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VINCENZO PINTO/AFP/GETTY IMAGES

Der krieg des Papstes

Die Kirche darauf einstellen, um ihren Teil in einem wiederbelebten europäischen Reich zu erfüllen. 

Es ist eine höchst unheilige Ehe. Die Vereinigung von Kirche und Staat auf dem europäischen Kontinent – die Kombination von geistlichem Einfluss und vereinigender Kraft mit militärischen Muskeln und ziviler Disziplin – ist das Tödlichste der Geschichte gewesen.

Sechs Auferstehungen des „Heiligen“ Römischen Reichs sind im Wandel der Zeiten gekommen und gegangen. Die Bibel prophezeit, dass eine siebente über uns ist.

Wenn man die gegenwärtigen Zustände am historischen Sitz der „heiligen“ imperialistischen Macht betrachtet, würden sich Viele über diese Vorstellung lustig machen! Nicht nur, dass das moderne Europa politisch störrisch ist, es scheint auch unheilbar säkular zu sein. Die Idee, dass es zu einem anderen, von Religion berauschten Reich führen könnte, mag für einige höchst unwahrscheinlich scheinen.

Aber es gibt einen mächtigen Mann, der das sicher nicht akzeptieren wird.

Sein Name ist Papst Benedikt XVI. Sein 4½-jähriges Papsttum hat ausreichende Beweise für seinen Eifer erbracht, die römisch-katholische Bedeutung im 21. Jahrhundert wieder geltend zu machen.

Innnerhalb der Kirche setzt er seine jahrzehntelange Kampagne fort, Liberale auszuschließen und das Deck mit Konservativen zu füllen. In Europa arbeitet er, um einen katholischen Kontinent wiederherzustellen. Unter den nicht katholischen Christen versucht er Kirchgänger unter päpstliche Autorität zu bringen. In der Welt richtet er einen starken Angriff gegen den Säkularismus und die Gottlosigkeit. Und dem Islam gegenüber hat er unverkennbar Widerstand gezeigt, eine Härte, die verspricht, stärker zu werden.

Was Papst Benedikt tatsächlich getan hat, ist, die römisch katholische Kirche darauf einzustellen, um ihre prophezeite Rolle in den kommenden Ereignissen in Europa und der Welt zu erfüllen.

Erste Maßnahmen

Nach seinem Amtsantritt begann Papst Benedict XVI. seine handverlesenen konservativen Truppen an die Spitezenplätze innerhalb der Römischen Kurie zu platzieren. Er eliminierte zwei Führungspositionen und wählte einen notorisch schüchternen, kontrollierbaren Mann für seinen ehemaligen Job des Präfekten der römischen Glaubenskongregation. Er wechselte den Kardinal aus, der für die Beziehungen des Vatikans zu den Entwicklungsländern verantwortlich ist, ersetzte den langjährigen Pressereferenten des Vatikans durch einen Jesuitenpriester und besetzte die Vatikan Stadtverwaltung und das Außenministerium um. Er ersetzte den Außenminister des Vatikans durch seinen vertrauten, ehemaligen Stellvertreter in der Glaubenskongregation, einen Mann, der ihm helfen würde, in der Kurie aufzuräumen und die Massen zum Katholizismus zu bekehren.

„Ich, Bischof von Rom und Pastor der Universalen Kirche … schicke dir, uraltes Europa, einen Ruf voller Liebe“, sagte der Papst am 24. Juli 2005 und zitierte seinen Vorgänger Johannes Paul II. „Kehre zu dir zurück. Sei du selbst. Entdecke deine Ursprünge. Lass deine Wurzeln wieder aufleben. Lass jene authentischen Werte wieder aufleben, die deine Geschichte glorreich und deine Gegenwart nutzbringend unter den anderen Kontinenten machte.

