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Chapter1

Die Wiederauferstehung von Nazi-Deutschland

Deutschland und das heilige römische reich - kapitel eins

Wie könnte sich das entsetzliche Unheil und die von Adolf Hitler und dem Naziregime während des 2. Weltkriegs entzündete Botschaft des Hasses in diesem hoch entwickelten Zeitalter jemals wiederholen? Die genaue Antwort auf diese Frage gibt sowohl die Weltgeschichte als auch die Bibelprophezeiung und sie sollte uns wie der Blitz treffen! Doch der Mensch hat die Lektion aus der Geschichte nicht gelernt und über Bibelprophezeiung wird nur gelacht.

Aber für jene mit einem aufgeschlossenen Geist enthüllen Geschichte und Prophezeiung, wohin diese heutige Wiederauferstehung von Deutschland führen wird. Der Geist und die Botschaft Hitlers sind nicht gestorben als der Krieg endete. Sie leben weiter. Und schon bald wird ihr hässliches Haupt erneut zum Vorschein kommen, um diese Welt in einen letzten, totalen Kampf zu stoßen, bevor Christus zurückkehrt (Matthäus 24, 21-22).

Im Jahre 1941, mitten im Krieg, schrieb der deutsche Autor Emil Ludwig ein Buch mit dem Titel The Germans: Double History of a Nation. Ludwig war nicht im Geringsten davon überrascht, Deutschland dabei vorzufinden, wie es Nationen in eine weitere weltweite Feuersbrunst führte. Auf Seite 484 schrieb er: „Eine Nation, die ein Jahrtausend lang jegliche ihr aufgebürdete Autorität ertragen hat, die niemals aus eigenem Willen um ihre Freiheit gekämpft hat, die eilends ihren Weg zurück unter das Joch suchte, wenn sie entgegen ihrem Willen zu Freiheit gelangte – diese deutsche Nation, das sollte die Welt begreifen, zeigt insgesamt keine Lust, sich zu ändern. Der erste Fehler dem wir erlagen, als wir nach dem [ersten] Weltkrieg glaubten, dass ein neues Deutschland möglich wäre – dieser erste Fehler sollte uns vor einem zweiten schützen.“

Wir sollten unsere Lektion aus dem Ersten Weltkrieg gelernt haben – der Krieg, der vermeintlich alle Kriege beenden sollte. Aber wir haben nichts daraus gelernt. In den Jahren, die dem 2. Weltkrieg vorausgingen, wurde Winston Churchill gemieden und sogar als Kriegshetzer bezeichnet. Doch getreu nach Churchills Voraussage machte sich die Nazi-Kriegsmaschinerie daran, die Welt zu beherrschen und alles ihr dabei im Wege Stehende zu vernichten. Wäre da nicht Churchills unbeugsame Führung gewesen, hätten die Deutschen ihr Ziel erreicht.

Haben die Deutschen und der Rest der Menschheit letztendlich die Lektion gelernt?

Das Wunder der 1950er Jahre

Herbert Armstrong beschrieb Deutschlands verheerende Vernichtung in den Jahren 1944 und 1945 als „eine der schlimmsten Niederlagen“, die je einer Nation zugefügt wurde. „Am Ende des 2. Weltkriegs,“ schrieb er, „war von sämtlichen Städten Deutschlands mit einer Bevölkerung von über 50.000 und auch von sehr vielen kleineren Städten nur noch ein Trümmerhaufen übrig. Jedes vierte Haus in ganz Deutschland war zerstört. Die meisten Städte waren zu 80 Prozent zerstört. Köln und Essen waren zu 90 Prozent zerstört. Von 29 Brücken, die den Rhein überspannten, waren alle zerstört. Der Anblick von Trümmern überall in dieser bedeutenden Nation war absolut unbeschreiblich. Hunderttausende von obdachlos gewordenen Menschen schleppten ihre müden Füße, den Verkehr behindernd, entlang verstopfter und überfüllter Autobahnen, weitere Tausende stapften über Felder und schliefen in Gräben. Die Deutschen waren besiegt. Dieses Mal schlug der Krieg ihr eigenes Vaterland“ (Plain Truth, August 1959).

