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REESE ZOELLNER/TRUMPET

Der Antisemitismus in Europa nimmt weiter zu

Nahezu 90 Prozent der europäischen Juden sagen, der Antisemitismus habe in den letzten fünf Jahren in ihrem Land zugenommen.

„Wer mag schon die Juden?“ „Ihr Juden widert mich an.“ „Vielleicht könnten Sie ja mal ein Theaterstück über palästinensische Kinder schreiben, die von Juden in die Luft gesprengt werden.“

Dies waren die Kommentare auf den sozialen Medien in Großbritannien über ein bevorstehendes Theaterstück mit dem Titel „Ein jüdischer Junge“ von Stephen Laughton. „In den letzten Jahren sieht es so aus, als würden die Leute denken, sie hätten eine Genehmigung dafür, antisemitisch eingestellt zu sein“, sagte Laughton. „Man sieht das an unserer Politik, in unseren sozialen Medien und daran, dass unsere Kinder auf der Straße zusammengeschlagen werden.“

Ein Bericht der Agentur für Grundrechte der Europäischen Union vom 10. Dezember befand, dass nahezu 90 Prozent der Juden glauben, der Antisemitismus habe in ihren Heimatländern in den letzten fünf Jahren zugenommen. Achtundzwanzig Prozent der Befragten gaben an, sie seien in den letzten fünf Jahren mindestens einmal belästigt worden. Und von diesen 28 Prozent, die sagten, sie seien belästigt worden, gaben 79 Prozent an, sie hätten die Zwischenfälle nicht der Polizei gemeldet, da sie den Eindruck hätten, das würde doch nichts ändern.

Mehr als 16 000 Juden in zwölf Mitgliedsländern der EU nahmen an der Online-Umfrage der Agentur teil, der größten Umfrage dieser Art. Diese zwölf Länder sind die Heimatländer von geschätzten 96 Prozent der jüdischen Bevölkerung Europas.

In der Umfrage sagten 38 Prozent der Juden, sie hätten schon überlegt, ihre Heimatländer ganz zu verlassen, weil sie das Gefühl hätten, als Jude lebe man in Europa nicht sicher.

Nahezu 50 Prozent dieser Befragten fürchteten, sie könnten im nächsten Jahr das Opfer von verbalen und körperlichen Belästigungen werden. Während in den letzten fünf Jahren tatsächlich nur drei Prozent tätlich angegriffen wurden, sagten 40 Prozent, sie befürchteten, in den nächsten 12 Monaten physisch attackiert zu werden.

Mehr als 33 Prozent der Teilnehmenden gaben an, sie würden keine jüdischen Einrichtungen besuchen, weil sie befürchteten, attackiert zu werden.

Manche Europäer meinen, die Juden seien selbst schuld an der antijüdischen Stimmung. Sie sagten, es gäbe nur Ressentiments gegen die Juden wegen des Verhaltens der Juden selbst.

Eine ComRes-Umfrage des cnn von 7000 einheimischen Europäern aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Polen, dem Vereinigten Königreich und Schweden fand heraus, dass zehn Prozent sagten, sie hätten eine ablehnende Haltung den Juden gegenüber. In Polen stieg dieser Wert auf 15 Prozent und in Ungarn waren es sogar 19 Prozent. Von den Befragten meinten 20 Prozent, die Juden hätten in politischen Angelegenheiten überall auf der Welt zu viel Einfluss und 33 Prozent der befragten Österreicher gaben an, die Juden hätten zu großen Einfluss in Finanzfragen.

„Es ist völlig akzeptabel, im Kern über die Existenz des jüdischen Staates zu diskutieren und sich dagegen auszusprechen – auf eine andere Art und Weise und mit ganz anderen Gefühlen als über andere Staaten“, sagte Sacha Stawski, ein Experte für den Antisemitismus in Deutschland der Jerusalem Post.

Die Statistiken zeigen, dass nicht in Europa geborene muslimische Europäer und jetzt auch immer mehr in Europa geborene Muslime gegen den Staat Israel sind und auch gegen die in ihren Ländern lebenden Juden eingestellt sind.

Führende europäische Politiker pflegen immer noch Umgang mit Israel und besuchen Holocaust- Museen, aber der Redaktionsleiter der Posaune Brad Mcdonald schrieb: „Auch wenn sie ihren Hass mit anti-israelischer und pro-palästinensischer Rhetorik und entsprechenden Gesten bemänteln, so billigen, ja unterstützen doch viele führende europäische Politiker die Judenverfolgung.“

„Für mich ist Europa erledigt“, sagte Mike Lewis, ein britischer Spitzenanwalt zu Reportern bei seiner Ankunft auf dem Flughafen Ben Gurion in Israel. Er und seine Frau hatten Großbritannien wegen der dramatischen Zunahme des Antisemitismus endgültig verlassen. Seine Frau Mandy Blumenthal sagte: „Antisemit zu sein ist salonfähig geworden.“ Dieses Ehepaar entschied sich sehr bald zu emigrieren, weil der Antisemitismus „im normalen Leben so institutionell und akzeptiert geworden ist“. Es wird erwartet, dass noch viele andere diesen beiden folgen werden.