Im März 2006 entschied Papst Benedikt XVI., „Patriarch des Westens“ von seiner Liste der offiziellen Titel zu entfernen. Warum? Die ost-orthodoxe Synode sagte, dass dieser Schritt darauf schließen lässt, dass die Katholische Kirche immer noch die „universelle Zuständigkeit des Bischofs von Rom über die ganze Kirche“ suchte. Der Papst behält die Titel „Stellvertreter Christi“ und „Oberster Hirte der Universalen Kirche“. Den Titel „Patriarch des Westens“ ließ er fallen, nicht weil es ihm zu viel Zuständigkeit gab, sondern nicht genug.

Austeilen verursacht Beleidigungen

Im Mai 2006, nachdem er sich in sein Amt eingewöhnt hatte, nahm Ratzinger die Gelegenheit wahr, und holte zum Schlag aus gegen den europäischen Säkularismus – und gegen den Islam – in seinem Buch, Ohne Wurzeln: Der Relativismus und die Krise der europäischen Kultur. Darin schrieb Benedikt, dass die einzige Lösung für Europas Lähmung und das „Vorrücken des Islams“, der Römische Katholizismus ist.

Im September jenes Jahres reiste Papst Benedikt zu einem sechstägigen Besuch in seine Heimat Bayern. Dort sprach er darüber, das „Christentum“ (sprich Katholizismus) in die Europäische Verfassung einzufügen und redete mit dem deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler über die Gefahren des islamischen Eindringens in die deutsche Gesellschaft. Aber seine berühmteste Rede war ein Vortrag an der Universität Regensburg, wo er den Katholischen Byzantinischen Kaiser II Paleologus zitierte: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“ Benedikt zog eine Grenzlinie.

Der Papst besuchte auch Auschwitz, das Todeslager, wo 1,5 Millionen Opfer, hauptsächlich Juden, während des zweiten Weltkrieges starben. In seinen sorgfältig gewählten Worten versäumte der selbsternannte „Sohn Deutschlands“ sogar, Antisemitismus oder Nazis oder Juden zu erwähnen. Ein deutscher Papst, der in Auschwitz spricht.

Der Königsbrecher

Am 19. Februar 2007 ließ der Vatikan den italienischen Premierminister Romano Prodi und ein Kontingent von ranghohen italienischen Regierungsbeamten kommen. Das Thema: Homosexuelle Paare. Am 23. berichteten die Katholischen Weltnachrichten, „die neue italienische Regierung würde keine Verbündeten benötigen, um das Gesetz für die gleichgeschlechtliche Ehe zu unterstützen.“ Der Artikel zeigte, dass Prodi in dieser Angelegenheit nachgegeben hatte, um genug Unterstützung für die Rückkehr in sein Amt zu gewinnen. Der Vatikan hatte Prodi und der Welt gezeigt, wer in Italien regiert. Der Vorfall ließ die Vergangenheit des Vatikans als Europas Königsmacher, als vereinigende politische Macht, die das Heilige Römische Reich formte, widerhallen.

Bald danach erweiterte Benedikt seinen Einflussbereich in die italienische Politik, wobei er treuen Anhängern gebot: wählt katholisch. Er sagte den italienischen Politikern am 13. März, sie dürfen nicht für Gesetze stimmen, die gegen die „nicht verhandelbaren Werte der Kirche“ gingen.

Um die gleiche Zeit berichtete die Times von London: „Radikale Vorschläge, um die Anglikaner mit der Römisch Katholischen Kirche unter der Führung des Papstes, wieder zu vereinigen, sollen in diesem Jahr veröffentlicht werden. Die Vorschläge sind von leitenden Bischöfen beider Kirchen vereinbart worden. In einer 42-seitigen Erklärung, die von einer internationalen Kommission beiden Kirchen vorbereitet wurde, werden Anglikaner und Katholiken aufgefordert, zu erkunden, wie sie unter dem Papst wieder vereint werden könnten“ (19. Febr. 2007).

Am 24. März jenes Jahres war der 50. Jahrestag der Römischen Verträge, die Vereinbarung, die zur Gründung der Europäischen Union führte. Benedikt benutzte die Gelegenheit, um davor zu warnen, dass Europa in die „Apostasie“ abgleitet. Er forderte, dass den EU-Führern bewusst werde, dass sie versäumt hatten, ihr geistiges und kulturelles Erbe anzunehmen und drückte Bestürzung aus, dass die Erklärung von Rom keine Erwähnung vom Einfluss des „Christentums“ machte, wobei er den Katholizismus meinte.

