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Erstgeburtsrecht 2520 Jahre vorenthalten (vierter Teil)

Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel zehn)

Fortgesetzt von Erstgeburtsrecht 2520 Jahre vorenthalten (dritter Teil)

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as ist eine „Zeit“?

Nun wird mancher einwenden: „Woher wollen Sie wissen, dass eine ‚Zeit‘ gleich ein Jahr mit 360 Tagen ist? Wieso sollte es nicht ein Jahr mit 365 Tagen sein?“

Zur Zeit des Alten Testaments wurde ein Jahr auf der Grundlage von 12 Monaten zu je 30 Tagen berechnet. Bevor der heilige (hebräische) Kalender zur Zeit Moses gegeben wurde, bestand jeder Monat aus 30 Tagen.

In 1. Mose 7, 11 heißt es: „In dem sechshundertsten Lebensjahr Noahs am siebzehnten Tag des zweiten Monats, an diesem Tag brachen alle Brunnen der großen Tiefe auf und taten sich die Fenster des Himmels auf.“ Vers 24: „Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertundfünfzig Tage.“ Nun zu 1. Mose 8, 3-4: „Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen ab nach hundertundfünfzig Tagen. Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder auf das Gebirge Ararat.“

Halten wir fest: Die Flut begann am 17. Tage des zweiten Monats. Am Ende von 150 Tagen ließ sich die Arche am 17. Tage des siebenten Monats auf dem Berge Ararat nieder. Das waren auf den Tag genau fünf Monate. Fünf 30tägige Monate sind genau 150 Tage. Also hatten die Monate damals 30 Tage.

Genau diese Form der Berechnung liegt auch im Buche Daniel sowie in der Offenbarung zugrunde. In Offenbarung 12, 6 ist ein Geschehen prophezeit, das sich in der realen Geschichte über 1260 Jahre erstreckte; die Bibel jedoch spricht an dieser Stelle von 1260 Tagen. So ist auch hier wiederum ein prophetischer Tag gleich einem Jahr in der Erfüllung. Offenbarung 13, 5 (ein Vers, der sich auf die gleiche Zeitdauer, aber auf ein anderes Ereignis bezieht) zeigt, dass 1260 Tage (also 1260 Jahre in der Erfüllung) „zweiundvierzig Monaten“ entsprechen. Nach dem heutigen Kalender jedoch wären 42 Monate nicht 1260, sondern 1276 und im Falle eines Schaltjahres 1277 Tage. Wenn von den 42 Monaten die letzten sechs Monate zufällig in die zweite Jahreshälfte fallen, dann wären es sogar 1280 oder 1281 Tage. Also müssen in Offenbarung 13, 5 42 Monate zu je 30 Tagen zugrunde liegen.

Und noch einmal kommt diese gleiche Anzahl von Tagen in der Bibel vor, nämlich in Offenbarung 12, 14, wo es heißt: „… eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit.“ Eine „Zeit“ ist ein prophetisches Jahr, insgesamt handelt es sich hier um dreieinhalb prophetische „Zeiten“, also um genau 1260 Tage. Sieben dieser „Zeiten“ sind 2520 Tage, und wenn „ein Tag für ein Jahr“ zu rechnen ist, sind es 2520 Jahre.

Auch in Daniel 12, 7 finden wir die Formulierung „eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit“.

Ganz bewusst wurde hier so viel Raum darauf verwandt, die Frage der „Zeiten“ einfach und verständlich zu erläutern, da dies von grundsätzlicher Bedeutung für einige der wichtig­sten Prophezeiungen ist, wie wir noch sehen werden.

Fassen wir kurz zusammen: Eine prophetische „Zeit“ ist ein Jahr zu 360 Tagen oder einfach 360 Tage. Und während Israels Bestrafung kam jeder Tag der prophetischen „Zeiten“ einem Jahr in der Erfüllung gleich; das wird deutlich, wenn man die Schriftstellen Hesekiel 4, 4-6, 4. Mose 14, 34 sowie Offenbarung 13, 5 und 12, 6 gemeinsam betrachtet. In den Bibelstellen 3. Mose 26, 18, Offenbarung 12, 6 und 13, 5 wird diese Bedeutung noch durch die Tatsache erhärtet, dass sich diese Prophezeiungen genau in der angezeigten Zeit erfüllt haben.

