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Der Geist des Holocausts bewegt Deutschland

Die Geschichte zeigt, was passiert, wenn ein Land, besonders Deutschland, dem Antisemitismus gegenüber zu tolerant wird.

Schüler schreien „Heil Hitler“, heben den Arm zum Hitlergruß, tauschen Fotos von Juden aus, die gerade vergast werden und sagen zu ihren entsetzten Klassenkameraden, wenn Ihnen das nicht passe, sollten sie doch nach Polen auswandern.

So benahm sich die Hitlerjugend in den 1930er Jahren, bevor sie in 1940er Jahren in den Krieg zogen. Aber dieses Benehmen beobachtet man heute auf einigen deutschen höheren Schulen und Gymnasien. Tatsächlich werden antisemitische Zwischenfälle überall in Deutschland immer häufiger– und verbale Verunglimpfungen, auch online, Flaggenverbrennungen und Prügeleien ebenfalls. „Der Antisemitismus fegt durch Deutschland“, entrüstete sich die New York Post am Samstag.

Einige der führenden deutschen Politiker scheinen darüber beunruhigt zu sein. Aber machen Sie sich genug Sorgen? Warum sind nicht mehr Deutsche angesichts des Wiederauflebens der Antisemitismus weit mehr alarmiert? Wir alle erinnern uns an die Behandlung der Juden in Nazideutschland, die im Holocaust und in der „Endlösung“ gipfelte. Glauben wir vielleicht, die Geschichte könne sich nie wiederholen?

2016 gab es allein in Berlin 470 gemeldete Zwischenfälle mit antisemitischem Verhalten – ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber 2015. Ende 2017 fegte ein antisemitischer Sturm durch Deutschland; es gab sogar Massendemonstrationen, bei denen die israelische Flagge verbrannt wurde, und die Menschenmassen skandierten antisemitische Verunglimpfungen. Im Internet tauchte ein Video auf (das dann schnell wieder gelöscht wurde), das einen jüdischen Ladenbesitzer zeigte, der direkt vor seinem Laden mit Hasstiraden überschüttet wurde. Der Angreifer war kein Muslim oder ein ultrarechter Skinhead. Nach dem, was das Opfer sagte, war es „ein ganz normaler, ordentlich angezogener Deutscher, der Markenkleidung trug und auch nicht nach Alkohol roch.“

Charlotte Knobloch, die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland warnte kürzlich davor, dass das antijüdische Verhalten jetzt vermehrt auftrete und schon in der deutschen Gesellschaft heimisch geworden sei. „Der Antisemitismus hat zugenommen, und zwar sowohl bei der Rechten als auch bei der Linken, in der muslimischen Gemeinschaft und auch im Herz der deutschen Gesellschaft“, stellte sie fest (Hervorhebung durchweg hinzugefügt).

Die führenden Politiker in Deutschland räumen ein, dass es damit ein Problem gibt. Nach einer anti-israelischen Protestkundgebung, die nur dreißig Meter entfernt von Berlins Holocaust-Gedenkstätte stattfand, ließ Angela Merkels Regierungssprecher verlauten: „Man sollte sich schämen, wenn der Antisemitismus auf den Straßen deutscher Städte so offen zur Schau gestellt wird.“

Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere gab zu, das Problem sei so ernst, dass die Regierung sich gezwungen sehe, einen Antisemitismusbeauftragten zu ernennen oder eine Abteilung zu schaffen, um den für das Land problematischen Antisemitismus zu bekämpfen. Er räumte auch ein, dass die „verunglimpfenden Äußerungen, die unangebrachten Witze und das diskriminierende Benehmen gegen unsere jüdischen Mitbürger“ zugenommen habe. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach dieses Problem ebenfalls an.

Den Antisemitismus zu verurteilen, ist richtig und wichtig: Aber welche praktischen Maßnahmen werden denn getroffen, um das Problem anzugehen? Wie konnte man im Hinblick auf die antisemitische Geschichte Deutschlands zulassen, dass das Problem so gravierend wurde? Man scheint die Lösung dieses Problems offenbar für nicht allzu dringend zu halten. In Deutschland und in Europa, aber auch in Großbritannien und in Amerika sollte man sich eigentlich mehr Sorgen darüber machen.

In einem Interview mit der Deutschen Welle deckte Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland kürzlich auf, dass es in Deutschland jüdische Einrichtungen und Stadtviertel gibt, die inzwischen schon Polizeischutz brauchen. Es gibt Stadtteile in Deutschland, die von Juden wegen ihrer Gefährlichkeit nicht mehr betreten werden können. „In manchen Großstädten gibt es Viertel, in denen ich den Leuten raten würde, sich nicht als Juden zu erkennen zu geben“, sagte Schuster.

Die Geschichte zeigt, was passiert, wenn ein Land, besonders Deutschland, dem Antisemitismus gegenüber zu tolerant wird.

In seinem Buch The Last Lion (Der letzte Löwe) dokumentierte der Historiker William Manchester das Überhandnehmen des Antisemitismus in Großbritannien und Europa in den 1930er Jahren. Es ist bemerkenswert, wie akzeptabel, ja sogar schick der Antisemitismus zu dieser Zeit in Deutschland und Europa war. Manchester schrieb, wie [Churchill] berichtet wurde, dass überall in Deutschland … an den Kinos, den Läden und den Restaurants Schilder hingen, auf denen stand „Juden unerwünscht“.

Manchester beschrieb, wie mit der Zeit „die tagtägliche Existenz der Juden immer schwieriger wurde … Plakate mit der Aufschrift „Für Juden kein Zutritt“ hingen an Lebensmittelgeschäften und Metzgereien. Sie hatten keinen Zugang zu Molkereien, um für ihre Kleinkinder Milch zu kaufen – auch nicht zu Apotheken, um Arzneirezepte einzulösen oder zu Hotels, um sich eine Unterkunft zu suchen. An jeder Ecke wurden sie beschimpft …“

Die Situation ist heute in Deutschland nicht annähernd so schlimm. Aber sind wir wirklich so weit entfernt von dem Szenario der 1930er Jahre? Derselbe Antisemitismus, der damals dieses Benehmen verursachte, existiert in Deutschland heute schon wieder, und er nimmt zu. Im heutigen Deutschland werden jüdische Ladenbesitzer verunglimpft, Gymnasiasten machen Witze über Juden, die vergast werden und Teile des Landes sind Zonen, die Juden nicht betreten können.

Ist es nicht angemessen zu sagen, dass der Geist des Holocausts Deutschland bewegt, jedenfalls in einigen Stadtvierteln?

Wohin wird das führen? Die Geschichte des zweiten Weltkriegs gibt die Antwort darauf, oder zumindest einen Teil der Antwort. Um aber wirklich zu verstehen, wohin Deutschlands Kampf gegen den Antisemitismus führen wird, braucht man etwas, was der Apostel Paulus „das sicherere Wort der Prophetie“ nannte.

Biblische Prophezeiungen in Hosea 5, Daniel 7, Habakuk 1, Matthäus 24 und in Offenbarung 17 offenbaren alle, dass der deutsche Antisemitismus eine zentrale Rolle bei den Ereignissen der Endzeit spielen wird. Wenn Sie interessiert daran sind, mehr über den prophetischen Aspekt dieser beunruhigenden Entwicklung zu erfahren, ermutige ich Sie, Das Heilige Römische Reich in der Prophezeiung und Deutschland und das Heilige Römische Reich zu lesen. 

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