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Steije Hillewaert/Unsplash

Der geheimnisvolle Auftrag des Jeremia (dritter Teil)

Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel Sieben)

Fortgesetzt von Der geheimnisvolle Auftrag des Jeremia (zweiter Teil)

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ohin hat sich Jeremia gewandt?

Aber wie steht es mit dem zweiten Teil der wichtigen Mission Jeremias?

Vergessen wir nicht, dass Jeremia unter den gefangenen Juden lebte! Er musste erst frei werden, um den zweiten Teil seiner Mission erfüllen zu können.

Wie das vor sich ging, lesen wir in Jeremia 39, 11- 12 und 40, 2-5: „Aber Nebukadnezar, der König von Babel, hatte Nebusaradan, dem Obersten der Leibwache, Befehl gegeben wegen Jeremia und gesagt: Nimm ihn und lass ihn dir befohlen sein und tu ihm kein Leid, sondern wie er‘s von dir begehrt, so mach‘s mit ihm … Als nun der Oberste der Leibwache Jeremia hatte zu sich holen lassen, sprach er zu ihm: … Und nun siehe, ich mache dich heute los von den Fesseln, mit denen deine Hände gebunden waren. Gefällt dir‘s, mit mir nach Babel zu ziehen, so komm, du sollst mir befohlen sein. Gefällt dir‘s aber nicht, mit mir nach Babel zu ziehen, so lass es sein. Siehe, du hast das ganze Land vor dir; wo dich‘s gut dünkt und dir‘s gefällt, da zieh hin … Und der Oberste der Leibwache gab ihm Wegzehrung und Geschenke und ließ ihn gehen.“

So war es also Jeremia völlig anheimgestellt, zu tun, was ihm beliebte; er war nun frei und konnte den zweiten Teil seiner Mission durchführen. Und wohin wandte sich Jeremia?

Wir kommen jetzt zu einem erstaunlichen, faszinierenden, packenden Teil des Buches Jeremia, einem Teil, der fast völlig übersehen worden ist. „So kam Jeremia zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, nach Mizpa und blieb bei ihm unter dem Volk, das im Lande noch übriggeblieben war“ (Vers 6).

Gedalja war vom babylonischen König als Statthalter über den Rest der Juden in Judäa eingesetzt worden, und da Jerusalem zerstört war, hatte er Mizpa als seinen Amtssitz gewählt. Doch der König von Ammon fasste zusammen mit einem Juden namens Ismael den Plan, Gedalja umzubringen. Der Anschlag gelang. Mit dem Statthalter zusammen wurde auch ein Teil der Juden erschlagen. Jeremia zählte zu den Überlebenden.

„Ismael, der Sohn Nethanjas, führte das Volk, das in Mizpa übriggeblieben war, gefangen weg: die Königstöchter samt allem Volk, über das Nebusaradan, der Oberste der Leibwache [von Babylon], Gedalja, den Sohn Ahikams, gesetzt hatte; und er zog hin und wollte hinüber zu den Ammonitern“ (Jeremia 41, 10).

Haben Sie die entscheidende Aussage bemerkt?

Unter diesen Juden waren Königstöchter – Töchter des Königs Zedekia von Juda, aus Davids Dynastie!

König Zedekia starb im babylonischen Kerker (Jeremia 52, 11). Alle seine Söhne waren ermordet worden. Auch alle Edlen von Juda waren umgebracht. Es gab keine rechtmäßigen Erben, die Zedekia auf dem Thron Davids hätten ablösen können – ausgenommen die Töchter des Königs! Jetzt wird klar, warum Jeremia nach Mizpa ging.

