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Diplomatische Heuchelei

Warum Amerika auf Israel einwirkt, den Terrorismus zu tolerieren

Die üblen Taten einiger Terroristen am 11. September 2001 bewirkten eine dramatische Änderung in der amerikanischen Auslandspolitik. Seit diesem Tag hat Amerika auf der Jagd nach antiamerikanischen Terroristen unzählige Milliarden von Dollars ausgegeben, um diese zu eliminieren, wo immer sie aufgespürt werden mögen, ob Zuhause oder im Ausland.

Trotz dieser Demonstration der Stärke kommt indessen eine Schwächung dieser Nation immer deutlicher zum Vorschein. Und nirgendwo ist dieser Kräfteverfall so klar sichtbar geworden wie in der Beziehung der USA zur kleinen Nation Israel im Nahen Osten.

Israel ist zweifellos der stärkste Verbündete Amerikas im Nahen Osten. Gewissermaßen ist Israel den USA ähnlicher als Großbritannien. Sogar der Sprachunterschied ist minimal, da die meisten Israelis fließend Englisch sprechen.

Traditionell ist Amerika Israels größter Befürworter gewesen. Auch heute noch hilft die USA Israel mit militärischer und finanzieller Unterstützung – allerdings ist das mit vielen Bedingungen verknüpft. Die USA wollen Israel nur allzu gerne vorschreiben, wie es sein Terrorismusproblem lösen sollte. Die israelische Regierung weiß allerdings, obwohl es nicht öffentlich gesagt werden sollte, dass der Fluß finanzieller und direkter militärischer Hilfe ausbleiben könnte, falls es Washingtons „Vorschläge“ ignorieren sollte, selbst dann, wenn jene Vorschläge für das Wohl Israels nachteilig sein könnten.

Gelegentlich vertritt Amerika einen Standpunkt für Israel, wenn es erwiesen ist, dass solch ein Standpunkt entweder für die US-Sicherheit erforderlich ist, oder der Standpunkt nicht zu viele andere Nationen vergrämt. Das war der Fall mit einer Resolution der Vereinten Nationen gegen Israel im letzten Dezember – ein von arabischer Seite unterstützter Ausdruck des Missfallens für das Töten von un Arbeitern durch israelische Soldaten während eines Kampfes mit Terroristen. Das US-Veto in dieser Resolution hat keine wirklich nachteiligen Auswirkungen in der Auslandspolitik der USA.

Im täglichen Kampf gegen den Terrorismus erwartet Amerika jedoch Toleranz und Gesprächbereitschaft von Seiten Israels – genau das Gegenteil von dem, was die USA selbst tun.

Ein Blick auf einige der Terroristenangriffe in Israel hilft uns, eine Perspektive darüber zu erhalten, womit die Israelis konfrontiert sind. Terroristen in Israel haben in der Nähe von Spielplätzen von Grundschulen Obst ausgelegt, um jüdische Kinder zu verlocken – als Obst getarnte Sprengfallen, die explodieren, sobald sie jemand aufhebt. Arabische Kinder sind ausgebildet worden, Bomben an ihre Körper zu binden und sich in überfüllten Orten in Israel in die Luft zu jagen. Während des ersten Wochenendes von 2003 wurden 23 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt, als zwei mit Sprengstoffgürteln versehene Mörder sich in Tel Aviv in die Luft jagten.

Amerikas Antwort auf solche Ereignisse ist im wesentlichen, dass es Israel ersucht, mit den Leuten zu verhandeln, die diese Bomben erzeugten und ihre eigenen Kinder lehrten, diese Bomben in Einkaufszentren und Restaurants zu bringen und sie zu zünden, während sie sich selbst in sicherer Entfernung aufhielten. Dies sind die Leute, mit denen Israel aufgrund eines „Ersuchens“ Vereinbarungen treffen sollte, so dass die USA von anderen Nationen als „vernünftig“ angesehen werden. Wenn die USA Israel auffordern sollte, solche Leute zu verfolgen und zu vernichten – was mit der eigenen Strategie der USA übereinstimmen würde – dann könnte Amerikas internationale Position beschmutzt werden, und die Unterstützung für ihre eigenen Aktionen gegen Terroristen würde nachlassen. Es scheint, amerikanische Beamte betrachten die Unterstützung anderer Nationen als wichtiger, wie Israels Recht, seine Bürger zu schützen.

