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Keystone/Getty Images

Die Deutschen sehnen sich nach einem Mann wie Strauß

Mit der sich verschärfenden Flüchtlingskrise sehnen sich immer mehr Deutsche nach einer starken Führung.

Deutschland befindet sich in der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg: Alarmierende Terroranschläge in den Nachbarländern, Hunderttausende von Flüchtlingen, die nach Europa strömen, eine zunehmende Radikalisierung der eigenen Bevölkerung, ein an Macht gewinnendes Russland im Osten und eine unentschlossene Kanzlerin an der Spitze der Regierung. Muss man sich da wirklich noch wundern, dass Deutschland sich nach einem starken Führer sehnt?

„Die Zeiten sind schlecht“, sagte Politikberaterin Gertrud Höhler dem Magazine Frau im Spiegel. „Da wünschen sich die Wähler Politiker, die keine Duckmäuser sind, sondern Klartext sprechen."

Franz Josef Strauß war ein solcher Mann. Er war dabei, als die CSU 1945 gegründet wurde. Er arbeitete in der Nachkriegszeit als Verteidigungsminister und später als Finanzminister. Im Jahre 1978 wurde er Ministerpräsident von Bayern und hielt dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1988. Strauß war ein angesehener Politiker. Er war von dem starken Wunsch beseelt, die Rechte seines Volkes zu verteidigen: Sein Hauptziel war es, ein vereintes Deutschland zu schaffen. Mit diesem Ziel vor Augen übte er des Öfteren scharfe Kritik an der Regierung.

Bedeutende Zeitungen sowie Politiker sahen dieses Vakuum, das sich nach seinem Tod nicht füllen ließ. Heute halten sie Ausschau nach Jemand, der dieses Vakuum füllen kann. Die Zeit sprach mit seinem Sohn über die heutige Regierung. Die Antwort von Max Strauß spiegelt das Denken vieler Deutscher wider:

[Angela Merkel] knickt zu oft ein, wenn es schwierig wird. Das ist bei allen großen Themen so, in der Finanzkrise, beim Euro, in der Atomfrage, selbst bei den Flüchtlingen. Sie eiert dann rum. Und jetzt fliegt ihr Europa auseinander. Als Politiker-Typ ist Angela Merkel so ziemlich das Gegenteil von meinem Vater.

Seit vielen Jahren war Merkel in Deutschland die unangefochtene Kanzlerin. Aber die Zeiten haben sich geändert und das Volk sehnt sich nach einem Politiker wie Strauß, der das genaue Gegenteil der heutigen Kanzlerin ist. Jedoch gibt es niemanden in der heutigen Regierung, der seine Rolle übernehmen könnte. Dies ist offensichtlich einer der Gründe, warum die Deutschen die AfD gewählt haben. Der AfD-Landeschef Bystron sagte, es sei „eine echte Schande“, dass es ausgerechnet in der Strauß-Geburtsstadt München keinen echten Erinnerungsort gebe, „das ist ein Versagen der Münchner CSU, die so weit nach links gerückt ist, dass sie sich nicht mehr zu ihrem Übervater bekennt."

Die Alternative für Deutschland (AfD) wurde im Jahre 2013 gegründet und übte scharfe Kritik an der Regierung bezüglich der Euro-Krise. Als die Flüchtlingskrise begann, hat auch die Partei sich radikalisiert. Die Wahlen im März haben gezeigt, dass viele Deutsche sich einen Regierungswechsel wünschen.

Interessanterweise zeigte eine Forsa-Umfrage, die Der Stern und RTL in Auftrag gaben, dass Frauke Petry nur 47 von 100 Vertrauenspunkten von AFD-Unterstützern bekam, wohingegen die gleichen Befragten Horst Seehofer (CSU) mit 69 Punkten bewerteten. In den Beurteilungen aller Befragten erhält Petry nur 19 Vertrauenspunkte. Wie man hier sieht, vertraut die Bevölkerung der AFD nicht, aber sie sieht keine Alternative – da die CSU nur in Bayern zu wählen ist. Dennoch zeigten die März-Wahlen, dass die Deutschen sich nach Wandel sehnen.

Seehofer versucht, in die Fußstapfen von Franz Josef Strauß zu treten. Die Medien kritisieren ihn jedoch für seine scheinbar widersprüchliche Haltung: Er ist strikt gegen Merkels Entscheidungen, jedoch arbeitet er immer noch mit ihr zusammen. Zuletzt drohte er vor Gericht zu beweisen, dass Merkel verfassungswidrig gehandelt hat. Doch dies tat er bis heute nicht.

Es ist in diesem Klima der politischen Unsicherheit, dass der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, der an der Seite von Strauß arbeitete, immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Das ist, weil er Klartext spricht. Stoiber spricht über die politisch inkorrekten Themen, die die Menschen interessieren.

Aus diesem Grund haben bedeutende Zeitungen und TV-Moderatoren ihn für Interviews eingeladen. Sie fragten ihn: Wie würden Sie das Problem lösen? In seinen Antworten weist er auf Strauß zurück. Strauß hätte nie eine demokratisch legalisierte Partei neben der konservativen CSU geduldet. Wie Stoiber kürzlich in einem Spiegel-Interview erklärte, bedeutet dies, dass er auf die Sorgen der Menschen eingegangen wäre. Merkel tut dies nicht. Hätte sie dies getan, gäbe es keine AfD. Doch Stoibers letzter Satz, als er nach einer Alternative zu Merkels Politik gefragt wurde, war: „Sie merken ja, ich bin ein älterer Herr…“

Auf wen schaut Deutschland heute? Strauß starb 1988, Seehofer lässt seinen Worten nur selten Taten folgen, und Stoiber wird mit jedem Jahr älter. Die Antwort liegt in den Worten der Politikberaterin Gertrud Höhler. Die Deutschen sehnen sich nach einem Mann, der die Welt in Klartext erklärt und auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht. Höhler sagt, der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (der politische Enkel von Strauß) sei ein solcher Mann.

Nach einer neuen Forsa-Umfrage sagte eine Mehrheit von 48 Prozent (14 Prozent haben keine Meinung), dass sie die Rückkehr Guttenbergs begrüßen würden. Höhler erklärt warum die Popularität Guttenbergs steigt:

Die hohe Zustimmungsrate bei der Umfrage zeigt, dass er den Menschen in Deutschland gefallen hat und sie ihm die Affäre um seine abgeschriebene Doktorarbeit nicht dauerhaft übel genommen haben. Die Zeiten sind schlecht, da wünschen sich Wähler Politiker, die keine Duckmäuser sind, sondern Klartext sprechen.

Weiterhin sagte sie, dass Guttenberg sich finanziell keine Sorgen machen muss. Im Gegensatz zu anderen kann er frei reden was er will.

Während die Krisen in Deutschland sich verschlimmern, sehnen sich immer mehr Menschen nach einem Mann wie Strauß. Behalten Sie Guttenberg im Auge, wie er zurück in die deutsche Politik gezogen wird. Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie in dem Artikel von unserem Chef Redakteur Gerald Flurry "Has Germany’s Strongman finally arrived

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