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Jews

Blake Campbell/Unsplash

Das Volk Israel teilt sich in zwei Nationen (zweiter Teil)

Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung (Kapitel Sechs)

Fortgesetzt von Das Volk Israel teilt sich in zwei Nationen (Erster Teil)

I

srael im Krieg mit den Juden

Das Haus Juda, das nun auch den Stamm Benjamin einschloss, schickte sich, wie wir gesehen haben, unter König Rehabeam von der Dynastie Davids an, gegen das aus zehn Stämmen bestehende und von Ephraim und Manasse geführte Volk Israel zu Felde zu ziehen. Das allein beweist schon, dass die Juden nicht mit Israel identisch sind.

Sehen wir uns nun weitere biblische Beweise dafür an, dass die Angehörigen der aus den zehn Stämmen bestehenden Nation, Israel genannt und in den Prophezeiungen häufig als Ephraim bezeichnet, keine Juden sind und nie Juden waren. Vergessen wir nicht, dass die Bezeichnung „Jude“ lediglich eine Ableitung von dem Namen „Juda“ ist. Daher gilt sie nur für die Angehörigen des Hauses Juda, niemals für das Haus Israel.

Zum ersten Mal in der Bibel erscheint das Wort „Jude“ (Jubiläumsbibel) bzw. Judäer (rev. Lutherbibel) in 2. Könige 16,6.

Sehen wir uns also den Zusammenhang an, in dem es hier zum ersten Mal auftritt.

Ahas war König von Juda geworden (2. Könige 16,1). Er saß in Jerusalem auf König Davids Thron (Vers 2). Zur gleichen Zeit war in Israel ein Mann mit Namen Pekah König. Dieser König Pekah von Israel ging mit Rezin, dem König von Syrien, ein Bündnis ein gegen Juda, und gemeinsam rückten die Heere von Israel und Syrien gegen Jerusalem vor. Sie belagerten König Ahas von Juda, konnten aber nichts weiter gegen ihn ausrichten (Vers 5). „Zu derselben Zeit“, heißt es in Vers 6 (Jubiläumsbibel), „brachte Rezin, König von Syrien [der zusammen mit Israel gegen Juda kämpfte], Elath wieder an Syrien und stieß die Juden [die revidierte Luther-Übersetzung schreibt „Judäer“] aus Elath.“ Dort, wo in der Bibel erstmalig das Wort „Jude“ gebraucht wird, finden wir Israel im Krieg gegen die Juden.

Wer vertrieb die Juden aus Elath? Der Verbündete von König Pekah von Israel! Die Armee, die mit Israel gegen Juda kämpfte. Und die Kinder Juda‘s, die in der Stadt Elath wohnten, werden Juden genannt, um sie vom Haus Israel zu unterscheiden, mit dem sich diese Juden im Krieg befanden. Das erstemal, wo der Name Jude in der Schrift erscheint, finden wir die Juden im Krieg gegen Israel! Die Juden sind hier ein ganz anderes Volk als die Israeliten. Zwar stammen sie ursprünglich auch von Israel ab, aber als Volk tragen sie nicht den Namen „Haus Israel“.

Wer auch immer die Nachkommen der zehn Stämme Israels heute sind, es sind keine Juden! Wo auch immer der Name „Israel“ oder „Haus Israel“ oder „Samaria“ oder „Ephraim“ in den Prophezeiungen erscheint, er bezieht sich nie auf die Juden, sondern auf Israel, das sich mit den Juden im Krieg befand.

Die Juden sind nicht das Haus Israel

An keiner Stelle der Bibel bezieht sich der Ausdruck „Israel“ ausschließlich auf die Juden. Natürlich kann die Bezeichnung „Israel“ oder Wendungen wie „Kinder Israel“ oder „Männer von Israel“, wenn nicht das ganze Volk, sondern nur einzelne Angehörige des Volkes gemeint sind, die Juden betreffen bzw. mit einbeziehen. So bezieht sich z. B. der Ausdruck „ihr Männer von Israel“, der im Neuen Testament öfters vorkommt, gewöhnlich auf einzelne Juden als Nachkommen des Patriarchen Israel (Jakob), nicht auf das Volk Israel als Ganzes, die zehn Stämme.

