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Deutschlands schockierender neuer Bestseller

Ein Buch, das als extremistisch eingestuft wurde, findet in den Buchläden reißenden Absatz.

Eine Sammlung verworrener Aufsätze herausgebracht von einem winzigen Verlag stürmt die Bestsellerlisten in Deutschland.

Finis Germaniae ist eine Sammlung von Essays, die der Historiker Rolf Peter Sieferle 2015 veröffentlichte. Die wichtigsten Medien haben das Buch gemieden, trotzdem hat es sich wortwörtlich verkauft wie warme Semmeln.

Sieferle beging vergangenes Jahr Selbstmord. Seine Werke waren allgemein geachtet und wurden von einem angesehenen Verlag veröffentlicht. Bei diesem Buch war das allerdings anders. Es war nur von einem winzig kleinen Verlag veröffentlicht worden, der für seine rechtsgerichteten Schriften bekannt ist.

Dank Spiegel-Herausgeber Johannes Saltzwedel kam Finis Germaniae auf die angesehene monatliche Bestsellerliste für Sachbücher der Süddeutschen Zeitung. Der Rest der Jury bereute diese Entscheidung schon bald und zog die Liste wieder zurück. Inzwischen hat die Süddeutsche Zeitung die Liste ganz ausgesetzt. Aber nachdem das Buch erst einmal öffentliches Aufsehen erregt hatte, wurde es zum Bestseller. Es erreichte Platz eins der deutschen Amazon-Bestsellerliste. Aus veröffentlichten Berichten geht hervor, dass zeitweise bis zu 250 Exemplare pro Stunde verkauft wurden – solange, bis keine Bücher mehr übrig waren.

Auf der Liste des Spiegels erreichte es den sechsten Platz für Sachbücher – dann strich der Spiegel es von der Liste, um nicht noch mehr Werbung dafür zu machen. Die Mainstream-Presse begann es aufs heftigste zu verurteilen. Aber dadurch wurde es nur noch beliebter. Christopher Caldwell schrieb für die New York Times:

Als die etablierten deutschen Literaten einhellig Sieferles Buch als extremistisches Traktat verurteilten, war die Leserschaft gar nicht damit einverstanden. Sie zogen ihr Portemonnaie heraus und sagten: „Das muss das richtige Buch für mich sein.“ Das ist ein Zeichen dafür, dass in Deutschland das Misstrauen den Behörden gegenüber erheblich zugenommen und möglicherweise schon amerikanische Verhältnisse erreicht hat.

Das alleine ist schon eine beunruhigende Entwicklung. Durch ihre blinde Befürwortung von Angela Merkels Politik der offenen Tür für Flüchtlinge aus dem Vorderen Orient hat die deutsche Presse das Vertrauen eines Großteils der deutschen Öffentlichkeit eingebüßt. Wenn die Presse jetzt etwas als extrem bezeichnet, so nehmen das viele Leute gar nicht mehr Ernst.

Genau davor haben wir schon seit dem Anbeginn der Flüchtlingskrise gewarnt. „Was wird passieren, wenn die Mehrheit der Deutschen merkt, dass sie betrogen wurde?“ fragten wir in einem Artikel in der gedruckten Ausgabe der Posaune vom März 2016, „Was wird passieren, wenn die Mehrheit der Deutschen das Vertrauen in seine politischen Anführer verliert?“ Der Artikel ging folgendermaßen weiter:

Viele Deutsche, die sich enttäuscht von den etablierten Parteien diesen Gruppen anschließen, sind durchaus keine hartgesottenen Nazis. Sie wollen weder Flüchtlinge verfolgen oder einsperren, noch sie verprügeln oder umbringen. …Sie machen sich nur Sorgen um die Zukunft Deutschlands. Aber die Regierung Angela Merkels nimmt diese Sorgen einfach nicht zur Kenntnis und lehnt es ab, die Wahrheit über die Folgen zu sagen, die der Flüchtlingsstrom für das Land hat und noch haben wird.

Genau das ist hier passiert. Die Presse hat sich nicht mehr ernsthaft mit den Flüchtlingen beschäftigt und so suchen die Deutschen selbst jemanden, der sich kümmert – ganz gleich wie extrem er auch sei.

Aber was steht denn genau in diesem Buch? Es ist nicht Mein Kampf – es ist ein anderes Buch, dessen schneller Aufstieg in die Bestsellerlisten Experten überrascht hat.

Sieferle machte keine Anstrengungen, Hitler zu rechtfertigen oder seine Verbrechen kleinzureden.

Sein Hauptargument ist, dass die Deutschen die neuen Juden sind. Man hatte die Juden unberechtigt für die Kreuzigung verantwortlich gemacht und alle samt dafür bestraft. Genauso werden die Deutschen jetzt alle zusammen für den Holocaust verantwortlich gemacht. Sieferle sagte, man habe den Deutschen beigebracht, sich selbst als Nation zu hassen. Sie sind dabei, das zu überwinden indem sie sich in Europa einbringen – so können sie Europäer sein und nicht Deutsche. Das wird zum Ende der Deutschen führen – der Titel „Finis Germaniae” bezieht sich darauf.

Der Spiegel schrieb:( Übersetzung durchweg von der Posaune):

Das Hauptziel des Buches ist es, die Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts und ihre Folgen neu zu interpretieren … [laut Sieferle] “die Deutschen ähneln dem Teufel, dem seine Schuld niemals vergeben wird… „Die Erde wird erst von diesem Makel befreit sein, wenn die Deutschen vollständig verschwunden sind, wenn sie sich in ‚abstrakte Wesen‘ verwandelt haben. Aber wenn das einmal passiert ist, wird die Welt wieder andere Juden brauchen, [denen man die Schuld zuschieben kann]“. Das ist die Kernbehauptung dieses Buches – seine These: Die Deutschen sind die neuen Juden.