Westliche Staatsmänner zu beiden Seiten des Atlantiks versicherten unseren Völkern, dass ein demoralisiertes Deutschland nie wieder in der Lage sein würde, uns anzugreifen. In einem unterzeichneten Dokument über die amerikanisch-britische Politik gegenüber Deutschland erklärten im Februar 1945 Franklin Roosevelt und Winston Churchill: „Es ist unser unbeugsamer Wille, den deutschen Militarismus und Nationalsozialismus zu zerstören und dafür Sorge zu tragen, dass Deutschland nie wieder imstande ist, den Weltfrieden zu stören. Wir sind entschlossen, alle deutschen Streitkräfte zu entwaffnen und aufzulösen; den deutschen Generalstab, der wiederholt die Wiederaufrichtung des deutschen Militarismus zu Wege gebracht hat, für alle Zeiten zu zerschlagen; sämtliche deutschen militärischen Einrichtungen zu entfernen oder zu zerstören; die gesamte deutsche Industrie, die für militärische Produktion benutzt werden könnte, zu beseitigen oder unter Kontrolle zu stellen; … Es ist nicht unsere Absicht, das deutsche Volk zu vernichten, aber nur dann, wenn der Nationalsozialismus und Militarismus ausgerottet sind, wird für die Deutschen Hoffnung auf ein würdiges Leben und einen Platz in der Völkergemeinschaft bestehen.“

Aber während Washington und London versprachen, dass Deutschland nie wieder in der Lage sein würde Krieg zu führen, verkündete Herbert Armstrong der gesamten Welt, dass Deutschland neuerlich auferstehen würde.

Beachten Sie, was er in seiner Berichterstattung von den Vereinten Nationen am 9. Mai 1945 sagte: „Der Krieg ist vorbei in Europa – oder doch nicht? Wir müssen aufwachen und erkennen, dass genau jetzt der gefährlichste Moment in der nationalen Geschichte der Vereinigten Staaten ist, anstatt anzunehmen, dass wir jetzt Frieden haben!

Die Menschen hier (in der UNO) planen, den Frieden der Welt zu erhalten. Was die Meisten nicht wissen, ist, dass die Deutschen ihre eigenen Pläne haben, den Kampf des Friedens zu gewinnen. Ja, ich sagte Kampf des Friedens. Das ist eine Art des Kampfes, den wir Amerikaner nicht kennen. Wir kennen lediglich eine Art von Krieg. Wir haben noch nie einen Krieg verloren – das heißt, einen militärischen Krieg; aber wir haben niemals eine Konferenz gewonnen, wo uns Führer anderer Nationen im Kampf für den Frieden überlisten.

Wir haben keinen Begriff von der deutschen Gründlichkeit. Gleich von Beginn des 2. Weltkrieges an haben sie die Möglichkeit in Erwägung gezogen, diese zweite Runde zu verlieren, so wie sie die erste verloren hatten – und vorsichtig und methodisch haben sie für solch einen Fall die dritte Runde geplant – Weltkrieg Nr. 3! Hitler hat verloren. Diese Runde des Krieges in Europa ist zu Ende. Und die Nazis sind jetzt in den Untergrund gegangen. In Frankreich und Norwegen hatten sie gelernt, wie wirkungsvoll ein organisierter Untergrund die Besetzung und Kontrolle eines Landes behindern kann. Paris wurde durch den französischen Untergrund befreit – und durch die alliierten Armeen. Jetzt wird ein Nazi-Untergrund systematisch geplant. Sie planen zurückzukehren und im dritten Anlauf zu gewinnen“ (Autobiographie von Herbert W. Armstrong, Band 2, Seiten 114-115). Er sagte das im Jahre 1945! Aber nur sehr wenige Leute glaubten Herrn Armstrong wirklich. Selbst heute ziehen viele Menschen seine Erklärungen ins Lächerliche.

