Erhalten Sie jeden Wochentag einen kostenlosen Nachrichtenüberblick in Ihrem Posteingang – die Posaune Kurzmitteilung.

Connor robertson 340960 unsplash

Connor Robertson/Unsplash

Der geheimnisvolle Auftrag des Jeremia (zweiter Teil)

Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel Sieben)

Fortgesetzt von  Der geheimnisvolle Auftrag des Jeremia (Erster Teil)

D

er Thron wird Gestürzt

Die Geschichte vom Leben und Wirken Jeremias ist außeror- dentlich fesselnd. Die ersten Kapitel des Buches Jeremia handeln von seinem Auftrag, die Juden vor der bevorstehenden Gefan- gennahme zu warnen. Er warnte die Könige, die Priester, die Propheten und das Volk von Juda, indem er ihnen allen die Bot- schaft Gottes mitteilte. Doch sie warfen ihn ins Gefängnis und missachteten die Warnung, indem sie sich weigerten, Gott zu gehorchen. Daraufhin ließ Gott eintreten, was er durch Jeremia angekündigt hatte.

Es ist allgemein bekannt, dass die Babylonier Juda in drei Phasen einnahmen. Die erste Belagerung fand im Jahre 604 v. Chr. statt, also zwei Jahre später, als allgemein angenommen wurde, ein Datum aber, das heute sicher fundiert ist. Jedoch ging das Land damals noch nicht vollständig in die Hände der Babylonier über. Das geschah erst einen vollen Zeitzyklus von 19 Jahren später, 585 v. Chr. Welche Rolle Jeremia in dieser Gefangenschaft spielte, können Sie im Buch des Propheten Jere- mia lesen.

Aber jetzt beachten Sie eine interessante Tatsache. Der letzte sowohl in biblischer als auch in weltlicher Geschichte verzeich- nete König, der auf dem Thron Davids saß, war König Zedekia von Juda. Merken Sie sich seinen Namen. Jetzt sehen Sie sich 2. Könige 24, 18 an: „Einundzwanzig Jahre alt war Zedekia, als er König wurde; und er regierte elf Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Hamutal, eine Tochter Jeremias aus Libna.“

Das Niederreißen des Thrones Davids wird in Jeremia 39, 1-7 geschildert: „Im neunten Jahr Zedekias, des Königs von Juda, im zehnten Monat kam Nebukadnezar, der König von Babel, und sein ganzes Heer vor Jerusalem und belagerten es. Und im elften Jahr Zedekias, am neunten Tage des vierten Monats, brach man in die Stadt ein ... Als nun Zedekia, der König von Juda, und seine Kriegsleute das sahen, flohen sie ... Aber die Kriegsleute der Chaldäer jagten ihnen nach und holten Zedekia ein im Jordan- tal von Jericho und nahmen ihn gefangen und brachten ihn zu Nebukadnezar, dem König von Babel, nach Ribla, das im Lande Hamath liegt. Der sprach das Urteil über ihn. Und der König von Babel ließ die Söhne Zedekias vor seinen Augen töten in Ribla und tötete auch alle Vornehmen Judas. Aber Zedekia ließ er die Augen ausstechen und ihn in Ketten legen, um ihn nach Babel zu führen.“

Im 52. Kapitel, Vers 11, erscheint zum Abschluss der Schilde- rung noch der Zusatz: „... und legte ihn [Zedekia] ins Gefängnis, bis er starb.“

Folgende Fakten stehen aufgrund der biblischen Angaben fest:

1. Der König von Babylon ließ alle Söhne Zedekias, die Erben des Thrones Davids waren, umbringen.

2. Ferner ließ Nebukadnezar alle Fürsten Judas töten, um kei- nen möglichen Erben für den Thron übrigzulassen. 3. Zedekia selbst, der bis dahin auf dem Thron Davids regiert hatte, wurde geblendet nach Babylon verschleppt und in einen Kerker gewor- fen, wo er schließlich starb.

4. Damit aber hat es nun den Anschein – und tatsächlich sind die meisten Menschen dieser Meinung –, als habe der Thron Davids aufgehört zu existieren. Es steht fest, dass der Thron Davids von dem Tage an nie wieder in Juda, in Jerusalem oder sonst irgendwo unter den Juden bestanden hat.