Aus biblischer Sicht kann Mose nicht als Jude bezeichnet werden. Er war ein Levit, und die Leviten hatten sich damals noch nicht mit dem Haus Juda verbunden. Auch Abraham war natürlich kein Jude, und ebensowenig kann man Isaak oder Jakob, Adam oder Noah als Juden bezeichnen. Die Juden sind vielmehr die Nachkommen des Patriarchen Juda sowie alle, die sich später mit dem Stamme Juda zu einer Nation vereinten – hauptsächlich Angehörige der Stämme Benjamin und Levi.

Die Juden sind Angehörige des Volkes Israel, genauso wie die Bayern Deutsche sind. Aber die meisten Angehörigen Israels sind keine Juden, genauso wie die meisten Deutschen keine Bayern sind. Die Juden sind die Angehörigen des Stammes Juda und damit nur ein Teil des Volkes Israel. Aber wenn von diesen Leuten als von Nationen die Rede ist und nicht von einer Gesamtgruppe von Einzelpersonen, dann bezieht sich der Ausdruck „Israel“ nie auf die Juden. „Haus Israel“ jedoch ist nie gleichbedeutend mit „Juden“. Der Stamm Juda, zusammen mit Teilen der Stämme Benjamin und Levi, wird das Haus Juda genannt. Das Haus Juda wurde regiert von einem König aus der Dynastie Davids und befand sich im Besitz der Stadt Jerusalem.

Seit der erwähnten Teilung des Reiches nach dem Tode Salomos wird der Stamm Juda mit Benjamin und Levi „Juda“ genannt. Die zehn Stämme jedoch, geführt von Ephraim und Manasse, heißen von da an „Israel“. Die zehn Stämme unter der Führung von Ephraim und Manasse werden von dieser Zeit an als „Israel“ bezeichnet. Sie sind keine Juden und wurden nie als Juden bezeichnet. Von diesem Zeitpunkt an sind die Kinder Israels, ingesamt zwölf Stämme, in zwei Nationen geteilt.

Jetzt ging das Erstgeburtsrecht zum ersten Mal an eins dieser beiden Völker, an Israel, das von Ephraim und Manasse geführt wird, während das Zepter bei dem anderen Volk verblieb, beim Hause Juda. Von da an sind die beiden Teile der Abrahamsverheißung auf zwei völlig selbständige Völker aufgeteilt.

Viele Generationen hindurch blieben Israel und Juda getrennte Völker in benachbarten Gebieten, jedes unter seinem eigenen König. Man fragt sich unwillkürlich, warum so viele religiöse Menschen, sogar Theologen, immer nur von „Juden“ und „jüdisch“ sprechen, wenn von Begebenheiten aus dem Alten Testament die Rede ist, obwohl doch vier Bücher der Bibel – 1. und 2. Könige sowie 1. und 2. Chronik – geschrieben wurden, um die Geschichte dieser getrennten, rivalisierenden Königreiche aufzuzeichnen und zu erläutern. Sehen Sie sich die Landkarte auf den letzten Seiten Ihrer Bibel an. Dort werden Sie das Gebiet Israels (Nordreich) von dem Gebiet Judas (Südreich) deutlich unterschieden finden.

Juda behielt die Stadt Jerusalem als seine Hauptstadt sowie das Gebiet, das als Judäa bekannt ist. Israel indes bewohnte das Gebiet nördlich von Judäa; seine Hauptstadt war Samaria. Daher findet sich in den Prophezeiungen häufig die Bezeichnung „Samaria“. Auch das ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der Prophezeiungen. „Samaria“ bezieht sich in den Prophezeiungen nie auf die Juden, sondern immer auf die zehn Stämme, das „Haus Israel“.

Damit dürfte endgültig klar geworden sein, dass Israel und Juda nicht zwei Namen für das gleiche Volk sind. Es waren getrennte Völker, sie sind es heute noch, und sie werden es bis zum zweiten Kommen Christi auch bleiben. Das „Haus Juda“ bedeutet immer „Juden“. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn wir die Prophezeiung verstehen wollen. Da die meisten so genannten Bibelgelehrten sich dieser grundlegenden Unterscheidung nicht bewusst sind, können sie die Prophezeiung auch nicht richtig verstehen.