Die Massen aufwühlen

Mitte Mai reiste der Papst nach Brasilien, um eine Versammlung der lateinamerikanischen Bischofskonferenz zu eröffnen – nicht aufgrund einer Einladung, sondern auf persönliche Entscheidung. Dort forderte er die Bischöfe auf, kontinentweit Kreuzzüge gegen konkurrierende, nicht katholische Religionen („Sekten“ nannte er sie), wie die nordamerikanischen Protestanten, zu veranlassen. Lateinamerikanische Bischöfe sprangen an Bord und fingen an, nationale Regierungen für eine Gesetzgebung zu beeinflussen, um die Tätigkeiten der Nicht-Katholiken in Lateinamerika zu verbieten und zu blockieren. Der Besuch veranschaulichte Benedikts Ziele, um den Katholizismus nicht nur in Europa, sondern rund um den ganzen Globus wieder aufzufrischen.

Später in jenem Monat spornte Papst Benedikt die Katholiken an: „Es ist Zeit zum Evangelisieren. Er sprach von der „dringenden Notwendigkeit, missionarische Aktivitäten wieder einzuführen, um den vielen ernsten Herausforderungen unserer Zeit nachzukommen“. Er bezeichnete die Missionsarbeit auch als „wichtigsten Dienst der Kirche für die heutige Menschheit“. Die Botschaft war klar. Die wichtigste Arbeit der Kirche ist, die Welt zu bekehren.

Zu diesem Zweck ließ der Papst die im Jahr 1570 kodifizierte Tridentinische Messe wieder aufleben, eine Zeremonie in lateinischer Sprache. In den 1960er Jahren schränkte die Kirche die Verwendung des ultra-konservativen tridentinischen Gebetsbuches ein, welches mit Bemerkungen gespickt ist, die die Juden und Nichtkatholiken hoch gehen lassen, (Gott bitten, „den Schleier von ihren Augen zu lüften“ und, dass Juden „von ihrer Dunkelheit befreit würden“ und sich zum Katholizismus bekehren). Die mehr integrative moderne Messe, die die Kirche an dessen Stelle übernahm, wurde vom harten Kern der Katholiken verachtet, von denen einer ein jüngerer Josef Ratzinger war. Im Juli machte Papst Benedikt diese Einschränkung rückgängig und brachte die Kirche wieder mit ihrer mittelalterlichen Vergangenheit in Einklang. Der deutsche Rabbiner Walter Homolka sagte: „Diese Art von Signal hat eine äußerst provozierende Wirkung auf antisemitische Gruppen. Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht unter Kontrolle.“

Im selben Monat formulierte die Glaubenskongregation aufs Neue die Doktrinen des „Dominus Jesus“, ein Dokument, das Kardinal Ratzinger im Jahr 2000 unterzeichnet hatte, um zu verkünden, dass Nichtkatholiken „schwer defizitär“ sind“ und dass protestantische Kirchen „nicht Kirchen im eigentlichen Sinn“ sind. Die Neuformulierung fügte hinzu, dass orthodoxe Kirchen an einer „Wunde“ leiden, weil sie nicht die Autorität des Papstes akzeptieren, eine Wunde, die bei den Protestanten „noch tiefgründiger ist“. Das von Papst Benedikt anerkannte Dokument sagte, dass Konfessionen außerhalb des römischen Katholizismus, unvollkommene oder nicht volleständige Kirchen sind „trotz der Tatsache, dass diese Lehre nicht wenig Besorgnis verursacht hat … ist es dennoch schwierig zu sehen, wie ihnen der Titel ‚Kirche’ überhaupt zugeschrieben werden kann.“

Es ist bemerkenswert, diese Reihenfolge von provozierenden Schritten scheint der Beliebtheit des Papstes eher geholfen als geschadet zu haben. Es ist gesagt worden, dass die Menschenmassen kamen, um Papst Johannes Paul II. zu sehen, aber sie kommen, um Benedikt XVI. zu hören. Während seines Pontifikats hat Benedikt regelmäßig ein größeres Publikum angezogen als sein Vorgänger, um seine wöchentlichen Predigten am St. Peters Platz mitzuerleben.