Brian Connell verfasste im Jahre 1957 das Buch Watcher on the Rhine, um über das neue Deutschland nur 12 Jahre nach dem Krieg zu berichten. „Sie müssen sich im heutigen Deutschland genau umsehen“, begann er sein Buch, „um sichbare Reste der Niederlage zu erkennen. Sie müssen noch genauer hinsehen, wenn Sie sich an den Starrkrampf der totalen Kapitulation vor lediglich einem Dutzend Jahren erinnern.“

Ein anderer Historiker beschrieb Deutschlands erstaunliche Erholung nach dem 2. Weltkrieg als das „Wunder“ der 50er Jahre. Herr Armstrong, der Deutschland in den Jahren 1954 und 1956 besuchte, war Augenzeuge dieser wundersamen Neuerung.

Als der Westen (angeführt von den Vereinigten Staaten) mit dem Wiederaufbau Deutschlands begann, sagte sogar Konrad Adenauer, der deutsche Bundeskanzler nach dem 2. Weltkrieg, dass man „ein kalkuliertes Risiko einginge.“ Er kannte sein eigenes Volk. Er wusste, dass der Nazismus nicht tot war. Er wurde niemals ausgerottet; er verschwand lediglich in den Untergrund.

Der Nazismus ist nicht gestorben

In seinem Buch fasst Brian Connell die lächerliche Situation, die sich nach dem 2. Weltkrieg entwickelte, zusammen. Er schrieb, dass im Frühjahr 1947, „das umstrittene Problem der Entnazifizierung, die bis zu dieser Zeit von den alliierten Verwaltungsbehörden durchgeführt worden war, den Deutschen übertragen wurde“ (S. 37). Nur zwei Jahre nach ihrer Niederlage wurden die Deutschen tatsächlich aufgefordert, sich selbst zu entnazifizieren!

Auf Bayern als Beispiel hinweisend, bezeichnete Connell das deutsche Entnazifizierungsbemühen als eine Farce, weil die „bayrische Verwaltung größtenteils in den Händen jener verblieb, die sie auch unter Hitler kontrolliert hatten“. Connell’s Nachforschung untermauerte diese Behauptung: „Statistiken zeigen, dass 20.682 von den 49.445 Beamten der Nazipartei oder ihren Sympathisanten angehörten. Insgesamt wurden 14.443 von ihnen entlassen und später wieder in den Dienst eingesetzt. Fast alle von den 11.000 Lehrern, die aus politischen Gründen abgelöst wurden, sind wieder eingestellt worden und stellen nun ungefähr 60 Prozent des vom Bildungsministerium beschäftigten Lehrkörpers dar. Sechzig Prozent der 15.000 Beschäftigten im Finanzministerium sind ehemalige Nazis, und ebenso 81 Prozent von den 924 Richtern, Beamten und Staatsanwälten im Justizministerium“ (S. 107).

Um die ganze Angelegenheit noch schlimmer zu machen, „erklärte die deutsche Regierung offiziell, dass das Entnazifizierungsverfahren zu Ende geführt worden sei“, und das nur vier Jahre nachdem die Alliierten den Deutschen den Entnazifizierungsprozess übertragen hatten (ibid). So viel über die Selbst-Säuberung vom Nazivirus!

Die öffentliche Meinung nach dem Krieg ließ erkennen, dass der Nazismus weiterhin vollen Einfluss ausübte. Roger Eatwell bezog sich auf diese aufschlussreichen Meinungsumfragen in seinem Buch Fascism: „Obwohl nur etwa 10-15 Prozent der Bevölkerung als harter Nazi-Kern eingestuft wurde, fanden die Forscher heraus, dass eine starke, anhaltende rassistische Gesinnung vorhanden war. Im Jahre 1946 dachten 48 Prozent der Deutschen, dass einige Rassen mehr befähigt wären zu herrschen als andere; noch bemerkenswerter war, dass im Jahre 1949 59 Prozent eingestanden, der Nazismus sei eine gute Idee gewesen, jedoch schlecht ausgeführt worden. … Nur Wenige behaupteten, Gegner des Regimes gewesen zu sein.“

