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Jose Aragones/Unsplash

Erstgeburtsrecht 2520 Jahre vorenthalten (zweiter Teil)

Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel zehn)

Fortgesetzt von Erstgeburtsrecht 2520 Jahre vorenthalten (erster Teil)

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as große Wenn

Was aber sollte geschehen, wenn Israel die Bedingungen nicht einhalten würde? Die Antwort finden wir in Vers 14: „Werdet ihr mir aber nicht gehorchen und nicht alle diese Gebote tun … so will auch ich euch dieses tun: Ich will euch heimsuchen mit Schrecken, mit Auszehrung und Fie­ber, dass euch die Augen erlöschen und das Leben hin­schwindet. Ihr sollt umsonst euren Samen säen, und eure Feinde sollen ihn essen. Und ich will mein Antlitz gegen euch richten, und ihr sollt geschlagen werden vor euren Feinden, und die euch hassen, sollen über euch herrschen“ (Vers 14-17). Damit ist offensichtlich gemeint, dass Israel im Falle des Ungehorsams überfallen, besiegt und wieder in die Sklaverei verschleppt werden würde. Vergessen wir nicht, dass Gott dieses Volk eben erst aus der ägyptischen Sklaverei befreit hatte.

Nun, was passierte?

Wie die Geschichte Israels damals verlief ist allgemein be­kannt: Schon kurz nach dem Auszug aus Agypten begannen die Israeliten zu murren und an Gott zu zweifeln. Gott führte sie auf wunderbare Weise durchs Rote Meer und rettete sie so vor der nachrückenden ägyptischen Armee. In der Wüste sandte er Manna und Wachteln vom Himmel, um sie zu spei­sen. Auch ließ er Trinkwasser aus dem Felsen hervorsprudeln. Doch ungeachtet all dieser Wunder murrten die Israeliten immer wieder und gaben ihre rebellische Einstellung nicht auf.

So kamen die von Mose geführten Kinder Israel schließlich zum Fuße des Berges Sinai, von dem Gott zu Mose sprach und den Israeliten antrug, sein Volk zu werden und sich seiner Herrschaft zu unterstellen. Wenn sie ihm gehor­sam und treu sein würden, so sagte er, dann sollten sie als Volk alle Vorteile des Erstgeburtsrechts erhalten und das am meisten gesegnete Volk der Erde werden.

Gott sagte: „Und nun wenn ihr meinen Weisungen willig gehorcht und meinen Bund haltet, so sollt ihr aus (oder: vor) allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde“ (2. Mose 19, 5, Menge-Übers.). Wie wir sehen, hat Gott Israel nicht gezwungen, sein auserwähltes Volk zu werden. Israel hatte die Wahl!

Der Anfang einer Nation

Es war Mose, der am Berge Sinai der riesigen Volksmenge von etwa zwei bis drei Millionen Menschen den von Gott vorgeschlagenen Bund vorlegte und ihr die Bedingungen auseinandersetzte. Über die Reaktion der Israeliten lesen wir.

„Und alles Volk antwortete einmütig und sprach: Alles, was der Herr geredet hat, wollen wir tun“ (2. Mose 19, 8). Nach zwei Tagen bot sich diesen Menschen ein gewalti­ges Schauspiel: Sie hörten vom Berge herab Gottes Stimme. Unter dröhnendem Donner, begleitet von zuckenden Blitzen, verkündete die machtvolle Stimme Gottes das Grundgesetz der Gottesherrschaft – die Zehn Gebote. Sie umschreiben die gottgewollte Lebensweise, den Weg zur Vermeidung all der Übel, unter denen diese Welt heute leidet, den Weg, der zu Frieden, Glück und Wohlergehen führt.

Diese Gebote also hörte das Volk Israel aus Gottes eige­nem Munde. Die Menschen fürchteten sich und zitterten unter dem Eindruck dieses ehrfurchtgebietenden Schau­spiels. Es war ein Furcht erregendes Erlebnis, das es nie zuvor gegeben hat und das seitdem nie wieder vorgekommen ist.