„Eine neue Generation von Christen“

In einer Predigt im September 2007 machte der Papst klar, dass der Sonntagsgottesdienst eine „Notwendigkeit“ für alle ist. „Ohne den Tag des Herrn können wir nicht leben“! erklärte er. „Gib der Seele ihren Sonntag, gib dem Sonntag seine Seele!“ Es war ein starker Aufruf an die Christen, die Sonntagsruhe als einen ganz wichtigen religiösen Brauch, wieder aufleben zu lassen. Die zugrunde liegende Botschaft: Das Leben hängt vom Gottesdienst am Sonntag ab.

Im Januar 2008 kehrte der Vatikan zum Königsbrechen zurück, als er Prodi zum Rücktritt zwang und Italiens Regierung zu Fall brachte. Prodi verlor ein Vertrauensvotum im Senat, nachdem der katholische Führer Udeur von Italiens Christdemokratischer Partei der Koalitionsregierung die Unterstützung entzog und Prodi die Mehrheit im Senat wegnahm. Laut der italienischen Zeitung La Stampa war das die direkte Arbeit des Vatikans. „Prodis Regierung wagte es, die kirchliche Hierarchie zum zweiten Mal herauszufordern und diesmal verbrannte sie sich die Finger“, schrieb sie.

Im März mischte sich der Vatikan wieder einmal in die nationale Politik ein und startete eine große Kampagne gegen den spanischen Ministerpräsident Jose Luis Zapatero – auch ein Befürworter von homosexualen „Ehen“, Schwangerschaftsabbruch und leichterer Scheidung. Die politische Kampagne des Vatikans verminderte Zapateros Vorsprung drastisch und gewann die Wahl fast im Alleingang.

Im April kam Benedikt nach Amerika und löste einen hektischen Presserummel aus, der an das Begräbnis von Johannes Paul II. erinnerte. In einer Gesellschaft, wo Gott und die Bibel oft verhöhnt werden, war das schmeichelnde Lob der säkularen Nachrichtenmedien für den Papst erstaunlich. Zehntausende füllten die Stadien und säumten die Straßen, um den weiß gekleideten „Heiligen Vater“ zu hören oder einen Blick auf ihn zu erhaschen. Während seines Aufenthalts in Amerika sprach der Papst den grotesken Rekord homosexueller Pädophilie in der Priesterschaft an, die er als die „Kirche in Amerika“ bezeichnete – wobei er einen Großteil des skandalösen Verhaltens Amerikas zerrütteter Gesellschaft die Schuld zuschob. Er übernahm keine Verantwortung für die Bereinigung des Problems.

Im September 2008 setzte sich Papst Benedikt dafür ein, den Papst des 2. Weltkriegs, Papst Pius XII, zu verteidigen. Benedikt lobte ihn für seinen „Mut“ bei dem Versuch, Juden zu retten: „Wo immer auch möglich scheute er keine Mühe, um zu ihren Gunsten einzugreifen, entweder direkt oder durch erteilte Anweisungen an andere Personen oder Institutionen der katholischen Kirche. Historische Aufzeichnungen belegen, dass das reine Fiktion ist: Offenkundig ignorierte Pius den Holocaust und kam den Juden nicht zu Hilfe. Doch Benedikt will ihn zu einem Heiligen machen.

Erneut drängte Benedikt XVI. anfangs September für „die Geburt einer neuen Generation von Christen, die sich in der Gesellschaft und Politik engagiert.“ Er forderte die Katholiken heraus, welche, „was die Entstehung neuer, in der Gesellschaft und Politik engagierter Generationen angeht, anscheinend einschlafen.“ Im selben Monat reiste der Papst nach Frankreich, wo er den Präsidenten Nicolas Sarkozy überzeugte, dass das Land seine Kirchen- und Staatsbeziehungen überdenken und neu festlegen müsste. Die beiden Führer legten die Grundlage für das, was seit der französischen Revolution die größte Veränderung in Frankreich sein könnte – ein Wechsel von einer stark säkularen Gesellschaft zu einer, wie der Papst sagte, „die die unersetzliche Rolle der Religion“ akzeptiert.