Jojachin

Allerdings schmachtete zur Zeit Zedekias auch noch ein ande- rer ehemaliger König von Juda in den Kerkern von Babylon, und dieser König hatte Söhne, um die Linie Davids fortzusetzen. Es war der ehemalige König Jojachin (auch Jechonja genannt), den man in Ketten nach Babylon verschleppt hatte; er wurde 37 Jahre nach seiner Gefangennahme rehabilitiert (siehe 2. Könige 25, 27-30). Ihm wurde sogar sein ursprünglicher Königstitel wieder zuerkannt, jedoch war er auch in der Folgezeit nur einer von vielen gefange- nen Vasallen-„Königen“.

Einer von Jojachins Söhnen war Sealthiel, der Vater von Serubabel, jenem Glied der Davidischen Linie, von dem später Jesus Christus selbst seine königliche Abstammung herleiten konnte (Matthäus 1, 12). Gott fügte es dann so, dass rund 70 Jahre nach dem babylonischen Exil, Cyrus, der König von Per- sien, Serubabel mit der Statthalterschaft von Judäa betraute, nicht aber mit dem Königtum. Serubabel erhielt den Auftrag, nach Jerusalem zurückzukehren und das Haus Gottes, den Tempel, wieder aufzubauen.

Entscheidend dabei ist, dass weder Jojachin noch einer seiner Söhne oder Enkel je als Könige in Juda regierten. Und warum nicht?

Wenn es schon Nachkommen der Linie Davids gab, die die Gefangenschaft überlebten, warum kamen diese bei der Rückkehr nach Jerusalem nicht wieder auf den Thron? Die Antwort lautet:

Weil Gott es nicht zuließ!
Gott war, wie wir noch sehen werden, entschlossen, die Krone

Davids von der regierenden Perez-Linie wegzunehmen und statt dessen auf die Linie von Serach zu übertragen. Doch eine könig- liche Linie, die ebenfalls direkt von David abstammte, musste in Judäa verbleiben, damit Christus Jahrhunderte später den Ver- heißungen gemäß aus dem Samen Davids hervorgehen konnte. Zugleich aber musste Gott sein Versprechen an David halten, dass er, David, nie ohne Thronerbe sein werde. Um dieses Verspre- chen wahrzumachen, obwohl es unmöglich zu erfüllen schien, gab Gott dem Propheten Jeremia jenen besagten geheimnisvol- len Auftrag.

„So wahr ich lebe, spricht der Herr: wenn Konja [Jechonja oder Jojachin], der Sohn Jojakims, der König von Juda, ein Siegelring wäre an meiner rechten Hand, so wollte ich dich doch abreißen“ (Jeremia 22, 24). Gott hatte offenbar beschlossen, dieser Linie von Königen ein Ende zu bereiten. Er entzog ihr die Krone und erlaubte den Söhne Jojachins (Jechonjas) nicht, auf Davids Thron zu regie- ren. Gott stürzte den Thron Davids, d. h., er übergab ihn einem anderen Zweig der Dynastie Davids.

Eindringlich gebot er Jeremia: „Schreibt diesen Mann auf als einen, der ohne Kinder ist, einen Mann, dem sein Leben lang nichts gelingt! Denn keiner seiner Nachkommen wird das Glück haben, dass er auf dem Thron Davids sitze und in Juda herr- sche“ (Jeremia 22, 30).

So sprach Gott, und Jeremia schrieb es nieder. Hier wurde Geschichte gemacht – alles vollzog sich, wie Gott es wollte. Joja- chin (Jechonja) hatte zwar Kinder – Gott selbst ließ diese Tatsache in der Bibel aufzeichnen (1. Chronik 3, 17; Matthäus 1, 12) –, aber im Hinblick auf den Thron Davids war er kinderlos. Keines seiner Kinder gelangte je auf diesen Thron.

Die Krone war also jetzt der Perez-Linie entzogen; sie war dem Hause Juda entrissen worden. Alle unmittelbaren Anwärter auf den Thron waren ermordet, und Jojachin, der sich als Gefange- ner in Babylon aufhielt, sollte, wie wir gesehen haben, hinsichtlich des Thrones als kinderlos gelten. Damit hatte Jeremia den ersten Teil seiner großen Mission vollendet. Der Thron war gestürzt, das Königtum war vollständig entwurzelt, und es begann eine lange Periode nationaler Bestrafung für das Haus Juda. 

Wird fortgesetzt...

Usbp Ad De Copy 2