Segnungen 2520 Jahre lang zurückgehalten

Wie wir gesehen haben, waren die Israeliten im Laufe ihrer Geschichte immer mehr von Gott abgewichen. Sie hatten sich nicht würdig erwiesen, die reichen, unermesslichen Segnungen des Erstgeburtsrechts zu empfangen. Besonders hatten sie die beiden Testgebote übertreten, die in 3. Mose 26, 1-2 betont werden. Daraufhin hatte Gott sie bestraft, wie er es ihnen prophezeit hatte (Vers 14-17).

In Vers 18 nun werden die Israeliten gewarnt: „Wenn ihr mir aber auch dann“ – d. h. nach all den in Vers 14-17 ausgesprochenen Strafen – „noch nicht gehorcht, so will ich euch noch weiter strafen, siebenfältig, um eurer Sünden willen.“

Diese „sieben Zeiten“, sieben prophetische Jahre, bedeu­ten, wie wir gesehen haben, 2520 Jahre.

Gott wiederholt dieselbe Ankündigung noch dreimal, und zwar in den Versen 21, 24 und 28. Dies ergibt zusammen viermal „sieben Zeiten“. Soll das nun heißen, dass Gott die Segnungen des Erstgeburtsrechts viermal 2520 Jahre, also 10080 Jahre lang, zurückzuhalten plante? Die Geschichte zeigt, dass dies nicht gemeint sein kann, denn Israel hat seine Segnungen bereits nach einer Periode von 2520 Jahren erhal­ten. Die Ursache eines solchen Missverständnisses bilden die deutschen Wörter „noch weiter“. In den Versen 18 und 21 lautet die deutsche Übersetzung: „So will ich euch noch wei­ter strafen, siebenfältig, um eurer Sünden willen.“ Man könn­te hieraus tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass damit noch drei weitere Perioden „siebenfältigen“ Strafvollzugs ge­meint sind. Die Wörter „noch weiter“ stehen aber nicht im hebräischen Urtext, sondern wurden von Übersetzern hinzu­gefügt, die auf diese Weise zum „besseren Verständnis“ der betreffenden Verse beizutragen glaubten.

Angesichts der Tatsache, dass Gott sich des hebräischen Wortes sheva bedient, um – wie in Psalm 119, 164 und in Sprüche 24,16 – auf die Wiederholung einer Handlung wäh­rend eines bestimmten Zeitraums hinzuweisen, und dass er, wie in Daniel 4, nach dem Prinzip einer Sieben-Jahres-Perio­de verfährt, wenn er Sünden bestraft, sowie in Anbetracht des Umstands, dass das Erstgeburtsrecht tatsächlich genau 2520 Jahre lang vorenthalten blieb, legt sich zwingend der Schluss nahe, dass es sich bei dem Terminus „siebenfältig“ in Vers 18 um einen Zeitraum von sieben prophetischen Jahren zu je 360 Tagen handelt, wobei jeder Tag ein Jahr bedeutet, also genau 2520 Jahre.

Das Haus Israel hatte 390 Jahre lang in Auflehnung und Sünde beharrt, wie wir aus Hesekiel 4, 4-5 ersehen können. Während all dieser Jahre, die mit der Wahl eines Menschen zum König begonnen hatte, erlaubte Gott den Israeliten den­noch, im verheißenen Land zu bleiben. Immer wieder sandte er ihnen Propheten, um sie zu warnen und ihnen ins Gewissen zu reden. Hätten sie ihre Sünden bereut und sich wieder Gott und seinen Gesetzen zugewandt, dann wären sie wohl doch noch zum damals reichsten und mächtigsten Volk der Erde geworden. Aber sie wollten nicht gehorchen und sündigten nur immer mehr.

Da machte Gott schließlich seine Drohung wahr und entzog ihnen für einen Zeitraum von vollen 2520 Jahren jede Möglichkeit, in den Genuss der mit dem Erstgeburtsrecht ver­bundenen Segnungen zu kommen.