Im November stellte sich heraus, dass die katholische Kirche die Sonntagsruhe im EU-Gesetz verankert haben möchte. Vor allem wollte der Vatikan eine Klausel in der Arbeitszeitrichtlinie eingefügt haben, die jeden Bürger in der Europäischen Union zwingen würde, am Sonntag zu ruhen. Einige Mitglieder des Europäischen Parlaments brachten einen Änderungsantrag ein, der sagt, dass die Mindestruhezeit „den Sonntag grundsätzlich einschließen soll“. Die in Brüssel ansässige Kommission der Bischofs-Konferenzen der Europäischen Gemeinschaft sagte, die Richtlinie sollte angeben: „die wöchentliche Mindestruhezeit muss den Sonntag einschließen.“

Im Januar dieses Jahres schleuderte der Papst den Juden wieder eine Herausforderung entgegen. Der Vatikan hat die Übergabe von sechs Stätten in Jerusalem und an anderen Orten in Israel gefordert. Katholische Medienberichte zeigten, dass diese Verhandlungen fast abgeschlossen waren, und IDF Army Radio sagte, dass Präsident Shimon Peres den Innenminister Eli Yishai unter Druck setzte, dem Vatikan nachzugeben. Er sagte, er könnte notfalls vielleicht einen Weg finden, die Stätten ohne Yishais Einverständnis abzutreten. Die biblische Prophezeiung zeigt, dass der Vatikan bald die Kontrolle über das innerhalb Israels begehrte Gebiet gewinnen wird.

Ferner hob Papst Benedikt im Januar die Exkommunikation von Bischof Richard Williamson auf, ein erzkonservativer Kollege, der die modernen Veränderungen des 2. Vatikanischen Konzils ablehnt und ein Holocaustleugner ist. Dieser Schritt löste einen Aufschrei bei den Juden und der deutschen Kanzlerin Angela Merkel aus, die den Papst für seine Entscheidung öffentlich kritisierte. Wir werden beobachten, ob ihre Offenheit ihre politische Karriere nachteilig beeinflussen wird.

Als die Weltwirtschaft wie eine billig gefertige liturgische Robe aus den Nähten platzte, kam der Papst von oben, um seine eigene Lösung vorzuschlagen: „Eine echte politische Weltautorität“. Am 7. Juli veröffentlichte der Papst eine 144-seitige Enzyklika, „Liebe in Wahrheit“, die gegen den US-Stil Kapitalismus ausholte, den viele für die Finanzkrise verantwortlich machen. Er forderte eine Regelung mit „Zwangsmaßnahmen“, die von einer globalen politischen Autorität verwaltet werden. Die Bibelprophezeiung zeigt, dass genau das geschehen wird: Die Autorität wird europäisch sein und der Vatikan wird sie beherrschen.

Die Realität ist beeindruckend: Papst Benedikt XVI. ist aktiv, entschlossen und aggressiv gewesen in der Durchsetzung der römisch katholischen Autorität und in der Positionierung der Kirche, um eine größere Rolle in der Zeit vor uns zu spielen. Er scheint seine Handlungen sogar in ihrem historischen Kontext zu sehen – um noch eine Wiederbelebung der alten Kirche-Staat Union zu erleichtern.

Auf Benedikt schauen

Im April 2008 gab Papst Benedikt während einer üblichen wöchentlichen Ansprache am St. Peters Platz eine vielsagende Erklärung über die Europäische Union. Er sagte, dass sein Namensvetter, St. Benedikt, „einen wesentlichen Einfluss auf die europäische Zivilisation und Kultur ausübte“. Der Papst lobte St. Benedikt, dem Kontinent geholfen zu haben, aus der „dunklen Nacht der Geschichte“, die nach dem Fall des Römischen Reiches folgte, emporzukommen.