Großbritannien und Amerika haben auch eine beschämende Geschichte, aber diese Geschichte perlt ab wie Wasser von polierten Stiefeln“ schreibt Sieferle. Stattdessen wird einzig und allein Deutschland ungerechterweise immer wieder für seine Verbrechen zum Sündenbock gemacht.

Die Völker Großbritanniens, Amerikas und der anderen Westmächte müssen sich mit der schmerzlichen Wahrheit abfinden, argumentierte er, dass die Deutschen auch nicht anders sind als sie selbst. „Wenn Deutschland zu den fortschrittlichsten, kultiviertesten Ländern gehörte, dann bedeutet Auschwitz doch, dass der ‚menschliche Fortschritt‘ in der Moderne auch rückwärts laufen kann, “ schrieb er.

Mit anderen Worten, der Holocaust hätte auch irgendwo anders passieren können.

Diese Neuinterpretation der Geschichte hat sofortige Konsequenzen für das moderne Deutschland. Sieferle verbindet das direkt mit der Flüchtlingskrise. Es ist der Mangel an Stolz der Deutschen auf ihre eigene Geschichte und Kultur, dieses unterbewusste Verlangen, als Volk zu verschwinden und das hat sie dazu bewegt, Millionen Flüchtlinge zu akzeptieren.

Dieses Verlangen, die deutsche Geschichte neu zu interpretieren und ihre Zwänge abzuschütteln, ist nicht auf die Außenseiter der politischen Szenen wie Sieferle und seine Anhänger beschränkt. In den letzten Jahren wurde auch die deutsche Rolle im ersten Weltkrieg radikal neu überdacht und Deutschland von jeder Schuld freigesprochen.

Niklas Frank, Sohn eines prominenten Nazi-Beamten, erzählte kürzlich von ähnlichen Erfahrungen in einem Interview mit der Posaune. „Nein. Es gab da keine Reue“, sagte er. Er merkte an, dass immer, wenn der Krieg in den Interviews mit anderen Deutschen ins Gespräch kam, diese sofort über „die Bombardierung von Dresden und München“ sprachen. Sie dachten, sie „waren doch unschuldige Menschen und plötzlich begannen die Engländer und die Amerikaner, das friedliche Deutschland zu bombardieren. Nicht nur meinen Vater, alle Deutschen. Sie haben viel gelitten. Sie hatten plötzlich zu leiden. Nach dem Krieg gab es nur noch Leidende, niemand war mehr aggressiv.“

Der Rest der Welt hat schon lange entschieden, Deutschland solle endlich die Schuld und die Einschränkungen, die es sich nach dem Krieg selbst auferlegte, von sich weisen. Immer mehr Deutsche sind nun auch dieser Meinung.

Sieferle hat dieselbe Botschaft wie Frank: Die Deutschen sind es satt, sich Kommentare über den Holocaust anzuhören. Sie wollen diesen Teil ihrer Geschichte endgültig hinter sich lassen und wieder ein normales Volk werden.

Für Sieferle ist das der einzige Weg, „das Ende Deutschlands“ zu verhindern. Für Frank ist das eine Katastrophe. „Traue nie den Deutschen”, sagte er. Frank argumentiert, dass die Deutschen den zweiten Weltkrieg nie bereut haben. Seine Bücher liefern viele Beweise dafür, dass eine sehr große Anzahl von ehemaligen Nazis einfach in ihr normales Leben zurückkehrten und sogar wieder Stellen in der Verwaltung besetzten. Studien von Regierungsstellen haben das wiederholt bestätigt.

Frank warnte, dass es für Deutschland schlimm wäre, alle Einschränkungen so einfach beiseite zu schieben.

Aber Frank ist sogar noch mehr ein Paria als Sieferle. Seine Bücher standen nie auf der Bestsellerliste des Monats für Sachbücher der Süddeutschen Zeitung.

Stattdessen ist die Botschaft Sieferles, dass die Alliierten versucht hätten, den Deutschen ungerechtfertigte Schuld anzulasten, von der sie sich heute befreien müssen, vergleichsweise populär.

Deutschland verändert sich immer schneller.

So sehr auch die Allgemeinheit Sieferles Buch verurteilen mag, Deutschland lässt sich nicht länger durch seine Geschichte zurückhalten. „Deutschland wird sich nun endlich von zwei „Komplexen“ befreien, die lange sein strategisches Denken behindert haben“, schrieb der Direktor des europäischen Rats für auswärtige Beziehungen Mark Leonhard. „Der erste ist sein psycho-historischer Komplex, der die führenden deutschen Politiker zwingt, sich anzustrengen, Ausländern gegenüber ihre gutes Absichten zu versichern.“ Genau dazu ermutigt Sieferles Buch und in Wirklichkeit ist das schon längst die Politik der Regierung.

Leonard merkt an, dass „die Ansichten der deutschen Sicherheitskräfte über die Anwendung von Gewalt dabei sind, sich zu verändern“ und dass Deutschland einen „neuen Ansatz zur Großmachtpolitik“ entwickelt.

Deutschland ist dabei sich zu verändern und viele Deutsche wollen, dass diese Veränderungen bald eintreten. Sieferles Bücher geben einen verstörenden Ausblick darauf, in was für ein Land sich Deutschland verwandeln wird.

Um mehr darüber zu erfahren, in welch gefährliche Richtung diese Ansichten das Land führen werden, lesen Sie unseren Artikel: ,„Traue nie den Deutschen!“  

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