12 Billionen Dollar belohnt (ibid.). Als Belohnung für das Vernichten von etwa dreiviertel einer Trillion Dollar an Aktionärswert, wurde jeder einzelne dieser Manager mit 40 Millionen Dollar honoriert. Man möchte glauben, dass, wenn man soviel

an Aktionärsvermögen vernichtet hat, würde man sich überlegen, einen Teil davon an die Aktionäre zurückzuzahlen, indem am niedrigere Gehälter bezieht. Bedauerlicherweise ist diese Art von Denkweise äußerst selten in der heutigen Gesellschaft.

Das Problem ist nicht so sehr, dass Manager eine Unmenge Geld bezahlt bekommen. Es ist vielmehr, dass sie sich oftmals nicht einsetzen für ihre Anlegerschaft und ihre Mitarbeiter – die Menschen, deren Interesse sie vertreten sollten.

Manager sollten Acht haben auf jene, für die sie verantwortlich sind. Doch auf ihrer Suche nach ständig steigenden Gehaltsschecks haben viele ihre Verantwortlichkeiten aus den Augen verloren – das Wohlergehen ihrer Firmen und jener unter ihnen. Ein Manager, der riesiger Gehälter bezieht, während die Firma, für die er verantwortlich ist, sich abmüht, zeigt sicherlich nicht die Integrität, die in einer guten Führerschaft notwendig ist. Wenn das Eigeninteresse gegenüber den Interessen derer, die man leitet, Vorrang hat – in diesem Fall in der Höhe von Millionen, sogar von Milliarden von Dollars – ist das genau das Gegenteil solider Führung.

Leo Hindery war Manager bzw. Präsident von fünf großen Medien- und Kabelgesellschaften. Er sagt, „unverhältnismäßig hohe Direktoren- und Managergehälter strafen die Prinzipien der Leistungsgesellschaft Lügen … Senior-Managementpositionen sind ein Privileg, erhöhen sich aber zu etwas Ähnlichem wie Königswürde, wenn ihre damit verbundenen Gehälter auf völlig ungerechtfertigten Ebenen liegen …“ (FrugalMarketing.com).

Wenn Manager ordentliche Führung zur Schau stellen würden, dann würden die ehemals prestigevollen und jetzt skandalträchtigen Firmen wie Enron, WorlCom, Adelphia und Tyco nicht die Firmen-Schande sein, die sie heute sind. Es würde es ausweiten, wenn man sagt, diese Firmen wurden infolge überhöhter Manager-Gehälter zur Katastrophe – aber die Gier und mangelnde Rechtschaffenheit, die von den Spitzenleuten zur Schau gestellt wurden, sind Indikatoren der dubiosen Führerschaft. Mit einer ehrlichen Führerschaft hätten sie nach wie vor einen einwandfreien Ruf, Aktionäre und Rentner wären glücklich und tausende Angestellte hätten immer noch ihre Arbeit.

Leider wurden die überhöhten Man-ager-Gehälter kennzeichnend für die verfallende Führerschaft innerhalb des korporativen Amerika. 

PosauneKurzmitteilung

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