Verschiedene andere historische Dokumente, die während der letzten Jahre freigegeben wurden, vermehren Connells Beweismaterial, dass die Deutschen es unterließen, sich zu entnazifizieren. Im Jahre 1991 veröffentlichten Mark Aarons und John Loftus ein Buch mit dem Titel Unholy Trinity (Unheilige Dreifaltigkeit), in dem berichtet wird, wie nach dem Krieg vom Vatikan unterstützte Untergrund-Netzwerke Nazi-Führer illegal aus dem Land geschmuggelt hatten. Aarons und Loftus stützten ihre Ergebnisse auf kürzlich freigegebene US-Geheimdienstdokumente, die fast 50 Jahre unter Geheimverschluss lagen.

Im Jahre 1996 wurde ein anderes schockierendes Geheimdienst-Dokument veröffentlicht. Es enthüllte, dass die Nazi-Führer, als sie 1944 erkannten, dass sie den Krieg verlieren würden, sich mit deutschen Spitzen-Industriellen trafen, um sich um die Finanzierung der Nazipartei im Untergrund zu bemühen, „damit nach der Niederlage ein starkes Deutsches Reich geschaffen werden kann.“ Dieses Geheimdienstdokument, das Schockwellen durch jede Nachrichtenredaktion der Welt hätte senden müssen, erhielt jedoch nur spärliche Beachtung.

Und im Jahre 1997 enthüllte Martin Lee in seinem faszinierenden Buch The Beast Reawakens, „dass angesichts der Tatsache, dass die ursprüngliche Führung der Westdeutschen Bundeswehr direkt aus den höchsten Rängen von Hitlers Armee rekrutiert wurde, es in Wirklichkeit niemals eine klare Abkehr von der Nazivergangenheit gegeben hat. (Im Jahre 1976 waren nur drei von 217 Bundeswehr-Generälen keine Veteranen des Dritten Reichs, und 37 Kasernen in der Bonner Republik wurden nach Soldaten benannt, die ihren Ruhm während der Hitler-Jahre begründet hatten)“ (S. 286).

Von diesen dokumentierten Tatsachen und von dem was wir heute in Deutschland sehen, gibt es zwei vorrangige Themen, denen wir gründliche Beachtung schenken sollten. Erstens, die nahezu plötzliche Verwandlung Deutschlands von einer am Boden zerstörten Nation, die sich durch Schutt und Asche wühlte, zu einer der dominantesten und mächtigsten Nationen der Welt, grenzt an ein Wunder!

Und zweitens, in gleichem Maße wundersam ist die relative Leichtigkeit, mit der prominente Naziführer entweder durch ausgedehnte Untergrund-Netzwerke in Sicherheit gebracht oder aber in denselben Positionen belassen wurden, die sie während des Hitler-Regimes innehatten!

Der Fall der Mauer

Spätestens seit die Kommunisten ihren Würgegriff um Osteuropa gelockert und es dann schließlich während der späten 80er und frühen 90er Jahre in die Freiheit entlassen hatten, haben Faschisten danach geschrien, das Machtvakuum zu füllen. Nichts beschleunigte diesen Machtwechsel mehr als der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989, genau 66 Jahre nach Hitlers Festnahme wegen seines berühmten Bierhallenputsches. Fast über Nacht war ein Neonazi-Wiederaufleben im Vaterland voll im Gange. Sie hatten lange genug im Untergrund verweilt. Das Buch, The Beast Reawakens (Das Wiedererwachen des Tieres) offenbart – wie der Titel klar zu erkennen gibt – die heimtückischen Details dieses unheilvollen Wiederauflebens.

Die Chronologie der Ereignisse, verbunden mit einigen besorgniserregenden Statistiken seit dem Mauerfall im Jahre 1989, sollte hinreichend als Warnung dienen, dass Nazideutschland zurückstürmt, und das überraschend heftig.