Die Times of Israel berichtete, dass die israelische Regierung eine Organisation geschaffen hat, die französischen Immigranten behilflich ist, sich an das Leben in Israel anzupassen. Der Minister für Angelegenheiten der Diaspora Naftali Bennet sagte: „Es gibt 200 000 Juden in Frankreich, die nach Israel auswandern wollen und alle Systeme des Staats sind einfach gar nicht darauf vorbereitet.“ Israel ist nicht auf diesen gewaltigen Zustrom von Einwanderern vorbereitet, aber es versucht, die benötigte Infrastruktur aufzubauen.

Eine Reportage, die cnn im November brachte, fand heraus, dass 34 Prozent der befragten Europäer angaben, sehr wenig oder gar nichts vom Holocaust wissen. Auch wenn das Ableugnen der Existenz des Holocausts in Teilen Europas gesetzwidrig ist, weist die Reportage doch darauf hin, dass viele Erzieher und auch andere Persönlichkeiten den Völkermord an sechs Millionen europäischen Juden zwischen 1933 und 1945 zumindest ignorieren. Langsam aber sicher wird der Antisemitismus immer mehr hingenommen.

Akzeptanz führt zum Krieg

Als ich in Israel war, war es mir wichtig, das Yad Vashem Holocaust Museum zu besuchen. Unter anderem diente mir der Besuch einem viel besseren Verständnis, wie die allmähliche Akzeptanz des Antisemitismus in Europa der 1930er Jahre sich zu einem systematischen Massenmord und zu der Auslöschung der jüdischen Bevölkerung in den 1940er Jahren entwickelt hat. Der Antisemitismus wurde zunächst mit Abscheu betrachtet, aber schließlich begann man, ihn zu akzeptieren und sogar zu fördern.

Unternehmensleiter und Politiker haben gefordert, israelische Produkte zu boykottieren. Der einheimische niederländische Parlamentsabgeordnete Harry van Bommel rief zum Beispiel zu einer Intifada gegen Israel auf. In Frankreich wurden Jugendliche mit einem Video erwischt, auf dem sie durch einen Supermarkt marschierten und anti-jüdische Schimpfworte brüllten. Diejenigen, die gerne Gewalt anwenden würden, versuchen die Juden aus dem Geschäftsleben auszuschließen. Das sind genau die gleichen Aktionen, die damals in Europa kurz vor dem Holocaust unternommen wurden.

Nehmen Sie zum Beispiel die Protokolle der Weisen von Zion. Dieses betrügerische Dokument „diente als Vorwand und Begründung für den Antisemitismus“ in den frühen 1900er bis zu den 1920er Jahren. Der vorfabrizierte Text war abgefasst worden, um den Plan des jüdischen Volkes für die Weltherrschaft zu beschreiben. Dieses Dokument war angeblich nur eins einer Serie von 24 und wurde weit verbreitet, sogar in Amerika. Der Gründer der Ford Motor Company Henry Ford finanzierte den Druck von 500 000 Exemplaren für die Verbreitung überall in den Vereinigten Staaten in den 1920er Jahren. Der Antisemitismus war in Europa, Großbritannien und den Vereinigten Staaten wirklich ein Problem.

Diese antisemitischen Aktionen gipfelten in dem tödlichsten Krieg, den die Welt je erlebt hat: im zweiten Weltkrieg.

Winston Churchill sagte einmal: „Je weiter man zurückblicken kann, umso weiter kann man auch in die Zukunft sehen.“ Churchill war sich der Bedeutung des Studiums der Geschichte bewusst und wusste, wie lebenswichtig es ist, die Gegenwart und sogar die Zukunft zu verstehen. Sein Verständnis der Geschichte ermöglichte es ihm, Deutschlands und Adolf Hitlers Aufstieg schon vor dem Rest der Welt vorauszusehen und als die Welt das schließlich verstand, war es schon zu spät.

Die Prophetie der Bibel zeigt, dass der Antisemitismus zum Krieg führt, der die ganze Welt verschlingen wird. Hosea 5 und Sacharja 14 weisen darauf hin, dass Antisemitismus nur zu noch mehr Gewalt führen wird.

Die europäische Geschichte der 1920er und 1930er Jahre zeigt, dass der Antisemitismus eine Vorstufe des Krieges ist. Es begann mit Antisemitismus und dann gab es gewalttätige Übergriffe, systematische Massenmorde und schließlich Krieg. Genau das bewegt Europa heute. Genauso wie in den 1930er Jahren hat die allmähliche Akzeptanz des Antisemitismus zu einer Zunahme der Gewalt geführt und viele europäische Juden fürchten sich vor dem, was als nächstes kommt, denn alle Anzeichen deuten auf extreme Verfolgung und auf einen dritten Weltkrieg.

Es ist prophezeit, dass dieser dritte Weltkrieg mit der Rückkehr Jesu Christi auf diese Erde ein Ende finden wird. Christus, der Personen nicht respektiert, wird schlussendlich dem Antisemitismus und allen rassistischen Vorurteilen ein Ende setzen.

Um mehr über den Antisemitismus zu erfahren und warum er heutzutage wieder überhandnimmt, lesen Sie doch bitte die Broschüre des Chefredakteurs der Posaune Deutschland und das Heilige Römische Reich. 

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