Israel verwirft Gott

Schon bald, nachdem Jerobeam (vom Stamm Ephraim) König über das Haus Israel geworden war, stellte er zwei goldene Kälber auf und führte damit die Götzenanbetung in Israel ein. Den Bericht darüber finden wir in l. Könige 12, 28-33. Jerobeams Beweggründe waren politischer Art: Er fürchtete, dass seine Untertanen, wenn sie einmal im Jahr nach Jerusalem gingen, um das Laubhüttenfest zu feiern, zu Rehabeam, dem König von Juda, zurückkehren könnten, und dass er, Jerobeam, seinen neuerworbenen Thron wieder verlieren würde. Die Einführung des Götzendienstes sollte das verhindern und dafür sorgen, dass das Volk zu Hause blieb.

Diese Götzenanbetung wie auch die Entheiligung des Sabbats (Hesekiel 20, 10-24) wurden Israel zum Verhängnis. Generation um Generation hielt Gott das Haus Israel dazu an, sich von diesen Sünden – „von den Wegen eurer Väter“ – abzuwenden und Gottes Gebote wieder zu befolgen. Doch während neun Dynastien unter neunzehn verschiedenen Königen ließ das Volk Israel sich nicht warnen, sondern sündigte immer weiter, bis Gott es schließlich in Niederlage und Gefangenschaft geraten ließ.

Damit kommen wir zu einer Bibelstelle, die von vielen völlig missverstanden wird. In 1. Könige 14, 15-16 heißt es: „Und der Herr wird Israel [nicht Juda] schlagen, dass es schwankt, wie das Rohr im Wasser bewegt wird, und wird Israel ausreißen aus diesem guten Lande, das er ihren Vätern gegeben hat, und wird sie [nicht Juda] zerstreuen jenseits des Euphrat, weil sie sich Ascherabilder gemacht haben, den Herrn zu erzürnen. Und er wird Israel [wiederum nicht Juda] dahingeben um der Sünden Jerobeams willen, der da gesündigt hat und Israel sündigen gemacht hat.“

Diese Bibelstelle handelt von den Folgen der Götzenverehrung durch Jerobeam in Israel, jenem nördlich gelegenen, aus zehn Stämmen bestehenden Königreich, das die Verheißungen des Erstgeburtsrechts besaß. Diese zehn Stämme sind es, die entwurzelt und jenseits des Euphrat verstreut werden sollten. Und doch glauben die meisten, die sich mit dem Studium der Prophezeiungen befassen, diese Bibelstelle beziehe sich auf die in aller Welt verstreut lebenden Juden. Dabei ist doch das Volk Juda hier gerade nicht gemeint! Dies ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie die sorgfältige Unterscheidung von Israel und Juda zum richtigen Verständnis der Prophezeiungen verhilft.

Diejenigen, von denen diese Bibelstelle sagt, dass sie „entwurzelt“ und „jenseits des Stromes“ verstreut weiden sollen, waren keine Juden. Vielmehr waren es die von Ephraim und Manasse geführten Israeliten, also die Menschen, denen das bedingungslose Versprechen gegeben war, sie würden ein großes Volk und eine Völkergemeinschaft werden, überaus zahlreich und im Besitz der Tore feindlicher Völker sowie fremder Territorien (Kolonien) überall auf der Erde.

Doch viele, die diesen Unterschied zwischen Israel und Juda – zwischen den Juden und den anderen Stämmen – verstehen lernen, verfallen, nachdem sie es als ein herrliches neues Licht wahrgenommen haben, erneut der alten Routine und wenden Texte, die sich auf Israel beziehen, auf die Juden an.

Die Begriffe „Haus Israel“ und „ganz Israel“, wenn die Nation gemeint ist, oder die Begriffe „Jakob“, „Rahel“, „Ephraim“, „Haus Joseph“ oder „Samaria“, oft in der biblischen Prophezeiung gebraucht, beziehen sich auf das zehnstämmige Volk des Erstgeburtsrechts, nicht auf die Juden. Das ist der Schlüssel, der Hauptschlüssel zum Verständnis der Bibel. 

Wird fortgesetzt...

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