Von 1990 bis 1991 stieg die Zahl der organisierten rechtsgerichteten Extremisten von 32.000 auf 40.000 an. Nicht überraschend, auch die Zahl der gewalttätigen rassistischen Zwischenfälle nahm 1991 zu. Es wurden 1483 gewalttätige Vorfälle in diesem Jahr aufgezeichnet – zehnmal mehr als 1990. Noch erschreckender sind die Umfragen, die zeigen, dass in manchen Gegenden 50-60 Prozent der Polizei mit dem Nazi-Gedankengut sympathisieren! Bei der Verhinderung von rassistischen Hassverbrechen war die Durchsetzung von Gesetzen in einigen Bereichen bestenfalls halbherzig.

Deutsche Beamte gaben zu, dass sie die Nazibewegung ernsthaft unterschätzt hatten.

Im Jahr 1992 verschlimmerte sich die Situation, als Schätzungen ergaben, dass die Anzahl der organisierten Rechtsextremisten auf über 65.000 angestiegen war. Es gab mehr als 2.100 gewalttätige rassistische Übergriffe, bei denen 17 Menschen getötet wurden. Spreng- und Brandanschläge hatten gegenüber 1991 um 33 Prozent zugenommen. Mittlerweile begannen Beobachter außerhalb Deutschlands darauf aufmerksam zu werden. „Die Situation hatte sich bis zu dem Punkt verschlechtert“, schrieb Martin Lee, „wo zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg Immigranten begannen aus Deutschland zu fliehen in der Hoffnung, in anderen Ländern sichere Häfen zu finden“ (ibid. S. 269).

Ein besonders erschreckender Vorfall ereignete sich 1992 im kleinen baltischen Seehafen von Rostock, etwa 100 Meilen nördlich von Berlin. „In einer krassen Szene, die ganz und gar an die 1930er Jahre erinnerte, brüllten Tausende von Ortsansässigen Beifall, als eine Schar von Neonazis ein Flüchtlingszentrum für rumänische Zigeuner angriff“ (S. 273). Die Nazis brannten diese Unterkunft und eine andere nahe gelegene Herberge nieder, während die örtliche Polizei dabei stand und zusah. Ein Offizier bekannte später, „die Polizei hatte eine Vereinbarung mit den Gewalttätern, nicht einzugreifen.“

Noch beunruhigender war das Eingeständnis der Regierungsbehörden im Bundesland Mecklenburg, dass sie von den Plänen der Neonazis, Rostock „zu säubern“, Kenntnis hatten, noch bevor die Brandstiftungen erfolgten. Aber infolge des „Mangels an Einsatzkräften“ waren sie außerstande, schwer bewaffnete Bereitschaftspolizei zu entsenden. Doch Tage später waren Polizeikräfte in der Lage zu erscheinen, als mehr als 1000 Menschen, viele von ihnen Emigranten, an einer Protestkundgebung gegen die Naziangriffe teilnahmen.

Doch das unerhörteste Ereignis während der wochenlangen Feindseligkeiten geschah gegen Ende, als „die deutsche Regierung gegenüber der Neonazibande klein beigab, indem sie alle Flüchtlinge aus Rostock auswies. Fortan würde diese wirtschaftlich Not leidende Stadt mit 250.000 Einwohnern ausländerfrei sein, genauso wie Hoyerswerda und verschiedene andere ethnisch gesäuberte Bastionen im Vaterland. Als nächstes kam eine offizielle Ankündigung, dass an die 100.000 Zigeuner schon bald nach Rumänien und in andere Teile Osteuropas deportiert würden.“ (ibid., Seiten 274-275).