Die Tatsache ist, Amerikas Schwächen werden immer offensichtlicher, sogar für seine Feinde. Beachten Sie, was die texanische Expertenkommission von Stratfor Systems über die Angelegenheit sagte: „Al Kaida hat beharrlich argumentiert, dass die Vereinigten Staaten grundlegend schwach sind. Von Beirut in den 1980er Jahren bis zum Dessert Storm, von Somalia bis zum jetzigen Krieg in Afghanistan, die Vereinigten Staaten, so das Argument, haben versagt, entscheidend und bestimmt zu handeln. Washington, das nicht bereit ist, Verluste hinzunehmen, hat sich entweder unter Druck zurückgezogen oder hat sich geweigert, entscheidende, wenn auch kostspielige Schritte zu setzen, um seinen Willen aufzuzwingen. Al Kaida hat wiederholt behauptet, dass die Vereinigten Staaten nicht gefürchtet werden müssten, weil ihnen im Grunde der Wille zum Siegen fehlt“ (11. Dez. 2002; meine Betonung).

Al Kaida scheint recht zu haben. Amerikas Bereitschaft, Israel aufzufordern, innerhalb seiner eigenen Grenzen zu sitzen und Morde zu tolerieren, kann nur als Schwäche interpretiert werden. Welch andere Erklärung gibt es sonst?

Die Geschichte lehrt eindeutig, was geschieht, wenn eine Nation mit gewalttätigen Feinden verhandelt. John F. Kennedy sagte in 1962: „Die 1930er Jahre lehrten uns eine eindeutige Lektion: Aggressives Verhalten führt, wenn es unkontrolliert und unangefochten erlaubt wird, letztlich zum Krieg.“

Die Wahrheit aber ist, dass die Menschheit, vor allem die USA, bei ihrer Aufgabe, von der Vergangenheit zu lernen, schlecht abgeschnitten hat. Wir erlauben uns, die in der Vergangenheit geschehenen Dinge und die Gründe, warum sie geschehen sind, zu ignorieren und stürzen dadurch immer wieder in dieselben Situationen. Dadurch zwingen wir die Geschichte, sich zu wiederholen. Der Herausgeber der Trumpet (Posaune), Gerald Flurry, schrieb in seiner Broschüre Jerusalem in Prophecy (bestellen Sie Ihr Gratisexemplar – derzeit leider nur in Englisch verfügbar): „Die tödliche Täuschung, dass ‘alle Probleme durch Verhandlungen gelöst werden können’, wird Israel und die USA in eine ­Katastrophe führen! Solch eine Philosophie zerstört Nationen. Keine grosse Nation ist jemals von solch einem Glauben aufgebaut oder aufrechterhalten worden! Jedes gute Geschichtsbuch sollte uns das lehren. Die Bibelprophezeiung tut es sicher. Es ist eine Philosophie, die auf Schwäche basiert. Jede mächtige Nation, die aus solch einer Schwäche argumentiert, stürzt in eine Katastrophe!“

Die Haltung der USA gegenüber Israel wird es schon bald dazu veranlassen, bei anderen Nationen Unterstützung zu suchen, besonders bei der EU und vor allem bei Deutschland. Dies geschieht bereits in gewissem Maße, da die USA sich als erfolglos erweist, Israel zu schützen. Aber diese Bewegung in Richtung Europa wird zu Israels Zerstörung führen. Die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel führt zu einem der größten Doppelspiele in der Menschheitsgeschichte! (Hes. 23,9 u. 22).

Das gegenwärtige Terrorproblem wirft Licht auf seine eigentliche Urasche: Das Versagen Israels und der USA, sich auf Gott zu verlassen und Seine Gebote zu halten. Die Macht der USA wird weiterhin schrumpfen, wie in 3.Mose 26 prophezeit ist. Traurigerweise wird diese Schwäche das kleine Israel direkt in die Arme seines ärgsten Feindes treiben. 

Tb Ad De