Später, im persönlichen Gespräch mit Mose, erläuter­te Gott dann weitere Einzelheiten des Bundes, durch den er Israel zum Volk Gottes erheben wollte. Wieder antwor­tete das Volk einstimmig: „Alle Worte, die der Herr gesagt hat, wollen wir tun“ (2. Mose 24, 3). Mose schrieb alle Bedingungen dieses Bundes nieder. Es war ein Vertrag, der ein ehemaliges Sklavenvolk zu Gottes Volk machte; zugleich war es eine Art Ehebund mit Gott als dem „Ehe­mann“ und Israel als der „Ehefrau“, die dem Mann Ge­horsam verspricht.

Mose verlas nun den Wortlaut der Bedingungen – das „Buch des Bundes“ – dem ganzen Volk. Wieder lautete der einstimmige Beschluss: „Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören“ (Vers 7).

Ein Ehebund

Der Bundesvertrag zwischen Gott und seinem Volk – der „Alte Bund“ – wurde schließlich bestätigt und mit Blut besiegelt (2. Mose 24, 5-8).

Der Mittler des „Alten Bundes“ war Mose. Er verband ein vergängliches, physisches Volk mit dem ewigen Gott. Israel wurde Gottes Volk; es hatte ihm Treue und Gehorsam versprochen.

Dieser „Alte Bund“ beruhte auf den Verheißungen des Erstgeburtsrechts, die Gott Abraham gegeben hatte. Doch sterbliche Menschen, ihrer Natur nach hoffärtig, habgierig, eifersüchtig, bleiben selten bundestreu. Deshalb ist der lebendige Christus, der nun bald kommen wird, der Mittler des Neuen Bundes, der „auf besseren Verheißungen steht“ (Hebräer 8, 6-10 und 9, 15). Dieser Neue Bund wird nicht ein Bund mit fleischlichen Menschen sein, die Gott untreu wer­den. Vielmehr bereitet Gott ein geistliches Volk, ein Volk, das zur Unsterblichkeit verwandelt und mit Christus vereint wer­den soll. Als Christus gestorben und wiederauferstanden war, fuhr er in den Himmel auf und sandte seinen Jüngern den Heiligen Geist Gottes. Er tat das, „auf dass er sie [die Gemein­de] heiligte … auf dass er sie sich selbst darstellte als eine Gemeinde, die herrlich sei, die nicht habe einen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen, sondern dass sie heilig sei und unsträflich“ (Epheser 5, 26-27). Vergessen wir nicht: Die Gemeinde ist die „Ehefrau“ zur Zeit des Neuen Bundes.

Gott wird den Neuen Bund mit einem Volk schließen, das sich im christlichen Leben übt und bewährt, indem es in vertrauensvollem Gehorsam gottähnlichen Charakter entwic­kelt und die fleischliche Gesinnung mehr und mehr überwin­det. Dieses Volk will er am Ende zur Unsterblichkeit verwan­deln, so dass es dann vollkommen ist.

Der Neue Bund gründet sich auf die Zepterverheißung, die an Abraham ging, die auf den kommenden König aller Könige hinweist, auf Jesus Christus, den Nachkommen Da­vids.

Israel treibt Götzendienst

Sehen wir uns nun an, wie sich die fleischlichen Israeliten verhielten.

Nachdem der Alte Bund zwischen Gott und Israel in Kraft getreten war, rief Gott Mose nochmals auf den Berg und unterbreitete ihm 40 Tage lang viele detaillierte Verhal­tensvorschriften sowohl für die religiösen als auch für die zivilrechtlichen Belange des Volkes. Kirche und Staat waren damals eins.

Doch schon wenige Tage nach Moses Aufstieg auf den Berg forderte das Volk Aaron auf. „Mach uns einen Gott, der vor uns hergehe! Denn wir wissen nicht, was diesem Mann Mose widerfahren ist, der uns aus Ägyptenland geführt hat“ (2. Mose 32, 1). Nun brachten viele ihre goldenen Ohrringe und Schmuckstücke, und Aaron ließ daraus ein goldenes Kalb als „Gottesbild“ anfertigen.

Bei seiner Rückkehr vom Berg Sinai trug Mose die zwei Steintafeln mit sich, auf die Gott selbst die Zehn Gebote geschrieben hatte. Als er sah, wie das Volk in ausgelassenem Tanz das goldene Kalb anbetete, geriet er so in Zorn, dass er die Steintafeln zu Boden schleuderte, so dass sie zerbrachen. Die Israeliten damals dachten wohl genauso wie manche Religionsgemeinschaften heute. Sie meinten, schließlich wür­den sie ja nicht das Bild selbst anbeten, sondern denjenigen, den es darstellen sollte – Gott.

