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Deutschland wird zunehmend verärgert und zornig

Es ist überall in den Nachrichten, dass die Europäer von Deutschland die Nase voll haben, besonders wegen seiner ständigen Forderungen nach Einschränkungen, um die wirtschaftlichen Probleme des Kontinents zu beseitigen.

Aber was ist mit den Deutschen? Was denken sie von all der anti-deutschen Stimmung? Und was noch wichtiger ist, wie werden sie reagieren?

Betrachten Sie diese Krise aus der Perspektive des durchschnittlichen Deutschen. Seit 2008 wurde sein Volk mit der unpopulären, hochriskanten und ungemein teuren Aufgabe belastet, Europa zu retten. Die Deutschen haben nicht darum gebeten. Und sie sind keinesfalls verantwortlich für das Chaos: Weder die Regierung, noch die Menschen, haben diese erdrückenden Schulden auf sich geladen, oder verschwenderisch Geld für frivole Annehmlichkeiten ausgegeben; die Deutschen machen keine langen Mittagspausen, haben keine Sechs-Stunden-Arbeitstage und bezahlen sich keine jährlichen Prämien, nur dafür, dass sie bei der Arbeit aufkreuzen. Im Gegenteil, die Deutschen haben schwer gearbeitet, ihr Geld gespart und weise im Rahmen ihrer Möglichkeiten gelebt. Dennoch wird von Deutschland erwartet, enorme Risiken auf sich zu nehmen und große Opfer zu bringen, um seine Nachbarn zu retten. Es hat bereits zig Milliarden an Rettungsgeldern locker gemacht und trägt die Verantwortung für weitere zweistellige Milliardenbeträge.

Wofür? Deutschlands europäische Gegenstücke sind undankbar, reuelos – und in vielen Fällen offen feindselig.

Aus dieser Perspektive betrachtet, kann man verstehen, dass die Deutschen frustriert und verärgert sind. Die beunruhigende Frage ist, wohin werden der Ärger und die Verstimmung führen?

Die Verachtung, die die deutsche Öffentlichkeit für Griechenland empfindet, ist kein Geheimnis. „Die Deutschen sind jetzt überwiegend der Meinung, dass es ihnen besser ginge, wenn Griechenland die Eurozone verließe“, sagte Carsten Hefeker, Professor für Wirtschaftspolitik und ein Euro-Experte an der Universität von Siegen. „Nichts ist in schriftlicher Form“, sagte Guntram B. Wolff, Vizedirektor der Brüsseler Denkfabrik Bruegel, „aber die Menschen sprechen wirklich klar und offen über“ den Austritt Griechenlands. Wie die deutsche Tageszeitung Die Welt sagte: „Die deutschen Bürger sind sicher nicht bereit, Griechenlands Abschied von der Realität zu finanzieren.“ Im Gegenteil, viele von ihnen wollen Griechenland und den anderen verschwenderischen Ländern der Eurozone eine Realitäts-Lektion erteilen.

Im Mai stellte Victor David Hanson, ein Historiker und Professor an der Stanford Universität, Deutschlands quellenden Unmut in einen historischen Zusammenhang. „Seit seiner Gründung im Jahre 1871 gibt es einen allgemeinen Grundsatz zur Geschichte des modernen Staates Deutschland“, erklärte er. „Jedes Mal, wenn Deutschland geeint und alleinstehend war, folgte ein bewaffneter Konflikt“ (Hervorhebung des Autors).

Hanson bemerkte die Parallelen zwischen den Ereignissen, die zum I. und II. Weltkrieg führten, und den Ereignissen, die sich heute entfalten. „Mit anderen Worten, kontinuierlich verletzter Stolz und ein Verlust der Abschreckung scheinen die Schlüssel zum Ausbruch der drei deutschen Kriege gewesen zu sein“, warnte er. Heute ist es die Schuldenkrise Europas und der zunehmende Widerstand gegen die Führung von Berlin, die wieder einmal Deutschlands Stolz verletzen und Unmut und Feindseligkeit erwecken.

Wie Hanson schrieb: „Lassen Sie uns abwarten und sehen was passiert, wenn Europäer nicht nur den Zahlungsverpflichtungen gegenüber vielen deutsch-unterstützten Anleihen nicht nachkommen, sondern auch noch herausfordernd verkünden, dass diese ihnen eigentlich nicht hätten gegeben werden sollen – und sie diese deshalb überhaupt nicht zurückgeben müssten. Die Schädigung Deutschlands ist eine Sache; ein Beleidigung obendrein könnte eine ganz andere sein.“

Noch einmal, man kann sich leicht mit dem Frust der Deutschen über ihre rücksichtslosen undankbaren Nachbarn identifizieren. Dennoch, ihr unbändiger Unmut ist ein alarmierender Trend. Sie sind menschlich; Sie wissen, wohin solche Emotionen führen können. Und was Deutschland anbelangt, enthüllt die Geschichte eine einzigartige Tendenz für tiefsitzenden, nationalen Unmut, einen hochgradigen Konflikt zu beenden.

Victor David Hanson schloss mit einer abschreckenden und wichtigen Warnung. „Die Geschichte flüstert uns in unserem Zeitalter des Vergessens leise zu: ‚Ich würde die Deutschen nicht andauernd reizen, es sei denn, Sie können mit ihnen fertigwerden, wenn sie aufwachen.‘“ 

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