Dieser Papst identifiziert sich stark mit seinem Namensvetter, dessen klösterliches System Europa während Justinians Erneuerung des Römischen Reichs aufrichtete. Eindeutig versucht er heute eine ähnliche Wiederbelebung auszulösen.

Indem er auf die Periode zwischen dem Fall des Römischen Reichs in a.d. 476 und seine Wiederbelebung unter Justinian in 554 A.D., als „die dunkle Nacht der Geschichte“ hinweist, scheint Benedikt anzudeuten, dass das moderne Europa eine „ähnliche“ dunkle Nacht ertragen hat, von der es unter seinem Einfluss jetzt wieder emporkommt.

Der Papst sagte auch, dass St. Benedikt „eine neue, auf dem christlichen Glauben basierende kulturelle Einheit“ innerhalb Europas entzündet hatte – die ein sonst störrisches, europäisches Volk, in ein mächtiges Reich vereinigte. Seitdem hat die vom römischen Katholizismus geschaffene „kulturelle Einheit“ Europa geholfen, sich immer wieder als das Heilige Römische Reich zu vereinigen.

Der Papst bemüht sich, Europa zu beeinflussen, die Religion des heutigen Roms anzunehmen – um wieder einmal als die kulturelle Verbindung zu dienen, die die Wiederherstellung dieses Reichs ermöglicht.

Die Bibel informiert uns, dass er dazu berufen ist, Erfolg zu haben. Es wird genau so geschehen, wie Herbert W. Armstrong es anhand von Bibelprophezeiungen wiederholt gesagt hat. „Ich habe seit 1935 verkündet und geschrieben, dass die letzte der sieben Ären des heiligen Römischen Reiches in unserer Generation kommt – die ‚Vereinigten Staaten von Europa’, die 10 Nationen oder Gruppen von Nationen in Europa zusammenschließen – mit einer Vereinigung von Kirche und Staat!“ das schrieb er in der Januarausgabe der Plain Truth 1979. „Die Nationen Europas haben sich bemüht um eine Wiedervereinigung. Sie wollten eine gemeinsame Währung, eine gemeinsame Militärmacht, eine vereinigte Regierung. Sie machten einen Anfang mit dem Gemeinsamen Markt. Sie arbeiten jetzt auf eine gemeinsame Währung hin. Doch auf einer rein politischen Basis konnten sie sich überhaupt nicht einigen.“

„Dieses wiederbelebte Heilige Römische Reich kann nur auf eine Weise verwirklicht werden – durch die ‚guten Dienste’ des Vatikans, der Kirche und Staat noch einmal vereinigt, mit dem Vatikan im Herrensitz bestimmend (Offenbarung 17, 1-5).“

Die Europäische Union ist jetzt die größte, vereinte Wirtschaftsgemeinschaft in der Welt. Aggressiv entwickelt sie eine gemeinsame Militärmacht. Mit ihrer ratifizierten Verfassung kann sie sich politisch zusammenschweißen als eine supra-europäische kontinentale Regierung. Doch es fehlt ihr immer noch dieses Schlüsselelement: die Fähigkeit, sich vollkommen zu vereinigen. Wie Herr Armstrong am 28. August 1978 im Good News Magazin schrieb: Die führenden Politiker Europas „wissen sehr wohl, dass es nur eine Möglichkeit für eine Vereinigung in Europa gibt – und das ist durch den Vatikan. … Diese politische Union, wird die katholische Kirche wieder in den Sattel setzen, wo sie von 554 bis 1814 war – mit der Macht der Polizei und des Militärs, um ihre Beschlüsse durchzusetzen!“

Heute sehen wir Papst Benedikt fieberhaft daran arbeiten, um diesen geistig „wichtigen Lebenssaft“ der europäischen Einheit zu ermöglichen. Die sich daraus ergebende Welle der Evangelisierung wird den Kontinent in die Arme von Rom treiben, in eine Verbindung von Kirche und Staat.

Das alles ist jetzt seiner Erfüllung sehr nahe. Wir erleben jetzt den Anfang der siebten und letzten Auferstehung des Heiligen Römischen Reiches. 

Hre Ad De