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Frankreich droht die größte Anleihekrise seit Griechenland

Getty Images, Emma McKoy/die posaune

Frankreich droht die größte Anleihekrise seit Griechenland

Frankreich sieht sich mit der schlimmsten Lage auf dem Anleihemarkt seit der Schuldenkrise in der Eurozone konfrontiert. Die Sorgen um die französischen Staatsschulden haben den Euro gegenüber dem US-Dollar auf ein 17-Monats-Tief gedrückt. Gestern erreichte die Rendite der französischen 10-jährigen Staatsanleihen etwa 4,9 Prozent – den höchsten Stand seit 2002.

Eine höhere Rendite bedeutet, dass Investoren höhere Zinsen verlangen, um Frankreich Geld zu leihen.

  • Ende Juni beliefen sich die Staatsschulden auf 3,6 Billionen Euro, was 119 Prozent des BIP entspricht. Das Defizit liegt bei etwa 5 Prozent des BIP, und die Investoren sind nicht davon überzeugt, dass die französische Regierung die Lage noch vor den Präsidentschaftswahlen 2027 verbessern wird.

  • Kapital fließt in deutsche, niederländische und andere sicherere europäische Anleihen.

Dadurch vergrößert sich die Differenz zwischen den französischen und den deutschen Kreditkosten, was die Finanzierung für den französischen Staat verteuert. Die Zinszahlungen belaufen sich im Jahr 2026 auf 79 Milliarden Euro und werden voraussichtlich im Jahr 2027 91 Milliarden Euro erreichen. Da alte Schulden zu den derzeit höheren Zinssätzen abgelöst werden, fließt ein größerer Teil des Haushalts in Zinszahlungen.

Auch der Rest der Eurozone ist davon betroffen.

  • Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Union.

  • Der Ausverkauf lässt die Renditen in Italien, Spanien und anderen hochverschuldeten Ländern bereits steigen.

Das griechische Rettungsprogramm ist kein Modell, das sich wiederverwenden lässt. Von 2010 bis 2018 gewährten die Regierungen der Eurozone und der Internationale Währungsfonds Griechenland Kredite in Höhe von 257 Milliarden Euro. Die Verschuldung Frankreichs beläuft sich auf 3,6 Billionen Euro, was etwa dem 14-Fachen dieses Betrags entspricht, und Frankreich plant, im nächsten Jahr weitere Hunderte von Milliarden aufzunehmen.

Die Schwierigkeiten Frankreichs kommen Deutschland zugute, das seinen Platz als wichtigster sicherer Hafen auf dem europäischen Anleihemarkt zurückerobert hat. Sie stellen zudem eine Bedrohung für die Eurozone dar. Sollte Frankreich den Marktzugang verlieren, könnte die Union das Land nicht auf dieselbe Weise retten wie Griechenland, und dieser finanzielle Schock könnte die Währungsunion auseinanderbrechen lassen.

Der Euro ist der wichtigste Konkurrent des Dollars, konnte jedoch nie mit ihm gleichziehen. Ein Grund dafür ist, dass die Union nicht von einer einzigen nationalen Regierung gestützt wird, sodass Investoren nicht sicher sein können, wie die Union in einer echten Krise die Schulden aufteilen würde oder wie lange sie zusammenhalten würde. Der Ausverkauf an den französischen Märkten rückt diese Schwäche erneut in den Blickpunkt.

Der verstorbene Herbert W. Armstrong sagte voraus, dass eine in den Vereinigten Staaten beginnende Finanzkrise die europäischen Staaten letztendlich zu einer vollständigen Fiskalunion zwingen würde. In Offenbarung 17, 12–13 heißt es, dass zehn Könige ihre Macht und Stärke dem Tier übertragen werden. Dies deutet darauf hin, dass in der Eurozone eine stärker zentralisierte Wirtschaftsordnung Einzug halten wird.