Israel geht verloren

Er vertrieb Israel aus dem verheißenen Land. 390 Jahre lang gab Gott dem Hause Israel die Gelegenheit, doch noch zu bereuen und sich ihm zuzuwenden. Er hielt Kontakt zu ihnen. Er sandte ihnen Propheten. Sie hätten, in diesen Jahren der Auflehnung, immer noch jederzeit bereuen und sich Gott zuwenden können, und sie hätten die verheißene nationale Größe erlangt.

Schließlich aber, als Israel sich immer noch verstockt zeigte, da „tat er es von seinem Angesicht weg“ (2. Könige 17, 18). In Vers 23 wird diese Tatsache wiederholt­: „… bis der Herr Israel von seinem Angesicht wegtat, wie er geredet hatte durch alle seine Knechte die Propheten. So wurde Israel aus seinem Lande weggeführt nach Assyrien bis auf diesen Tag.“

Von der Zeit an sandte Gott ihnen keine Propheten mehr. Auch gab er ihnen keine Gelegenheit, als Volk jene gewaltigsten Segnungen der gesamten Geschichte zu empfan­gen, bevor nicht die besagten 2520 Jahre um waren. Er ver­barg sozusagen sein Angesicht vor ihnen. Er vertrieb sie aus seinem Gesichtskreis, hörte auf, ihnen ins Gewissen zu reden. Israel hatte sich nicht qualifiziert und die Bedingungen des Alten Bundes nicht eingehalten; nun ließ Gott es zu einem Sklavenvolk werden. Er überließ die Israeliten sich selbst.

Sogar das Erkennungszeichen zwischen Gott und seinem Volk hatten sie verworfen und verloren daraufhin dann auch bald ihre Identität. Die Welt weiß nicht mehr, dass sie das Volk Gottes sind. Und sie wissen es selbst nicht.

Die zehn Stämme gingen verloren. Verloren war ihr Name, verloren ihre Identität, verloren das Wissen um den wahren Gott. Auch ihr großartiges Erstgeburtsrecht hatten sie verloren – jedenfalls für viele Generationen. Schließlich, nach der zweiten und dritten Generation sprachen sie sogar ihre hebräische Spra­che nicht mehr. Seitdem betrachten sich die Nachkommen der zehn Stämme als nichtisraelitische, also heidnische Völker. Die ganze Welt nimmt an, sie seien Nichtisraeliten.

Die Apostel in Großbritannien?

Jahrhunderte später sandte Jesus von Nazareth, der genau wusste, wohin Israel sich gewandt hatte, seine zwölf Jünger zu ihnen. Sie waren beauftragt, die gute Nachricht vom Reich Gottes – von der Regiering Gottes – ihnen bekanntzuma­chen. Dabei wurde der Apostel Paulus speziell zu den Heiden gesandt.

Haben Sie sich nicht auch schon gefragt, warum wir in der Apostelgeschichte vom 29. Vers des 15. Kapitels an nichts mehr Ober die zwölf Apostel erfahren? Die Antwort lautet: Sie waren – außer Petrus, der nach Babylon reiste – zu den „verlorenen Stämmen“ des Hauses Israel gegangen.

Ist es nicht interessant, dass Jesus seinen Jüngern gebot: „Gehet nicht auf der Heiden Straße und ziehet nicht in der Samariter [Heiden] Städte, sondern gehet hin zu den verlore­nen Schafen aus dem Hause Israel“ (Matthäus 10, 5-6)?

Jesus selbst drängte oder zwang niemanden, sich zu bekehren, und ebensowenig taten das seine Jünger. Gewaltsa­me „Christianisierung“ wurde von der wahren Kirche Gottes nie durchgeführt.

Die Israeliten auf den Britischen Inseln wurden mit dem Evangelium Jesu Christi konfrontiert. Dennoch blieben die meisten von ihnen bei ihrer Götzenverehrung, vor allem beim Druidenkult. Später nahmen sie dann ein verfälschtes „Chri­stentum“, die römisch-babylonische Mysterienreligion, an. Bezeichnend dafür, wie fremd sie der Wahrheit geblieben sind, ist die Tatsache, dass es ein Engländer war, der schließlich die Evolutionstheorie entwickelte.