Gleich nachdem das goldene Kalb fertiggestellt war, hat­te Aaron „des Herrn Fest“ ausrufen lassen (2. Mose 32, 5), bei dem dann vor diesem Bild angebetet wurde.

Nun, das ist genau die Art, nach der die Heiden seit eh und je ihre Götzen angebetet haben. Gott verurteilt das aufs schärfste (2. Mose 32, 7-11). Er duldet diese Art der Anbe­tung nicht. (Lesen Sie auch 5. Mose 12, 30-31.)

Das verheißene Land 40 Jahre vorenthalten

Im zweiten Jahr nach dem Auszug aus Ägypten führte Gott die Israeliten zu einem neuen Lager in der Wüste Paran (4. Mose 10, 11-12). Hier gebot nun Gott Mose, zwölf Männer auszusen­den, und zwar je einen angesehenen Mann aus jedem Stamm; diese Männer sollten das verheißene Land erkunden und bei ihrer Rückkehr Bericht erstatten (4. Mose 13, 1-2).

40 Tage blieben die Kundschafter aus. Als sie zurück­kehrten, gaben sie alle (mit Ausnahme von Josua und Kaleb) eine falsche Darstellung von dem, was sie gesehen hatten. Zwar wollten Josua und Kaleb das Bild richtigstellen, aber das Volk glaubte ihnen nicht und versuchte sogar, sie zu steinigen. Unter dem Eindruck des negativen Berichts murrten sie wider Gott, zweifelten, lehnten sich auf und waren unge­horsam.

Haben Sie sich gefragt, warum die Israeliten auf dem Weg ins verheißene Land 40 Jahre lang in der Wüste umher­wanderten? Dauerte es wirklich volle vierzig Jahre, um die Strecke bis nach Kanaan zu Fuß zurückzulegen? Keineswegs! Die zwölf Kundschafter durchquerten es von einem Ende zum anderen und kehrten zurück – und das alles in 40 Tagen! Der eigentliche Grund, warum Israel 40 Jahre lang in der Wüste blieb, war der, dass diese Menschen Gott nicht vertrauten. Statt einfach entgegenzunehmen, was Gott ihnen zugedacht hatte, zweifelten und murrten sie. Sie weigerten sich, unver­züglich aufzubrechen, um das Land in Besitz zu nehmen.

Das Land Kanaan ist ein Sinnbild des herrlichen Reiches Gottes, das unser Erlöser Jesus Christus uns darbietet. Aber auch heute weigern sich die Menschen, das Geschenk der Erlösung anzunehmen, und leben lieber weiterhin in einer „Sklaverei“ der Sünde; sie haben keinerlei Vertrauen zu Gott und wollen deshalb den Weg nicht gehen, der in Gottes Reich führt. Genauso wie die alten Israeliten, so lehnen auch sie sich auf, sind ungläubig und ungehorsam. Diejenigen, die auf die­ser Haltung beharren, werden nicht in das Reich Gottes hin­eingelangen. Sie verscherzen sich ein ewiges Leben in Glück und Erfüllung.

Zu den ungehorsamen Israeliten sagte Gott: „Eure Leiber sollen in dieser Wüste verfallen … ihr sollt nicht in das Land kommen … außer Kaleb … und Josua … Eure Kinder aber, von denen ihr sagtet: Sie werden ein Raub sein, die will ich hineinbringen, dass sie das Land kennenlernen, das ihr ver­werft … Und eure Kinder sollen Hirten sein in der Wüste vierzig Jahre und eure Untreue tragen, bis eure Leiber aufge­rieben sind in der Wüste“ (4. Mose 14, 29-33).

Und hier folgt nun der wichtige Grundsatz „ein Tag für ein Jahr“:

„Nach der Zahl der vierzig Tage, in denen ihr das Land erkundet habt – je ein Tag soll ein Jahr gelten –, sollt ihr vierzig Jahre eure Schuld tragen“ (Vers 34). Die Strafe bestand also in der Vorenthaltung der versprochenen Seg­nungen für die Dauer von 40 Jahren. 

Wird fortgesetzt...

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