In der Hoffnung, die hitzigen Rassen-Spannungen auszumerzen, wurde durch den Regierungsbeschluss, Emigranten zu deportieren, nur Öl ins Feuer gegossen. Durch ihren Sieg in Rostock ermutigt, breitete sich während der nächsten zwei Wochen eine neue Welle von Neonazi-Gewalttätigkeiten und Angriffen auf Ausländer in 100 verschiedenen Städten aus. Indem deutsche Zeitungen im ganzen Land alarmierende Schlagzeilen brachten, mussten sich einige Beobachter die Frage stellen: „Könnte es nochmals geschehen“?

Nach monatelangem Herumtrödeln schien die Regierung von Bundeskanzler Helmut Kohl schließlich Anfang 1993 strenger gegen den rechtsgerichteten Extremismus vorzugehen, indem sie bestimmte Gruppen verbot. Aber es belief sich auf kaum mehr als auf eine Verwarnung.

Am 27. Mai desselben Jahres knickte der Bundestag unter weiteren Neonazi-Forderungen ein, als er das Asylgesetz verabschiedete, welches harte Einschränkungen für Emigranten festlegte, die in Deutschland um Asyl ansuchen. Die Vereinten Nationen und verschiedene Menschenrechtsgruppen verurteilten das Gesetz vehement.

Regierungsmaßnahmen wie diese bestätigen, was viele Außenseiter bereits befürchteten: dass der Einfluss des Rechtsradikalismus sogar in die gemäßigten politischen Parteien wie Kohls Christdemokraten eingedrungen war.

Etwas Dunkles und Unheimliches braute sich im Vaterland zusammen. Die Welle der Neonazigewalttätigkeit in den Jahren 1991 und 1992 schreckte deutsche Emigranten auf und warnte die Welt vor der Tatsache, dass der Nazismus nicht tot war, zumindest nicht innerhalb rechtsgerichteter Kreise. Aber da entfaltete sich ein Grollen von weit größerem Ausmaß innerhalb der höchsten Ebenen der deutschen Regierung.

Unverhohlene faschistische Erinnerungen

In den frühen 1990er Jahren begannen rechtsgerichtete Parteien wie die Republikaner und die Deutsche Volksunion sich eines größeren Erfolges an den Wahlurnen zu erfreuen. Meinungsumfragen zu jener Zeit erklärten warum. Im Jahr 1990, nur Monate nach dem Fall der Mauer, ergab eine Umfrage, dass mehr als ein Drittel der Deutschen aus dem Osten und Westen fühlten, sie „müssten sich nicht für das Erbe des deutschen Faschismus schämen“.

Im Jahr 1991 befragte das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel seine Leser und fand heraus, dass 62 Prozent empfanden, es sei besser, nicht „so viel über die Verfolgung der Juden zu reden“. Im darauf folgenden Jahr stimmten 36 Prozent der befragten Deutschen darin überein, dass „die Juden zuviel Einfluss in der Welt haben“. Eine andere Umfrage ergab, dass ein Viertel der deutschen Schulkinder der Meinung waren, dass die Geschichten vom jüdischen Holocaust „sehr übertrieben“ waren.

Es ist daher nicht überraschend, dass es den rechtsgerichteten Parteien leichter fiel, bei einem breiterem Publikum Anklang zu finden. Kein Zweifel, diese Umfragedaten hatten eine Auswirkung auf die Sozialdemokraten gehabt. Im Juni 1991 beschloss der Bundestag, den Regierungssitz von Bonn zurück nach dem imperialen Berlin, Hauptquartier des Zweiten und Dritten Reichs, zu verlegen. Der Reichstag, Adolf Hitlers Haus des Hasses, wurde in Hinblick auf den Umzug vollständig renoviert.