Jeremia entflieht

Bald danach trat an die Stelle Ismaels ein Mann namens Johanan. Dieser Johanan fürchtete, dass Nebukadnezar für die Ermordung Gedaljas Rache nehmen könnte, und kam mit seinen Hauptleuten zu Jeremia, um ihn um Rat zu bitten, wie er und seine Leute sich verhalten sollten: „… und sprachen zum Propheten Jeremia: Lass doch unsere Bitte vor dir gelten und bete für uns zum Herrn, deinem Gott …, dass der Herr, dein Gott, uns kundtun wolle, wohin wir ziehen und was wir tun sollen“ (Jeremia 42, 2-3). Sie machten es wie so viele Anhänger des Christentums heute. Sie versichern mit feierlicher Miene, dass es ihnen bestimmt ernst damit sei, den Willen Gottes zu erfahren – sie versprechen wie Johanan und seine Leute: „… so wollen wir gehorchen der Stimme des Herrn, unseres Gottes“ (Vers 6).

Aber war das nun wirklich ernst gemeint? Solche Menschen meinen es selten ernst. Der Mensch möchte gut sein und denkt auch, dass er gut ist, aber er will das Gute nicht tun.

Gott offenbarte Jeremia, er solle Johanan mitteilen, dass sie sich nicht zu fürchten brauchten; er, Gott, werde sie beschützen und befreien. Doch Johanan und seine Leute wollten lieber nach Ägypten fliehen. Genau davor aber warnte Gott sie, indem er sagte, wenn sie das täten, dann würde das Schwert Nebukadnezars sie einholen, und sie würden sterben. „… So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Werdet ihr euer Angesicht nach Ägyptenland richten, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, so soll euch das Schwert, vor dem ihr euch fürchtet, in Ägyptenland treffen, … und ihr sollt dort sterben“ (Jeremia 42, 15-16).

Aber wie die Menschen im Allgemeinen reagieren, sie verwarfen Gottes Warnung. Johanan entgegnete dem Propheten Jeremia: „Du lügst! Der Herr, unser Gott, hat dich nicht zu uns gesandt und gesagt: ‚Ihr sollt nicht nach Ägypten ziehen‘“ (Jeremia 43, 2-3). „Da gehorchten Johanan … samt dem ganzen Volk der Stimme des Herrn nicht“ (Vers 4). Menschen, die lautstark bekennen, Gottes Willen tun zu wollen, akzeptieren Gottes Wort normalerweise nicht als seinen Willen, sofern es nicht ihr Wille ist.

Und so nahm Johanan „alle Übriggebliebenen von Juda … nämlich Männer, Frauen und Kinder, dazu die Königstöchter …, auch den Propheten Jeremia und Baruch, den Sohn Nerias [Jeremias Schreiber]. Und sie zogen nach Ägyptenland“ (Jeremia 43, 5-7).

Als diese Juden in Ägypten ankamen, kündigte Gott ihnen erneut an, dass sie dort durch Schwert und Hungersnot umkommen würden: „… es soll keiner dahin [nach Juda] zurückkommen, außer einigen Entronnenen“ (Jeremia 44, 12-14). Ja, einige dieser Juden wurden unter göttlichen Schutz gestellt. Es war nämlich eine göttliche Mission zu erfüllen. Deshalb sollten einige entrinnen. Über sie. heißt es: „Die aber dem Schwert entrinnen, werden aus Ägyptenland ins Land Juda zurückkommen als ein geringes Häuflein“ (Jeremia 44, 28).

Unter göttlichem Schutz

Baruch war Jeremias ständiger Begleiter und Schreiber. Ihm wurde das Versprechen göttlichen Schutzes später noch einmal ausdrücklich bekräftigt: „So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels, über dich, Baruch: … Siehe, was ich gebaut habe, das reiße ich ein, und was ich gepflanzt habe, das reiße ich aus, nämlich dies mein ganzes Land … aber dein Leben sollst du wie eine Beute davonbringen, an welchen Ort du auch ziehst“ (Jeremia 45, 2-5). Baruchs Leben stand so wie Jeremias Leben unter göttlichem Schutz.