Das Erstgeburtsrecht schließlich doch gewährt

2520 Jahre lang wurden die Segnungen des Erstgeburtsrechts, die Gott Abrahams Nachkommen bedingungslos zugesagt hatte, dem Volke Israel vorenthalten. Dann aber, nach Ablauf dieser Zeit der Bestrafung, löste Gott sein Versprechen ein. Es geschah nicht wegen irgendwelcher britischer oder amerikani­scher Tugenden, sondern einzig und allein deshalb, weil Gott zu seinem Versprechen stand, das er Abraham gegeben hatte. Plötzlich, etwa seit 1800, begannen sich Großbritannien und die USA zu den größten Weltmächten der Geschichte zu ent­wickeln. Ihr nationaler Wohlstand und ihre Macht waren jedoch, wie gesagt, keineswegs das Ergebnis irgendwelcher Verdienste.

Vergessen wir nicht, dass Gott das Erstgeburtsrecht den Nachkommen Abrahams vorbehaltlos versprochen hatte, und zwar aufgrund der Treue und des Gehorsams, den Abraham bewiesen hatte (1. Mose 26, 5). Gott war durch sein Versprechen gebunden, diese Segnungen unter allen Umständen herbeizuführen, ganz unabhängig von der Rechtschaffenheit oder Schlechtigkeit der Israeliten. Andererseits aber hatte Gott sich nicht darauf festgelegt, wann, an welcher Generation, er sein Versprechen wahrmachen würde.

Deshalb konnte Gott die Verwirklichung dieses Rechts dem Volk Israel schon zur Zeit Moses unter bestimmten Bedingungen anbieten. Hätten die Menschen damals diese Bedingungen erfüllt, dann wären sie schon zu jener Zeit zu Macht und Wohlstand gelangt. Da sie die Bedingungen nicht erfüllten, mussten sie noch viele Jahrhunderte lang warten.

Die Segnungen des Erstgeburtsrechts sollten genau 2520 Jahre lang vorenthalten bleiben. Daraus folgt zwangsläufig, dass sie nach Ablauf dieser bestimmten Zeitspanne gewährt wurden, ohne Rücksicht darauf, ob das Volk sie verdient und sich ihrer würdig erwiesen hatte oder nicht. Zu seinem Wort – vorbehaltlos an Abraham gegeben – musste Gott stehen.

Also war es Gott, der bewirkte, dass die Nachkommen des Stammes Joseph, die Völker des Erstgeburtsrechts, und nur sie allein, nach 2520 Jahren, nämlich seit Beginn des 19. Jahr­hunderts, solchen nationalen Reichtum, solche Größe und Macht erlangten, wie das nie zuvor bei irgendeinem Volk der Weltgeschichte der Fall war. Sie – die Briten und Amerika­ner – kamen in den Besitz von zwei Dritteln, zeitweise fast drei Vierteln, aller erschlossenen Ressourcen und Reichtümer der gesamten Welt.

Ja, es ist wirklich eines der erstaunlichsten Ereignisse der Weltgeschichte, wie plötzlich zwei Nationen aus relativer Bedeutungslosigkeit zu unermesslichem Reichtum gelangten und zur gewaltigsten wirtschaftlichen Macht aufstiegen, die je von einem Volk erreicht wurde! Nun verdiente „Groß“britannien erstmals seinen Namen; es wurde zu einer riesigen, uner­messlich reichen Völkergemeinschaft. Die Vereinigten Staaten von Amerika indessen entwickelten sich zur reichsten einzel­nen Nation der Geschichte.

Aber beinahe noch erstaunlicher ist die jüngste Entwick­lung dieser beiden Völker: Sie verlieren gegenwärtig diese Segnungen noch schneller, als sie sie empfangen haben!

Warum? Die folgenden Kapitel machen klar, welche Ursachen dieser Entwicklung zugrunde liegen und was in naher Zukunft bevorsteht. 

Wird fortgesetzt...

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