Zwei Monate später, am 17. August, wurden die Überreste von Friedrich dem Großen im früher zu Ostdeutschland gehörenden Sanssouci Palast beigesetzt. Friedrich regierte das Preußische Reich von 1740 bis 1786. Geschützt in Westdeutschland bis zum Fall der Mauer, wurden Friedrichs Gebeine an ihrer ursprünglichen Ruhestätte bei Potsdam begraben. Kanzler Kohl und 200 andere Würdenträger kamen zusammen mit weiteren 80.000 Besuchern, um ihren Respekt zu erweisen. Das Ereignis wurde im deutschen Fernsehen live übertragen. „Einige waren der Ansicht, dass diese offiziell gutgeheißene Zurschaustellung von Totenverehrung den Neonazis und anderen rechtsgerichteten Extremisten das falsche Signal senden würde. In diesen Kreisen wurde Kaiser Friedrich wegen seiner kriegerischen Großtaten als Kultfigur verehrt. Er fiel häufig in fremde Länder ein und prahlte damit, das polnische Schlesien ‚wie eine Artischocke’ zu verschlingen.“ (The Beast Reawakens, Seiten 282-283).

Im Jahre 1933 stand Hitler am Fuße von Friedrichs Grab und verkündete den Beginn des Dritten Reichs!

Zu einem Zeitpunkt, als Deutschland seinen schlimmsten Ausbruch an Nazigewalttätigkeiten seit dem 2. Weltkrieg erlebte, schien die Regierung Kohl mehr als bereit, das Feuer des rechtsgerichteten Extremismus anzufachen!

Und im Dezember desselben Jahres beschloss Deutschland, die von Jugoslawien abgespaltenen Republiken Slowenien und Kroatien anzuerkennen, ungeachtet des scharfen Widerstands der EU, der USA und der Vereinten Nationen, und ungeachtet der Tatsache, dass dieser Schritt erneut unangenehme Erinnerungen an die deutsche faschistische Vergangenheit wachrief.

Letztendlich hat die EU einen Monat später beide Staaten anerkannt. Auch die UNO wich vor einer direkten Konfrontation mit Kohl zurück. Und die USA, die zunächst Deutschland für das Heraufbeschwören der Balkankrise im Zusammenhang mit der Anerkennung der beiden losgelösten Staaten verantwortlich gemacht hatten, machten einen Rückzieher und unterstützten schließlich Deutschlands Entscheidung! (Schreiben Sie um unsere kostenlose Broschüre Das aufsteigende Tier für weitere Informationen.)

Es schien, als ob niemand an einer Konfrontation mit Deutschland interessiert war. Das gibt Ihnen eine Vorstellung davon, wie schnell Deutschland, nämlich nur zwei Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, zu Weltdominanz aufstieg – nach seinem eigenen Marschrhythmus und mit geringem Interesse an der Weltmeinung.

Jugoslawien hatte seit 1919 als geeintes Land existiert, mit Ausnahme eines besonders tödlichen Intermezzos: als Hitler es während des 2. Weltkriegs Kroatien zu seinem Marionettenstaat machte. Mehr als 700.000 Serben wurden von den Kroaten während des Krieges abgeschlachtet, was auch der Grund dafür ist, dass Serbien über Deutschlands Annäherung an Kroatien mehr als beunruhigt war.

Der damalige kroatische Präsident Franjo Tudjman lehnte es ab, sich von den faschistischen Wurzeln seines Landes zu distanzieren. Dennoch hat seine empörende Haltung Deutschland nicht abgehalten, ihm seine volle Unterstützung zuzusichern. Nach Angaben von Martin Lee exportierte Deutschland zwischen 1992 und 1994 Kriegsgeräte im Wert von über 320 Millionen Dollar nach Kroatien. Und 1995, erstmals seit dem 2. Weltkrieg, beorderte Deutschland 4.000 Soldaten jenseits seiner Grenzen – nach Kroatien, um der schwachen Friedensvereinbarung Nachdruck zu verleihen.

Seit dem Mauerfall im Jahr 1989 hat die Welt nicht nur ein beunruhigendes Ansteigen von Neonazi-Gewalt miterlebt, sondern wir sind auch Zeuge geworden vom sich ausweitenden Geist der Eigenständigkeit und Arroganz innerhalb der deutschen Nation als Ganzes. Deutschland ist zusehends in die Ränge einer echten Weltmacht aufgestiegen.