Schon lange vorher hatte Gott zu Jeremia gesagt: „Wohlan, ich will etliche von euch übriglassen, denen es wieder wohlgehen soll …“ (Jeremia 15, 11). Diese „Übriggebliebenen“ waren offensichtlich diejenigen, die Jeremia zur Durchführung seines Auftrags, den Thron zu verpflanzen, brauchte, nämlich die Töchter des Königs sowie einige Begleiter und Freunde. Weiter versprach Gott: „… und will euch zu Hilfe kommen in der Not und Angst unter den Feinden“ (Jeremia 15, 11). Das hatte Gott dann auch getan, wie bereits ausführlich dargelegt wurde (siehe hierzu Jeremia 39, 11-12 und 40, 2-6).

„Wohlgehen“ sollte es vor allem jenen Königstöchtern, den einzigen Überlebenden unter den Nachkommen Zedekias; sie wurden Jeremia anvertraut, damit er durch sie „bauen und pflanzen“ konnte. Zu diesem Zweck wurde Jeremia unter besonderen Schutz gestellt. Er sollte in ein Land gehen, das er noch gar nicht kannte. Wer sollte außerdem in ein unbekanntes Land gehen? Die zehn Stämme mit dem Erstgeburtsrecht – das Haus Israel!

Zunächst aber sollten Jeremia, seine Begleiter und der letzte Rest des Königshauses aus Ägypten entkommen und nach Juda zurückkehren. Doch wohin zogen sie dann weiter? Dorthin, wohin der Weg der „verlorenen zehn Stämme“ geführt hatte, wie wir bald sehen werden.

Der Prophet Jesaja ergänzt das Bild, das wir bisher gewonnen haben: „Denn von Jerusalem werden ausgehen, die übriggeblieben sind, und die Erretteten vom Berge Zion. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth“ (Jesaja 37, 32). Und einen Vers vorher heißt es: „Denn die Erretteten vom Hause Juda und was übriggeblieben ist, werden von neuem nach unten Wurzeln schlagen und oben Frucht tragen“ (Vers 31).

Die gleiche Prophezeiung findet sich in 2. Könige 19, 30-31. Es ist eine Prophezeiung, die durch Jesaja im 14. Jahr der Regierung des Königs Hiskia von Juda verkündet wurde, als der assyrische König Sanherib in Juda einzufallen drohte. Erfüllen sollte sie sich erst viel später, nicht während der Regierungszeit Hiskias. Einige nehmen irrtümlich an, dass die Gruppe, die in 2. Chronik 30, 6 erwähnt wird, mit jenen „Ubriggebliebenen“ identisch ist. Jedoch handelt es sich hier nicht um eine Prophezeiung, sondern um die geschichtliche Darstellung eines Ereignisses im ersten Jahr der Regierung von Hiskia. Außerdem war dieser Rest nicht aus Jerusalem entflohen, sondern bestand aus Juden, die den Truppen Sanheribs entkommen waren. Diese Juden flüchteten nach Juda, nicht aus Juda. Auch ist hier nirgendwo die Rede von „nach unten Wurzeln schlagen und oben Frucht tragen“, wie das in Jesaja 37 und 2. Könige 19 der Fall ist.

Die Prophezeiung Jesajas ist so wichtig, dass Gott sie zweimal aufzeichnen ließ. Sie bezieht sich auf jene kleine Gruppe unter der Führung Jeremias. Dieser Jeremia anvertraute Rest (es muss wohl eine der Königstöchter gemeint sein) sollte „Wurzeln schlagen“, d. h. neu gepflanzt werden, und dann „Früchte tragen“, d. h. aufgebaut werden .

Wie hat Gott seinen heiligen Bund hinsichtlich des Thrones Davids aufrechterhalten? Was hat es mit diesem „Pflanzen und Bauen“ auf sich? Gibt uns die Bibel darüber Aufschluss? Allerdings! Sowohl das Land, in dem der Thron Davids neu errichtet werden sollte, als auch das Volk, über das er regieren sollte, sind klar identifiziert.

Wird fortgesetzt...

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