Heute liegt Deutschland bei den Waffenexporten bereits an zweiter Stelle hinter den Vereinigten Staaten. Es hat ein stehendes Heer von etwa 300.000 Mann, das größte in Europa. Es hat sich an die Spitze gedrängt in der Einflussnahme auf die Europäische Union, die auf der Weltszene politisch, wirtschaftlich und militärisch an Präsenz und Ansehen zunimmt. Mit Frankreichs Hilfe wird Deutschland sehr wahrscheinlich schon bald als eine führende Atommacht anerkannt werden. Fügen Sie dem die große finanzielle Macht Deutschlands hinzu, und Sie haben die Voraussetzungen für eine ernstzunehmende Weltmacht.

Die Welt, vornehmlich Europa, ist zunehmend beunruhigt in Anbetracht der Aussicht, von einer Nation beherrscht zu werden, die historisch dazu neigt, seine Nachbarn zu kommandieren und einen beträchtlichen Appetit auf mehr Lebensraum zu entwickeln.

Jeremias der Neuzeit

Über Jahrzehnte hinweg hat Gottes Kirche vor Deutschlands Aufstieg zum dominantesten Akteur in einer Union von europäischen Nationen gewarnt. Die Bibel lehrt, dass diese Macht die Welt plötzlich in den dritten und letzten Weltkrieg katapultieren wird.

Doch selbst wenn wir die Bibelprophezeiung für einen Moment beiseitelegen, gibt es mehr als genügend neuzeitliche Jeremias, die vor Deutschlands entstehenden Verknüpfungen mit seiner faschistischen Vergangenheit warnen. Wir haben in diesem Kapitel Martin Lee, einen dieser zeitgeschichtlichen Schriftsteller, zitiert. Seine Worte: „Etwas Schreckliches wurde mit dem Fall der Berliner Mauer aufgedeckt. Die faschistische Bestie war wieder zum Leben erwacht und ist erneut auf Beute aus.“ Andere bekannte Bücher wie Roger Eatwell‘s Fascism, Bernard Connolly‘s The Rotten Heart of Europe, und Margaret Thatcher‘s The Downing Street Years, dienen alle als Churchillsche Warnungen an eine Welt, die erwiesenermaßen zum Schlummern geneigt ist, wenn die Ereignisse sich verschlimmern. Der Großteil der etablierten Presse ist offensichtlich blind gegenüber der gefährlichen und bedrohlichen Realität, die sich am Horizont Zentraleuropas entwickelt. Genauso war es vor dem 2. Weltkrieg.

Wir müssen aufwachen und den Worten dieser Handvoll von informierten und scharfsinnigen politischen Analysten Beachtung schenken. Margaret Thatcher erklärte 1995: „Ihr habt nicht Deutschland an ein vereintes Europa gekettet; ihr habt Europa an ein wiedererstarktes, erneut dominierendes, vereintes Deutschland gekettet. Am Ende, meine Freunde, werdet ihr sehen, dass es nicht funktioniert“. Es ist Deutschlands nationaler Charakter zu dominieren, erklärte sie.

Noch während Deutschland nach dem 2. Weltkrieg in Schutt und Asche lag, hatte Herbert W. Armstrong die glasklare, prophetische Vision von einem Deutschland, das erneut zu Weltdominanz aufsteigen würde. Er wusste, dass die Nazis nicht gänzlich ausgerottet waren. Sie versteckten sich lediglich wie Küchenschaben, wenn das Küchenlicht aufflammt.

Mit dem Zerfall der ehemaligen Sowjetunion und dem riesigen Machtvakuum, das somit im Herzen Europas zurückblieb, haben wir gesehen, wie sich Herrn Armstrongs erstaunliche Voraussagen mit unheimlicher Genauigkeit erfüllten. Einige wenige Beobachter sind wegen der vor uns liegenden ernsthaften Gefahr alarmiert. Sind Sie es?

Prüfen wir nun sorgfältig, wie dieses Geschehen innerhalb Deutschlands in den Rahmen der biblischen Geschichte und Prophezeiung hineinpasst.